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11
Jan
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Der Videomarkt

„Nicht nur in Zahlen, auch in ihrem Erscheinungsbild ist die Pornoindustrie heute so etabliert und bürgerlich wie die Branchen der Hersteller klassischer Konsumprodukte. Große Pornofirmen wie Vivid, Odyssey, VCA und Digital Playground residieren in weitläufigen, unauffälligen Betonkomplexen, in denen man Computer- oder Sportswearfirmen vermuten würde. Sie verfügen über Kopierwerke, Internetanlagen und Schneidestudios. Die Büros sind im neutralen Stil von Anwaltskanzleien eingerichtet und nichts deutet darauf hin, dass hier Pornografie produziert wird. Vor noch 20 Jahren war das Geschäft mit der Pornografie noch fest in der Hand der Halbwelt. Goldbehangene Pimps und Hustler in Seidenanzügen und Krokodillederschuhen verdienten sich mit den so genannten Skin Flicks ihre Cadillacs. Drogendealer wuschen mit Sex ihr Geld. Heute haben die Pornomillionäre abgeschlossene Betriebswirtschaftsstudien, wie Vividchef Bill Asher. Oder sie sind aus weniger profitablen Geschäftszweigen übergewandert, wie Samantha Lewis von Digital Playground, die früher als Immobilienmaklerin arbeitete. Selbst die Produktpalette macht bei den etablierten Firmen einen seriösen Eindruck. Wären da nicht Titelzeilen wie „Blowjob Adventure“, „Cumback Pussy“ oder „Anal Intruder“, könnten sich hinter den bunten Verpackungen mit den ästhetisch retuschierten Frauenkörpern auch Aerobicvideos verbergen. Das muss so sein, denn sonst würden reguläre Videoverleihketten wie Tower Video die Kassetten nicht in ihr Programm aufnehmen.“
http://www.elektrolurch.com/spezial/planetporno/planetporno.htm

Die Videotechnologie löste den pornographischen Film aus dem Ghetto der Sexshops, die alle in den Rotlichtmilieus angesiedelt waren und schuf Möglichkeiten des Konsums in den Privathaushalten. In vielen, der die Allgemeinheit berührenden technologischen Innovationen wurde die Pornoindustrie zum kommerziellen Vorreiter, so auch auf dem neu entstehenden Videomarkt der USA. Zur Anfangszeit, als gerade 14 000 Titel auf dem Markt waren, wurde dieser mit 7000 Titeln zu mehr als 50% vom Pornomarkt dominiert Mit dem einsetzenden Video-Boom traten die Models der Sexmagazine auch in Videos auf, genauso wie die weiblichen Stars des Pornovideos auf den Photoseiten der Magazine weiter vermarktet wurden. Als indirekter Einstieg für eine Filmkarriere  in der Sexindustrie wurde es durchaus üblich, explizite Photos an dementsprechende Publikationen günstig oder umsonst anzubieten und dann auf Angebote zu warten. Magazine, wie Playboy, Penthouse und Scew bauten in den 80ern ihre eigenen Video-Editionen auf.1987 wurden schon 15 Millionen Hardcore-Videos wöchentlich ausgeliehen, was einem Jahresumsatz von über einer Billion Dollar entspricht. In der Vergangenheit waren im Adult-Bereich die Größen aus dem Printbereich marktführend. Nach der Etablierung der Videotechnik verschob sich die Gewichtung hin zu den Filmproduktionen, die sich auf den Videomarkt ausrichteten. Die Zahl der großen Filmproduzenten wie Private, Vivid, VCA und Metro, wurde auf insgesamt zwanzig geschätzt, gefolgt von ca. 80 kleineren Filmproduktionen.

Die Produktionskosten konnten durch den Einsatz professioneller Videotechnik bedeutend gesenkt werden. 1978 kamen knapp 100 Pornoproduktionen auf den Markt, mit einem Budget von 250 000-350 000 Dollar, da sie noch mit 35mm Kameras aufgenommen werden mussten. Seit Anfang der 80er Jahre ist es möglich einen pornographischen Videofilm für 5000 Dollar zu produzieren. Die ersten konkreten Zahlen für den Gesamtumsatz mit „Adult Video“, der sowohl den Verkauf wie den Verleih mit einbezieht, liegen seit 1992 vor. Die über Mail-Order bestellten Filme flossen allerdings nicht in diese Umsatzstatistik mitein. Demnach lag der Umsatz 1992 bei 1,6 Milliarden Dollar und steigerte sich bis 1996 auf  vier Milliarden und blieb die folgenden Jahre stabil. In den 80er Jahren lag die US-Produktion bei ca. 1300 Filmen pro Jahr und stagnierte eine zeitlang auf diesem Niveau, bis sie 1995 auf 5000 anstieg und 1999 bereits die 10 000er Marke deutlich überschritt. Laut dem Wirtschaftsmagazin „Forbes“ sollen inzwischen jedes Jahr ca. 13.000 neue Videotitel auf den US-Markt kommen, die sich im Durchschnitt 1000 bis 2000 mal verkaufen lassen. Die Videos werden auf verschiedene Arten vermarktet: entweder über den Bereich des Verkaufes, über den Versand oder direkt in den Sexshops. Ein weiterer Gewinnanteil entsteht durch den Verleih in den Videotheken und den Einsatz in den Filmautomaten. Ein weiteres Geschäft stellt die Vergabe von Lizenzen, Verleih- und Verkaufsrechten in andere Kontinente dar. So mussten z.b. Konsumenten, die in Deutschland Produkte der amerikanischen Videofirma „Caballero“ sehen wollten, in einen Beate Uhse- Sexshop gehen, da Gerd Wasmund mit seiner Videoproduktion „Mike Hunter Video“ u.a. auch die Rechte an den Caballero-Produkten in Deutschland hielt.

Im Videoverleihgeschäft haben ca. 50% der Videotheken keine pornographischen Filme im Angebot, vor allem weil die Branchenführer „Blockbuster“ und „Hollywood Video“ wegen ihrer „familienfreundlichen“ Geschäftspolitik diese Filme nicht in ihr Programm nehmen. Bei den anderen 50% machen die Pornofilme bis zu 20% der Gesamteinkünfte aus.  Laut der Arthur Andersen Studie im Auftrag der „Video Software Dealers Association (VSDA)“ gibt es in den USA mehr als 81.000 Einzelhandelsgeschäfte, vom Großhändler, Discountern, bis zu unabhängigen Videoshops, die Homevideos anbieten. 25000 von diesen handeln mit pornographischen Videos. Das Geschäft mit Adult-Filmen hat sich in den USA zu einer Überlebensstrategie der kleinen Videogeschäfte entwickelt. Die Gewinnspannen sind bei Adultfilmen höher, während eine gängige Hollywoodproduktion ca. 60 Dollar im Einkauf kostet, ist ein durchschnittlicher Pornofilm  schon für 20 Dollar zu haben, beide erzielen im Verleih aber den gleichen Preis von ca. 4 Dollar. Nach der VSDA sollen die US-Amerikaner im Jahr 2000 mehr als 19 Milliarden Dollar für die Ausleihe und den Kauf von Video und DVD ausgegeben haben, ca. 16% dieses Umsatzes wurden mit Soft- und Hardcorefilmen erwirtschaftet. 2002 wurden aus dem Verleih und dem Verkauf von Adult-Videos und DVD`s  anteilig 29,1% des Gesamtumsatzes erwirtschaftet, der in diesem Jahr $3.95 Milliarden betrug. Der Umsatz per Mail Order und über das Internet ist bei dieser Bilanz nicht berücksichtigt worden.
2006 sank in den Vereinigten Staaten zum ersten Mal nach vielen Wachstumsjahren der Umsatz aus dem Verkauf und Verleih von herkömmlichen Pornos (VHS/DVD) von 4,28 auf 3,62 Milliarden Dollar. Laut dem Direktor der Free Speech Coalition sind die Gewinne der amerikanischen Pornoindustrie 2009 im Verhältnis zum Jahr 2007 um 30%-50% eingebrochen. Im San Fernando Valley [Los Angeles], einem der Produktionszentren der Industrie werden anstelle der sonst üblichen 5-6000 Filme jährlich momentan nur noch 3-4000 Filme produziert. Auch die Darsteller sind von dieser Entwicklung spürbar betroffen. Bekam eine weibliche Darstellerin für eine „straight scene“ rund $1000, so sind es inzwischen nur noch $800 oder weniger. Ursache sind neben der allgemeinen Wirtschaftskrise, vor allem Copyrightverletzungen und der unlizensierte Handel über die File-sharing-Plattformen.

2007 trafen sich in San Fernando Valley ca. 60 Vertreter der Pornobranche um über eine gemeinsame Vorgehensweise gegen die Produktpiraterie zu beraten. Unter ihnen befanden sich namenhafte Unternehmen wie Vivid Entertainment, Digital Playground und Red Light District. Aus diesem Treffen resultierte die Gründung der Global Anti-Piracy Agency(GAPA), die sich als eine brancheninterne Organisation der Sexindustrie begreift. Laut Caryn Goldberg, einem der Vorstandsvorsitzenden der GAPA, liegt der Verlust der durch das illegale Kopieren und Weiterverbreiten ihrer Produkte entsteht, bei ca. 25% des Gesamtumsatzes. Mit einem ähnlichen hohen Prozentsatz kalkuliert die reguläre Musik- und Filmindustrie ihre Verluste durch Produktpiraterie. Für 2007 wurden die Verluste der US-Sexindustrie, laut der GAPA, auf $2 Milliarden geschätzt. Diese gemeinsame Initiative von Unternehmen aus der Sexindustrie, die größtenteils aus dem Filmbereich kommen, scheint aber kein großer Erfolg gewesen zu sein, oder die Aktivitäten haben sich auf andere Organisationen verlagert. Die Domain der Internetpräsenz der GAPA stand jedenfalls im November 2009 zum Verkauf.

Eine ähnliche Organisation, die sich im gleichen Jahr in Los Angeles konstituierte, ist die PAK Group. Sie zählte einem Monat nach ihrer Gründung 17 Unternehmen als Mitglieder (u.a. Falcon Foto, Shane’s World/Hush Hush Entertainment, Antigua Pictures, VCX, Cal Vista, Teravision, Kink und Grooby Productions) und unterhält Verbindungen zur australischen Adult Industry Copyright Organisation (AICO), der Free Speech Coalition, dem AVN Media Network und der Helmy Enterprises, die über Adnet Media das populäre Webmasterboard XBIZ betreibt. Die PAK Group unterstützt und berät Porno-Produzenten bei der Wahrnehmung ihrer Urheberrechte und dokumentiert und verfolgt Copy Right-Verletzungen u.a. mit eigens entwickelter Software, um dann mit Zahlungsaufforderungen und Gerichtsverfahren gegen die Produkt-Piraten vorzugehen. Vorstandsmitglied und Sprecher der PAK Group ist Jason Tucker von Falcon Foto, die bereits seit 2003 juristisch gegen Copy Right-Verstösse vorgehen.


Mail Order und Internet sollen laut Forrester, 2001 nicht mehr als 10% des Verkaufsumsatzes ausgemacht haben. Genau in diesem Bereich bannt sich aber eine Verschiebung des Marktes an. Durch verbesserte Streaming-Technologien, verbilligte Flatrates, Pay-per-View-Verfahren und neue Technologien, die das schnelle Herunterladen von Filmen ermöglichen – technische Innovationen, die vor allem zuerst von der Sexindustrie genutzt werden – geraten die Majors mit ihrem herkömmlichen Verleihsystem und der veralteten VHS-Kassette inzwischen in Zugzwang. 2000/1 kamen der Videoverleih-Marktführer Blockbuster und ein Zusammenschluss von fünf Hollywood-Filmstudios; MGM, Paramount, Sony, Warner Brothers und Universal jeweils mit einem eigenen Video-on-Demand-System auf dem Markt, scheiterten aber an der technischen Umsetzung.(zu lange Downloadzeiten, umständliche Plug-Ins, mangelnde Versorgung der Konsumenten mit High-Speed-Verbindungen) Zu diesem Zeitpunkt bot die pornographische Online-Industrie bereits seit sechs Jahren aufgezeichnete und Live-Videos über das Internet an, angefangen mit den ersten Echtzeitvideos von Sexshows über die holländische Webseite “Red Light District” im Jahr 1994. „Blockbuster“ fuhr Verluste in dreistelliger Millionenhöhe ein und der Blockbuster-Rivale „Movie Gallery“ büßte 2005 beinahe zehn Prozent seines Geschäftes ein. Von den 11,4 Milliarden Dollar, die insgesamt auf dem Heimvideo-Markt umgesetzt werden, kommen inzwischen nur noch 900 Millionen aus dem Umsatz mit Magnetbandkassetten. Die Zukunft des Videos im Segment Home-Entertainment, liegt im Vertrieb per Netz mittels „Pay-per-View(PpV)“ und „Video on Demand(VoD)“- Verfahren, sowie in der Vermarktung über PayTV durch Kabel- und Satellitennetzwerke und dem InternetPayTV(IPTV). Nach einem Report der “Multimedia Research Group, Inc“(MRG) wird global die Anzahl der IPTV-Kunden von 3,7 Millionen im Jahr 2005 auf 36,9 Millionen im Jahr 2009 anwachsen – eine Wachstumsrate von voraussichtlich 78%.

