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11
Feb
10

Die Entwicklung des Rotlichtmilieus und des Unterhaltungsgewerbes St. Paulis

Die Entwicklung des Rotlichtmilieus und des Unterhaltungsgewerbes St. Paulis im Verhältnis der politischen und städtebaulichen Rahmenbedingungen

Inhalt

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Preface
Die Entwicklung von Hamburg,  Altona und der Vorstadt St. Pauli – Ein kurzer historischer Abriss-
Hamburg
Altona
St. Pauli

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Das Unterhaltungsgewerbe in St. Pauli und der Alt- und Neustadt
Die Aufhebung der Torsperre – Singspielhallen und Tanzlokale
Der Hamburger Dom, Tingeltangel und Variete
Massenunterhaltung in festen Häusern – Der Spielbudenplatz und die Große Freiheit
Eine neue Theaterlandschaft
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Verschiedene Obrigkeiten – verschiedene Rechts- und Handelssysteme
Warenschmuggel und Zensur
Kneipen, Kaschemen und Pennen – Die Grenzregion zwischen Hamburg und Altona
Politische Instabilität und politische Radikalisierung nach dem 1. Weltkrieg
Bürgermilitär, Gassenoffizianten und Nachtwächter – Die Entstehung eines modernen Polizeiwesens
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Stadtentwicklung und „soziale Fremdkörper“
Hamburgs Eingliederung in den preußischen Nationalstaat und die Entstehung
einer Gewerkschaftsorganisation
Das Konzept der Citybildung und die Zerstörung der Gängeviertel
Das Gängeviertel
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Das Prostitutionsgewerbe in Hamburg und St. Pauli
Mamsellenhäuser, Freudenhäuser und Bordelle – Alte Prostitutionsquartiere Hamburgs und St. Paulis
Bordellwirte und Verschickefrauen
Reglementierte und heimliche Prostitution
Mädchenhandel – Kampagnen und Wirklichkeit
Die Einschränkung des Hamburger Bordellwesens unter preußischer Einflussnahme
Die Prostitution in St. Pauli – Tanzlokale und „stille Wirtschaften“
Schlaf- und Heuerbasen in der Heinrichstraße (Herbertstr.)
Zuhälter und Ringvereine
Die sozialdemokratische Arbeiterbewegung und das Prostitutionswesen
Schließung der Bordelle
Hamburg und St. Pauli unter faschistischer Herrschaft
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Der Mythos St. Pauli – Erinnerung und Gegenwart
Hamburg und St. Pauli nach `45 bis in die 50er
Das Prostitutionsgewerbe und das Rotlichtmilieu seit der Nachkriegszeit
Die 60er Jahre – Musikclubs, Liberalisierung und die „St. Paul-Nachrichten“
Das Sexbusiness  in St. Pauli 1968
Die „Große Freiheit“ – Kabaretts und Transvestiten
Die 80er  Jahre  – ein Stadtteil im Umbruch
Musikclubs und „Kulturmeile“
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Die Prostitution im Hamburger Raum

Zuhälter und organisierte Kriminalität
Straßenstrich, Modellwohnungen und Bordelle
Migrantinnen im Prostitutionsgewerbe
Hamburger Initiativen und Organisationen
Im Detail: Sexuelles Entertainment auf St. Pauli

