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10
Jan
10

Stripbars, Toys und Telefonsex – Weitere Segmente der Sexindustrie

Telefonsex

Trotz der zunehmenden Konkurrenz von Life-Chats und interaktiven Live-Cam-Angeboten, sowie der zunehmenden Automatisierung nehmen momentan immer noch Millionen von US-Amerikanern täglich, bzw. des Nachts die Dienst kommerzieller Telefonsex-Dienste in Anspruch. Im Durchschnitt dauert ein Gespräch zwischen 6 bis 8 Minuten, bei Kosten zwischen 89 Cents und 4$ die Minute. Telefonsex ist Teil des Telekom-Segments „Premium Audiotext“ welches von dem Konzern AT&T mit dem 1-900-Service-Nummern in den 1980ern eingeführt wurde. 1991 schränkte der FCC per Gesetz kommerzielle sexuelle Dienstleistungen, die über 900- Nummern liefen ein, mit der Konsequenz, dass betroffene Unternehmen diesen Geschäftsbereich auslagerten. Die Dienste werden seitdem über Telefonnummern aus dem Tschad, Moldawien, Madagaskar oder Guyana etc. angeboten und die Firmen treten einen Teil ihrer Einnahmen an die dortigen staatlichen Postministerien ab. Laut der Firma „Strategic Telemedia” hat sich der US-Markt  für sexuelle Dienstleistungen mit 900-Nummern, die 1994 noch ein Drittel des Marktes ausmachten, auf 15% im Jahr 2000 reduziert. Dies entspricht einem Umsatz von 210 Millionen Dollar zu dem 1,4 Milliarden schweren gesamten Premium Audiotext-Marktes. Nach Dokumenten der SEC (Securities and Exchange Commission) erzielt der gesamte us-amerikanische Telefonsex-Markt ca. 1 Milliarde Dollar jährlich, was bedeuten würde das fast 800 Millionen außerhalb des Einflussbereiches der amerikanischen Finanzbehörden umgesetzt werden.

Als eines der führenden Unternehmen im Telefonsex-Segment gilt die “National A-1 Advertising“, die mit  „HotMovies“ und etlichen anderen Online-Unternehmungen in das Film- und Internetsegment expandiert ist. Firmen aus diesem Bereich expandierten mit der Kommerzialisierung des WorlWideWebs häufig in die Online-Pornographie, da sie bereits über die notwendigen logistischen Voraussetzungen verfügten. So waren Voice Media (Cybererotica) und RJB Telcom, zwei führende Unternehmen der Online-Pornographie um die Jahrtausendwende, vorher beide im Audiotext-Segment(Telefonsex) aktiv bevor sie ihre Internetunternehmungen starteten

Bei dieser Form der Dienstleistung gibt es keinen körperlichen Kontakt zwischen der Frau und ihrem Kunden , so dass diese Form der Arbeit sich als Nebentätigkeit anbietet bei der die Privatsphäre der Frau ausreichend geschützt ist. Das Angebot beschränkt sich ausschließlich auf ein sexuelles Gespräch am Telefon bei dem der Kunde in seinem oder ihren Phantasien schwelgen und sich dabei selbst befriedigen kann. Werbung ist in diesem Bereich unverzichtbar und die Anzeigen der Frauen oder Agenturen sind in Stadt- oder Boulevardzeitungen und Sexmagazinen zu finden. Seitdem das Handy populär geworden ist, erfolgt die Bezahlung über gesonderte Telefontarife, früher hingegen war die Bezahlung  weitaus komplizierter. So wurde in den Anfangszeiten dieser Branche beim ersten Anruf zunächst ein Termin für das Gespräch vereinbart und der Kunde musste in der Zwischenzeit das vereinbarte Honorar überweisen oder ein Mitarbeiter holte die vereinbarte Summe persönlich ab. Der Arbeitsbereich der Telefonsexagenturen ist generell anonym, die Operateure benutzen Arbeitsnamen. Es gibt keinen körperlichen Kontakt und keine visuelle Bezugnahme auf die dort arbeitenden Frauen. Inzwischen soll ein Teil dieser Telefondienste vollständig automatisiert sein, so dass der Kunde mit computergenerierten Bandaufnahmen bedient wird.

Personen die im Telefon-Sex-Bereich arbeiten haben in der Regel keine Ambitionen in diesem Bereich Karriere zu machen oder sehr lange in diesem zu arbeiten. Motivationsgründe sind in erster Linie der Bedarf an Geld und die flexible Arbeitszeiteinteilung. Die meisten Telefonsexarbeiterinnen erhalten nur sehr wenig vorbereitendes Training. In der Regel werden sie einmalig vom Arbeitgeber befragt, in Augenschein genommen und dann, je nach Einschätzung, eingestellt. Wie man sich bei den Kunden gibt, welche Wörter, Formulierungen man benutzt, wie man sich in bestimmten Situationen verhält, erfähren sie während der Arbeitszeit. „Learning by Doing“. Der Verdienst lag bei 10- 15 Dollar die Stunde, ein zusätzlicher Nebenverdienst besteht in dem Verkauf von bereits getragener Unterwäsche an die Anrufer. Außerdem können die Telefonistinnen Geschenke von ihren Kunden erhalten, oft Süßigkeiten und Blumen, aber auch Geldgeschenke und Kleidungsstücke. Das die Mitarbeiterinnen im Privatleben ihren wirklichen Arbeitsbereich angeben ist eher unüblich und manche Agenturleiter bestätigen, im Bedarfsfall auch schriftlich, sogenannte „Cover-Stories“, die besagen, dass man im Telemarketing oder im Verkaufsbereich arbeiten würde.

Anrufe mit Interesse an Vergewaltigungsphantasien und anderen gewalttätigen Sex und Inszestphantasien sollen häufig sein. Die Frauen sind zwar angewiesen einen Anrufer während des Telefonates nicht zu kritisieren, bzw. aus der Rahmenhandlung auszusteigen, können aber Anrufe einer bestimmten Qualität, die sich beispielsweise mit Vergewaltigung, Kindesmissbrauch oder Sodomie beschäftigen ablehnen, wobei es den Frauen überlassen bleibt, wo sie in bezug auf ihre persönliche Gefühlslage und ihrem möglichen Verdienst, die Grenze ziehen.

17
Okt
08

Die Sexindustrie und das Internet

Der us-amerikanische Markt der Online-Pornographie


Internet-Pornographie wird über Webseiten, peer-to-peer file sharing Software, ICR und über Usenet-Groups vermarktet und distributiert. Bereits in den 80ern wurde Pornographie im Internet gehandelt, allerdings überwiegend von Privatpersonen und Newsgroups. Mit der Öffnung des Internets für breite Bevölkerungsschichten und der Proklamierung des „World Wide Web“ in der ersten Hälfte der 90er Jahre, kam es zu einer explosionsartigen Ausbreitung von Pornographie über das Internet, die via einem Home- Computer komplikationslos und völlig anonym erhältlich war. Diese Industrie besteht aus einer Reihe weniger großer Unternehmen, die zwischen einigen hundert bis tausenden von Webseiten betreiben und einer großer Anzahl kleinerer Unternehmen. Sie umfasst Firmen, die direkt in der Produktion und Distribution von pornographischen Material involviert sind, aber auch Firmen, die Serviceleistungen wie Hosting, Inkasso und Programmierung anbieten. Kabel- und Satelliten-Netzwerkbetreiber sowie Telekommunikationsdienstleister sind im erheblichen Umfang an diesem Geschäft beteiligt. Global wird die Anzahl der maßgeblich beteiligten Unternehmen, die ihren Umsatz über Mitgliedereinschreibungen, Distribution über das Internet (Pay-per-View, Video-on-Demand, etc.) sowie Werbung und Lizenzierung von pornographischen Inhalten generieren, auf zwischen 150 bis 400 geschätzt.


Quelle: Caslon Analytics profile of the online ‚adult content‘ industrie/

http://www.caslon.com.au/xcontentprofile.htm

Der Markt der Online-Pornographie ist ähnlich wie der der gesamten Sexindustrie immer noch geprägt von einer mangelnden Transparenz und fehlendem verlässlichen statistischen Material. Es gibt zwar eine Vielzahl von Statistiken, die aber, je nach tatsächlicher Einsicht in die Marktstrukturen oder politischer Intention, zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Eine Erkenntnis kann man bei dieser Zahlenjonglage, die nachfolgend teilweise dokumentiert wird, auf jeden Fall gewinnen: Das es sich bei diesem relativ jungen Markt um eine sehr dynamische, profitable und schnell wachsende Branche handelt. Nach einem Bericht von „Forrester Research“ aus dem Jahr 2001 sind 19% der nordamerikanischen User regelmäßige Besucher von pornographischen Webseiten. Von diesen 19% soll jeder vierte User bereits weiblich gewesen sein. Nach den Internetstatistiken und Analysen (2001) von US-Firmen wie “Jupiter Media Metrix”, “Nielsen/NetRatings” und der europäische „NetValue” besuchten ca. 30% aller Internet-User monatlich erotische und pornographische Webseiten bei einer aufgewendeten Gesamtzeit, die zwischen 40 und 85 Minuten lag. Die Firmen “Datamonitor” und “Forrester Research“ schätzten die Anzahl von pornographischen Webseiten für diesen Zeitraum auf 50.000-60.000, während AdultCheck, ein Alterbestätigungssystem für Adult-Seiten von ca. 80.000 Seiten ausging. Nach dem „Internet Filter Review“ der us-amerikanischen Firma „TopTenReview.Inc“ (2003 gegründet) gab es in den USA 2003 4,2 Millionen pornographischer Webseiten – was 12% der globalen Gesamtsumme entspricht – mit jährlich 72 Millionen Besuchern, davon 40 Millionen US-Amerikaner. ( Die auffällige Diskrepanz bei einigen Zahlenwerten ergibt sich aus dem Umstand, das zwischen den Begriffen „Domain“, die beliebig viele Webseiten enthalten kann und einer einzelnen „Webseite“ in einigen Artikeln nicht klar unterschieden wurde) “Websense, Inc.”, ein Provider von Filter-Software, verzeichnete einen enormen Zuwachs von Adult-Webseiten in ihrer URL-Datenbank – von 88.000 im Jahr 2000 zu annähernd 1.6 Millionen Seiten im Jahr 2004. Die Anzahl von Webmastern, bzw. Firmen, die mindestens eine Adult-Seite betreiben, wurden, nach einer Einschätzung von Jason Hendeles im Jahr 2000 auf zwischen 30.000 bis 45.000 geschätzt und man ging von einer Steigerung auf über 110.000 bis 2003 aus. Dies bezieht kleine, vom Privathaushalt aus betriebene Operationen, die in der Regel zwischen 9-18 Domains registriert haben genauso mit ein wie die Majors der Branche, die tausende von Domains betreiben. 2002 sollen nicht mehr als 25 Unternehmen die Branche dominiert haben, wobei der Großteil des Marktes von den 10 führenden Unternehmen kontrolliert wurde.