Bei der Einführung der neuen Disk-Technologie, die u.a. die Wahl verschiedener Kameraperspektiven zum Standard erheben wird, wird die Pornoindustrie mit ihren 11.000 Neuerscheinungen pro Jahr von von Online-Diensten wie  „BIZ-Report“  inzwischen schon als ein maßgebender Faktor gehandelt. Zwei Firmenkonsortien aus Technik und Filmkonzernen propagierten verschiedene Scheiben als Nachfolger der DVD. Die Blue Ray Disc mit 50 Gigabyte Speicherkapazität, die Investitionen in neue Maschinen verlangt, wurde von Sony, Philips und Disney favorisiert. Die billiger zu produzierende HD-DVD mit 30 Gigabyte Platz wurde von NEC, Toshiba und Warner Brothers vertreten. Die Produktionsfirmen Digital Playground und Vivid, die bereits seit 2004 hochauflösende Videos drehen, begannen ab 2007 ihre Produktionen auf  HD-DVD zu veröffentlichen, da Sony wegen der „öffentlichen Meinung“ in den USA versucht das Blu-ray-Format weitgehend pornofrei zu halten, u.a. um so die Vermarktung der PlayStation 3 problemlos realisieren zu können

Die Japanische Pornoindustrie hat im Sommer 2007 auf ihrer landesweit größten Erotikmesse ihre Entscheidung für das Blue-ray-Format bekanntgegeben. Sony hält zwar auch in Japan daran fest, in seinen eigenen Presswerken keine Pornos herstellen zu wollen, die Maßgaben dieser Firmenpolitik wurden aber umgangen, indem ein taiwanesisches Unternehmen eine Press-Maschine von Sony kaufen konnte und die Serienfertigung von pornographischen Discs im August 2007 aufnahm, die dann nach Japan importiert werden. Walt Disney, 20th Century Fox und Metro-Goldwyn-Mayer entschieden sich ebenfalls für das Blue-ray-Format und Anfang 2008 schloss sich Warner dieser Allianz an. Gemeinsam mit Universal ist Paramount nun das letzte große Studio, dessen Produkte auf HD DVDs auf den Markt kommen sollen. In Finanzkreisen wurde daraufhin spekuliert, dass Paramount eine Klausel im Vertrag mit der HD-DVD-Group geltend machen könne, die besagt, dass bei einem Ausstieg von Warner auch Paramount seine Bindung an die HD DVD als Medienträger lösen kann. Mit deren Ausstieg würde sich die Blu-ray Disc als de facto Standard für hochauflösende Videodatenträger etablieren.

“VCA Interactive” realisierte Ende 2000 eine der ersten Multi-Angle-DVDs die es dem Zuschauer ermöglichte aus einer Vielzahl von Kameraperspektiven auszuwählen. Die Kosten für eine derartige Produktion mit durchgehenden vier verschiedenen Perspektiven können sich ohne weiteres verdoppeln, da zusätzliches Personal, mehr Zeit und Ausrüstung benötigt wird. In diesem Zusammenhang ist auch die US-Firma „Perpetual Robotics“ aus Chicago interessant. Sie galt um 2000 als marktführend in der Anwendung sogenannter zuschauer-kontrollierter Webcams, die dem User eine Auswahl verschiedener Kamerapositionen und -Winkel ermöglichen. „Perpetual Robotics“ zählte große Sportorganisationen wie die „National Football League“, die „Major League Baseball“ und die „United States Tennis Open“, wie auch „Playboy.com“ zu ihren Kunden.

10
Jan
10

Der Kabel-, Satellit-, und InternetPay TV- Markt (IPTV)

Namen und Zahlen, Zahlen, Zahlen..

Der Marktführer der Satellit-Provider, die „DirecTV Group Inc.” ist im  Besitz der „News Cooperation“ von Rupert Murdoch. Murdoch, wie auch die “ EchoStar Communications Corp.” bieten beide bereits seit mehreren Jahren XXX-Programme über ihre Netzwerke an. AT&T bietet den Kunden ihrer Breitbandkabeldienste einen Hardcore-Sexkanal an und ist im Besitz einer Firma die pornographische Videos für fast eine Million Hotelzimmer anbietet. Weitere Konzerne, die hohe Gewinnmargen aus dem Pornographiegeschäft erzielen, sind: Time Warner, Liberty Media, Marriot International, Hilton, On Command, LodgeNet Entertainment und die News Corporation.

Rupert Murdoch stellt mit seiner News Corporation einen der weltweit größten Medienkonzerne. Seine Karriere begann 1952 nach dem Tod seines Vaters, als er die Führung des väterlichen Medienunternehmens, das zu dieser Zeit aus zwei Zeitungen in Adelaide, u.a. der „News“, die dem Unternehmen den Namen gab und einem Radiosender bestand. In den nächsten Jahrzehnten erfolgten Übernahmen von Tageszeitungen, Magazinen und Fernsehstationen, zuerst in Australien, später dann in England und den USA. 1964 gründete Murdoch die erste nationale australische Tageszeitung, „The Australian“. 1972 übernahm er den „Daily Telegraph“ aus Sydney und stieg damit zu einem der drei größten Zeitungsverleger in Australien auf. Er erwarb auch einen australischen TV-Sender, scheiterte mit einer weiteren Expansion in diesem Segment aber an der australischen Gesetzgebung, die derartige Monopolbestrebungen im Medienbereich nicht zuließ. Ab Mitte der 60er expandierte Murdoch auf den britischen Markt mit der Übernahme der Zeitungen „News of the World“ und  „The Sun“. 1981 akquirierte er die Tageszeitung „The Times“. 1973 wurde er auf dem us-amerikanischen Markt aktiv und erwarb 1985 die Staatsbürgerschaft und weitergehend eine Reihe von Tageszeitungen und Magazinen. Murdochs us-amerikanischen Tageszeitungen unterstützten George W. Bush während der Wahlen 2000 und 2004.  Wie es bereits bei den Wahlen in England mit der Kandidatur von Margaret Thatcher deutlich wurde, unterstützt der Medienkonzern  deutlich neoliberale und konservative Positionen.

Rupert Murdoch ist Hauptaktionär und leitender Vorstand der News Corporation. Substantielle Teile dieses Medienimperiums sind das Hollywood-Film Studio 20th Century Fox und das US-amerikanische TV-Network Fox Television, das Murdoch 1986, nachdem er die US-Staatsbürgerschaft bekam, gründete. In der „Cable News“-Kategorie hat das Fox-Netzwerk den Konkurrenten CNN aus dem Feld gedrängt und hat inzwischen 78% mehr Zuschauer als der Rivale und betreibt 9 der 10 Top-Programme.1989 wurde die  Sky Television gegründet, die ihren Schwerpunkt auf dem britischen und  europäischen Markt hat. 1991 musste die zu dieser Zeit noch in Australien beheimatete „News Corporation“ einen Teil ihrer in den 80er Jahren erworbenen US-Publikationen wieder verkaufen um die Umstrukturierung des Satelliten-Netzwerk Sky Television und des ehemaligen Konkurrenten British Satellite Broadcasting zu BSkyB zu finanzieren.1990 gelang es Murdoch 40% von British Satellite Broadcasting, der bis dahin den britischen Pay TV-Markt dominiert hatte, zu erwerben und so das Unternehmen quasi zu kontrollieren. Inzwischen ist Murdoch über Sky Latin America auch auf dem lateinamerikanischen Markt aktiv. BSkyB hat jahrelang ausschließlich pornographischen Content für Drittanbieter über seine Kanäle angeboten. Inzwischen betreibt BSkyB einen eigenen pornographischen Kanal, den „18+ Movies“ und ist in engere Kooperation mit den Unternehmen getreten, die über das Netzwerk ihre Adult-Kanäle wie Sport XXX Babes, XXX Housewive und Playboy betreiben. 1993 kaufte Murdoch für $525 Millionen 63.6% des in Hong Kong beheimateten Satelliten-TV-Netzwerk „Star TV“ und ist seitdem mit einem Potential von ca. 100 Millionen Zuschauern auf dem asiatischen Markt präsent.

1994 expandierte der Konzern in den deutschen Raum und erwarb  49.9% des deutschen TV-Senders von Bertelsmann, verkaufte dieses Paket aber 5 Jahre später über die CLT-UFA für $340 Millionen an Bertelsmann zurück. 1999 kaufte die News Corporation über BSkyB einen  24% Anteil an dem deutschen Pay TV-Sender Premiere, der zu dieser Zeit noch von Leo Kirch kontrolliert wurde. Weiterhin besaß Murdoch 66% an TM3.

2003 übernahm die News Corporation einen 34% Anteil von „Hughes Electronics“ für $6,6 Billionen von General Motors und damit die Kontrolle über DirecTV, sowie 81% von „PanAmSat“ und „Hughes Network Systems“, dem weltweit führenden Provider von Breitband-Satellitennetzwerken. Mit  DirecTV, Amerikas größtes Satelliten-Netzwerk erreicht die News Corporation momentan 13 Millionen Haushalte und strebt bis 2010 zehn Millionen an. Seit dieser Übernahme ist Murdochs News Corp. über das Medium PayTV und deren Distribution an große Hotelketten an dem pornographischen Business in den USA im großen Stil beteiligt. Inzwischen bietet DirecTV  6 verschiedene pornographische Kanäle an (2005)

2004 verkaufte Murdoch über DirecTV den 80.5% Anteil an PanAmSat (29 Satelliten mit 2100 Programmen) an „Kohlberg Kravis Roberts“ für $4.3 Milliarden. Mit dem frei gewordenen Kapital wurde die Verlegung der Operationsbasis des Konzerns von Adelaide/Australien in die Vereinigten Staaten  und die Expansion in das Internetsegment finanziert. 2005 kaufte Murdoch das Unternehmen „Intermix Media Inc.“, den Betreiber von MySpace.com und anderen Social-Networking-Seiten für $580 Millionen. September gleichen Jahres wurde die „IGN Entertainment“ für $650 Millionen übernommen, 2006 folgte „Jamba“(Mobile-Entertainment) für $188 Millionen. Kurz vor der Übernahme von MySpace kündigte die News Corp. mit „Fox Interactive Media (FIM)“ die Gründung einer eigenen Internetplattform an. Zu dieser neuen Konzernformation gehören FoxNews.com, FoxSports.com und Fox.com. Anfang 2008 erwarb News Corp eine 19,9-prozentige Beteiligung am deutschen Pay-TV-Sender Premiere, die 2009 auf 39,96 % aufgestockt wurde. Laut Wikipedia stellen sich die aktuellen Konzernbeteiligungen der News Corporation auf dem Pay-TV- und Satellitenmarkt folgendermaßen dar: BSkyB – Großbritannien (36,8-prozentige Beteiligung), DirecTV Group – Nord- und Südamerika (33,9-prozentige Beteiligung), Sky Deutschland (bis Juli 2009 „Premiere“) – deutscher Bezahlfernsehanbieter (39,96%).

http://www.ketupa.net/murdoch1.htm#broadcast
http://de.wikipedia.org/wiki/News_Corporation

Ähnlich wie in Deutschland gibt es in den USA nur wenige Firmen, die die Distribution von pornographischen Filmen an die Hotelketten über Kabelnetzwerke bewerkstelligen. Die Versionen der Filme die in den Hotelketten der USA zu sehen sind, sind weniger explizit und entsprechen höchstens der XX-Version während Kunden in den Hotels in Übersee durchaus Hardcore-Material zu sehen bekommen. Die wichtigsten Unternehmen in diesem Segment sind „LodgeNet“ und „On Command“ (Spectravision),  die 2001 ca. 190 Millionen Dollar mit ihrem Angebot von pornographischen Filmen an Hotels verdienten. Bei beiden Firmen handelt es sich um Aktiengesellschaften. Marktführer ist die „On Command“, dessen Hauptanteilhaber, die „Liberty Media“, wird von John C. Mallone kontrolliert, Anteilseigner von 15% der Aktien von Rupert Murdochs „News Corporation“ und Aufsichtsratmitglied bei AT&T.  “On Command” bot ihren Service bereits 1999 für  835.000 Hotelzimmer an, bei einem durchschnittlichen Umsatz von $23 je Zimmer pro Monat, also $276 im Jahr, was auf einem Gesamtumsatz von über $230 Millionen hinausläuft. Über die Hälfte dieses Umsatzes soll mit pornographischen Filmen erwirtschaftet worden sein. Inzwischen ist On Command von LodgeNet übernommen worden.  Nach einem Bericht der „Citizens for Responsibility and Ethics in Washington (CREW)” aus dem Jahr 2004 sollen 40% der us-amerikanischen Hotels die Möglichkeit des Konsums pornographischer Filme angeboten haben. Pornofilme generierten ca. 90% des Umsatzes des „pay-per-view“-Verfahrens, der bei $190 Millionen gelegen haben soll.