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14
Jan
10

(Art)Porn – Ausstellungen und Performances

Das Kriterium der Obszönität ist ein wesentlicher Faktor bei der Einteilung zwischen pornographisch und nicht-pornographisch. Ein Kriterium, das allerdings von den aktuellen Moralvorstellungen und dem Zustand der Kultur, der Gesellschaft und den politischen Konstellationen abhängig ist. Griechische Vasenmalereien und japanische Holzschnitte mit expliziten Szenen werden z.b. schon seit langem, entschärft als historische Artefakte, im Museen ausgestellt, ohne das sich daran ein Skandal entzünden würde. Aber auch im aktuellem Rahmen ist es gerade die Kunst, vor allem die experimenteller Künste, die die Grenze zwischen Nicht-Obszönem und Obszönem ausloten und als eine Schnittstelle benutzen, um den Zustand unserer Kultur zu reflektieren und Subkulturen anregen diese Grenze neu definieren. So die Performancegruppe COUM Transmissions mit ihrer skandalträchtigen Ausstellung „Prostitution“ in den 70er Jahren oder die Sängerinnen von Rockbitch und der Punkband Plasmatics mit ihren Bühnenauftritten und Bondage- und Fetisch-Accessoires. Die gleichen Accessoires, die als Punkmode von Vivienne Westwood in ihrer Londoner Boutique „SEX“ angeboten wurden und die mit der Popikone Madonna als Versatzstücke der pornographischen Kultur in den Mainstream gelangt sind. Sex und Pornographie – ob als Provokation, Ausdruck eines sexualpolitischen Standpunktes, Marketinginstrument oder als künstlerisches Ausdrucksmittel – werden von den Medien transportiert und stoßen generell auf  ein verstärktes Interesse in der Gesellschaft. Inzwischen gibt es eine wachsende Anzahl von Ausstellungskonzeptionen und Museen, die auf dieses Thema ihren Fokus gelegt haben.

Bei der Ausstellung „Deep Inside“ 1996 im Museum für zeitgenössische pornographische Kunst in Lausanne präsentierten sich neben Bildern, Photos und Videos von bekannten Namen wie H.R. Giger, Martin Disler, Sigmar Polke und Dieter Roth auch Künstler wie Brigitta Garcia Lopez mit ihrer Genitalinstallation „Forty two Dicks“ und Performancekünstler wie Katrin Kubatz, der Airbrushkünstler Joe Brockerhoff und die  S/M Performance Gruppe „Das Tor“. Die schweizerischen Behörden zensierten allerdings bereits 10 der 300 Ausstellungsstücke vor der Eröffnung, wie auch das „Musee d’art contemporain pornographique“, das von Edi A.Stoeckli und Peter Preissle initiiert wurden war, nur kurze Zeit bestand. 2002 vereinte dann der Galerist Silvio R. Baviera Teile der dort gezeigten Sammlung mit eigenen Beständen und Leihgaben zu einem Museum auf Zeit. Aus dieser Initiative entstand das „Museum of Porn in Art“, dessen Vernissagen überwiegend in den Lagerräumen von Edi’s Weinstube stattfinden. Auf der gleichnamigen Webseite wurden 2006 bereits über 30 verschiedene Ausstellungen dokumentiert, dessen einzelne Bilder in einem interaktiven Menü, ausgehend von einem 360°-Panorama, angeklickt werden können.