Jason Hendeles ist der Vizepräsident der Abteilung “Strategic Business Development” des Unternehmens „ICM Registry“. ICM, eine Firma aus Florida, hatte sich bei dem Internetverwalter “Internet Corporation for Assigned Names and Numbers” (ICANN) um ein virtuelles Rotlicht-Quartier beworben, in der alle pornographischen US-Webseiten zentral auf einer Top-Level Domain gebündelt werden sollten. Die ICANN hat diese Bewerbung nach einer unüblichen politische Einflussnahme der Regierung aufgrund des wachsenden Drucks konservativer, christlicher Familienorganisationen, abgelehnt.


2005 listete Google beim Suchbegriff „Porno“ 35 Millionen Seiten auf. Ein Viertel der täglichen Anfragen bei den Suchmaschinen (68 Mill.) soll sich auf pornographisches Material beziehen. Der Markt für Internetpornographie wird auf 2,5 Milliarden Dollar geschätzt, im Verhältnis zu dem angenommenen 57 Milliarden Dollar schweren weltweiten pornographischen Markt zwar noch ein geringer Anteil, der aber stetig im Wachsen begriffen ist. Vor allem da der Markt für Adult-Videos, der global auf 20 Milliarden Dollar geschätzt wird, sich zunehmend auf die Distributionsmöglichkeiten des Internets über Video-on-Demand und Pay-per-View auszurichten beginnt.

Neben der direkten Produktion von Pornographie sind in dem Online-Sektor die Bereiche Analyse, Navigation, Webdesign und Werbung wichtige Segmente des Business. Analyse meint vor allem eine Untersuchung und Aufschlüsselung des Traffics einer betreffenden Weboperation zum Zwecke des verbesserten Marketings. Es gibt Unternehmen deren Service auf einem klaren Preis-Leistungsverhältnis beruhen und andere, die von vor allem kleineren Webunternehmen die Platzierung von Werbebannern oder eine Umsatzbeteiligung als Gegenleistung einfordern. Dieser Service ist inzwischen fester Bestandteil aller großen Partnerprogramme. Navigations-Services bieten spezielle Directories für den User und leiten den Traffic zu einzelnen Seiten. Diese Webseiten bieten neben Hitlisten Linksammlungen von einigen tausend bis 80.000 Links und lassen sich die Platzierung von den Webseiten-Betreibern bezahlen. Ein weiterer wichtiger und lukrativer Geschäftsbereich, der von den beteiligten Firmen als Bestandteil des regulären IT Management Systems gesehen wird, ist die Entwicklung und Anwendung von Filter-Software, um den Zugang zu pornographische Inhalten einzuschränken.


Im Jahr 1997 schätzte Forrester Research den gesamten Online-Endkunden-Markt in den USA auf über $ 2,4 Milliarden. Für 2004 wurde dieser Markt auf über $ 140 Milliarden geschätzt, was einer Wachstumsrate von ca. 80% entspricht und für 2005 ging man von einen gesamten us-amerikanischen e-commerce-Umsatz von knapp $ 170 Milliarden aus. Umsätze des e-commerce in Europa sollen 2004 $ 90 Milliarden ausgemacht haben und wurden für 2005 auf $ 130 Milliarden geschätzt. Der Online-Content-Markt stellt natürlich nur einen Teil dieser Umsätze dar, der sich aufgrund besserer Anbindung der Konsumenten an High-Speed- und Flatrate-Verbindungen aber deutlich erhöhen wird. Nach “Jupiter Research” entwickelt sich der europäische Online-Content-Markt, der im Vergleich zu den USA noch unterentwickelt ist, sehr schnell. 2003 sollen 9% der europäischen Internetnutzer bereit gewesen sein Online-Content und Services zu kaufen, was in einem Umsatz von €693 Millionen resultierte. Das größte Segment stellten hierbei kostenpflichtige pornographische Inhalte, die 43% der Aufwendungen der User ausmachten. Weiterer nicht sexuell-expliziter Multimedia-Content (Musik, Spiele, Video) machten 23% dieses Umsatzes aus. Für 2007 wird davon ausgegangen, das inzwischen 23% aller europäischen User bereit sind Online-Käufe zu tätigen, wobei von einem statistischen Wert von 70€ ausgegangen wird, die jeder User investiert. Wegen der besseren Breitbandanbindungen und der höheren Akzeptanz wird erstmals die Online-Pornographie nicht den Hauptumsatzes dieser Branche generieren. Regulärer Multimedia-Content und Service sollen nach dieser Voraussage 50% des Gesamtumsatzes ausmachen, gefolgt von kostenpflichtigen Bild und Text-Downloads mit 25% und weiteren 25% die die Adult-Branche betreffen. Diese Prognose deckt sich mit dem Ergebnis einer US-Studie aus dem Jahr 2006,die verschiedene Suchmaschinen wie Excite und Alta Vista im Zeitraum 1997 bis 2005 auf die Frequenz pornographisch- und sexorientierter Suchanfragen untersuchte, aus der hervorgeht das diese im Verhältnis zu anderen Suchanfragen erheblich zurückgegangen sind – von 16,8% im Jahr 1997, zu 8,5% 2001, bis zu weniger als 4% im Jahr 2004. Allerdings bezieht die Studie die Marktführer Google, MSN, AOL und Yahoo! In ihre Untersuchung nicht mit ein. Ein Artikel von time.com vom November 2007 bestätigt diese Tendenz . Danach ist der Traffic von Pornowebseiten in den USA von 16,9% im Oktober 2005 auf 11,9% im November 2007 zurückgegangen. Für über 25-jährige User ist sexuelles Entertainment im Web nach wie vor populär und rangiert hinter den Suchmaschinen an zweiter Stelle. Bei den 18-24-jährigen zeigt sich laut dieser Untersuchung aber ein anderer Trend: an erster Stelle stehen Social-Networking-Seiten, gefolgt von Suchmaschinen und e-Mails. Der Besuch von pornographischen Webseiten steht hier nur noch an der vierten Stelle.


“Sexual and Pornographic Web-Searching – Trend Analysis”(2006) von Amanda Spink, Helen Partridge und Bernard J. Jansen / http://www.firstmonday.org/issues/issue11_9/spink/

http://www.thenewatlantis.com/archive/6/jrosen.htm

http://internet-filter-review.toptenreviews.com/internet-pornography-statistics.html


Für die Porno-Industrie hatte das Internet eine enorme Dezentralisierung zur Folge, die nicht nur die Konsumption, sondern auch die Produktion und den Versand betrifft und bot den Majors der Branche die Möglichkeit der Mehrfachverwertung ihres Materials. Schon Ende der 90er konnte ein Pornofilm, z.b. von Vivid oder Private produziert, der in Video- und Sexshops zum Verleih und Verkauf auslag, gleichzeitig über Mail-order vertrieben – im Pay-TV, im AT&T eigenen Sender „Hot Network“ oder im Hotelzimmer angeschaut – und auf den Porno-Webseiten zur Konsumption angeboten werden. Zu den bekanntesten Unternehmen der Sexindustrie gehören neben den Konzernen, die aus dem traditionellen pornographischen Druckgewerbe entstanden sind, wie die “Larry Flynt Publishing”(Hustler), “Playboy” und die “Private Media Group”, Unternehmen wie “Vivid Video”, ”New Frontier Media” und “Rick’s Cabaret”, die alle an der Börse notiert sind. Als die größten Unternehmen in dem Geschäft mit der Online-Pornographie galten um die Jahrtausendwende Voice Media (Cybererotica) und RJB Telcom, welche beide im Audiotext-Segment(Telefonsex) aktiv waren, bevor sie ihre Internetunternehmungen starteten. Außerdem Vivid Video, iGallery, WebPower, CyberEntertainmentNetwork(CEN), „Python Communications“ und BabeNet Ltd.. Im Bereich des “Premium Contents” sollen sie ungefähr die Hälfte des Marktes kontrolliert und zusammen einen Gesamtumsatz von mehr als einer Billion Dollar verzeichnet haben. Allein das Unternehmen „RJB Telcom“ kam auf einen jährlichen Umsatz von ca. 125 Millionen Dollar. Die Mehrzahl dieser Unternehmen befindet sich in privaten Händen, wobei eine zunehmende Tendenz zur Unternehmenskooperation und Networking festzustellen ist. So haben das „Cyber Entertainment Network” und “VS Media” Joint-Ventures mit der „Private Media Group” abgeschlossen, wie auch zwischen “Voice Media” und „Rick’s Cabaret International“ Geschäftskontrakte bestehen. „Private“, wie „Rick`s“ sind öffentlich gehandelte Aktienunternehmen, wie dies auch bei „iGallerie“, die inzwischen Bestandteil von „New Frontier Media“ sind, der Fall ist.