Die Verbreitung von Breitband-Internetanschlüssen und schnellen Mobilfunkverbindungen ermöglicht immer mehr Verbrauchern, digitalisierte Inhalte direkt auf ihren Computer oder ihr Mobiltelefon zu laden. Verfügten im Jahr 2001 weltweit erst 30 Millionen Haushalte über einen schnellen Internetzugang, waren es 2005 bereits 187 Millionen. Diese Zahl wird der Studie zufolge bis 2010 auf 433 Millionen steigen. Im gleichen Zeitraum dürfte zu den 1,8 Milliarden Menschen mit Mobilfunkanschluss eine weitere Milliarde hinzukommen. Für Online-Abonnements (beispielsweise für Filme), Musikdownloads, Online-Spiele, E-Books und Glücksspiele gaben die Verbraucher im Jahr 2005 rund 19 Milliarden US-Dollar aus, 2010 werden es voraussichtlich rund 67 Milliarden US-Dollar sein. In nahezu jedem Bereich der Branche gewinnt der Kauf digitalisierter Inhalte über das Internet und andere virtuelle Vertriebskanäle an Bedeutung, während die Umsätze mit herkömmlichen, physischen Datenträgern wie CDs, DVDs oder auch Büchern sinkende Verkaufszahlen prognostiziert werden

Aufgrund dieser Markaussichten sind nicht nur die großen Telekommunikationsanbieter daran interessiert ihre Angebote im Rahmen eines „Tripple Play“ – einer gemeinsamen Plattform von Mobiltelefon, Internet und TV – dem Konsumenten als ein Servicepaket zur Verfügung zu stellen. Auch in der Sexindustrie findet zur Zeit ein intensiver Konkurrenzkampf statt, um sich auf diesen zunehmend globalen Markt günstig zu positionieren. Neben einer Anzahl von Übernahmen ist die Situation vordergründig geprägt von Joint Ventures und Networking mit kleineren Unternehmen der Branche, sowie Kooperationen mit Software-, e-commerce- und Hostingfirmen und den Multis der Internet-, Kabel- und Satellitenbranche, einerseits um über ausreichend qualitativen Content für den Endverbraucher zu verfügen und um diesen dann auf allen technischen Medien mit kombinierten Abrechnungsverfahren anbieten zu können. In diesem Zusammenhang finden 2007/8 in den USA die bisher größten Auktionen für Frequenzen von Wireless-Applikationen statt, die auf einen Gesamtwert von 20 Billionen US-Dollar geschätzt werden und die das Potential der verfügbaren Bandbreite in den USA für Wireless nahezu verdoppeln werden. Neben den großen Telefongesellschaften wie „Cingular Wireless“, „Verizon Wireless“ und „T-Mobile USA“ sind es die großen Kabel- und Satellit-TV-Konzerne, die zu den maßgeblichen Bietern dieser Auktion gehören. Ein Konsortium von „Sprint Nextel“, „Time Warner Cabl.“, „Comcast Corp“ und Cox Communication Inc“ bietet bereits mit $638 Millionen mit. Für die Kabelnetzwerkbetreiber bietet Wireless die Möglichkeit ihr sogenanntes „Tripple Play“ von TV, Telefon und Internet zu einem „Quadruple Play“ zu transformieren. Das höchste Gebot liegt seitens der Satellit-TV-Betreiber „DirecTV Group Inc.“ und „Echo Star Communication Corp.“ vor, die sich mit dem Joint Venture „Wireless DBS“ im großen Stil Zugang zum High-Speed-Internetmarkt verschaffen wollen. Ihr Gebot lag bei $973 Millionen. (Mai 2007)

Stoller Robert J., 1991, „Porn – Myths for the 20. Century”,  Yale University Press, New Haven, London

Pastötter Jakob, 2003, „Erotic Home Entertainment und Zivilisationsprozess“, Deutscher Universitäts-Verlag, Wiesbaden

10
Jan
10

Unternehmen der Film- und Videobranche

Vivid`s“ Firmenname hat in den spezifischen Branchen weltweit eine Reputanz und hat das Starsystem von Hollywood für die Adult-Branche adaptiert. In seiner Produktlinie repräsentiert Vivid den Mainstream pornographischer Produktionen. Laut Forbes soll die Vivid Entertainment Group inzwischen einen jährlichen Umsatz von 100 Millionen Dollar erzielen, wobei der Verkauf von DVD`s der Hauptumsatzträger ist. Das Internetgeschäft des Unternehmens, vor allem in Hinblick auf Video-on-Demand stellt allerdings das am schnell wachsendste Segment dar. „Vivid“ hat stark auf den internationalen Märkten expandiert, vor allem in den überseeischen Mobile Markt. „Vivid Entertainment“ soll im Jahr ca. 80 Filmproduktionen auswerfen, die als VHS oder DVD über Mailvertrieb und in Sexshops verkauft werden, außerdem erfolgt eine Vermarktung über Internetseiten. „Vivid“ betreibt ihr Geschäft nicht nur in den USA, sondern noch in 30 weiteren Ländern. Vivid vertrieb seine Produkte über 3 Fernseh-Kabelnetzwerke mit ca. 40 Millionen Endverbrauchern, verkaufte seine Anteile Ende der 80er Jahre an den Playboy-Konzern, erwarb diese aber kurze Zeit später wieder zurück um sie nach dem Einstieg von AT&T Comp. nochmals an die Playboy Enterprises zu verkaufen.

Einer der Besitzer und Gründer von Vivid ist Steve Hirsch – und seine ältere Schwester Marci Hirsch und David James (ehemals „Cal Vista“). Die beiden Geschwister arbeiteten bereits im Pornogeschäft ihres Vaters in Los Angeles, in welchem dieser seit 1972 aktiv war, namentlich die 8mm-Film-Gesellschaft „Sunrise International Distr.“ und mit dem Aufkommen von Video, die „Adult Video Corporation (AVC)“ . Steve Hirsch verließ 1981 das Geschäft seines Vaters und arbeitete bei dem Pornoproduzenten „Cal Vista“, wo er mit David Jones zusammentraf. Beide entschlossen sich eine Firma zu gründen und produzierten ab 1984 eigene Filme. Vivid ist mit den Themen ihrer Produktionen in der „soften“ Ecke des Hardcorespektrums angesiedelt. Vivid beschäftigt ca. 150 Mitarbeiter und gehört inzwischen zu den Majors der us-amerikanischen Sexindustrie. Die Firma hatte 1998 einen Umsatz von 35 Millionen Dollar, 1999 bereits 70 Millionen und im Jahr 2000  90 Millionen – mit steigender Tendenz.. Vivid bezieht wie keine andere Firma, einen Großteil ihres Einkommens durch die Vermarktung ihrer Produkte via Kabelnetze. Die Filmproduktionen wurden teilweise auf 16mm realisiert, wobei auf ein qualitativ hochwertiges Setting, dementsprechende Darsteller und eine stimmige Filmhandlung Wert gelegt wird. Jede dieser Filmproduktionen soll ein Budget von ca. 100 000$ haben.

Vivid produzierte 80% des Contents für den „Playboy Channel“ und startete 1999 ihr eigenes Internetunternehmen, welches bereits im Jahr 2000 mit 40 Millionen Dollar zum Gesamtumsatz beitrug. Vivid betrieb eigene Kabel-TV-Sender wie „Spice Hot Cable TV“, „Hot Network“ und „Hot Zone“ und erreichte mit ihnen bereits 1999 ca. 30 Millionen US-Haushalte. Ein weiterer Durchbruch gelang Vivid im Jahr 2000, als sich der multinationale Konzern „AT&T Corp.“ entschloss das Programm von „Hot Network“ über ihre Kabelnetzwerke anzubieten. Bereits im Jahr 2000 wurden die Produktionen von Vivid über Kabelnetzwerke in ca. 40 Ländern angeboten. Diesbezüglich bestanden spezielle Verträge mit „Playboy Enterprises“, „Vivendi SA`s Canal Plus“* und der zu dieser Zeit noch solventen „Kirch Media Kg“ in Deutschland.

*Der französische Konzern „Vivendi S.A“, bzw. „Vivendi Universal S.A.“ war 2000 unter dem Managment von Jean-Marie Messier zu einem der weltweit führenden Medienkonzerne aufgestiegen. Aufgrund einer verfehlten Geschäftspolitik und eines ungebremsten Aquisitionskurses entstand eine Schuldenlast von 20 Billionen Dollar, was 2002 zu einem Börsencrash der Vivendi-Aktie führte und zu einer Abkehr von der Weltkonzern-Strategie von Vivendi. Das Unternehmen will sich in Zukunft auf den französischen Markt konzentrieren – mit dem Schwerpunkten Telekommunikation (Cegetel (Vodafone Group), Maroc Télécom) und Fernsehen (Canal Plus), sowie Universal Music  Die us-amerikanische Sparte „Vivendi Universal Entertainment (VUE)“ wurde an NBC verkauft.

Im gleichen Zeitraum startete Vivid die Sub-Labels „Vivid Raw“ und „Vivid Extreme“. Der Versuch sich mit „Vivid Raw“ in dem sogenannten „Gonzo“-Segment zu etablieren, wurde allerdings wieder aufgegeben. Stattdessen startete 2006 das neue Label „Vivid Alt“ um in das kommerziell erfolgreiche AlternaPorn-Genre zu expandieren. Seit 1998 ließen Vivid, VCA und viele andere Pornoproduzenten wegen der Infektionsgefahr ihrer Darsteller in puncto Aids und wegen der beispielhaften Wirkung auf die Zuschauer, ihre Filmakteure den Geschlechtsverkehr ausschließlich nur noch mit Kondomen vollziehen. Seit 2006 wird der Kondomgebrauch bei Vivid Entertainment allerdings nicht mehr zwingend vorgeschrieben, sondern nur noch optional gehandhabt. Playboy TV hat inzwischen über 10 Folgen der Serie „Vivid Valley“ ausgestrahlt, die einen Einblick in die „Multibillion Dollar Adult Film Industry“ bietet. Die Produzenten zeichnen den Erfolgsweg der Produktionsfirma „Vivid“ nach und begleiten die Darstellerinnen von ihren öffentlichen Auftritten bis in ihr Privatleben. Interviews mit Steven Hirsch und weiteren Mitarbeitern der Firma runden das Bild ab. Seit April 2006 bietet Vivid über den „All Adult Channel” optional an Pornofilme via Download zu kaufen, die dann auf DVD gebrannt werden können. Der Gang zu einem Geschäft oder der Postversand werden damit überflüssig. Möglich geworden ist diese neue Distributionsmethode durch Innovationen in der DRM (Digital Rights Management)- und Brenner-Software. Durch diese Veränderungen kann der heruntergeladene File nur ein einziges Mal auf DVD gebrannt werden.

http://en.wikipedia.org/wiki/Vivid_Entertainment

Eine weitere große US-Video-Produktionsfirma war die ”Video Corporation of America/ VCA“. 1996 soll sie einen Umsatz von 20 Millionen Dollar verbucht haben und ließ ca. 85% ihrer Hardcore-Produktionen über die Kabelnetze vermarkten. Der Präsident von VCA, Russel Hampshire gründete die Firma mit Walter Gernert bereits 1978. Zuerst beschränkten sie sich darauf Filmrechte zu erwerben und diese dann auf Video zu überspielen und zu vermarkten. Im Rahmen der Miporn-Untersuchung wurde Russel Hampshire angeklagt, schlussendlich aber nur wegen Copyright-Verletzung verurteilt. 1982, nach dem Ende des Miporn-Prozesses ging VCA zur Produktion von Videofilmen über. Der internationale Versand und die Lizenzrechte wurden von der autonomen Firma „Antigua“ gemanagt  VCA`s „Track Tech“ galt als eines der größten und modernsten Videokopierwerke, innerhalb der US-Pornoindustrie. VCA hatte 1996 150 reguläre Mitarbeiter. 1997 wurde das Internetunternehmen von VCA unter den Namen „Babenet“ mit Sitz in Chatsworth/Kalifornien gestartet. Babenet galt lange Zeit als einer der führenden Contentprovider für Pornographie mit der populären gleichnamigen Webseite. Babenet.com war Bestandteil eines größeren Konglomerats von Internetunternehmen zu denen unter anderem „GoHip.com“ und „Alchemy Communications“ gehörten. 2003 hatte Babenet Probleme mit ihren Kreditkartenprozessor was zu verzögerten, bzw. nicht erfolgten Auszahlungen an die Adultwebmaster, die an dem Affiliateprogramm partizipierten, führte. Im gleichen Jahr ging Babenet.com bankrott. VCA wurde 2003 von der Larry Flint Publishing Inc aufgekauft, wobei es bei der Geschäftsabwicklung zu Unstimmigkeiten kam, da die Lizenzrechte für die Internetvermarktung des Materials von VCA vorher an eine Firma von Babenet, die „Internetfuel“ übertragen worden waren, die nicht Bestandteil der Unternehmensübernahme waren.

Der Filmproduzent „VCX“ ist vor allem durch seine klassischen Produktionen aus der Zeit des „Golden Age of Porn“ – den 70er Jahren – bekannt und galt bis in 80er Jahre als eine der großen Film-, bzw. Videocompanys im Pornobusiness. Nach einem Besitzerwechsel  Mitte der 80er Jahre wurde dazu übergegangen rechtlich bedenkliches Material, Szenen die Golden Shower, Fisting, Vergewaltigung, Inzest oder Sex mit Kindern beinhalteten, aus den aktuellen Verkaufs- und Verleihversionen der Filme herauszuschneiden. „VCX“ hält die Filmrechte an über 250 klassischen Titeln, die überarbeitet, als DVD und Video-Stream vermarktet werden. Ihr Katalog beinhaltet außerdem viele Titel größerer Studios und bietet insgesamt über 1500 pornographische Filme an. Das Warenhaus und die Produktionsstätten von „VCX“ liegen in Las Vegas, Nevada.

SBO Pictures Inc., besser bekannt als „Wicked Pictures“, wurde 1993 von Steve Orenstein gegründet und verschaffte sich durch die Produktion von qualitativ hochwertigen Pornovideos schnell ein dementsprechendes Image in der Branche. In den letzten Jahren wurde Wicked Pictures  wegen ihrer Produktion hochwertigen Contents  viele der von der AVN vergebenen Awards zugesprochen. „Wicked“ wird in den Medien in einem Atemzug mit den Majors Vivid und VCA genannt, obwohl es sich um ein kleines Unternehmen handelt. Die Firma hatte 1996, nach ihrem kommerziellen Durchbruch in der Branche, gerade mal ihre Lagerkapazität verdoppelt und die Anzahl ihrer Angestellten von 3 auf 6 erhöht. Anfang 2000 gelang mit dem Tochterunternehmen „Wicked Interactive“ der Start-up in das Internet, der sich im Rahmen einer Werbekampagne und Partnerprogrammen für Adult-Webmaster mit den Webseiten WickedCasino und Wicked-E-mail sehr erfolgreich entwickelte. WickedCasino war eine Online-Gambling-Seite, die Webmaster kostenlos zu ihrer eigenen Seite hinzufügen konnten. User konnten dort im Spiel Preise wie DVD-Player oder Mitgliedschaften zu anderen Pornoseiten gewinnen. 2000 soll diese Seite zeitweise einen Traffic von mehr als eine Million Besucher monatlich aufgewiesen haben. Wicked email war speziell auf die Werbung via e-Mail ausgerichtet. Die Seite warb damit, das Surfer jeden Tag ein Photo aus den Archiven von Wicked  über ihre e-mail empfangen können. Webmaster die sich an diesem Programm beteiligten, bekamen eine Bannerwerbung in ihre e-Mail, die es ihnen erlaubte ihre Kunden täglich zu bewerben.. Die Seite wies 2000 ebenfalls einen überproportionalen Traffic auf.  Zusammen mit dem E-commerce- und Media-Dienstleister „DHD Media“ konzipierte Wicked Pictures ab 2002 ihren Internetauftritt neu. Der Content wird über die eigenen Webseiten und über Kabel und Satellitenkanäle per pay-per-view vermarktet. Unter den Label „Wicked“ werden außerdem eine Reihe von Sex-Toys, erotischer Figuren und Handys hergestellt. Das Unternehmen hatte 2000 einen Umsatz von über $2 Mill. und beschäftigte ca. 30 Mitarbeiter.