http://www.porninart.ch/

In New York, in einem ehemaligen Bordell an der Fifth Avenue, wurde Oktober 2002 das erste Sexmuseum der USA von Daniel Gluck eröffnet. Über die Qualität und den Inhalt der dortigen Ausstellungen bestimmt u.a. ein Historikerbeirat aus 14 Wissenschaftlern. Die ständigen Ausstellung des Museums setzt sich aus über 9000 Objekten zusammen  und versucht für einen Zeitraum von 250 Jahren zu dokumentieren wie sich Moral, Praxis, visuelle Repräsentation und Attitüden zum Thema Sex und Sexualität in den USA verändert haben. Die verschiedenen Sektionen geben dem Besucher einen Überblick über das Thema, das mit Videofilmen, Photographien, Dokumenten und  Objekten dokumentiert wird. Die erste Ausstellung war dem Thema „NYC Sex: How New York transformed Sex in America“ gewidmet. Sie bot Einblick in die Sexsubkulturen der Stadt vom 19. Jahrhundert bis heute und thematisierte Obszönität, Geburtenkontrolle, Fetischismus, Burleske und Prostitution. Inzwischen hat das Museum sieben weitere Sonderausstellungen und drei interaktive Onlineprojekte realisiert. Weitergehend versteht sich das Museum als ein Veranstaltungszentrum, wo Performances, Lesungen und Seminare abgehalten werden. In dem angegliederten Museumsshop werden neben Publikationen und Photopostkarten, spezielle Kleidung und Sextoys angeboten. Weitere Ausstellungsthemen waren die Geschichte des amerikanischen Pornofilms und des Pinup, männliche Aktphotographie, Sexmaschinen und Einblicke in die sexuelle Kultur Japans und China, u.a. in Kooperation mit dem chinesischen Sexmuseum in Shanghai. Das populärste Onlineprojekt des Museums ist „Mapping Sex in America“. Es bietet jedem User anonym die Möglichkeit ein persönliches sexuelles Erlebnis zu beschreiben, dieses wird dann nach geographischen Raum und sexueller Kategorie (gay, bi, hetero) in einer interaktiven Landkarte veröffentlicht. Die Beiträge, die von kurzen Notizen bis zu längeren Stories reichen, sind für jeden User einsehbar und sollen die sexuellen Praktiken und Phantasien und ihre Veränderung in den kommenden Jahrzehnten dokumentieren.

http://www.museumofsex.com

Neben diesem Museum gibt es in den USA weitere Ansätze sogenannte Pornographie in die Sphäre der Kunst zu überbringen. In der San Francisco Bay Area, wo eine Vielzahl von Künstlern sich innerhalb der verschiedenen sexuellen Subkulturen bewegen und ihre Kunst in Ausstellungen präsentieren, haben sich in den Jahren um die Jahrtausendwende aus den verschiedenen Segmenten der Queer-Community mehrere Multimedia-Performancegruppen gegründet, die Aspekte ihrer Identität und ihres Alltagslebens auf der Bühne thematisieren, aber auch herkömmliche sexuelle Standards und Stereotypen kritisch hinterfragen. Zu den bekanntesten gehört die 2001 gegründete Gruppe „Fresh Meat“ des Regisseurs Sean Dorsey, neben weiteren Gruppen wie der „Queer Latina/o Artists‘ Coalition San Francisco“ und der aus lesbischen Frauen bestehenden „Liquid Fire Productions“. Ein weiteres Projekt ist die „Dirty Show”, die seit dem Jahr 2000 in Detroit und anderen Orten organisiert wird. Die Organisatoren Jerry Vile, Jeremy Harvey und Glenn Barr verstehen es als ihre Mission erotische Kunst in allen ihren Formen zu promoten und zu propagieren. Die „Dirty Show” wird jährlich an einem Wochenende zum Valentinstag veranstaltet und bietet neben einem Ausstellungskonzept ein umfangreiches Live-Programm, wo neben Neo-Burleske-Gruppen, PostPorn- und SM-Performancegruppen auftreten.

http://www.queerlist.org/

Seit den 1990ern erlebt die Burleske eine Renaissance und eine neue Generation von Performance-Künstlern nutzt das Setting der Burleske um sich auf der Bühne mit Themen wie Gender und Transgression auseinanderzusetzen.  Auf Festivals wie dem New York Burlesque Festival und dem Tease-O-Rama treten bekannte Neo-Burleske-Performer wie Julie Atlas Muz, die 1998 gegründeten Pontani Sisters und Jo Boobs aka Jo Weldon auf. Allein auf dem Festival 2006 in New York zeigten über 60 verschiedene Burleske-Gruppen in ihren Bühnenshows ein Spektrum, das von Vintage-Style, Kabaret, theatralen Striptease, modernen Tanzchoreographien, Persiflagen und politischer Queerkultur reicht. Jo Boobs, die seit den 80ern als Stripperin, Lap-Tänzerin und Burleske-Performerin auftritt und eigene Shows wie „Hubba Hubba Hey!–A Burlesque Salute to the Ramones“ produziert hat, bietet auf ihrer Webseite „G-Strings Forever“ Burleske und Lap Dance-Kurse sowie umfangreiche Ressourcen und weiterführende Links zum Thema Striptease und Burleske an. Auf dem Festival „The Famous Spiegeltent“ in Edinburgh(England) waren 2005 eine Vielzahl von Burleske- oder burleske-beeinflussten Shows vertreten, u.a. Balagan, eine Musical-Show mit Circus und Vaudeville-Acts, die Australierin Moira Finucane mit der Gruppe „The Burlesque Hour“ und Marisa Carnesky von „La Clique“. Für Moira Finucane, die bereits das Publikum der Oper in Sydney mit ihrer Show bespielte stand die Burleske schon immer in der Tradition einer subversiven weiblichen Bühnenpraxis.