„How Big Is Porn?”, Dan Ackman, Forbes.com, (05.25.01)

Weissbuch der “Free Speech Coalition” (2005) / http://www.freespeechcoalition.com/whitepaper05.htm


Die Zusammenarbeit zwischen Technologie-, Softwarefirmen und Internetdienstleistern mit der Online-Sexindustrie schließt viele bekannte us-amerikanische Konzerne mit ein, u.a. Marriott, Exodus, Concentric, Verio, AboveNet, UUNet (im Besitz von MCI), Sun Microsystems, Yahoo!, AltaVista, Covad, Pacific Bell, Bell Atlantic, Real Networks, Microsoft, AOL und Earthlink. Die größten amerikanischen Kabelnetzwerkbetreiber und Satellitenfirmen, die an pornographischen Filmen über das Pay-per-View-Verfahren mitverdienen sind: Time-Warner, AT&T Cable, , News Corporation über Echostar und DirecTV und Comcast. Während der sogenannten Dot.Com-Krise in den Jahren 2000/2001 erwies sich das Segment der Online-Pornographie als relativ krisenfest und als stabilisierender Faktor der gesamten Internet-Ökonomie. In dieser Zeit, als viele Unternehmen des e-commerce bankrott gingen und ihren laufenden Zahlungen nicht mehr nachkommen konnten, war der Bedarf an Hardware, Hosting-Service und Bandbreite im Adult-Sektor ungebrochen nach wie vor hoch.


Inzwischen hat sich mit “AdultVest.com” die erste Investmentfirma gegründet, die über ihre Webseite mögliche Investoren und Unternehmen aus der Sexindustrie zusammenbringt. Mai 2006 hatten sich bereits 1000 Investoren über die Webseitenformulare des Unternehmens registrieren lassen.


Für Hosting-Firmen, die die Hardware des WorldWideWeb zu Verfügung stellen, stellte die Online-Pornographie ein wichtiger Einkommensfaktor dar, u.a. weil pornographische Webseiten eine weitaus größere Bandbreite und dementsprechend optimierte Hardware zur Darstellung der Photos und Filme benötigen, während viele der Non-Adult-Seiten sich früher überwiegend aus Html-Layout, textbasierten Inhalt und kleinen Graphiken zusammensetzten. Nach Informationen von „PCData Online“ und „NetCraft“ werden 14 der 20 us-amerikanischen Top-Adult-Sites von bekannten Firmen des regulären Internet-Kommerzes gehostet. “Akamai”, eine globale Caching-Company mit mehr als 8000 Servern, die an ca. 1200 Internet Service Providern stationiert und in über 55 Ländern an 700 verschiedene Netzwerke angeschlossen sind, ist ebenfalls an dem Business der Online-Pornographie beteiligt. Den Service den Akamai anbietet, besteht darin Webseiteninhalte(Content) von einem zentralen Server auf viele verschiedene zu platzieren, die sich näher am realen Ort der Konsumenten befinden. Dies sorgt führe schnellere Übertragungszeiten und vermindert die Gefahren von Netzwerküberlastungen. Akamai, zu deren Kunden u.a. CNN, Nasdaq, Apple, Microsoft, Yahoo, CBS und MSNBC gehören, bietet separat, über die Firma „Directrix” seinen Service auch für die Adult-Industrie an. Im März 2001 kam es zwischen der Firma und 15 führenden Unternehmen der Branche, wie Playboy, Vivid, iGallery und Babenet, zu weiterführenden Geschäftsgesprächen.


Zu den Firmen, die pornographische Webseiten hosten, gehören Unternehmen wie AboveNet (eine Tochterunternehmen von Metro Fiber Network(MCI)) , die beide zum MCI-Konzern gehörende Digex und UUNet, außerdem Exodus, Level3, und Verio (im Besitz des japanischen Telekomkonzerns NTT). AboveNet hostet die führende Adult-Webseite „Karasxxx.com“ von RJB Telcom mit monatlichen 6,9 Millionen Usern (2001). MCI hostet über seine Firmen Digex and UUNet, sowie Business Internet Inc die Megaseiten „Cybererotica“ mit einem monatlichen Traffic von über 4 Millionen monatlich (4,6 Mil./Februar 2001) und „adultrevenueservice.com“, außerdem die Webseiten „smutserver.com“, „sexspy.com” und “amateurfreehost.com”. Die Hostingfirma Exodus liefert ihren Service u.a. an „sexshare.com“, “adultfriendfinder.com”, wie auch “Danni’s Hard Drive“. “Level3” welche eines der größten Glasfaser-Netzwerke in den USA betreibt und 33% an dem Telekom-Unternehmen RCN besitzt, hostet die Webseiten „sleazydream.com“ und „lightningfree.com“.


Die großen Suchmaschinen-Betreiber, wie Yahoo, Alta Vista, AOL und Excite machten (2000) alle erhebliche Umsätze mit Onlinewerbung für pornographische Webseiten, vor allem mit der Bannerwerbung auf den Ergebnis-Seiten der dementsprechenden Such-Anfragen. Im Gegensatz zu den Firmen Compuserve und Prodigy, die in der Anfangszeit ihre Chatrooms und Messageboards kontrollierten und sexuell explizitite und obszöne Inhalte zensierten, vertrat AOL eine tolerante Geschäftspolitik gegenüber den Chat-Aktivitäten seiner Mitglieder und verschaffte sich so einen Wettbewerbsvorteil. Neben dieser toleranten Linie in den öffentlichen Chatrooms hatten AOL-Mitglieder die Möglichkeit eigene Chatrooms zu kreieren, einmal auf der Ebene von Interessengruppen und weitergehend als „private area“ wo die Öffentlichkeit ausgeschlossen war und der Zugang nur über persönliche Einladung erfolgte. 1996 sollen diese öffentlichen bis privaten Chat-Räume das profitabelste Geschäftsegment von AOL gewesen sein und 25% der gesamten Onlinezeit aller AOL-Mitglieder ausgemacht haben.


Yahoo hat in den ersten Jahren nach der Unternehmensgründung Sex als einen profitablen Geschäftsbereich wahrgenommen und dementsprechende Marketingstrategien entwickelt. Die zu sexuellen Themen bezug nehmenden Kategorien waren vielfältig und umfangreich. 1997 bot Yahoo dann den speziellen Service von „Adult-Only-Chatrooms“ an und betrieb dort eine intensive Vermarktung des dortigen Web-Space an pornographische Webseitenbetreiber. Yahoo hatte jahrelang auf den sex-orientierten Suchmaschinenseiten Bannerwerbung für pornographische Webseiten zugelassen und eine eigene Webseite, auf der Pornovideos und andere Produkte verkauft wurden, betrieben. 2001 kam es zu einer massiven E-Mail-, Presse- und Telefonkampagne von konservativen religiösen Gruppen, u.a. der einflussreichen „American Family Association“ Yahoo sah sein Image als Internet-Einstiegsseite für die ganze Familie bedroht und entschloss sich Werbung für pornographische Produkte nicht mehr zuzulassen. Dies betraf vor allem die Yahoo-Seiten für Shopping, Auktionen und bezahlte Anzeigen, sowie die Bannerwerbung. In dem folgenden dreimonatigen Zeitraum April bis Juni 2001 betrogen die Einnahmen von Yahoo 140,7 Millionen Dollar, im Gegensatz zu 232,9 Millionen Dollar für den gleichen Zeitraum im Jahr 2000. Ein defizitäres Ergebnis, welches sicherlich auf die damalige Dot.com-Krise verweist, aber auch auf die fehlenden Werbeeinnahmen, aufgrund des Beschlusses keine pornographische Werbung mehr zu schalten, zurückzuführen war.


Im August 2000 schloss AltaVista mit der Private Media Group einen bis dahin für reguläre Suchmaschinen ungewöhnlichen Geschäftskontrakt betreffend der Bannerwerbung ab. Anstelle eines normalen Werbevertrages wurde AltaVista ein Prozentsatz der Einnahmen, die aus den Mitgliedsbeiträgen von „Privates“ Webseiten resultierten, die über die Suchmaschine zustande kamen, zugesprochen. Über die Hälfte aller Suchanfragen bei AltaVista – zum damaligen Zeitpunkt 50 Millionen täglich – sollen sich auf sexuell relevante Themen bezogen haben. „Private“ erhoffte sich über dieses Arrangement weitere Einnahmen und einen höheren Traffic für seine Webseiten aus dem europäischen, pazifischen und asiatischen Raum, sowie aus dem mittleren Osten. Der nordamerikanische Markt – USA und Kanada – waren von diesem Kontrakt ausgeschlossen. In den Wirtschaftsanalysen und Statistiken großer Unternehmen ist das Segment „Online-Sex“ als Umsatzfaktor allerdings selten zu finden. Auch in den Reports von Wirtschaftsanalysten wird dieser Einkommensfaktor immer seltener aufgeführt. Die europäische Firma Datamonitor, die Ende der 1990er noch aufschlussreiche Statistiken erarbeitete und veröffentlichte, hat ihre Forschung eingestellt und sieht von einer Aktualisierung ihrer Statistiken ab. Dies mag aus „Rücksicht“ auf die betreffenden Großkonzerne, die gleichzeitig auch die wichtigsten Großkunden der Analysten sind, geschehen. Diese Unternehmen müssen, vor allem in den USA, Rücksicht auf die öffentliche Meinung nehmen, die oftmals durch Kampagnen einflussreicher konservativer christlicher Organisationen bewusst lanciert wird. Beste Beispiele sind die veränderte Geschäftspolitik von Yahoo nach einer inszenierten Mail- und Telefonkampagne im Jahr 2001 und der teilweise Rückzug von AT&T aus dem Geschäft mit der Online-Pornographie nach Auktionärsprotesten gleichen Jahres.