Quelle: AVN-Online, “Wicked Interactive: Reinventing Adult Entertainment Online”   6-1-2000

Pure Play Media” ist ein Zusammenschluss verschiedener unabhängiger Filmstudios und Produzenten mit einem gemeinsamen Distributions-Netzwerk mit Sitz in Kalifornien. Der Geschäftsführer ist Richard Arnold, ein langjähriger kanadischer Videohändler, der außerdem bereits 2 Jahre lang als Präsident von „Private North America“ fungierte. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten 2002 „Ninn Worx“, „Seymore Butts“ und die „Score Group of Florida“. In den nächsten 2 Jahren kamen „Suze Randall“, die „Simon Wolf Productions“ und „Danni Ashe“ hinzu. Jede der einzelnen Firmen behält unter dem Dach von „Pure Play Media“, die in erster Linie als Marketing- und Verkaufsinstrument dient,  ihre bekannte Cooperate Identity bei und haben eigene Kunst- und Design-Abteilungen
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„Ninn Worx“ ist die Filmproduktion von Michael Ninn. Ninn gilt als einer der bekanntesten und erfolgreichsten Filmemacher in diesem Bereich und hat seit dem Beginn seiner Karriere 1992 und seiner Arbeit für die Firmen VCA, PlayboyTV und Private über 50 AVN-Awards verliehen bekommen. Michael Ninn beendete allerdings nach drei Jahren Zusammenarbeit Anfang 2006 seine Zusammenarbeit mit „Pure Play Media“.

Adam Glasser alias Seymore Butts ist ebenfalls ein bekannter Filmemacher mit über 70 eigenen und oft prämierten Produktionen, u.a. ist er der Star der Reality-TV-Show „Family Business“, die von einen ganz normalen Mann handelt der versucht sein Auskommen in der Adult-Film-Industrie zu machen. Die Serie hat allein in den USA über 2 Millionen Zuschauer.

Die Webseite “Danni’s Hard Drive” mit dem Webmaster-Programm “Danni’s Cash” ist einer der Veteranen im Internet-Gewerbe und existiert seit 1994. Das Geschäftsmodell funktioniert über einen ständig aufgefrischten Content an Photos und Videos, die zum freien Download zur Verfügung stehen und Links die zu anderen Webseiten weiterführen. Danni Ashe, eine ehemalige Stripperin und Nacktmodell, war eine der ersten Frauen die sich mit dem Start-up ihrer Webseite „Danni’s Hard Drive“  erfolgreich in der Internetpornographie etabliert hatte. Die Webseite entwickelte sich schnell zu einer kompletten digitalen Produktions- und Sendereinrichtung, die es ihr ermöglichte unabhängig Videos über ihre Webseite zu vermarkten. Die Webseite hatte 2000/1 täglich bis zu 33.000 Besucher und 29.000 zahlende Mitglieder ($24,95 monatlich). Das Unternehmen hatte 2001 einen Gesamtumsatz von $8 Millionen und beschäftigte 50 Mitarbeiter.

Die „Score Group“ hat sich auf die Nische-Produktionen “big-breast” spezialisiert, Suze Randall vermarktet ihre klassischen Titel aus den 80er Jahren und ihre neueren Produktionen. Neben der „Simon Wolf Productions“ ist die schweizerische „Erotic Media“, die lange Zeit zum Beate Uhse Holding gehörte, bei „Pure Play Media“ beteiligt. „Erotic Media“ bringt jeden Monat zwei neue Titel auf den Markt. Mit dem europäischen Unternehmen „Private“ wurde ein exklusives Abkommen bezüglich der beiderseitigen Produktdistribution getroffen. „Pure Play Media“ übernimmt die Distribution der Private-Filme im gesamten nordamerikanischen Raum, während die Pure Play Media-Filme in Europa über die Netzwerke von „Private“ gehandelt werden. Zweieinhalb Jahre nach ihrer Gründung hat sich Pure Play Media zu einem bekannten Unternehmen in der Adult-Industrie entwickelt, das sich international positioniert hat. Inzwischen umfasst der Videokatalog des Unternehmens über 1000 Titel. Anfang 2005 wurde zusätzlich das Unternehmen Deep Star Broadcasting Systems, Inc. gegründet. Deep Star beliefert die Video on Demand (VoD)- Services verschiedene Kabelnetzbetreiber mit pornographischen Filmen. Mitte 2006 waren die Filme über den Betreiber „Cablevision“ bereits für 2,2 Millionen Haushalte abrufbar.

Quelle: AVN-Online, “Pure Play Media: The United Artists Of Adult”   01-01-2005

Digital Playground“ (Van Nuys, Californien) wurde 1993 gegründet, ursprünglich mit den Fokus auf Adult-CD-Rooms-Computerspiele, der sich dann bald auf die Produktion von Filmen und interaktives Material verlagerte. “Digital Playground” ist bekannt für seine qualitativen Produktionen und gilt als einer der Pioniere im globalen CD-ROM-Marketing und bei interaktiven Features. Besitzerin des Unternehmens ist Samantha Lewis. Sie begann bereits Anfang der 90er bei „All National Sales Video“ pornographische Videos zu vermarkten. Sie war – was zu dieser Zeit noch selten war – keine Darstellerin gewesen, sondern hatte über 8 Jahre im Immobilienbereich gearbeitet. 1994 übernahm sie das Marketing bei “Digital Playground” und wurde 1997 deren Vizepräsidentin. „Digital Playground“ hat durch beständige technische Innovationen und qualitative Filmproduktionen, wie z.b. „Pirate“ sein Image in der Branche gefestigt und wurde seit 1993 mit über 60 Awards ausgezeichnet. Die Produktlinie zielt erfolgreich darauf ab Frauen und Paare als Konsumenten zu erschließen. „Digital Playground“ produziert „DP Tonight“, eine Internet-Talkshow mit bekannten Persönlichkeiten und Pornostars der Branche, die als Live-Stream über ein Affiliate-Programm an über 600 Webseiten vermarktet wird. Das Unternehmen unterhält Geschäftskontrakte zu „California Exotic Novelties“ und hostet viele Webseiten bekannter Pornostars. September 2006 kam es zu einem weitreichenden Kooperationsvertrag mit The Erotic Networks(„TEN“), einem Tochterunternehmen der New Frontier Media, der TEN im Rahmen ihres Programmangebotes den Zugriff auf die Filmbibliothek von Digital Playground ermöglicht.

Die kalifornische “Elegant Angel Video“ wurde 1990 von Patrick Collins in Zusammenarbeit mit Stagliano als ein Tochterunternehmen von „Evil Angel“ gegründet, bis es sich 1996 als eine unabhängige Filmproduktion etablierte. Der Filmkatalog umfasste 2004 ca. 700 Titel und wird auf dem europäischen Markt durch die deutsche Firma „Sunset Media“ distributiert. Aus der Filmproduktion von „Elegant Angel“ sind eine Reihe von Personen hervorgegangen, die später eigene Studios oder Produktionsfirmen gründeten; so Rob Black, Tom Byron und Van Damage, die 1997 „Extreme Associates“ gründeten, Nicky Starks, Mitbegründer von „Darkside Entertainment” und Greg Alves, der nach seinem Ausstieg bei „Elegant Angel“ zuerst als General-Manager bei Metro arbeitete bis er „Zero Tolerance“ aufbaute.

Anabolic Video„, ein kalifornisches Pornofilm-Studio, wurde in der ersten Hälfte der 90er von den ehemaligen Pornofilm-Darsteller Christopher Alexander und seiner Frau Sue gegründet und gilt als einer der Pioniere im Segment der sogenannten Gonzo-Pornographie. Mit zunehmenden Erfolg wurde das Studio „Diabolic Video“ von Gregg Alan übernommen und eine Reihe branchenbekannter Regisseure wurden unter Vertrag genommen. Einer von ihnen, Vince Vouyer, verließ 2002 das Studio und gründete „Red Light District Video“ zu dem dann 2004 die innovativsten Regisseure von Anabolic wechselten.

Jill Kelly(Adrianne Moore) ist zusammen mit Bob Friedland Besitzerin der gleichnamigen Pornofilmproduktion “Jill Kelly Productions”. Sie galt neben Jenna Jameson als eine der weltweit populärsten Porno-Darstellerinen der 90er Jahre. Sie hatte seit Anfang der 1990er in einer Vielzahl von Hardcore-Filmen als Darstellerin mitgewirkt und war Mitbesitzerin der Videoproduktion „Jill Entertainment“, bis sie 2000 zusammen mit Friedland die „J.K.Productions“ gründete. Ihr Partner brachte eine fundierte ökonomische Ausbildung und das Kapital mit ein, sie das notwendige Insiderwissen der Branche. 2001 realisierte das Studio vier neue Filmproduktionen monatlich. 2006 musste die Jill Kelly Productions Insolvenz anmelden und wurde im April 06 für $1.7 Millionen von Penthouse aufgekauft. Die Vermögenswerte der J.K.Production beinhalteten über 400 qualitative Filmtitel und ca. 60 noch nicht realisierten Features. Jill Kelly hatte noch erfolglos versucht vor Gericht gegen die Übernahme ihrer Webseiten zu klagen. Diese generierten einen monatlichen Umsatz von $10.000 – $15.000, von dessen Gewinn sie 50% an Club Jenna Inc,, dem Seitenbetreiber, abführen musste.

Shane’s World ist ein 1996 gegründetes pornographisches Filmstudio, welches inzwischen eine Reihe von Webseiten betreibt. Das Unternehmen gilt als ein Pionier im sogenannten RealityPorn-Genre. Sie produzierten mit als erste Filmserien, bei denen Pornostars nicht nach durchstrukturierten Settings im Studio agierten, sondern „Outdoor“, im Rahmen interessanter Orte oder Veranstaltungen und filmten das Geschehen in einem dokumentarischen Stil ab. Bekannt wurde das Unternehmen 2003 mit der Produktion von „Campus Invasion“, wo Pornodarsteller auf arrangierten Parties mit Collegestudenten zusammentrafen. Durch den kommerziellen Erfolg und die mediale Aufmerksamkeit hat sich Shane’s World seitdem auf die Produktion dieser themenspezifischen Serien konzentriert. Anfang 2008 übernahmen sie das Unternehmen Hush-Hush Entertainment, mit denen sie sich vorher bereits Räume und Logistik geteilt hatten. Shane’s World hat neben vielen branchenspezifischen Awards (Best Gonzo/Best Couples Sex Series, etc.) von Sexuality.org den Award für „Most Sex-Positive Adult Company“ verliehen bekommen.

10
Jan
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Unternehmen des „Direct-to-home“-Marketingkonzeptes via Internet

„Wenn das Thema nicht so anstößig wäre, würde die Pornoindustrie öffentlich gepriesen, weil sie neue Technologien schnell und erfolgreich entwickelt, aufgreift und verbreitet“

Jonathan Coopersmith, Historiker an der Texas A&M University

Zu den Onlinetechniken, die zuerst von der Sexindustrie genutzt und bis zur Marktfähigkeit weiterentwickelt wurden gehören sichere Bezahlsysteme und dementsprechenden Distributionswege wie Video-on-Demand, reversible, elektronische Wasserzeichen auf Fotos für das Copyright, die Streamingtechnologie – das Übertragen und gleichzeitige Abspielen von Filmen über das Netz, welches die Vermarkung mittels des Pay-per-View-Verfahrens ermöglichte, sowie Videokonferenzen über den Computer. Damit ein Videostream in DVD-Qualität wiedergegeben werden kann, muss die Breitband-Internet-Verbindung mindestens ein Volumen von 1Megabit pro Sekunde transportieren können. Da DSL-.Verbindungen erst seit den letzten Jahren größeren Konsumentenkreisen zur Verfügung stehen, war man vorher darauf angewiesen die Verbindungsgeschwindigkeit und Art des Kundencomputers festzustellen und je nach Geschwindigkeit die Anzahl der Frames des Filmes zu reduzieren. Dies führte zwar zu klar erkennbaren Qualitätsverlusten, stellte aber in den meisten Fällen sicher das der Stream noch als Film rezipiert werden konnte. “Gamelink” aus San Francisco, Bestandteil des „National-1“-Holdings, war eine der ersten Firmen, die 1997 einen Film(„Sin City: The Movie“), in voller Länge, als Stream per On-Demand im Internet vermarkteten.