Ein weiteres Projekt ist die „Sex Worker`s Art Show„, die seit 1998  jedes Jahr durch eine Vielzahl us-amerikanischer Städte tourt und inzwischen enorm an Umfang und Professionalität gewonnen hat. Gegründet von der SexPro-Aktivistin Annie Oakley, einer ehemaligen Sexarbeiterin, hat sie sich zu einer Liveshow entwickelt in der Frauen, Transgender und Männer aus allen Bereichen der Sexindustrie – von Prostituierten, Dominas, Pornofilmdarstellerinnen bis zu Internetmodellen, ihre Erfahrungen in der Sexindustrie künstlerisch reflektieren und traditionelle Vorurteile und Stereotypen aufbrechen. Die Bühnenshow setzt sich zusammen aus Poetry, Kabarett, Musik, Burleske und Multimediaperformances

“After finishing my yoga stretching, I focused on the slam-dancing punk-rock stripper onstage. The music was loud and violent. She was all in black, ripped fishnets and T-shirt, which she shredded off slowly. She thrashed more than danced. All this was a fantastic distraction from the doom looming ahead. Slam Dancer hurled herself up in the air and landed hard on her knees, bones thudding on the wooden floor. The crowd dug it big time. Then she whipped off almost all her clothes and urinated onstage. The stagehand next to me, who would have to mop up afterward, looked pained. In her big finish, Slam Dancer threw herself into the air and landed in a split. The place went bananas. She rushed off, eyes wild, red cheeks flushing , turned to me and asked: „Do you think it worked?“ I didn’t quite know how to respond, but I felt that I should support this raw, powerful sex worker and sister stripper. So I looked into her eyes, nodded thoughtfully, and said: „Yeah, I thought it was a wonderful deconstruction of the puritanical values that have strangulated this culture for centuries.“ She smiled sweetly.”

Ausschnitt aus einem Artikel des San Francisco Chronicle über die „Sex Worker`s Art Show“ von David Henry Sterry –  „Sexual free-for-all lets it all hang out” Januar, 2004

http://www.bayswan.org/  (u. a. SexworkerArtShow, San Francisco)