Usenet Newsgroups und das Bulletin Board System (BBS)


1979 entwickelten die Studenten Tom Truscott und Jim Ellis von der Duke University das sogenannte Usenet. Sie erdachten ein Dateien-Übertragungssystem in welchem die Beteiligten Nachrichten empfangen und lesen sowie abschicken konnten, die in einer Reihe von Kategorien, den „newsgroups“, unterteilt waren. Diese Nachrichten, Artikel, Textbotschaften, etc. wurden dann gespeichert und an eine große Gruppe von Servern weitergeleitet, die es möglich machten jede Textnachricht von einer Person zu Vielen zu transferieren. Das Usenet war zu seiner Zeit eine sehr innovative Technologie, galt aber mit der Einführung des Internets und des E-mail-Systems zunehmend als antiquiert. Die in den newsgroups geführten Diskussionen werden über Google Groups indiziert, aber keine der großen Suchmaschinen erfasst den Multimedia-Content, vor allem Videos und Photos, der weiterhin über das Usenet transferiert wird. Obwohl Yahoo und Google, sowie verschiedene P2P-Netzwerke ähnliche Möglichkeiten des Datentausches anbieten, werden laut Wikipedia täglich mehr als 2 Terrabytes an Content in das Usennet eingegeben. Die Usenet Newsgroups, ursprünglich eine rein textbasierte Möglichkeit des Meinungs- und Informationsaustausches, waren einer der ersten Internetservices die zur Distribution von Pornographie verwendet wurden.


Ab der zweiten Hälfte der 90er Jahre, als digitale Kameras und dementsprechende Software für den Computer für einen Massenmarkt verfügbar wurden und über das Usenet und später über Yahoo- und MSN-Groups freier Webspace angeboten wurde, bildeten sich eine Vielzahl von Gruppen, die sich mit speziellen sexuellen Interessen beschäftigten und dort ihre eigen Photos veröffentlichten. Viele Menschen aus der BDSM-Szene nutzten mit als erste diese Möglichkeiten des Internets. Aufgrund ihrer ausgefallenen sexuellen Praktiken und des möglichen Potentials einer Stigmatisierung war dort das Bedürfnis nach Informationsaustausch, Kommunikation und Partnersuche größer als bei anderen Gruppen. Innerhalb des Baums des Usenets unter hyerarchy alt. binaries.pictures.erotica mit den Untergruppen interracial, .transvestites und .wives, sowie unter alt.personal.bondage, bekommt man einen Einblick in die Bilderwelten dieser BDSM und Amateur-Interessengruppen. Viele dieser Seiten sind allerdings spam-verseucht und es besteht die Gefahr mit Bildmaterial konfrontiert zu werden, welches Szenen extremer Gewalttätigkeit oder Kinderpornographie enthält. Um dies zu vermeiden kann man einen der vielen Usenet-Services, wie pictureview.com in Anspruch nehmen, die beispielsweise jegliche Form von Kinderpornographie herausfiltern.


Zu jedem pornographischen Genre und jeder Nische gibt es dementsprechende Newsgroups. Das dargebotene Material besteht überwiegend aus Files von Bildern und Filmen, die von Magazinen gescannt, von kommerziellen Pornoseiten heruntergeladen wurden oder aus privat aufgenommenen Material. Außerdem stellen viele Unternehmen der Online-Pornographie Bildmaterial, das mit Wasserzeichen versehen ist, in das Usenet und nutzen es so als eine freie Werbemöglichkeit.


Über die unmoderierte Newsgroup Alt.sex.prostitution , die 1995 alt.sex.services und alt.sex.brothels ersetzte, fanden Diskussionen und ein Informationsaustausch über alle Aspekte der Prostitution statt. Aus der Perspektive der in diesem Bereich arbeitenden Frauen, wie auch aus der Sicht der Freier wurden die Situationen in den verschiedenen Ländern erläutert, Preise verglichen und Bordelle, Clubs, Bars, Callgirl-Ringe und Straßenprostituierte vorgestellt.


Obwohl bei diesem Material oft gegen das Urheberrecht verstoßen wird, ist es bis jetzt kaum zu juristischen Vorstößen der betroffenen Unternehmen und Content-Vermarktern gekommen. Newsgroup-Pornographie ist kostenfrei erhältlich und wird, wenn überhaupt, auf Tauschbasis gehandelt. Es stellt nach wie vor eine populäre Möglichkeit für Einzelpersonen dar, Pornographie anzubieten und zu erhalten und bietet ein größeres Maß an Anonymität da keine Übermittlung von Kontaktdaten, wie dies beim kostenpflichtigen Einloggen auf kommerziellen Seiten der Fall ist, verlangt werden. März 2005 waren beispielsweise innerhalb der alt.sex—Hierarchie noch über 1600 Gruppen verzeichnet, wobei ein Großteil der Gruppen keine nennenswerten Aktivitäten verzeichneten. Die Möglichkeit eines nicht-kommerziellen Video- und Bildertausches hat das Usenet, eigentlich ein Relikt aus den Anfangszeiten des Internets, lebendig gehalten. Eine weitere Methode nichtkommerzieller Distrubution von Pornographie bietet das ICR (Internet Relay Chat), ursprünglich ebenfalls ein textbasiertes Chat-System, dessen Popularität aber im Laufe der letzten Jahre zugunsten anderer file-sharing-Netzwerke, wie z.b. „Instant messaging“ von AOL nachgelassen hat.


GUBA“, eine Suchmaschine und Archivierungssystem, wurde 1998 von zwei Studenten der Arizona State University entwickelt um die enorme Datenmengen des Usennets zu erfassen. Die Möglichkeiten die „GUBA“ bietet haben erheblich mit dazu beigetragen das das Usenet gegenüber der Konkurrenz von ähnlichen Anbietern wie Google Video, Kazaa und Bit Torrent, etc., überlebt hat. Das Potential von “GUBA” liegt in der Suchmaschine und in der Implementation von Technologien, die die Wiedergabe der gewünschten Medien in fast allen gängigen Dateiformaten ermöglicht. Der flash-basierende Videoplayer spielt beispielsweise alle Typen von Videodateien ohne größere Wartezeiten ab. Der über „GUBA“ abgerufene Content ist mit den neuen Medien wie Apple’s Video iPod, Sony’s PlayStation Portable (PSP) und Microsoft’s Xbox 360 kompartibel und macht so die Multimediadaten des Usenets für jede Internetplattform zugänglich. Das Unternehmen sieht sein Ziel aber nicht nur in einer Vermarktung des Usenets, sondern weitergehend in einer Bereitstellung des Contents für den zukunftsträchtigen Mobile-Content-Markt. Gerade auch in Hinblich auf die Adaption der Technologien von dem Video iPod und PSP, stellt Pornographie ein nicht unbeträchtliches Marktsegment dar. Der überwiegende Teil der Multimediadaten des Usenets sind nicht erotischen oder pornographischen Kategorien zuzurechnen, bei den Usern von „GUBA“ stellt dies aber ein populäres Thema dar. Die Unternehmen mit denen „GUBA“ Geschäftspartnerschaften eingegangen ist, stammten zunächst alle aus dem Adult-Bereich: Video Box, AEBN, WantedList und Xobile. Aufgrund der konsumentenfreundlichen Such- und Navigationsfunktionen und vor allem der Komparibilität zu vielen Dateiformaten geht man davon aus sich weiterhin erfolgsversprechend auf dem Internetmarkt platzieren zu können und strebt strategische Partnerschaften in regulären Geschäftsbereichen an. Neben dem Hauptgeschäftsbereiches des Mediendownloads – für einen monatlichen Betrag von $14.95 können User Unmengen von Daten herunterladen – bietet „GUBA“ Partnerprogramme und Möglichkeiten für Content-Provider an. Inzwischen hat sich „Guba“ neu ausgerichtet. Die Adult-Sparte wurde ausgegliedert und ein kostenloses Videohosting-Angebot geschaffen. Weitergehend bietet „Guba“, nachdem dementsprechende Vereinbarungen mit Sony und Warner Bros. abgeschlossen wurden, den kostenpflichtigen Downloads von Hollywoodfilmen an. Seit März 2003 wird der lukrative Geschäftsbereich der Onlinepornographie von Guba über die Plattform skinvideo.com abgewickelt.


Quelle: AVN-Online, “Guba – Sexing up Usenet” 3-1-2006


Eine weitere Form des Informationsaustausches stellten die frühen Internetforen dar, die inzwischen allgemeiner Standard für die Kommunikation der verschiedenen Webcommunities geworden sind. Im Gegensatz zum offenen Usenet setzen die meisten Webforen eine Registrierung voraus. Viele Foren bieten registrierten Benutzern die Möglichkeit, sich per E-Mail benachrichtigen zu lassen, wenn neue Beiträge verfasst wurden. Ein Bulletin Board, als eine spezielle Form des Webforums, vereint alle Postings eines Themas auf einer Seite Nach einer einstellbaren Anzahl von Beiträgen wird das Thema auf eine Folgeseite umbrochen. Der Vorteil dieser „flachen“ Struktur ist eine niedrigere Abrufzeit, kann aber bei umfangreichen Themen zur Unübersichtlichkeit führen. Bereits vor der Geburt des World WideWeb anfangs der 1990er, wurden im größeren Umfang Informationen über solche Bulletin Board Systems (BBS) Sysops (Systems Operators) ausgetauscht. BBS startete Ende der 70er und hatte seine größte Popularität Ende der 80er Jahre erreicht. Während ein Großteil des Datentransfers der über das Bulletin Board System abgewickelt wurde nichtkommerziell war und dem Austausch von Informationen und Software diente, nutzten andere BBS-Operateure das System zum Versand von Pornographie. Die Bezahlung wurde derzeit über verschiedene Methoden abgewickelt. Entweder mussten Kunden eine Telefonnummer anrufen und einem realen Ansprechpartner die notwendigen Kreditkarteninformationen übermitteln. Die eigentliche Transaktion wurde dann manuell oder mit Hilfe von ICVerify, einem Softwarepaket, das die Überprüfung der Kundeninformation und den Überweisungsvorgang abwickelte, vorgenommen.