Gamelink bot 2001 über die Webseiten „sincityvod.com“ und “gamelink.com”  über 1000 Videos per On-Demand an und hatte für 3000 weitere die Lizenz.  Die Firma nutzt den „Media Player“ von Microsoft um seine Filme für das Web zu codieren. Inzwischen werden über diese beiden Webseiten neben Sextoys und Lederutensilien über 100.000 pornographische Filme vermarktet, mit wachsender Anzahl auch über das pay-per.view-Verfahren und kompartibel für den i-Pod. Die Muttergesellschaft von Gamelink ist die „National A-1 Advertising”, eines der 3 Top-Unternehmen im Bereich der Telefonunterhaltungbranche. Die in Philadelphia beheimatete „National A-1“, gilt als einer der größten AudioText Company in den USA und wurde 1990 gegründet und beschäftigte 2003 ca. 225 Mitarbeiter, von denen über die Hälfte im Segment des Telefonsex arbeiten, der inzwischen zunehmend automatisiert wird. Zu den Angeboten gehören ortsgebundene, auf Kleinanzeigen basierende Telefonsexdienste in 23 Städten, ca. dreiviertel des gesamten Service werden aber von landesweiten Kontakttelefonangeboten bestimmt. Die zum Unternehmen gehörige „Bridge Interactive“ ist eine Art Servicebüro, welches wie eine Art Partnerprogramm für das Telefonsex-Business funktioniert. 1996 expandierte « National A-1 » in die Internetbranche mit dem Start up regulärer Internetseiten, wie z.b. „free.com“. Mit „Singles.com“ folgte der Aufbau einer Gruppe von Internetkontaktbörsen, die später auch Webseiten wie „KinkySingles“ und „Spanking.com“ umfasste und die von mehr als einer halben Million User frequentiert wurden.(2003)  Das Unternehmen investierte über $2Millionen in den Aufkauf von Domain-Namen wie „girls.com“, „teens.com“ und „Spanking.com“, die ein erfolgsversprechendes Listening bei den Suchmaschinen und einen dementsprechenden Traffic versprachen. Das Affiliate-Programm „cash.com” wurde erst 2002 und damit verhältnismäßig spät gestartet.

Richard Cohen, Mitbesitzer von „National A-1“, die auch die Webseiten „VOD.com“ (VideoOnDemand.com) und „Celebrities.com“ betreibt, ist Präsident des 2003 gegründeten Tochterunternehmens „HotMovies.com“. Die Firma adaptierte die „pay-per-minute“- Technologie, die ursprünglich beim Telefonieren und bei dem virtuellen Chat eingesetzt wurde, für das Internet. Abgerechnet wird auf minutenbasis, bzw. nach festgesetzten Zeitkontigenten Ein Großteil der angebotenen Filme wurde von kleineren Firmen und von Amateuren produziert, welche überwiegend Nischen wie z.b. Bondage und Golden Shower abdecken. Über die Webseite „Cash.net“ haben Amateure die Möglichkeit ihre Filme bei Hotmovies einzustellen und werden dann prozentual – je nach dem Traffic den sie erzielen – beteiligt.HotMovies.com bietet den Usern eine Bibliothek von 32.000 Filmen von mehr als 900 verschiedenen Studios und kodiert die Filme inzwischen auf 1MB.(2006) Hot Movies trat u.a. als Sponsor des „Australian Adult Industrie Awards“ auf.

Quelle: AVN-Online, “HotMovies.com: Burning Up The Net”,  01-01-2006

Das “Adult Entertainment Broadband Network(AEBN)” wurde im Mai 2000 von Scott Coffman mit Hilfe verschiedener Investoren und einem angenommenen Startkapital von $800.000 gegründet. Den größten Kostenfaktor wurden durch die Ansprüche an die Leistungsfähigkeit der Computerhardware und -Verbindungen – bedingt durch die Notwendigkeit hoher Speicherkapazitäten und Bandbreite – gestellt. Anstelle die Filmrechte einzukaufen, wendete AEBN die gleiche Geschäftsstrategie wie der Video-Verleih „Blockbuster“ an. Er versprach Inhabern von Filmrechten und Produzenten eine ca. 20% Umsatzbeteiligung an dem Ertrag des Filmtitels über das VoD-Geschäft. Eines der ersten Unternehmen, die sich auf diesen Geschäftskontrakt einließen, waren Adam & Eve.  Inzwischen hat sich AEBN zum Marktführer im Segment der Video-on-Demand(VoD) und Pay-per-View(PpV)- Anbieter entwickelt. AEBN bietet tausende von pornographischen Filmen von mehr als 600 verschiedenen Studios an und baut sein Angebot kontinuierlich aus. Neben regulären Hardcore-Filmen stellt der Gay-Markt eine wichtige Komponente für AEBN dar. Das Unternehmen beschäftigte Anfang 2003 65 Mitarbeiter. 2001 bot AEBN mehr als 2000 Videos an, die als Plug-In das Real Player-System benötigen. (wie auch die ca. 500 Filme von Vivid zu diesem Zeitpunkt) Ansonsten vertreten AEBN und Vivid allerdings zwei verschiedene Geschäftsmodelle: während Vivid das Standardpreis-Modell für seine Filme verwendetet und den Zugang nur für Mitglieder der kostenpflichtigen Webseiten (39,99$ pro Monat) ermöglichte, können die User bei AEBN Zeitkontigente einkaufen (60 Minuten für 8,95$) und haben damit theoretisch Zugang zu allen angebotenen Videos von AEBN. Das heißt sie können 2 Minuten in einen Film reinschauen, 5 Minuten in den nächsten, oder wenn der Film ihren persönlichen Geschmack entspricht, sich den ganzen Film am Stück ansehen. Inzwischen hat AEBN mit „Xobile“ sein Angebot für Handys und Mobilfunk-Geräte verfügbar gemacht und auf über 30 neue Studios erweitert, darunter „H2 Video“ und „Sin City“ und deutsche Studios, wie „GRM Gerd Roembke“ und „MMV“. AEBN hat 2006 über seine Webseite TossOffMedia.com „PornoTube“ gestartet. Ein Pendant zur populären YouTube-Webseite, die es Usern ermöglicht ihre eigenen Amateurvideos zu veröffentlichen. Bei YouTube ist es den Usern ausdrücklich verboten pornographische Inhalte zu posten. PornoTube füllt diese Lücke und bietet den Nutzern ein ähnliches Design und Funktionalität wie die bekannte Video-Plattform. Man kann die einzelnen Filme nach speziellen Themen taggen, Favoriten-Listen erstellen und die verschiedenen Uploads bewerten, nur die Möglichkeit einzelne Filme zu kommentieren wurde bei PornoTube inzwischen wieder ausgeschaltet. Das TossOffMedia-Netzwerk bietet neben PornoTube 20 weitere Webseiten und ein integrierten Partnerprogramm für Webmaster und offenbart in seinem Angebotsspektrum ein modernes Marketingkonzept, welches von erotischer Literatur (www.lustylibrary), , Informationen und Kommentare aus der Sexindustrie (www.eyeonadult), einem Netzwerkportal für Fans und Industrie (www.xpeeps) bis zu einer Anzahl von Webseiten, die die populären Nischensegmente abdecken.

Mark Kreloff ist der Präsident und neben Michael Weiner einer der Gründer von „New Frontier Media„, einer an der NASDAQ notierten Aktiengesellschaft. Seit der Etablierung der Breitband-Technologie, die es Konsumenten ermöglicht Videofilme zu downloaden und auf dem Computer anzuschauen, hat sich die Bereitschaft von regulären Großunternehmen und seriösen Kapitalanlegern in die politisch umstrittene Sexindustrie  zu investieren deutlich erhöht. So befinden sich 16% des Aktienkapitals von „New Frontier Media“ im Besitz der Oppenheimer- und Vanguard-Investmentfonds. Das Unternehmen wurde bereits 1988 im Staat Colorado gegründet und 1995 zusammen mit einer Namensänderung zu „New Frontier Media“ in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.1998 übernahm New Frontier Media die „Fifth Dimension Communications”(Barbados) mit der Tochterfirma „Colorado Satellite Broadcasting” mit den Kanälen “Extasy », « True Blue » und  « X-Cubed ». “Exxxtasy”, 1990 gegründet, war einer der ersten Adult-TV-Kanäle, der expliziteres Material anbot als Playboy TV und Spice TV zu dieser Zeit.  Mitte der 1990er betrieb das Unternehmen bereits 6 pornographische Kanäle in den USA. Die „New Frontier Media“ gründete mit der Übernahme gleichzeitig drei weitere Netzwerke, die speziell auf Kabel-TV-Operateure ausgerichtet waren : „The Erotic Network“ (TeN) („TEN.com“ bezieht Material von über 50 Studios und verfügt über eine Bibliothek von über 10.000 Adult-Filmen), „Pleasure“ und „Erotic Television Clips »(ETC) und ging als Aktiengesellschaft an die NASDAQ.  Mit dieser Übernahme war New Frontier Media zu einem der führenden Anbieter im pornographischen Satelliten- und Kabel-TV-Geschäft geworden. Im Juli 1999 übernahm New Frontier Media die Lizenzrechte an der Film-, Video- und Photo-Bibliothek von „Metro Global Media“ mit über 3000 Filmtiteln und einem mit auf mehreren Millionen bezifferten Photoarchiv.

Cranston, R.I.`s  Metro Global Media (Rhode Island), ein Produzent und Händler von pornographischen Videos und DVD`s soll laut Forbes 1998 einen Umsatz von 34 Millionen Dollar erzielt haben. MGM produzierte und distributierte jährlich 42 pornographische Filme und publizierte 13 Adult-Magazine und hielt die Rechte an mehr als 4000 Filmtiteln. Das Unternehmen hatte im Jahr 2001 im Vergleich zu den vorherigen Jahresbilanzen, bei einem Jahresumsatz von $25,4 Millionen, $5,2 Millionen Verlust gemacht.

Oktober 1999 setzte das Unternehmen mit der Übernahme von Interactive Gallery, Inc. („IGallery“), InteractiveTelecom Network, Inc. („ITN“) and Card Transactions, Inc. („CTI“) seinen Expansionskurs fort. Die Internetunternehmungen des Holdings verfügen seitdem mit „Card.com“ über einen eigenen e-commerce-Dienstleister.

„iGallery“ wurde 1996 von den gleichen Betreibern wie von „Cafe Flesh“ und „Barely 18 Live“ gegründet. „iGallery“  betreibt einige der größten Porno-Domains im Internet wie „Pussy.com“, „Blowjobs.com“ und „Tits.com“ und bietet Partnerprogramme und Content für Webmaster an. „New Frontier Media“ besaß daraufhin mehr als 1300 Internet-Domains die Traffic zu ihren 27 e-commerce-Seiten generierten, über die sexuell explizite Photos und Videos vermarktet wurden Im folgenden Jahr machte das Unternehmen vor der Steuer $5.2 Millionen Gewinn, bei einem Gesamtumsatz von $48 Millionen, wobei $30 Millionen aus den Internetunternehmungen von „New Frontier Media“ stammten. 2000 wurde eine Geschäftsvereinbarung mit „iN DEMAND“ über die Distribution der Filme des „Pleasure“-Netzwerkes geschlossen, in deren Konsequenz „Pleasure“ von über 2,7 Millionen US-Haushalten empfangen werden konnte. „iN DEMAND” ist eines der führenden “Pay-per-View”-Netzwerke in den USA und bietet auf über 60 Kanälen ein Angebot von Sport, Unterhaltung, Hoolywood- und Independent-Filmen an. Zu den Hauptaktionären gehören u.a. „AT&T Broadband“, „Time Warner“, “Comcast Programming Ventures”und “Cox Communications”.

2002 schloss „New Frontier Media” einen Vertrag mit „On Command“ über die Distribution von Pornofilmen ab, der landesweit fast 900.000 Hotelzimmer umfasste. Der Playboykonzern, der früher den Kabel-TV-Sexmarkt dominierte, hat inzwischen viele Kunden an Firmen wie der „New Frontier Media Inc.“ verloren, die deutlich expliziteres Material anbieten. New Frontier Media bietet monatlich 135 pornographische Filme an, darunter 20 Premieren, die über verschiedene Kanäle wie „Extasy, True Blue und X-Cubed“ gesendet  – und von allen großen Kabel- und Satellit-Companies  verbreitet werden. 2003 beschäftigte das Unternehmen 130 Mitarbeiter. Im gleichen Jahr wurde ein Kooperationsvertrag mit der Larry Flint Publication Inc. geschlossen und Hustler TV gegründet, das zuerst in Kanada und ab 2004 in den USA über das Netzwerk von “TEN Broadcasting” zu empfangen war. “TEN Broadcasting” (X Broadcasting) ist Kanada’s größtes Pay TV- Unternehmen und Bestandteil des New Frontier Media-Holdings. Das Unternehmen liefert die Logistik für die Sex-Kanäle „Hustler TV“, „Red Light District TV“ und „Vixxxen TV“ und bietet pornographische Inhalte über Kabel-, Wireless- und „direct-to-home”-Systeme an und kombiniert die neue Distributionstechnologie für die technischen Plattformen Internet, Satelliten- und Kabel-TV, sowie Mobil-Telefon.

New Frontier Media hat in dem Zeitraum zwischen ihrer Gründung 1998 bis Ende 2006 in über 60 Millionen Haushalten, die an Kabelnetzwerke angeschlossen sind, den Service des ehemaligen Marktführers Playboy TV ersetzt und dem Holding inzwischen den Rang abgelaufen. September 2006 hat die New Frontier Media über sein Tochterunternehmen The Erotic Networks(„TEN“) zur Aufstockung ihres Programmangebotes einen weitreichenden Kooperationsvertrag mit dem Studio Digital Playground abgeschlossen. Dieser ermöglicht TEN den Zugriff auf die Filmbibliothek von Digital Playground und gestattet exklusiv die Zusammenarbeit mit den bekannten Pornofilmstars, die bei DP unter Vertrag stehen zum Zwecke der Internet- und Event-Promotion.