14
Jan
10

Performancegruppen

Die heutigen Performancekünstler können in ihrem Schaffen auf eine Tradition zum Teil illustrer Einzelpersönlichkeiten und Gruppen zurückblicken, die seit den kulturellen Umbrüchen der 60er Jahre
neue Wege der künstlerischen Präsentation gangbar gemacht haben. Die “Cockettes”, eine über 20-köpfige Gruppe von Hippies, die aus der Gegenkultur des Stadtteils Haight-Ashbury in San Francisco stammten, wurden Ende der 60er Jahre mit Performanceauftritten auf Konzerten und auf der Bühne des Palace Theater bekannt. Sie präsentierten sich in extravaganten Kostümen und oft nackt auf der Bühne und spielten ein humorvolles Spiel mit der Geschlechtsidentitäten, so traten die bärtigen und langhaarigen Darsteller als „chorus girls“ auf die Bühne, schwangen ihre Kleider und präsentierten ihre mit Glitzerstoff verzierten Genitalien. Laut dem San Franciscoer Regisseur David Weissman, der 2001/2 in seinem Film „The Cockettes“ dem Werdegang der Gruppe nachspürte, waren sie die ersten die öffentlich auf der Bühne in Frauenkleidern auftraten und einen Drag-Stil etablierten und damit die Glitter-Rock- Zeit von Musikern wie David Bowie, Elton John und den New York Dolls, sowie die Shows von Bette Midler und die Filmemacher der “The Rocky Horror Picture Show” beeinflussten und inspirierten. In der ersten Hälfte der 70er Jahre kreierten sie ca. 20 Shows wie „Tinsel Tarts in a Hot Coma“ und „Pearls over Shanghai“ und produzierten den Film „Tricia’s Wedding“ eine Transvestitenparodie auf die Hochzeit der Tochter von Präsident Nixon und spielten in weiteren Filmen wie „Elevator Girls in Bondage“ mit. Um die „Cockettes“ entwickelte sich ein Medienhype – sie erschienen in Magazinen wie Rolling Stone und Paris Match – bis sie dann einer Einladung auf die Bühnen von New York folgten. Dort gelang es der Gruppe allerdings nicht, in ihrem oft auf Spontanität und Improvisation beruhenden Spiel, das Lebensgefühl  Haight-Ashbury`s der Bay Area zu vermitteln und so enttäuschten sie das an ein professionelles Niveau gewöhnte New Yorker Publikum und der Hype um die Gruppe war beendet.

In dem Spektrum des künstlerischen Schaffens von Genesis P-Orridge welches Performances, Fotografie, Multimedia-Installation, Musik und Text umfasst, wird oft eine radikale Auseinandersetzung mit Themen wie Pornographie, Queer und Transgender, sowie rituellen Kontexte sichtbar. Der 1950 in Großbritannien geborene Genesis P-Orridge wechselte wegen strafrechtlicher Verfolgung, ausgelöst durch einige seiner Kunstaktionen, 1992 in die USA und lebt und arbeitet inzwischen in New York. Maßgebliche künstlerische Phasen waren bestimmt durch seine Performancegruppe „Coum Transmissions“ in den 70ern und die danach entstandenen Musikgruppen „Throbbing Gristle“ und „Psychic TV“. P-Orridges spätere Werkreihe „Pandrogeny“ zeigt die fortgesetzten Auseinandersetzung des Künstlers mit der Transgender-Thematik  und dokumentiert die radikale Konsequenz der Performance am eigenen Körper. Genesis P-Orridge wie auch seine zweite Frau Jaye Breyer haben sich einer Reihe von chirurgischen Eingriffen unterzogen, mit dem Ziel des Auflösen der geschlechtlichen Grenzen und sehen sich als Aspekte einer hermaphroditischen Einheit. Genesis ließ sich Brüste implantieren und nennt sich seitdem Breyer P-Orridge.

Genesis P-Orridge trat ca.1969/70 dem Performanceprojekt „Transmedia Explorations“ bei, die – wie viele experimentelle Theatergruppen zu dieser Zeit – versuchten mittels verschiedener Konzepte die Grenze zwischen Bühne und Zuschauerraum – zwischen den Darstellern und dem Publikum zu zerstören. Das besondere bei „Transmedia Explorations“ war deren verpflichtender kommunaler Lebensstil. Die Mitglieder schliefen jede Nacht in einem anderen Bett, suchten sich ihre tägliche Kleidung aus einem Gemeinschaftsraum – Das Spiel mit angenommenen und zugewiesenen Identitäten, Rollen und Sprache gehörten zum konzeptionellen Lebensstil des Projektes. Auf der Basis seiner Erfahrungen bei „Transmedia Explorations“ gründete P. Orridge das Kunstkollektiv COUM Transmissions, das ab 1972 eine Reihe von provokativen Performances in Kunstgalerien und bei Mixed-Media-Festivals in England und Kontinentaleuropa veranstalteten. Typische Komponenten einer solchen Performance waren das sich P. Orridge Hühnerköpfe auf den Penis legte und masturbierte oder er mit seiner Partnerin Cosey Fanni Tutti mit einem doppelten Dildo gleichzeitig analen und vaginalen Sex hatte. Beliebte Requisiten dieser Aktionen waren mit Milch, Blut und Urin gefüllte Spritzen, benutzte Tampons, Federn und faule Eier.