Andere Operateure nutzten die Zahlungssysteme die in der Telefonsexindustrie gebräuchlich waren und erhoben anfangs von jedem, der eine dementsprechend angewiesene 900-Nummer gewählt hatte, Gebühren. Da mit dieser Methode aber keine Kontrolle, inwieweit sich Minderjährige und andere unautorisierte Personen Zugang verschafften, möglich war, ging man bald dazu über den User seine Kreditkarteninformationen per Telefon über ein Interactive Voice Response (IVR) System übermitteln zu lassen, das dann den Prozess des Geldabhebens an das bestehende Visa/Mastercard-Netzwerk weiterleitete. 1993/4 wurde bereits im erheblichen Umfang Pornographie per Kreditkartenüberweisungen über das Internet gehandelt, während Server-Firmen wie Netscape zu diesem Zeitpunkt Schwierigkeiten hatten den erhöhten Sicherheitsanforderungen gerecht zu werden. SSL Security und Methoden der Datenverschlüsslung wurden gerade in das System implantiert, hatten aber oft Kompatibilitätsprobleme und die Serversoftware war teuer und kompliziert zu handhaben. In Konsequenz entwickelte sich das Apache Server Projekt, ursprünglich ein Open Source Projekt, welches freie Server-Software produzierte, zum Marktführer. 2001 wurden bereits über 60% aller Server weltweit über Apache betrieben, im Segment der Online-Pornographie soll dieser Prozentsatz sogar bei über 80% gelegen haben..

16
Okt
08

Unternehmen der Onlinepornographie

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Neben den bereits in den vorherigen Kapiteln aufgeführten Unternehmen aus dem Print-Bereich und der Filmproduktion, die im Online-Segment eine maßgebliche Rolle spielen, liegt der Hauptaugenmerk auf Firmen, die um das Jahr 2000 diese Branche dominierten. Mit der zunehmenden Internationalisierung des Marktes ist es in den letzten Jahren zu einer Vielzahl von Geschäftsübernahmen, Umbenennungen und Neugründungen gekommen, die – soweit möglich – in die Dokumentation mit einfließen. Desweiteren wird ein Spektrum von Unternehmen aus dem unteren bis mittelständischen Bereich vorgestellt, wobei die Nischensegmente (Amateur, Alternaporn, BDSM) ausgespart bleiben und in den nachfolgenden Kapiteln separat behandelt werden.

Seth Warshavsky, ehemaliger Präsident der „Internet Entertainment Group“ wurde Ende der 90er Jahre von der amerikanischen Presse als Paradebeispiel der boomenden Internetporno-Industrie vorgeführt, die ihn als Larry Hustler des WorldWideWeb bezeichneten. 1999 zahlten mehr als 100.000 Mitglieder $24,95 pro Monat für den Zugang zum Flaggschiff von Seth Warshavsky`s Internet-Firma „clublove.com“ und „GirlsGirlsGirls.com“. Außerdem expandierte er in andere Sektoren des Internets: goldenoasis.com (Glückspiel), „psychiczone.com“/med. Ratgeber, „zerodown.com“/Immobilien, eine weitere Abteilung, „IEG Medical Services“ übernahm den Viagra-Versand per Internet und eine andere produzierte pay-per-view-Aufnahmen von Gehirnoperationen und Geschlechtsumwandlungen. 1998 sollen seine Internetunternehmungen einen Umsatz von $44 Millionen und einen realen Profit von 15 Millionen Dollar erzielt haben. Warshavsky begründete seine Karriere im Telefonsexbusiness. Er gründete „J&S Communications” und erzielte 1995 mit Telefonsex einen Umsatz von fast $60 Millionen und beschäftigte tausende von Mitarbeitern. Nachdem die US-Behörden den Zahlungsverkehr der Audiotex-Unternehmen reglementierte, verlagerte er seine Geschäfte in das Internet.

Die ersten Telefonsexfirmen in den USA kamen zur ihrem Geld indem sie Telefonnummern mit speziellen Präfixen (900 oder 976) verwendeten und diese durch die Anbieter aufluden ließen. Eine Abrechnungs- und Zahlungsmethode bei der die Anonymität der Kunden gewährleistet war. Nachdem sie allerdings behördlicherseits verboten wurde, mussten die Kunden ihre Kreditkartennummer angeben und waren somit identifizierbar, was zu erheblichen Kundenrückgängen und Umsatzeinbußen führte.

1996 startete Warshavsky dann seine erste Webseite „Candyland.com”. Bereits zwei Jahre später unterhielt die „Internet Entertainment Group“ in Seattle zwei Dutzend pornographische Webseiten und betreute das Online-Angebot des Penthouse-Magazins. Zusammen mit Dave Marshlak übernahm Seth Warshavsky „Voyeur Dorm“, an dem er einige Jahre später seine Anteile verkaufte. (Dave Marshlak betreibt inzwischen “Candid Cam”, “ VoyeurDorm.com” und “Dudedorm.com“, seine Firma hat ca. 150 Angestellte.) Warshavsky hatte, nachdem er von den US-Medien hochgespielt wurde, allerdings nur noch einen kurzen Karriereweg. 2000 ermittelte das FBI gegen ihn wegen Kreditkartenbetrug und Steuerhinterziehung und 2002 wurde in der Presse berichtet, dass er sich nach Thailand abgesetzt haben soll um sich den Gläubigern und der Strafverfolgung zu entziehen. Die erfolgreiche „clublove.com“ besteht unter einem neuen Management der „Awesome Entertainment” weiter.

http://www.time.com/time/digital/digital50/40.html
http://www.wired.com/news/culture/0,1284,17580,00.html

Sex.Com (www.sex.com) ist eine Adult-Internet-Suchmaschine, die einen Traffic von 150 000 – 200 000 Usern und bis zu 400 000 Aufrufe täglich aufzuweisen hatte. Die Megaseite “Sex.com” wurde von der Firma “ Pan LLC“ betrieben, die aus dem Zusammenschluss von “Kaos Marketing” und “Grant Media”, der Firma von Gary Kremen hervorgegangen ist. „Grant Media“ aus San Francisco betrieb weitere „pay-per-click“- Suchmaschinen wie GalaxySearch.com. SEX.com wurde 1994 von Gary Kremen registriert, der zu dieser Zeit mit dem Aufbau eines der ersten Online-Dating-Services „match.com“ beschäftigt war. Im Oktober 1995 wurde der Domainname von Stephen Michael Cohen quasi gestohlen, der daraufhin die bereits bekannte Domain für seine eigenen pornographischen Angebote nutzte. Den darauf folgenden jahrelangen Rechtstreites konnte Gary Kremen für sich entscheiden. Sex.Com vertritt eine strikte Linie der „sauberen“ Erwachsenenunterhaltung. Webseiten, die unlizenziertes Material, Kinderpornographie und anderen illegalen Content anbieten, wurden nicht gelistet. Sex.Com bietet Filter-Software von Cybersitter, Safesurf und NetNanny um das Internetsurfen und den separaten Homecomputer kindersicher und vor unerwünschten Spams schützen zu können. 2003 ging die Grant Media Partnerschaften mit der in Las Vegas ansässigen „Advertising Revenue Service(ARS)“, einem großen Affiliate-Netzwerk und der „Godado.it“ ein, die als eine der ersten das „pay per click“ und „pay per rank“- Modell auf den europäischen Markt einführten.. Anfang 2006 verkaufte der Besitzer Kremen die Domain „Sex.com“ an die in Boston beheimatete Firma „Escom LLC“. Über den Rechtstreit zwischen Gary Kremen und Stephen Michael Cohen um den Domainnamen „Sex.com“ ist eine Dokumentation von der britischen Fernsehproduktionsfirma „Making Time“ auf dem englischen Channel 5 Network erschienen.

AVN-Online, “America’s New Ellis Island: Sex.com” 7-1-2001

Das Unternehmen „Flying Crocodile” in Seattle beheimatet, wurde 1997 von Andrew Edmond, der bis 2001 Generaldirektor des Unternehmens war und Ross Perkins und Shawn Boday gegründet. „Flying Crocodile“ ist eine Hosting-Firma, die auch das gesamte Spektrum weitergehender Internetdienstleistungen von Consulting, Trafficanalyse, Webdesign und Werbung anbietet. Bekannt wurde das Unternehmen weil es überwiegend pornographische Webseiten hostet( im Jahr 2000 ca. 60 000) und speziellen Service für Adult-Webmaster entwickelte. Die Firma betreibt „Sextracker“ und übernahm (2000/1) die bekannte Webseite „YNOT“. Sextracker bietet den Webmastern auf der Grundlage spezieller Software und automatischen Systemen eine sehr genaue Analyse des Traffics, der Einnahmen und der einzelnen User an, auf deren Grundlage dann Geschäftsmodelle weiterentwickelt werden können. Das Unternehmen hatte bereits wenige Jahre nach der Gründung über 135 Mitarbeiter und einen Umsatz von über $20 Millionen. Nach der Übernahme von „YNOT“ und während der DOT.Com-Krise wurde die Anzahl der Mitarbeiter drastisch reduziert und das Unternehmen umstrukturiert. Andrew Edmond verließ zu dieser Zeit die Firma. Anfang 2002 kam es zu einer ersten Geschäftskooperation mit Unternehmen der deutschen Online-Pornographie. (Videochat-Community Visit-X ) YNOT wurde 1996 von Rick Muenyong gegründet, der die erfolgreiche Firma anfangs 2000 an „Flying Crocodile, Inc.“ verkaufte. YNOT ist als Webseite bekannt, welche das qualitativ beste Spektrum an Service, Informationen und Ressourcen für die Webmasterszene anbot. 2005, unter der Führung von Jim Ruga und Bob Rice, wurde die Webseite neu gestaltet und bietet seitdem tägliche Nachrichten, Artikel, ein Mehr an Blogs und Boards und spezielle Webmaster-Tools. YNOT ist eine Allianz mit der “ Cybernet Expo“ eingegangen und bietet mit der „Adult Web CD“ eine umfangreiche Informationsquelle über alle maßgeblichen Unternehmen der pornographischen Online-Industrie. Mit „YNOT Payment“ bietet das Unternehmen einen Service an, der neben den üblichen Kreditkartentransaktionen auch alternative Formen des e-commerce ermöglicht.