Wanted List“ ist ein Online-Verleih für pornographische Videos mit 25.000 eingeschriebenen Mitgliedern und wurde 2001 von Danny Ting und Anh Tran gegründet. In den letzten Jahren hat das Unternehmen verschiedene Konkurrenten wie „FlickSmart“ und „Rentflixxx“ aufgekauft und als ein bedeutender Zuwachs für die Firma, die dementsprechende Logistik von VTO, mit „Video Takeout“ und „Flick Central“ übernommen. „Wanted List“ betreibt erfolgreiche Marketingkampagnen mit interaktiven Elementen, wo beispielsweise teilnehmende User die Möglichkeit haben über Gewinnspiele bei einem Pornofilm des Studios „Madness Pictures“ Regie zu führen oder Ratespiele, wo Großaufnahmen der Vulva den dementsprechenden Pornostars zugeordnet werden müssen. Durch eine Werbestrategie, die weitgehend auf Hardcore-Elemente verzichtet, ist es der Firma gelungen Anzeigen und Artikel in Mainstream-Magazinen wie „Wired“, „Stuff“ und „Coed“ zu schalten und ein zunehmendes weibliches Klientel zu ihren Kundenkreisen hinzuzugewinnen.

VideoSecrets“ auch als „VS Media“ bekannt, wurde 1995 von  Greg Clayman und Constantine Tsiamis gegründet und bietet interaktiven Live-Content an. Das Flagschiff des Unternehmens ist die Webseite „flirt4free.com“, die Live-Chats und Shows mit Text, Audio und Video-Interfaces anbietet. Viele dieser Chaträume bieten die Möglichkeit von user-kontrollierten Webcams, mit einer Auswahl an verschiedenen Einstellungen, Zooms und Winkel an. „Flirt 4 Free“ bietet eine Auswahl von über 100 weiblichen wie männlichen Modellen im annäherend ausgeglichenen Verhältnis, darunter exklusive Pornostars wie Ron Jeremy, Tera Patrick, Jenna Jameson und Gina Lynn, die „Vivid Girls“ und die „Falcon guys“. „VS Media“ unterhält Geschäftskontrakte mit Studios in mehr als 30 Ländern, die die Verträge mit den einzelnen Modellen abschließen. Über „VSContent.com“ bietet das Unternehmen exklusives Material für Adult-Webmaster an. In der Zukunft will „VS Media“ auf den asiatischen und indischen Markt expandieren und arbeitet an strategischen Allianzen, die neue Vermarkungsmöglichkeiten im Bereich Mobile Media und Video-on-Demand erschließen sollen. So geht es um die Implementation von Technologien die es ermöglichen die Live-Chat-Angebote in Hotelräumen zu empfangen und um die Kombination von Livechats- und Shows bei gleichzeitigen Marketing der Filme der betreffenden Stars.

Red Light District Video” ist ein kalifornisches  pornographisches Filmstudio, welches führend im Bereich des sogenannten “Gonzo Adult Entertainment” ist. Es wurde 2002 von den Brüdern Dion und David Joseph gegründet. Ab 2004, nach dem Weggang von Dion, entwickelte sich die Unternehmensstrategie weg von dem Produzent/Regisseur-Eigentumsmodell und Red Light District kaufte zunehmend Lizenzrechte weiterer Pornofilme auf und positionierte sich so als qualitativer Provider auf dem neuen PayTV, VOD und PPV-Märkten. Die Firma erzielte einen nicht unbeträchtlichen Gewinnzuwachs  und eine große Popularität, nachdem es ihr gelungen war die Rechte an dem „Paris Hilton Sex Tape“ zu erwerben. Laut der New York Times soll die DVD über 600.000 mal verkauft worden sein.

Bei dem Film handelt es sich um Aufnahmen expliziter Bettszenen, die von dem früheren Freund von Hilton aufgenommen wurden und für den privaten Gebrauch bestimmt waren. Der Video kursierte in etlichen Downloadbörsen, war Thema Nr.1 in vielen Internetboards und generierte einen Traffic, das viele Provider zeitweise überlastet waren. Paris Hilton, Mitglied des Jet-Sets und sogenannten Party-Adels ging ihrerseits nicht juristisch gegen die Verbreitung des Films vor und soll an der Vermarktung sogar finanziell beteiligt gewesen sein. Die daraus erwachsene Popularität brachte sie auf die Titelseite des Magazins „Vanity Fair“ und verschaffte ihre eine Berühmtheit ähnlich der von Hollywood-Stars aus der u.a. Verträge mit Parfümfirmen und eine Biographie resultierten.

2005 hat “Red Light District” zusammen mit „Platinum X Pictures”, deren Geschäftsführer ebenfalls David Joseph ist, ein spezielles Einfärbungsverfahren von DVD`s  kombiniert mit einem Verpackungsdesign lizenziert, was es vereinfachen soll  juristisch gegen das illegale Kopieren und Vermarkten ihrer Filme vorzugehen. Die Firma drohte in diesen Zusammenhang eine stringente juristische Vorgehensweise an und setzte die Summe von $100.000 zur Belohnung auf Hinweise aus, die zur Ergreifung von maßgeblichen Raubkopierern führen. Anfang 2006 kam als dritte Firma der Unternehmensgruppe „iPorns“ hinzu. „iPorns“ mit der Namensassoziation zu „ipod“ ist ein Contentanbieter für tragbare Medien und bietet auf ihrer Webseite Teile der Filmbibliothek von Red Light Distrikt in kompartiblen Formaten zum Download an.

Webmaster Central“ ist ein Content Provider der sich auf Video-Streaming spezialisiert hat. Das Unternehmen bedient laut dem Präsidenten des 2001 gegründeten Unternehmens,  Andy Alvarez, überwiegend das vielfältige Nischensegmet von Gay, Fetisch und BDSM mit über 65 verschiedenen Angeboten. Vor allem im Gay-Segment hat sich  „Webmaster Central“ nach dem Geschäftskontrakt mit „Legend Video“ zu einem wichtigen Anbieter entwickelt, der Majors dieser Industrie, wie „Penthouse“, „CyberErotica“, „SilverCash“ und „TopBucks“  mit Material beliefert. Die Firma beschäftigt 9 Festangestellte in ihrer Zentrale in Tampa, Florida und jeweils 3 weitere in zwei Unternehmen der Satellitenbranche in Los Angeles und Kanada.

amerikanische Adult-Channels:  http://www.birds-eye.net/directory/channels/adult.htm

„Vorsprung durch Porno“ , Christopher Schrader, 13.02.2006
http://www.sueddeutsche.de/wissen/special/921/43878/index.html/wissen/artikel/76/70006/article.html

How Big Is Porn?   Dan Ackman, Forbes.com, 05.25.01

Weissbuch der “Free Speech Coalition” 2005/   http://www.freespeechcoalition.com/whitepaper05.htm

http://www.pbs.org/wgbh/pages/frontline/shows/porn/

17
Okt
08

Die Sexindustrie und das Internet

Der us-amerikanische Markt der Online-Pornographie


Internet-Pornographie wird über Webseiten, peer-to-peer file sharing Software, ICR und über Usenet-Groups vermarktet und distributiert. Bereits in den 80ern wurde Pornographie im Internet gehandelt, allerdings überwiegend von Privatpersonen und Newsgroups. Mit der Öffnung des Internets für breite Bevölkerungsschichten und der Proklamierung des „World Wide Web“ in der ersten Hälfte der 90er Jahre, kam es zu einer explosionsartigen Ausbreitung von Pornographie über das Internet, die via einem Home- Computer komplikationslos und völlig anonym erhältlich war. Diese Industrie besteht aus einer Reihe weniger großer Unternehmen, die zwischen einigen hundert bis tausenden von Webseiten betreiben und einer großer Anzahl kleinerer Unternehmen. Sie umfasst Firmen, die direkt in der Produktion und Distribution von pornographischen Material involviert sind, aber auch Firmen, die Serviceleistungen wie Hosting, Inkasso und Programmierung anbieten. Kabel- und Satelliten-Netzwerkbetreiber sowie Telekommunikationsdienstleister sind im erheblichen Umfang an diesem Geschäft beteiligt. Global wird die Anzahl der maßgeblich beteiligten Unternehmen, die ihren Umsatz über Mitgliedereinschreibungen, Distribution über das Internet (Pay-per-View, Video-on-Demand, etc.) sowie Werbung und Lizenzierung von pornographischen Inhalten generieren, auf zwischen 150 bis 400 geschätzt.


Quelle: Caslon Analytics profile of the online ‚adult content‘ industrie/

http://www.caslon.com.au/xcontentprofile.htm

Der Markt der Online-Pornographie ist ähnlich wie der der gesamten Sexindustrie immer noch geprägt von einer mangelnden Transparenz und fehlendem verlässlichen statistischen Material. Es gibt zwar eine Vielzahl von Statistiken, die aber, je nach tatsächlicher Einsicht in die Marktstrukturen oder politischer Intention, zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Eine Erkenntnis kann man bei dieser Zahlenjonglage, die nachfolgend teilweise dokumentiert wird, auf jeden Fall gewinnen: Das es sich bei diesem relativ jungen Markt um eine sehr dynamische, profitable und schnell wachsende Branche handelt. Nach einem Bericht von „Forrester Research“ aus dem Jahr 2001 sind 19% der nordamerikanischen User regelmäßige Besucher von pornographischen Webseiten. Von diesen 19% soll jeder vierte User bereits weiblich gewesen sein. Nach den Internetstatistiken und Analysen (2001) von US-Firmen wie “Jupiter Media Metrix”, “Nielsen/NetRatings” und der europäische „NetValue” besuchten ca. 30% aller Internet-User monatlich erotische und pornographische Webseiten bei einer aufgewendeten Gesamtzeit, die zwischen 40 und 85 Minuten lag. Die Firmen “Datamonitor” und “Forrester Research“ schätzten die Anzahl von pornographischen Webseiten für diesen Zeitraum auf 50.000-60.000, während AdultCheck, ein Alterbestätigungssystem für Adult-Seiten von ca. 80.000 Seiten ausging. Nach dem „Internet Filter Review“ der us-amerikanischen Firma „TopTenReview.Inc“ (2003 gegründet) gab es in den USA 2003 4,2 Millionen pornographischer Webseiten – was 12% der globalen Gesamtsumme entspricht – mit jährlich 72 Millionen Besuchern, davon 40 Millionen US-Amerikaner. ( Die auffällige Diskrepanz bei einigen Zahlenwerten ergibt sich aus dem Umstand, das zwischen den Begriffen „Domain“, die beliebig viele Webseiten enthalten kann und einer einzelnen „Webseite“ in einigen Artikeln nicht klar unterschieden wurde) “Websense, Inc.”, ein Provider von Filter-Software, verzeichnete einen enormen Zuwachs von Adult-Webseiten in ihrer URL-Datenbank – von 88.000 im Jahr 2000 zu annähernd 1.6 Millionen Seiten im Jahr 2004. Die Anzahl von Webmastern, bzw. Firmen, die mindestens eine Adult-Seite betreiben, wurden, nach einer Einschätzung von Jason Hendeles im Jahr 2000 auf zwischen 30.000 bis 45.000 geschätzt und man ging von einer Steigerung auf über 110.000 bis 2003 aus. Dies bezieht kleine, vom Privathaushalt aus betriebene Operationen, die in der Regel zwischen 9-18 Domains registriert haben genauso mit ein wie die Majors der Branche, die tausende von Domains betreiben. 2002 sollen nicht mehr als 25 Unternehmen die Branche dominiert haben, wobei der Großteil des Marktes von den 10 führenden Unternehmen kontrolliert wurde.


Jason Hendeles ist der Vizepräsident der Abteilung “Strategic Business Development” des Unternehmens „ICM Registry“. ICM, eine Firma aus Florida, hatte sich bei dem Internetverwalter “Internet Corporation for Assigned Names and Numbers” (ICANN) um ein virtuelles Rotlicht-Quartier beworben, in der alle pornographischen US-Webseiten zentral auf einer Top-Level Domain gebündelt werden sollten. Die ICANN hat diese Bewerbung nach einer unüblichen politische Einflussnahme der Regierung aufgrund des wachsenden Drucks konservativer, christlicher Familienorganisationen, abgelehnt.


2005 listete Google beim Suchbegriff „Porno“ 35 Millionen Seiten auf. Ein Viertel der täglichen Anfragen bei den Suchmaschinen (68 Mill.) soll sich auf pornographisches Material beziehen. Der Markt für Internetpornographie wird auf 2,5 Milliarden Dollar geschätzt, im Verhältnis zu dem angenommenen 57 Milliarden Dollar schweren weltweiten pornographischen Markt zwar noch ein geringer Anteil, der aber stetig im Wachsen begriffen ist. Vor allem da der Markt für Adult-Videos, der global auf 20 Milliarden Dollar geschätzt wird, sich zunehmend auf die Distributionsmöglichkeiten des Internets über Video-on-Demand und Pay-per-View auszurichten beginnt.

Neben der direkten Produktion von Pornographie sind in dem Online-Sektor die Bereiche Analyse, Navigation, Webdesign und Werbung wichtige Segmente des Business. Analyse meint vor allem eine Untersuchung und Aufschlüsselung des Traffics einer betreffenden Weboperation zum Zwecke des verbesserten Marketings. Es gibt Unternehmen deren Service auf einem klaren Preis-Leistungsverhältnis beruhen und andere, die von vor allem kleineren Webunternehmen die Platzierung von Werbebannern oder eine Umsatzbeteiligung als Gegenleistung einfordern. Dieser Service ist inzwischen fester Bestandteil aller großen Partnerprogramme. Navigations-Services bieten spezielle Directories für den User und leiten den Traffic zu einzelnen Seiten. Diese Webseiten bieten neben Hitlisten Linksammlungen von einigen tausend bis 80.000 Links und lassen sich die Platzierung von den Webseiten-Betreibern bezahlen. Ein weiterer wichtiger und lukrativer Geschäftsbereich, der von den beteiligten Firmen als Bestandteil des regulären IT Management Systems gesehen wird, ist die Entwicklung und Anwendung von Filter-Software, um den Zugang zu pornographische Inhalten einzuschränken.