Die Arbeiten von COUM Transmissions waren in ihrer Anfangszeit stark von der Fluxus-Bewegung beeinflusst, bis sich dann ab 1973, unter dem Einfluss von Peter Christopherson, die Gruppe für sexualmagische und BDSM-Praktiken zu interessieren begann. Im Zeitraum 1969 – 1977 war COUM auf vielen Kunstfestivals und Galerien in den USA und Europa zu Gast. 1976 wurde in dem Institute of Contemporary Arts die Ausstellung „Prostitution“ organisiert, die zu einem Medien- und Kunstskandal avancierte. Sie war einerseits eine Retrospektive des künstlerischen Schaffens und der Entwicklung von COUM, weitergehend flossen auch die Erfahrungen von Cosey Fanni Tutti(Christine Carol Newby) mit ein, die zu dieser Zeit als Pornomodell bei Magazinen wie Cum Fiesta und Men Only arbeitete. Die Ausstellung zeigte einzelne Seiten von pornographischen Magazinen, fluxus-inspirierte Skulpturen die die Menstruation thematisierten und Objekte aus verschiedenen Sextoys. Auf der Vernissage spielten erstmals die Throbbing Gristle, die sich überwiegend aus Mitgliedern von COUM Transmissions zusammensetzte und die einen Wechsel von der Kunst- zur Musikszene ankündigte.

Throbbing Gristle (ein Slangbegriff aus Yorkshire, der einen erigierten Penis meinte) gründete sich im September 1975. Einerseits ein strategischer Schritt, um mit dem durch die Provokationen und Skandale erzeugten Hype um COUM Transmission als konzeptionelle Anti-Musik-Gruppe in die Welt der Pop-Kultur überzuwechseln. Andererseits ein ernstgemeinter Ansatz eines experimentellen Musiklabors und der Klangforschung

Am Beispiel von Throbbing Gristle, bzw. der später folgenden PsychicTV wird deutlich, das Musikgruppen, vor allem aus dem Industrial- und Gothic-Segment die BDSM-Szene, bzw. die dementsprechenden Clubs beeinflussen. Einer dieser Clubs ist der bekannte „Torture Garden“. „Torture Garden“ ist ein englischer  Fetish- und SM-Club mit Überschneidungen zur alternativen Clubszene. Seit den 90er Jahren werden dort regelmäßig Musikevents, Performances und Konzerte veranstaltet. Der Gründer von Torture Garden sieht den Gedanken des Clubs von theoretischen Vertretern eines transgressiven Konzeptes von Sexualität wie George Bataille und von Musikgruppen wie PsychicTV und Temple ov Psychic Youth beeinflusst. Der Club betreibt ein eigenes Musiklabel wo überwiegend Experimental-, Neofolk und Industrial-Musik von Gruppen die bei TG Live-Auftritte absolviert haben, vertrieben werden. Bekannte Gruppen des “Labels World Serpent Distribution” sind Coil, Sol Invictus, Cyclobe, Backworld und Neither/Neither World.