Die in Nevada beheimatete “Voice Media” betreiben seit 1994 “Cybererotica“, einer Megaseite mit Zugang zu über 500.000 Photos, 175.000 Online-Videos und über 300 Live-Sex-Shows. Voice Media soll bereits 1998 laut Forbes einen Umsatz von 60 Millionen erwirtschaftet haben. “Cybererotica”, bzw. Voice Media schloss Geschäftskontrakte mit Pornholio, Homegrown Video und Rick`s Cabaret ab. Bei Pornholio handelte es sich um ein Joint Venture-Webprojekt mit der Seite „Blow Me Live“, an Rick`s Cabaret verkaufte Voice Media eine ihrer populärsten Webseiten und erhielt dafür knapp 43% der Aktienanteile an Rick`s. Die Partnerschaft mit Homegrownvideo dauerte einige Jahre und wurde durch deren Mutterfirma „New Destiny Internet Group“ 2004 aufgekündigt und mit einem von ihnen ausgehenden Gerichtsprozess gegen Voice Media Inc. wegen unfairer Geschäftpraktiken beendet (Prozessende Juni 2005) “Cybererotica” ist nicht nur eine Megasite, sondern eine Dachorganisation, die viele Segmente des pornographischen Markts, von “VoyeurDorm”, über „boobtropolis“ und „xxxpassword“ bis “Fuck Force 5” – mit insgesamt über 150 verschiedenen Webseiten (2002) bedient. Bei Cybererotica wurden die ersten Partner-Programme im Internet zu marktfähigen Geschäftsmodellen weiterentwickelt. CECash.com, seit 1996, ist das Webmasterprogramm von Cybererotica.com. 2001 wurde Jason Edwards, der u.a. die Affiliate-Programme „PornDollar“ und „OhMobile“ betreibt, zum Marketing-Direktor von CECash.com ernannt. 2002 kam es zu Kooperationen mit der deutschen „Internolix“ und ihrer „camPointAG“. Ron Levi, einer der Gründer von “Cybererotica” gründete „Netsurprise“ als Gegenstück zum englischen „Netpond“, zeitweise einem der populärsten Adult-Webmaster-Boards. Jonathan Silverstein der Präsident von „Cybererotica“ ist u.a. auch Teilbesitzer von „Elite Cash“, einem weiteren populären Partnerprogramm. 2006 zeichnete für Webseiten von Cybererotica das Unternehmen „Trade News Corporation“, mit Sitz auf den niederländischen Antillen verantwortlich.

GeekTech’s” Besitzer Mike Strouse, betreibt gleichzeitig die Hosting-Firma Archer Communications und zeichnet verantwortlich für das 1996 gestartete Flagschiff des Unternehmens, „PornCity.net“. PornCity bot zu dieser Zeit das erfolgreiche „Free Adult Hosting“ als Geschäftsmodell an.. Kleinere „Freesides“ bekamen freien Webspace und ambitioniertere Webmaster betrieben über den Host ihre eigenen unabhängigen Seiten. Im Gegenzug wurde der Traffic von hunderten dieser Freesites an die kostenpflichtigen Seiten von GeekTech weitergeleitet. Dieses relativ offene Geschäftsmodell dürfte mit einer der Hauptgründe sein warum die in Minneapolis beheimatete Firma von Anti-Spam-Gruppen und zwei der größten Spam-blocking Services, „Spam Prevention Early Warning System (SPEWS)“ und „Spamhaus“, vor der Inkraftretung des Anti-Spam-Gesetzes im Januar 2005, als einer der maßgeblichen Verursacher pornographischen Spams bezeichnet wurde. Zu den bekannteren kostenpflichtigen Webangeboten des Unternehmens gehörten 2004 die Seiten sushichicks.com(Asiatinnen), babeswithboners.com(Transsexuelle) und legsandhose.com. Zu der Unternehmensgruppe gehört das 2000 gestartete Partnerprogramm StiffyCash über welches Webseiten wie Liveteen.com, Allnakedreview.com und PornDVDdirect weitervermarktet werden. Das Porn-City-Netzwerk wird inzwischen von verschiedenen Firmen wie der Calexcio Holding und der Strive Investments betrieben, die in Aruba, einer niederländischen Karibikinsel registriert sind. Mike Strouse ist auch in anderen Geschäftssegmenten aktiv. 2003 fiel die Firma HealthStopUSA durch ihre agressiven Spam-Mail-Werbekampagnen auf, die für ein Hormonpräparat warben, welches den Alterungsprozess verlangsamen, Fettgewebe reduzieren und die sexuelle Potenz steigern soll.

Out the Inbox – Who is responsible for all that pornographic spam? by Dan Mitchell – April 2004 http://www.rakemag.com

Das Unternehmen “RJB Telcom” wurde 1996 von den Brüdern Robert J. und Richard J. Botto gegründet und entwickelte sich zu einem der Majors der Online-Pornographie. Die von der Firma betriebene Webseite „Kara’s Adult Playground“ soll zeitweise zu den 25 populärsten Webseiten im gesamten Internet gehört haben. Das dazu gehörige Unternehmen „MaximumCash“ gilt als eines der ersten Affiliate-Programme. “RJB Telcom” geriet nach einer Anklage des FTC im Oktober 2000 wegen illegaler Abrechnungsmethoden in Kombination mit der Nutzung von Dialern ins Licht der Öffentlichkeit. Im November 2000 sperrte Paycom/Epoch, einer der großen e-commerce-Dienstleister für Adultwebmaster, die Konten von „RJB Telcom“. Das Unternehmen wechselte daraufhin zu „CCBill“. Richard Botto gründete 2000 das Magazin “Razor”, ein Männermagazin, welches in Kanada produziert und von dort in die USA vertrieben wurde. “Razor” positionierte sich auf dem Markt für Männermagazine zwischen Publikationen wie „Maxim“ und „FHM“. Nachdem die Verkaufszahlen drastisch gesunken waren, wurde die gedruckte Ausgabe Ende 2005 eingestellt, während die Online-Version weiterhin besteht. Auf der Webseite richardbotto.com/ wird dem User eine geschönte Biographie desselbigen geboten, die mit keinem Wort seine erfolgreichen Unternehmungen in der Onlinepornographie erwähnt und stattdessen Bezug auf seine Position als Herausgeber von „Razor“ nimmt. 2002 erklärte RJB Telcom neben weiteren führenden Unternehmen der Online-Pornographie wie die „Larry Flynt Productions“ und „Epoch“, das sie in Zusammenarbeit mit der „Internet Content Rating Association (ICRA)“ eine aktive und eindeutige Haltung einnehmen werden, um Kinder vor für sie ungeeigneten Internetinhalten zu schützen. karasadultplayground.com und weitere Weboperationen werden weiterhin von us-amerikanischen Firmen betrieben, während die Megaseiten http://www.karasxxx.com/ und karasxxxamateur.com. von dem Unternehmen „Offendale Commercial BV, Ltd“ betrieben werden. Die Firma ist zwar auch in Cleveland(USA) registriert, hat ihren Hauptsitz aber in den Niederlanden (Amsterdam). Webmaster die an dem seit 1996 bestehende Affiliateprogramm “MaxCash“ partizipieren, schließen einen Vertrag mit der „International Web Innovations, Inc“(Arizona), die das Marketing für die holländische „Offendale Commercial BV, Ltd“ betreiben und der „Digentrix Worlwide Media“, einem New Yorker Unternehmen, das die Lizenzierungsrechte verwaltet, ab.

1996 wurde von Joseph Elkind und John Bennett die in Fort Lauderdale ansässige „Netvision Audiotext“ gegründet, unter dessen Dach sich auch das „Cyber Entertainment Network(CEN)“ befindet. Anfang 2000 teilte Elkind in einem Interview mit der Associated Press mit, dass CEN 14 kostenpflichtige Mitgliederseiten betreibt und sich im Besitz weiterer 3000 Webseiten befindet. In die Öffentlichkeit geriet das Unternehmen 2001 nachdem AOL aufgrund aggressiver Spam-Werbung Anzeige erhob und behauptete das Minderjährige als Webmaster an dem Spamming beteiligt waren und von CEN diesbezügliche Kommissionen erhielten. Das Unternehmen wurde von einem US-Gericht in Virginia wegen Verstoßes gegen den Computer Crimes Act und dem Federal Computer Fraud and Abuse Act zur Zahlung einer nicht benannten Geldsumme verurteilt. 2000 startete Joseph Elkind nach dem Vorbild von YNOT das Webmaster-Magazin Klixxx. Das Onlinemagazin bietet neben einer täglichen Berichterstattung aus der Branche umfangreiche Ressourcen und verschiedene Boards an. Klixxx hat sich inzwischen zu einem populären Webmaster-Board entwickelt, obwohl tendenziell ausgerichtete Unternehmensinteressen in den Artikeln und Tipps deutlich sichtbar sind. 2002 wurde Joseph Elkind von seinem ehemaligen Partner mit juristischen Mitteln aus dem Geschäft gedrängt. Mit der „Private Media Group“ wurde eine Lizenzvereinbarung zur Vermarktung von pornographischen Material via Breitband-Verbindung abgeschlossen. Das CEN-Netzwerk mit Seiten wie truecelebs.com, emailbucks.com, etc. wird von Firmen wie die „Bucks Llc“ und „News Broadcaster N.V.” betrieben, die alle auf den niederländische Antillen registriert sind.