Im Jahr 1997 schätzte Forrester Research den gesamten Online-Endkunden-Markt in den USA auf über $ 2,4 Milliarden. Für 2004 wurde dieser Markt auf über $ 140 Milliarden geschätzt, was einer Wachstumsrate von ca. 80% entspricht und für 2005 ging man von einen gesamten us-amerikanischen e-commerce-Umsatz von knapp $ 170 Milliarden aus. Umsätze des e-commerce in Europa sollen 2004 $ 90 Milliarden ausgemacht haben und wurden für 2005 auf $ 130 Milliarden geschätzt. Der Online-Content-Markt stellt natürlich nur einen Teil dieser Umsätze dar, der sich aufgrund besserer Anbindung der Konsumenten an High-Speed- und Flatrate-Verbindungen aber deutlich erhöhen wird. Nach “Jupiter Research” entwickelt sich der europäische Online-Content-Markt, der im Vergleich zu den USA noch unterentwickelt ist, sehr schnell. 2003 sollen 9% der europäischen Internetnutzer bereit gewesen sein Online-Content und Services zu kaufen, was in einem Umsatz von €693 Millionen resultierte. Das größte Segment stellten hierbei kostenpflichtige pornographische Inhalte, die 43% der Aufwendungen der User ausmachten. Weiterer nicht sexuell-expliziter Multimedia-Content (Musik, Spiele, Video) machten 23% dieses Umsatzes aus. Für 2007 wird davon ausgegangen, das inzwischen 23% aller europäischen User bereit sind Online-Käufe zu tätigen, wobei von einem statistischen Wert von 70€ ausgegangen wird, die jeder User investiert. Wegen der besseren Breitbandanbindungen und der höheren Akzeptanz wird erstmals die Online-Pornographie nicht den Hauptumsatzes dieser Branche generieren. Regulärer Multimedia-Content und Service sollen nach dieser Voraussage 50% des Gesamtumsatzes ausmachen, gefolgt von kostenpflichtigen Bild und Text-Downloads mit 25% und weiteren 25% die die Adult-Branche betreffen. Diese Prognose deckt sich mit dem Ergebnis einer US-Studie aus dem Jahr 2006,die verschiedene Suchmaschinen wie Excite und Alta Vista im Zeitraum 1997 bis 2005 auf die Frequenz pornographisch- und sexorientierter Suchanfragen untersuchte, aus der hervorgeht das diese im Verhältnis zu anderen Suchanfragen erheblich zurückgegangen sind – von 16,8% im Jahr 1997, zu 8,5% 2001, bis zu weniger als 4% im Jahr 2004. Allerdings bezieht die Studie die Marktführer Google, MSN, AOL und Yahoo! In ihre Untersuchung nicht mit ein. Ein Artikel von time.com vom November 2007 bestätigt diese Tendenz . Danach ist der Traffic von Pornowebseiten in den USA von 16,9% im Oktober 2005 auf 11,9% im November 2007 zurückgegangen. Für über 25-jährige User ist sexuelles Entertainment im Web nach wie vor populär und rangiert hinter den Suchmaschinen an zweiter Stelle. Bei den 18-24-jährigen zeigt sich laut dieser Untersuchung aber ein anderer Trend: an erster Stelle stehen Social-Networking-Seiten, gefolgt von Suchmaschinen und e-Mails. Der Besuch von pornographischen Webseiten steht hier nur noch an der vierten Stelle.


“Sexual and Pornographic Web-Searching – Trend Analysis”(2006) von Amanda Spink, Helen Partridge und Bernard J. Jansen / http://www.firstmonday.org/issues/issue11_9/spink/

http://www.thenewatlantis.com/archive/6/jrosen.htm

http://internet-filter-review.toptenreviews.com/internet-pornography-statistics.html


Für die Porno-Industrie hatte das Internet eine enorme Dezentralisierung zur Folge, die nicht nur die Konsumption, sondern auch die Produktion und den Versand betrifft und bot den Majors der Branche die Möglichkeit der Mehrfachverwertung ihres Materials. Schon Ende der 90er konnte ein Pornofilm, z.b. von Vivid oder Private produziert, der in Video- und Sexshops zum Verleih und Verkauf auslag, gleichzeitig über Mail-order vertrieben – im Pay-TV, im AT&T eigenen Sender „Hot Network“ oder im Hotelzimmer angeschaut – und auf den Porno-Webseiten zur Konsumption angeboten werden. Zu den bekanntesten Unternehmen der Sexindustrie gehören neben den Konzernen, die aus dem traditionellen pornographischen Druckgewerbe entstanden sind, wie die “Larry Flynt Publishing”(Hustler), “Playboy” und die “Private Media Group”, Unternehmen wie “Vivid Video”, ”New Frontier Media” und “Rick’s Cabaret”, die alle an der Börse notiert sind. Als die größten Unternehmen in dem Geschäft mit der Online-Pornographie galten um die Jahrtausendwende Voice Media (Cybererotica) und RJB Telcom, welche beide im Audiotext-Segment(Telefonsex) aktiv waren, bevor sie ihre Internetunternehmungen starteten. Außerdem Vivid Video, iGallery, WebPower, CyberEntertainmentNetwork(CEN), „Python Communications“ und BabeNet Ltd.. Im Bereich des “Premium Contents” sollen sie ungefähr die Hälfte des Marktes kontrolliert und zusammen einen Gesamtumsatz von mehr als einer Billion Dollar verzeichnet haben. Allein das Unternehmen „RJB Telcom“ kam auf einen jährlichen Umsatz von ca. 125 Millionen Dollar. Die Mehrzahl dieser Unternehmen befindet sich in privaten Händen, wobei eine zunehmende Tendenz zur Unternehmenskooperation und Networking festzustellen ist. So haben das „Cyber Entertainment Network” und “VS Media” Joint-Ventures mit der „Private Media Group” abgeschlossen, wie auch zwischen “Voice Media” und „Rick’s Cabaret International“ Geschäftskontrakte bestehen. „Private“, wie „Rick`s“ sind öffentlich gehandelte Aktienunternehmen, wie dies auch bei „iGallerie“, die inzwischen Bestandteil von „New Frontier Media“ sind, der Fall ist.


„How Big Is Porn?”, Dan Ackman, Forbes.com, (05.25.01)

Weissbuch der “Free Speech Coalition” (2005) / http://www.freespeechcoalition.com/whitepaper05.htm


Die Zusammenarbeit zwischen Technologie-, Softwarefirmen und Internetdienstleistern mit der Online-Sexindustrie schließt viele bekannte us-amerikanische Konzerne mit ein, u.a. Marriott, Exodus, Concentric, Verio, AboveNet, UUNet (im Besitz von MCI), Sun Microsystems, Yahoo!, AltaVista, Covad, Pacific Bell, Bell Atlantic, Real Networks, Microsoft, AOL und Earthlink. Die größten amerikanischen Kabelnetzwerkbetreiber und Satellitenfirmen, die an pornographischen Filmen über das Pay-per-View-Verfahren mitverdienen sind: Time-Warner, AT&T Cable, , News Corporation über Echostar und DirecTV und Comcast. Während der sogenannten Dot.Com-Krise in den Jahren 2000/2001 erwies sich das Segment der Online-Pornographie als relativ krisenfest und als stabilisierender Faktor der gesamten Internet-Ökonomie. In dieser Zeit, als viele Unternehmen des e-commerce bankrott gingen und ihren laufenden Zahlungen nicht mehr nachkommen konnten, war der Bedarf an Hardware, Hosting-Service und Bandbreite im Adult-Sektor ungebrochen nach wie vor hoch.


Inzwischen hat sich mit “AdultVest.com” die erste Investmentfirma gegründet, die über ihre Webseite mögliche Investoren und Unternehmen aus der Sexindustrie zusammenbringt. Mai 2006 hatten sich bereits 1000 Investoren über die Webseitenformulare des Unternehmens registrieren lassen.


Für Hosting-Firmen, die die Hardware des WorldWideWeb zu Verfügung stellen, stellte die Online-Pornographie ein wichtiger Einkommensfaktor dar, u.a. weil pornographische Webseiten eine weitaus größere Bandbreite und dementsprechend optimierte Hardware zur Darstellung der Photos und Filme benötigen, während viele der Non-Adult-Seiten sich früher überwiegend aus Html-Layout, textbasierten Inhalt und kleinen Graphiken zusammensetzten. Nach Informationen von „PCData Online“ und „NetCraft“ werden 14 der 20 us-amerikanischen Top-Adult-Sites von bekannten Firmen des regulären Internet-Kommerzes gehostet. “Akamai”, eine globale Caching-Company mit mehr als 8000 Servern, die an ca. 1200 Internet Service Providern stationiert und in über 55 Ländern an 700 verschiedene Netzwerke angeschlossen sind, ist ebenfalls an dem Business der Online-Pornographie beteiligt. Den Service den Akamai anbietet, besteht darin Webseiteninhalte(Content) von einem zentralen Server auf viele verschiedene zu platzieren, die sich näher am realen Ort der Konsumenten befinden. Dies sorgt führe schnellere Übertragungszeiten und vermindert die Gefahren von Netzwerküberlastungen. Akamai, zu deren Kunden u.a. CNN, Nasdaq, Apple, Microsoft, Yahoo, CBS und MSNBC gehören, bietet separat, über die Firma „Directrix” seinen Service auch für die Adult-Industrie an. Im März 2001 kam es zwischen der Firma und 15 führenden Unternehmen der Branche, wie Playboy, Vivid, iGallery und Babenet, zu weiterführenden Geschäftsgesprächen.


Zu den Firmen, die pornographische Webseiten hosten, gehören Unternehmen wie AboveNet (eine Tochterunternehmen von Metro Fiber Network(MCI)) , die beide zum MCI-Konzern gehörende Digex und UUNet, außerdem Exodus, Level3, und Verio (im Besitz des japanischen Telekomkonzerns NTT). AboveNet hostet die führende Adult-Webseite „Karasxxx.com“ von RJB Telcom mit monatlichen 6,9 Millionen Usern (2001). MCI hostet über seine Firmen Digex and UUNet, sowie Business Internet Inc die Megaseiten „Cybererotica“ mit einem monatlichen Traffic von über 4 Millionen monatlich (4,6 Mil./Februar 2001) und „adultrevenueservice.com“, außerdem die Webseiten „smutserver.com“, „sexspy.com” und “amateurfreehost.com”. Die Hostingfirma Exodus liefert ihren Service u.a. an „sexshare.com“, “adultfriendfinder.com”, wie auch “Danni’s Hard Drive“. “Level3” welche eines der größten Glasfaser-Netzwerke in den USA betreibt und 33% an dem Telekom-Unternehmen RCN besitzt, hostet die Webseiten „sleazydream.com“ und „lightningfree.com“.


Die großen Suchmaschinen-Betreiber, wie Yahoo, Alta Vista, AOL und Excite machten (2000) alle erhebliche Umsätze mit Onlinewerbung für pornographische Webseiten, vor allem mit der Bannerwerbung auf den Ergebnis-Seiten der dementsprechenden Such-Anfragen. Im Gegensatz zu den Firmen Compuserve und Prodigy, die in der Anfangszeit ihre Chatrooms und Messageboards kontrollierten und sexuell explizitite und obszöne Inhalte zensierten, vertrat AOL eine tolerante Geschäftspolitik gegenüber den Chat-Aktivitäten seiner Mitglieder und verschaffte sich so einen Wettbewerbsvorteil. Neben dieser toleranten Linie in den öffentlichen Chatrooms hatten AOL-Mitglieder die Möglichkeit eigene Chatrooms zu kreieren, einmal auf der Ebene von Interessengruppen und weitergehend als „private area“ wo die Öffentlichkeit ausgeschlossen war und der Zugang nur über persönliche Einladung erfolgte. 1996 sollen diese öffentlichen bis privaten Chat-Räume das profitabelste Geschäftsegment von AOL gewesen sein und 25% der gesamten Onlinezeit aller AOL-Mitglieder ausgemacht haben.


Yahoo hat in den ersten Jahren nach der Unternehmensgründung Sex als einen profitablen Geschäftsbereich wahrgenommen und dementsprechende Marketingstrategien entwickelt. Die zu sexuellen Themen bezug nehmenden Kategorien waren vielfältig und umfangreich. 1997 bot Yahoo dann den speziellen Service von „Adult-Only-Chatrooms“ an und betrieb dort eine intensive Vermarktung des dortigen Web-Space an pornographische Webseitenbetreiber. Yahoo hatte jahrelang auf den sex-orientierten Suchmaschinenseiten Bannerwerbung für pornographische Webseiten zugelassen und eine eigene Webseite, auf der Pornovideos und andere Produkte verkauft wurden, betrieben. 2001 kam es zu einer massiven E-Mail-, Presse- und Telefonkampagne von konservativen religiösen Gruppen, u.a. der einflussreichen „American Family Association“ Yahoo sah sein Image als Internet-Einstiegsseite für die ganze Familie bedroht und entschloss sich Werbung für pornographische Produkte nicht mehr zuzulassen. Dies betraf vor allem die Yahoo-Seiten für Shopping, Auktionen und bezahlte Anzeigen, sowie die Bannerwerbung. In dem folgenden dreimonatigen Zeitraum April bis Juni 2001 betrogen die Einnahmen von Yahoo 140,7 Millionen Dollar, im Gegensatz zu 232,9 Millionen Dollar für den gleichen Zeitraum im Jahr 2000. Ein defizitäres Ergebnis, welches sicherlich auf die damalige Dot.com-Krise verweist, aber auch auf die fehlenden Werbeeinnahmen, aufgrund des Beschlusses keine pornographische Werbung mehr zu schalten, zurückzuführen war.