P-Orridge wirkte in den 70ern als Performancekünstler und studierte und praktizierte in diesem Zusammenhang in den 80ern rituelle und schamanistische Techniken und war in der Body Modification-Bewegung der „Modernen Primitiven“ involviert. Anfangs der 90er traf er mit Jaye Breyer, seiner späteren Frau, zusammen. 2003 begann P-Orridge mit seiner Partnerin die Performance-Serie “Breaking Sex“, die die Auflösung, bzw. Wiedervereinigung von Mann und Frau zu einem hermaphroditischen Zustand behandelt und die dementsprechenden Körpermodifikationen der beiden Künstler thematisiert.

„In our quest to create the Pandrogyne, both Genesis and Lady Jaye have agreed to use various modern medical techniques to try and look as much like each other as possible. We are required, over and over again by our process of literally cutting-up our bodies, to create a third, conceptually more precise body, to let go of a lifetime’s attachment to the physical logo that we visualise automatically as “I” in our internal dialogue with the SELF.(…) Breyer P-Orridge believe that the binary systems embedded in society, culture and biology are the root cause of conflict, and aggression which in turn justify and maintain oppressive control systems and divisive hierarchies. Dualistic societies have become so fundamentally inert, uncontrollably consuming and self-perpetuating that they threaten the continued existence of our species and the pragmatic beauty of infinite diversity of expression. In this context the journey represented by their PANDROGENY and the experimental creation of a third form of gender- neutral living being is concerned with nothing less than strategies dedicated to the survival of the species.“

Zitat aus der Projekterläuterung von der Webseite  http://www.genesisp-orridge.com/

Reynolds,Simon: 2007,  « Schmeiß alles hin und fang neu an – Rip it up and start again – Postpunk 1978 – 1984 » Hannibal Verlag, Hafen (Österreich)

Die Sängerin und Performancekünstlerin Lydia Lunch setzte ebenfalls Versatzstücke pornographischer Kultur bei ihren Auftritten provokant in Szene. Viele ihrer Auftritte beschäftigten sich mit den Themen Macht und Inzest, Gewalt und Unterwerfung. In den Filmen des Underground-Filmemachers Richard Kerns “Submit to Me”(1985), “The Right Side of My Brain” (1985) und “Fingered” (1986) bei denen sie als Darstellerin auftrat und teilweise das Drehbuch mitschrieb, wird transgressiver Sex, Fetischismus und Gewalt thematisiert. In dem Art-Porn-Kurzfilm „Fingered“ spielt sie eine Prostituierte, die zwischen exzessiver Gewalt und explizitem Sex nach ihrer Identität sucht. Lydia Lunch war bereits 1978 mit der Band „Teenage Jesus and the Jerks“ eine der zentralen Figuren der New- Yorker Art Punk-Szene, die sich dann unter dem Label „No New York“ formierten und sich an der Lower East Side als innovative Kunstszene etablierten, bis der Bürgermeisters Guilianis mit seiner „Zero Tolerance“-Politik Mitte der 90er das dortige Rotlichtmilieu durch restriktive Sperrgebietsordnungen vertrieb und den Stadtteil zu einer „sauberen“ Touristenattraktion umbauen ließ. In den 80ern machte sie sich als Musikerin selbstständig und arbeitete mit bekannten Gruppen wie Sonic Youth, Birthday Party, Einstürzende Neubauten und Nick Cave zusammen und repräsentierte als Sprecherin das Festival „The History Of Underground Film“ in Europa und Australien.

Die Frauen der britischen Rockband „Rockbitch“ vertraten auf der Bühne einen aggressiven sexuellen Habitus, wie er sonst nur von männlichen Musikern bekannt war. Auf einem Harley Davidson Festival in Frankreich 1996 geriet der Auftritt der Gruppe zu einem sexuellen Happening und leitete die wechselseitige Geschichte der Gruppe zwischen Erfolg, Medienskandalen und behördlichen Repressionen ein. Die 6-8 Frauen und 1-2 Männer der Musikgruppe lebten mit weiteren Frauen in einer Kommune in Frankreich zusammen, wo sie u.a. sexualmagische Rituale praktizierten, die sie später im Kontext ihrer Auftritte auch auf der Bühne praktizierten.