Python Communications wurde in vielen internen Boards der Adultwebmasterszene als eines der führenden Unternehmen der Onlinepornographie benannt, ohne das sich im Internet ausreichende Informationen, die diese Position belegen, finden ließen. Python ist bis jetzt weder in den Fokus us-amerikanischer Justizbehörden, noch in das Licht der Öffentlichkeit geraten. In einem Artikel von AVN aus dem Jahr 1999 heißt es:

„Python Communications is one of the leading adult content providers in the world, probably in the top six, though the intense secrecy inherent to the adult industry makes any sort of reliable comparisons impossible to determine. (…) Picture Python as something like the alien biological organism in The Andromeda Strain, doubling in size every few minutes and threatening the indigenous life forms of the planet, in this case, other content providers. To borrow a phrase from another brutal sport, they definitely have their eyes on the prize. One of Python’s parlor tricks is to stay at least an arm’s length away from any unwanted scrutiny, being content to conquer America from the relative safety of Toronto and Amsterdam, where the European headquarters are located and where van der Poel and his partner Toine Roddenburg hail from.“

1999 gehörten zu den Geschäftsunternehmungen u.a. die Lizenzierung von Nightclubs in den USA unter dem Label „Casa Rosso“ Mit einem gleichnamigen, bekannten Striptease-Club im Amsterdamer Rotlichtbezirk begann 1995 die Unternehmenskarriere der Clubbesitzer und Partner Van der Poel und Roddenburg, die ab 1996 als eine der ersten Live-Sexshows und ein Online-Abrechnungssystem über das Internet anboten. Die “fun.nl”-Domain bestand aus den Webseiten; “Studio17”, eine Internetversion des gleichnamigen holländischen Erotikmagazins, drei weiteren Seiten und der Hauptseite „Red Light District“. Ihre Webseiten wurden populär und generierten einen so hohen Traffic, das sie aus den daraus resultierenden Gewinnen eine rasche Expansion im us-amerikanischen Sektor der Sexindustrie im Bereich der Produktion und Vermarktung von Pornographie realisieren konnten. 2003 war Scott Schalin Präsident von Python Video. Schalin arbeitete vormals bei Hustler, 1996 bei „Club Love“ von der „Internet Entertainment Group“ Warshavsky`s und zwischen 1997 bis 2002 bei „Igallery“. Aly Drummond, eine weitere bekannte Persönlichkeit der Branche, arbeitete jahrelang für „Python Communications“ im Bereich PR und Marketing und leitet inzwischen, im Rahmen ihrer aktuellen Tätigkeit bei AVN, AlyTV, eine eigene TV-Show – wo über Internas der Sexindustrie berichtet und Interviews mit bekannten Pornostars geführt werden. Als Internetoperationen von Python wurden u.a. folgende Webseiten aufgeführt: „ManAlert“(1999, inzwischen cocktalk.com), „Space Amazones“(1999), „I Dream of Teeny“(2003) und die Suchmaschinen „Sexcites“(1997) und naughty.com (1996), die alle eine separate Verlinkung zu weiteren Seiten anbieten. Die Webseiten „Dollarmachine.com“, „python.com“ und „Awesome Content“(1995) bieten Affiliateprogramme und pornographische Inhalte für Webmaster an. Als Betreiber der oben genannten und mindestens 20 weiterer Webseiten treten eine Reihe von Unternehmen wie die “Python Communications Inc », « Global Media Resources » und “Zot Cake Pies” auf, die alle ihren Sitz in Toronto/Kanada haben. Python Video galt 2003/4 als einer der schlimmsten Porno-Spammer im gesamten Internet und wurde aufgrund dessen von mehreren Internet Service Providern ausgeschlossen.

Auf dem 2006 gestarteten „YouPorn“-Portal tritt bei den Webcam-Angeboten die „Van der Poll Internetservice B.V.“ als offizieller Betreiber auf. Die Video-Live-Chat-Plattform „Visit-X“, die sich früher im Besitz der Internolix AG des Verlegers Klaus Helbert befand, ging nach dessen Insolvenz 2004 in den Besitz von Van der Poll über.

Die beliebte Webseite „YouPorn“ ist seit August 2006 online. Der Name lässt bewusst Assoziationen zu „YouTube“ entstehen, mit dem Unterschied, dass bei „Youporn“ ausschließlich pornographisches Material zu finden ist. YouPorn ermöglicht den Usern Videos ohne Registrierung hochzuladen, die dann nach Überprüfung im Flash-Format freigeschaltet werden. Die Clips, überwiegend Amateurvideos, Ausschnitte aus kommerziellen Pornofilmen, sowie dementsprechende Werbespots, bewegen sich in der Regel in der Länge von 15 Sekunden bis 15 Minuten. Als weiteren Service bietet die Seite eine Suchfunktion nach Stichwörtern. Das Angebot ist kostenlos und der User hat die Möglichkeit über einen von mehreren Extradiensten seine favorisierten Filme auf seinem Computer zu speichern. Die Domain wurde bereits Ende 2005 von einer Firma in Kalifornien registriert. Nach kalifornischen Recht können die Betreiber anonym bleiben und müssen als Kontaktmöglichkeit ausschließlich eine e-mail-Adresse angeben. Als Ansprechpartner in Bezug auf Fragen des Copyright fungiert die Firma „Midstream Media International N.V.“ mit Sitz auf den niederländischen Antillen. Laut Artikeln mehrerer Adultwebmasterboards soll Jonathan Toddson YouPorns „vice president of operations” sein. Neben diesem kostenlosen Videoangebot bietet das Portal Zugang zu einer Reihe weiterer Seiten: einem Onlinecasino, ein Webcamportal, ein Sexbloglistening, ein Online-Dating-Service, Chaträume und mit „youporn.plus“ einen kostenpflichtiger Zugang zu den Inhalten von ca. 4000 DVD. „YouSpades“ – ein Onlinecasino mit realen Geldeinsätzen und Gewinnmöglichkeiten – ist ebenfalls über die niederländischen Antillen registriert. Der Firmenname ist „Cyberneedle N.V.“ .Die finanziellen Transaktionen werden über die englische „CN Payment Services Ltd“ abgewickelt. Der Dating-Service wird von AdultFriendFinder angeboten und das Cam-Portal – zumindestens auf der deutschen Seite – ist die bekannte „Visit-X B.V.“ von der „Van der Poll Internetservice B.V.“ ,

Web Power Inc. aus Florida, ist die Muttergesellschaft von “ iFriends (Intimate Friends Network) und der Webseiten SafeSexPlus.com, Amateurs.com, adult-webcams.live.com/ und weiteren. Der Besitzer ist Al Hadhazy. Die dazugehörigen Partnerprogramme sind CE Cash und Click Cash. 1999 wurde kurzfristig das Webzine “GettingIt” gestartet , bei welchem u.a. Jeff Diehl (Mutual Funds Magazine) und R.U. Sirius (Mondo 2000 und Wired) mitarbeiteten, welches allerdings schon im selben Jahr wieder Offline ging. Web Power soll laut Forbes 1998 einen Umsatz von 55 Millionen erzielt haben. (weitergehende Informationen im Kapitel „Social Networking“ und Dating-Webseiten)

Beispiele aus dem mittelständischen Segment

Der Besitzer des Content Providers “Pornholio” ist die kalifornische Firma „Woodland Hills” des Gründers und Präsidenten David Koenig. Das Unternehmen versucht in seinem Angebot sämtliche Nischen, wie Gay, Amateur, Black, alte und übergewichtige Frauen, sowie Voyeurismus abzudecken. Während viele der Konkurrenten Live-Content produzieren und anbieten, hat „Pornholio“ seinen Schwerpunkt auf interaktives Material gelegt. Ungefähr die Hälfte des Angebots von Pornholio war 2000 interaktiv, von dem Grad und der Qualität vergleichbar mit herkömmlichen CD-ROM-Spielen. „Pornholio“ gibt es seit 1997, erzielte seinen Durchbruch auf diesem Markt aber erst 2000. In diesem Jahr stieg die Anzahl der angeschlossenen Webmaster von 68 auf über 600. Diese Vermarktung pornographischen Materials findet inwischen über die Webseite „Holio.net statt, während „Pornholio.net“ als kostenpflichtiges Angebot für den Enduser zur Verfügung steht.

Die Firma “Cyber-Synergism” (www.cybersynergism.com) aus Los Angeles wurde 1995 als eines der ersten Content Provider gegründet. Der Mitbesitzer Mike Rick hatte bereits vorher 10 Jahre als Herausgeber und Agent für Modelle und Photographen im pornographischen Business gearbeitet. Spezialisiert hatte sich “Cyber-Synergism” auf das Leasing von „plug-and-play“-Photogalerien. Im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen wird darauf verzichtet die Photographien mit einem Wasserzeichen der Firma zu versehen, so dass der User den Eindruck bekommt, das es sich um selbstproduziertes Material der betreffenden Webseite handelt, weswegen viele Adult-Webmaster Kunden bei “Cyber-Synergism” waren. Inzwischen hat das Unternehmen sein Portefolio erweitert und bietet außerdem als weiteres Standbein Systemadministration und Programmierung für UNIX, Linux und Windows-Systeme an.

Die “Lightspeed Media Corp” von Steve Jones wurde 1999 mit der Webseite “Lightspeed University” gegründet. 2005 beschäftigte die Firma 15 Mitarbeiter und betreibt ein Netzwerk von über 30 Mitgliederseiten, bei einem Gesamtumsatz von $5Millionen und einem Gewinn von $1 Million. Lightspeed Media hat sich in ihrem Angebot auf jugendliche Modelle, die oft jünger als 18 Jahre wirken, spezialisiert und vermarktete sie lange unter Begriffen wie „barely legal“ und „barely 18“. Einen Namen hat sich das Unternehmen u.a. durch ausgefallene und aufwendige Events- und Promotionaktionen gemacht, wie z.b. die Anmietung von Sportflugzeugen, um Teilnehmer einer brancheninternen Convention in Las Vegas kostenlose Freiflüge zu offerieren.

Atlas Multimedia Inc”, eine 1996 gegründete kalifornische Firma mit 7 Mitarbeitern (2003), hat sich auf die Produktion, Werbung, das Hosting und die Wartung von Porno-Star-Webseiten spezialisiert. Das Partnerprogramm „Porn Star Dollars“, 1998 gestartet, beinhaltete 2003 insgesamt 18 Webseiten und Wiederverkaufsprogramme für „Red Light District Video“ und „Seymore Butts“, die neben „Metro Video“ und vielen einzelnen Pornostarlets zu dem Kundenklientel gehören. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Firma bereit über 400 pornographische Webseiten produziert und managte ca. 30 kostenpflichtige Mitglieder-Seiten und ca. 100 sogenannte Free-Sites. Die separate Hosting-Firma des Unternehmens ist „SplitInfinity“.