Im August 2000 schloss AltaVista mit der Private Media Group einen bis dahin für reguläre Suchmaschinen ungewöhnlichen Geschäftskontrakt betreffend der Bannerwerbung ab. Anstelle eines normalen Werbevertrages wurde AltaVista ein Prozentsatz der Einnahmen, die aus den Mitgliedsbeiträgen von „Privates“ Webseiten resultierten, die über die Suchmaschine zustande kamen, zugesprochen. Über die Hälfte aller Suchanfragen bei AltaVista – zum damaligen Zeitpunkt 50 Millionen täglich – sollen sich auf sexuell relevante Themen bezogen haben. „Private“ erhoffte sich über dieses Arrangement weitere Einnahmen und einen höheren Traffic für seine Webseiten aus dem europäischen, pazifischen und asiatischen Raum, sowie aus dem mittleren Osten. Der nordamerikanische Markt – USA und Kanada – waren von diesem Kontrakt ausgeschlossen. In den Wirtschaftsanalysen und Statistiken großer Unternehmen ist das Segment „Online-Sex“ als Umsatzfaktor allerdings selten zu finden. Auch in den Reports von Wirtschaftsanalysten wird dieser Einkommensfaktor immer seltener aufgeführt. Die europäische Firma Datamonitor, die Ende der 1990er noch aufschlussreiche Statistiken erarbeitete und veröffentlichte, hat ihre Forschung eingestellt und sieht von einer Aktualisierung ihrer Statistiken ab. Dies mag aus „Rücksicht“ auf die betreffenden Großkonzerne, die gleichzeitig auch die wichtigsten Großkunden der Analysten sind, geschehen. Diese Unternehmen müssen, vor allem in den USA, Rücksicht auf die öffentliche Meinung nehmen, die oftmals durch Kampagnen einflussreicher konservativer christlicher Organisationen bewusst lanciert wird. Beste Beispiele sind die veränderte Geschäftspolitik von Yahoo nach einer inszenierten Mail- und Telefonkampagne im Jahr 2001 und der teilweise Rückzug von AT&T aus dem Geschäft mit der Online-Pornographie nach Auktionärsprotesten gleichen Jahres.


Usenet Newsgroups und das Bulletin Board System (BBS)


1979 entwickelten die Studenten Tom Truscott und Jim Ellis von der Duke University das sogenannte Usenet. Sie erdachten ein Dateien-Übertragungssystem in welchem die Beteiligten Nachrichten empfangen und lesen sowie abschicken konnten, die in einer Reihe von Kategorien, den „newsgroups“, unterteilt waren. Diese Nachrichten, Artikel, Textbotschaften, etc. wurden dann gespeichert und an eine große Gruppe von Servern weitergeleitet, die es möglich machten jede Textnachricht von einer Person zu Vielen zu transferieren. Das Usenet war zu seiner Zeit eine sehr innovative Technologie, galt aber mit der Einführung des Internets und des E-mail-Systems zunehmend als antiquiert. Die in den newsgroups geführten Diskussionen werden über Google Groups indiziert, aber keine der großen Suchmaschinen erfasst den Multimedia-Content, vor allem Videos und Photos, der weiterhin über das Usenet transferiert wird. Obwohl Yahoo und Google, sowie verschiedene P2P-Netzwerke ähnliche Möglichkeiten des Datentausches anbieten, werden laut Wikipedia täglich mehr als 2 Terrabytes an Content in das Usennet eingegeben. Die Usenet Newsgroups, ursprünglich eine rein textbasierte Möglichkeit des Meinungs- und Informationsaustausches, waren einer der ersten Internetservices die zur Distribution von Pornographie verwendet wurden.


Ab der zweiten Hälfte der 90er Jahre, als digitale Kameras und dementsprechende Software für den Computer für einen Massenmarkt verfügbar wurden und über das Usenet und später über Yahoo- und MSN-Groups freier Webspace angeboten wurde, bildeten sich eine Vielzahl von Gruppen, die sich mit speziellen sexuellen Interessen beschäftigten und dort ihre eigen Photos veröffentlichten. Viele Menschen aus der BDSM-Szene nutzten mit als erste diese Möglichkeiten des Internets. Aufgrund ihrer ausgefallenen sexuellen Praktiken und des möglichen Potentials einer Stigmatisierung war dort das Bedürfnis nach Informationsaustausch, Kommunikation und Partnersuche größer als bei anderen Gruppen. Innerhalb des Baums des Usenets unter hyerarchy alt. binaries.pictures.erotica mit den Untergruppen interracial, .transvestites und .wives, sowie unter alt.personal.bondage, bekommt man einen Einblick in die Bilderwelten dieser BDSM und Amateur-Interessengruppen. Viele dieser Seiten sind allerdings spam-verseucht und es besteht die Gefahr mit Bildmaterial konfrontiert zu werden, welches Szenen extremer Gewalttätigkeit oder Kinderpornographie enthält. Um dies zu vermeiden kann man einen der vielen Usenet-Services, wie pictureview.com in Anspruch nehmen, die beispielsweise jegliche Form von Kinderpornographie herausfiltern.


Zu jedem pornographischen Genre und jeder Nische gibt es dementsprechende Newsgroups. Das dargebotene Material besteht überwiegend aus Files von Bildern und Filmen, die von Magazinen gescannt, von kommerziellen Pornoseiten heruntergeladen wurden oder aus privat aufgenommenen Material. Außerdem stellen viele Unternehmen der Online-Pornographie Bildmaterial, das mit Wasserzeichen versehen ist, in das Usenet und nutzen es so als eine freie Werbemöglichkeit.


Über die unmoderierte Newsgroup Alt.sex.prostitution , die 1995 alt.sex.services und alt.sex.brothels ersetzte, fanden Diskussionen und ein Informationsaustausch über alle Aspekte der Prostitution statt. Aus der Perspektive der in diesem Bereich arbeitenden Frauen, wie auch aus der Sicht der Freier wurden die Situationen in den verschiedenen Ländern erläutert, Preise verglichen und Bordelle, Clubs, Bars, Callgirl-Ringe und Straßenprostituierte vorgestellt.


Obwohl bei diesem Material oft gegen das Urheberrecht verstoßen wird, ist es bis jetzt kaum zu juristischen Vorstößen der betroffenen Unternehmen und Content-Vermarktern gekommen. Newsgroup-Pornographie ist kostenfrei erhältlich und wird, wenn überhaupt, auf Tauschbasis gehandelt. Es stellt nach wie vor eine populäre Möglichkeit für Einzelpersonen dar, Pornographie anzubieten und zu erhalten und bietet ein größeres Maß an Anonymität da keine Übermittlung von Kontaktdaten, wie dies beim kostenpflichtigen Einloggen auf kommerziellen Seiten der Fall ist, verlangt werden. März 2005 waren beispielsweise innerhalb der alt.sex—Hierarchie noch über 1600 Gruppen verzeichnet, wobei ein Großteil der Gruppen keine nennenswerten Aktivitäten verzeichneten. Die Möglichkeit eines nicht-kommerziellen Video- und Bildertausches hat das Usenet, eigentlich ein Relikt aus den Anfangszeiten des Internets, lebendig gehalten. Eine weitere Methode nichtkommerzieller Distrubution von Pornographie bietet das ICR (Internet Relay Chat), ursprünglich ebenfalls ein textbasiertes Chat-System, dessen Popularität aber im Laufe der letzten Jahre zugunsten anderer file-sharing-Netzwerke, wie z.b. „Instant messaging“ von AOL nachgelassen hat.


GUBA“, eine Suchmaschine und Archivierungssystem, wurde 1998 von zwei Studenten der Arizona State University entwickelt um die enorme Datenmengen des Usennets zu erfassen. Die Möglichkeiten die „GUBA“ bietet haben erheblich mit dazu beigetragen das das Usenet gegenüber der Konkurrenz von ähnlichen Anbietern wie Google Video, Kazaa und Bit Torrent, etc., überlebt hat. Das Potential von “GUBA” liegt in der Suchmaschine und in der Implementation von Technologien, die die Wiedergabe der gewünschten Medien in fast allen gängigen Dateiformaten ermöglicht. Der flash-basierende Videoplayer spielt beispielsweise alle Typen von Videodateien ohne größere Wartezeiten ab. Der über „GUBA“ abgerufene Content ist mit den neuen Medien wie Apple’s Video iPod, Sony’s PlayStation Portable (PSP) und Microsoft’s Xbox 360 kompartibel und macht so die Multimediadaten des Usenets für jede Internetplattform zugänglich. Das Unternehmen sieht sein Ziel aber nicht nur in einer Vermarktung des Usenets, sondern weitergehend in einer Bereitstellung des Contents für den zukunftsträchtigen Mobile-Content-Markt. Gerade auch in Hinblich auf die Adaption der Technologien von dem Video iPod und PSP, stellt Pornographie ein nicht unbeträchtliches Marktsegment dar. Der überwiegende Teil der Multimediadaten des Usenets sind nicht erotischen oder pornographischen Kategorien zuzurechnen, bei den Usern von „GUBA“ stellt dies aber ein populäres Thema dar. Die Unternehmen mit denen „GUBA“ Geschäftspartnerschaften eingegangen ist, stammten zunächst alle aus dem Adult-Bereich: Video Box, AEBN, WantedList und Xobile. Aufgrund der konsumentenfreundlichen Such- und Navigationsfunktionen und vor allem der Komparibilität zu vielen Dateiformaten geht man davon aus sich weiterhin erfolgsversprechend auf dem Internetmarkt platzieren zu können und strebt strategische Partnerschaften in regulären Geschäftsbereichen an. Neben dem Hauptgeschäftsbereiches des Mediendownloads – für einen monatlichen Betrag von $14.95 können User Unmengen von Daten herunterladen – bietet „GUBA“ Partnerprogramme und Möglichkeiten für Content-Provider an. Inzwischen hat sich „Guba“ neu ausgerichtet. Die Adult-Sparte wurde ausgegliedert und ein kostenloses Videohosting-Angebot geschaffen. Weitergehend bietet „Guba“, nachdem dementsprechende Vereinbarungen mit Sony und Warner Bros. abgeschlossen wurden, den kostenpflichtigen Downloads von Hollywoodfilmen an. Seit März 2003 wird der lukrative Geschäftsbereich der Onlinepornographie von Guba über die Plattform skinvideo.com abgewickelt.


Quelle: AVN-Online, “Guba – Sexing up Usenet” 3-1-2006


Eine weitere Form des Informationsaustausches stellten die frühen Internetforen dar, die inzwischen allgemeiner Standard für die Kommunikation der verschiedenen Webcommunities geworden sind. Im Gegensatz zum offenen Usenet setzen die meisten Webforen eine Registrierung voraus. Viele Foren bieten registrierten Benutzern die Möglichkeit, sich per E-Mail benachrichtigen zu lassen, wenn neue Beiträge verfasst wurden. Ein Bulletin Board, als eine spezielle Form des Webforums, vereint alle Postings eines Themas auf einer Seite Nach einer einstellbaren Anzahl von Beiträgen wird das Thema auf eine Folgeseite umbrochen. Der Vorteil dieser „flachen“ Struktur ist eine niedrigere Abrufzeit, kann aber bei umfangreichen Themen zur Unübersichtlichkeit führen. Bereits vor der Geburt des World WideWeb anfangs der 1990er, wurden im größeren Umfang Informationen über solche Bulletin Board Systems (BBS) Sysops (Systems Operators) ausgetauscht. BBS startete Ende der 70er und hatte seine größte Popularität Ende der 80er Jahre erreicht. Während ein Großteil des Datentransfers der über das Bulletin Board System abgewickelt wurde nichtkommerziell war und dem Austausch von Informationen und Software diente, nutzten andere BBS-Operateure das System zum Versand von Pornographie. Die Bezahlung wurde derzeit über verschiedene Methoden abgewickelt. Entweder mussten Kunden eine Telefonnummer anrufen und einem realen Ansprechpartner die notwendigen Kreditkarteninformationen übermitteln. Die eigentliche Transaktion wurde dann manuell oder mit Hilfe von ICVerify, einem Softwarepaket, das die Überprüfung der Kundeninformation und den Überweisungsvorgang abwickelte, vorgenommen.


Andere Operateure nutzten die Zahlungssysteme die in der Telefonsexindustrie gebräuchlich waren und erhoben anfangs von jedem, der eine dementsprechend angewiesene 900-Nummer gewählt hatte, Gebühren. Da mit dieser Methode aber keine Kontrolle, inwieweit sich Minderjährige und andere unautorisierte Personen Zugang verschafften, möglich war, ging man bald dazu über den User seine Kreditkarteninformationen per Telefon über ein Interactive Voice Response (IVR) System übermitteln zu lassen, das dann den Prozess des Geldabhebens an das bestehende Visa/Mastercard-Netzwerk weiterleitete. 1993/4 wurde bereits im erheblichen Umfang Pornographie per Kreditkartenüberweisungen über das Internet gehandelt, während Server-Firmen wie Netscape zu diesem Zeitpunkt Schwierigkeiten hatten den erhöhten Sicherheitsanforderungen gerecht zu werden. SSL Security und Methoden der Datenverschlüsslung wurden gerade in das System implantiert, hatten aber oft Kompatibilitätsprobleme und die Serversoftware war teuer und kompliziert zu handhaben. In Konsequenz entwickelte sich das Apache Server Projekt, ursprünglich ein Open Source Projekt, welches freie Server-Software produzierte, zum Marktführer. 2001 wurden bereits über 60% aller Server weltweit über Apache betrieben, im Segment der Online-Pornographie soll dieser Prozentsatz sogar bei über 80% gelegen haben..