Die Firma “Cyberheat Inc.”( Tucson ) mit ihrem Affiliate Programm “TopBucks Inc” wurde 1996 gegründet und bietet über 100 kostenpflichtige Webseiten an. 2004 wurde mit „Pink Visual Productions“ eine eigene Videoproduktion gegründet, die sich auf die Nische des „Reality Porn“ spezialisiert hat und inzwischen knapp 50 Titel realisiert hat. TopBucks, seit 1997 betrieben, hat nach eigenen Angaben über 6000 aktive Webmaster in ihrem Programm. Der Besitzer Don V. Ho wurde 2005 zusammen mit sechs weiteren Unternehmen seitens des FTC wegen der Verletzung des CAN-SPAM Act (Controlling the Assault of Non-Solicited Pornography and Marketing Act) angeklagt. Ihm wurde vorgeworfen illegale e-mails mit pornographischen Inhalten als Kundenwerbung versandt zu haben. Im Gegensatz zu anderen betroffenen Unternehmen, die sich zur Zahlung von Strafgeldern bereit erklärten, bestritt Cyberheat Inc die Vorwürfe vehement.

Raffi Vartanian, der seit 1989 unternehmerisch in der Sexindustrie tätig ist, ist Gründer und Geschäftsführer von „AdultLounge”, “Adult Lounge Productions” und „WorldwideContent.com“. „AdultLounge.com” ist ein Partnerprogramm für Adult-Webmaster mit einem Netzwerk von über 100 Webseiten, “Adult Lounge Productions” ist die dazugehörige Video- und Web-Produktionsfirma und über „WorldwideContent“ wird ein Großteil des Materials für Webmaster zum Verkauf angeboten. (2003) Im Zuge der weiteren Expansion ging das Unternehmen Geschäftskooperationen mit verschiedenen Filmstudios ein, u.a. mit „Legend Videos“ (2004) und „Acid Rain Productions“ (2005).

NuWeb Solutions“ ist ein Unternehmen aus Florida, das aus den Strukturen einer 1998 bankrott gegangen Firma gebildet wurde um in den Bereich der Online-Pornographie zu investieren. Zeitweise war das Unternehmen an der Börse notiert. Bald darauf übernahm die NuWeb Solutions „Pornication“, einen der damals führenden Provider von interaktiven Live-Video-Material. Pornication wird inzwischen von einem in den Niederlanden registrierten Unternehmen betrieben.

Mistress Scarlet ist der Name einer Domina, die u.a. Besitzerin der Firma “Goddess Consulting” ist und 1997 ihre Webseite http://www.mistressscarlet.com startete. Mistress Scarlets BDSM-Webseite war anfangs aufgebaut wie ein Bulletin Board und erzielte schnell einen hohen Traffic. Die Seite bot Geschichten und Photos von ihr, Photos von Klienten während ihrer Sitzungen, Amateur-Gallerien, Chat-Rooms, Boards und aktuelle Termine der BDSM-Szene. Miss Scarlet betrieb daraufhin mehrere „Free Sides“ über ein Alterbestätigungsprogramm und schloss sich dann dem „YNOT“-Netzwerk und dem „Condom-Projekt“ an und verdiente ihr Geld überwiegend mit der Promotion anderer Webseiten, die an die speziellen Interessenlagen ihrer Klienten anknüpften.

ClubJenna” ist eine Webseite des Pornostars Jenna Jameson, die sich ihre Popularität im Internet für ihr eigenes Geschäft zu Nutze gemacht hat. Mit einem Startkapital von $250.000 und dem technischen Support der Firma „Digital Atmosphere Development (DAD)“, welche auch mit Danny Ashe zusammenarbeitet, folgte der Start up im Jahr 2000. Zuerst bot die Seite überwiegend Material von Jenna Jameson an, ging dann aber dazu über Auftrags-Portefolios, bzw. eigene Webseiten für Starlets aus der Pornobranche unter dem Dach von ClubJenna zu realisieren. Die Firma produziert Filme und Videos für die Vivid Entertainment Group und lizenziert Jamesons Namen als Label für andere Adult-Produkte. ClubJenna Inc soll neben der eigenen Webseite über 150 Webseiten für die bekanntesten US-Pornofilmstars betreiben. Im Sommer 2006 übernahm Playboy Enterprise das Unternehmen Club Jenna Inc.. Die Übernahme beinhaltet die Filmproduktion, eine Bibliothek an Videofilmen, einen DVD-Versand und das Netzwerk von Webseiten des von Jenna Jameson gegründeten Unternehmens.

Quelle: AVN-Online, “ClubJenna.com: Triple Threat, 5-1-2001

Falcon Foto”, ein Content-Provider, stellt eine Bibliothek von über 1 Million pornographischer Bilder(2002), mit einem besonderen Fokus auf sämtliche Nischen-Genre und vermarktet sie über die gleichnamige Webseite. Das Unternehmen hielt nach eigenen Angaben ungefähr die Hälfte der Lizenzrechte des photographischen Materials an dementsprechenden Artikeln in Magazinen wie Penthouse, High Society, Leg Show, Barely Legal, UK Playboy und Hustler’s Busty Beauties. Webmasterin und Präsidentin des Unternehmens ist Gail Harris. Sie begann ihre Karriere als Photomodell in England, ging dann in die USA und arbeitete in verschiedenen Bereichen, bis sie dann die Konzepte und das Layout für die Magazine „Hometown Girls“ und „Barely Legal“ entwickelte, zwei Publikationen der Larry Flint-Unternehmensgruppe. Dann verkaufte sie ihre Anteile an diesen Magazinen und gründete „Falcon Foto” als einen Internet-Content-Provider. Mittlerweilen hat sich „Falcon“ zu einem Markennamen für qualitativen pornographischen Gay-Content entwickelt. Zur Muttergesellschaft „Conwest ResourcesInc.“ gehören „Falcon Studios“, „Jocks Studios“, „Mustang Studios“ und „Falcon International Collection“. 2006 schloss die LFP Broadcasting zur Gründung eines eigenen Gay-Pay_TV-Kanals einen Geschäftskontrakt zur Nutzung der Filmbibliothek Falcons ab.

Präsident von Falcon ist inzwischen Jason Tucker, der Ehemann von Gail Harris. Jason Tucker ist ebenfalls Gründer der Software-Firma Playa Solutions, die eine Software entwickelt hat, welche eine variable kommerzielle Nutzung von Webcontent ermöglicht. Wenn beispielsweise ein User den Play-Button eines Videoclips anklickt, schaltet sich die Software ein, fordert und bietet dem User Bezahlverfahren an oder spielt den Clip kostenfrei ab, sofern der User sich bereit erklärt dazugehörige Werbung zu konsumieren. Außerdem ist Jason Tucker Vorstandsmitglied der PAK Group. Die PAK Group unterstützt und berät Porno-Produzenten bei der Wahrnehmung ihrer Urheberrechte und dokumentiert und verfolgt Copy Right-Verletzungen. Tucker ist über Falcon Foto bereits seit 2003 juristisch gegen Copy Right-Verstösse vorgegangen. Zu den Unternehmen gegen die Falcon Foto wegen Copyright-Verletzungen juristisch vorgegangen ist, gehört u.a. Porn Kings. Dessen Besitzer, Lucas Bradfield, wurde vorgeworfen von 2003(Dez.) bis 2006(Aug.) Photos von Falcon in den Thumbnail-Galerien seiner Webseiten verwendet zu haben. Die betreffenden Bilder wurden im August 2006 entfernt, Porn King verweigerte aber einen finanziellen Ausgleich an Falcon für den Zeitraum der kommerziellen Nutzung des Materials. 2007 strengte Falcon ähnlich gelagerte Prozesse an, u.a. gegen die südkalifornische Noble Developments Inc und der Centurion Ltd., deren operative Basis in Amsterdam liegt. Der Centurion wurde vorgeworfen bei mehr als 700 Photos, die dann auf ca. 300 Webseiten des Unternehmens verwendet wurden, die Copy Rights missachtet zu haben.

Quelle: AVN-Online, “www.falconfoto.net: The ‚World’s Largest‘ Library of Erotic Photos Goes Online”,  9-1-1999

Die Helmy Enterprises Inc. betreibt neben sieben pornographischen Premium-Webseiten, zwei Affilliate-Programme (TrueClicks und SuperPartners),  das populäre Webmaster-Board XBiz.com und 4adultsonly.com, wo Escortservices, überwiegend aus dem angelsächsischen Sprachraum (2800 Einträge (11/09)) ihre Dienste anbieten. Alec Helmy ist in den USA und im globalen Internetgeschäft bekannt für seine Innitiativen der Branche ein respektables und seriöses Image zu verschaffen. Er gilt als Innovator und einer der Gründer der ASACP (Adult Sites Against Child Pornography) und betreibt seit 2002 die Webseite „Best Practices in Adult Video“ (BPAV) auf der statuarisch Verhaltensregeln von Pornofilmproduzenten im Umgang mit ihren Darstellern festgelegt werden. Die Intention dieser Webseite ist getragen von dem Gedanken, das ein verantwortungsbewußter und respektvoller Umgang von Produzenten mit ihren Darstellern ein Schlüssel für den Schutz der Reputation und des Images der gesamten Pornofilmindustrie darstellt. Zu den Unterstützern zählten neben Dachverbänden wie die Free Speech Coalition und der AVN im November 2009 über 80 Firmen, u.a. Bravo Models Media, Pure Play Media und Webmaster Central.

Grooby Productions wurde 1996 gegründet und hat sich als ein Produzent von Transgender-Pornographie etabliert. Mit ihrer transsexuellen Webseite „Shemale Yum“, boten sie als erste ein kommerzielles Modell in diesem Nischensegment an. Ende 2008 hostete das Unternehmen 12 Shemale/Transgender-Webseiten und betreibt ein eigenes Filmstudio. Grooby produziert jährlich ca. 2000 Photo/Video-Sets für die Webveröffentlichung und um die acht DVD-Produktionen. Das Internetportal bietet zwei kostenfreie Foren für Transexuelle an (Ladyboy/TGirltalk) und sponsort den „Tranny Award“. Das Unternehmen beschäftigte 2008 sieben Mitarbeiter in ihrem Hauptsitz in  Honolulu/Hawaii und weitere 25 weltweit.