“The Orgasm is the original creative energy of the Universe : The Big Bang, from which everything else originated. A statement difficult to express in words but which can be demonstrated on stage – Music and Sex are the languages understood by all”.
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Die Bühnenauftritte waren aber eher Spektakel wo bewusst Tabubrüche inszeniert wurden, als spirituelle Happenings. Lovedolls, Dildos und Totenschädel wurden als Requisiten benutzt und die Frauen waren mit langschaftigen Stiefeln, Ketten und Lederunterwäsche bekleidet. Eine der Musikerin agierte auf der Bühne als Sexsklavin und dem Publikum wurden anschauliche Ratschläge zum fist-fucking gegeben. Die Musikgruppe nutzte diese Staffage aber nicht nach dem Motto „Sex sells“, sondern waren in ihrer Performance konsequent radikal, was ihnen dementsprechende Probleme mit den staatlichen Institutionen einbrachte. Über 50 Konzerte ihrer Europatourneen mussten wegen polizeilicher und behördlicher Verbote wieder abgesagt werden, sogar in den liberalen Niederlanden war ihnen nur der Auftritt in den Großstädten erlaubt. In Deutschland wurden die Konzerte nur bei Einhaltung eines auf die Auftritte abgestimmten Regelwerks zugelassen.  In der Anordnung des Münchner Amts für öffentliche Ordnung  beispielsweise wurde 1999 genau festgelegt, was die Band durfte – und was bei Androhung einer vierstelligen Ordnungsstrafe und eines Konzertabbruchs alles nicht erlaubt war. Den Musikerinnen war nicht erlaubt „die Ausübung des Geschlechts-, Oral- oder Analverkehrs; das Einführen von Gegenständen oder Körperteilen in die Vagina oder den Anus; das Urinieren oder die Abgabe von Flüssigkeiten aus der Vagina in das Publikum; sowie Erklärungen oder Verhaltensweisen, die die Vornahme sexueller Handlungen zwischen Darstellern und Mitgliedern des Publikums zum Gegenstand haben „.

1998 organisierten “Rockbitch” einen “Diamond Condom Award” in Amsterdam, wo sie sich bei ihrem Aufruf auf eine illustre Mischung von Persönlichkeiten bezogen: die Sexologen Shere Hite und Wilhelm Reich, SexPro-Aktivistinnen wie Tuppy Owens, Betty Dodson und  Annie Sprinkle, Madonna, Frederico Fellini, Wendy O. Williams, die Lead-Sängerin der Plasmatics und Mary Millington, einer Pornodarstellerin aus den 70ern. Der „Condom-Award“ entwickelte sich zeitweise zu einem festen Bestandteil der Bühnenperformance, deren Gewinner/Innen dann auf oder hinter der Bühne von den Musikerinnen zum Sex eingeladen wurden. „Rockbitch“ gaben 2 Alben heraus, 1999 „Motor Driven Bimbo“ und  2002 „Sex Death Magik“, realisierten mehrere Videofilme und spielten auf ihren Tourneen (wenn die Gigs denn zustande kamen) meistens erfolgreich in ausverkauften Sälen. Aufgrund zunehmender Restriktionen seitens staatlicher Behörden und Problemen mit dem Establishment der Musikindustrie löste sich „Rockbitch“ 2002 auf. Die Musikerinnen gründeten daraufhin die Gruppe „MT-TV“, die allerdings die vorherige Bühnenpraxis nicht weiterführte. Die Frauen treten dort unter Pseudonymen auf und zelebrieren auf ihren Bühnenshows eine theatrale und problemlose Gothic-Ästhetik

Eine Musikgruppe, die die Performance von „Rockbitch“ in einem werbewirksamen, rein kommerziellen Rahmen nachgeahmt hat, ist die 2000 gegründete Rockgruppe „Pornrock“ aus New York, inzwischen in „Erocktica“ umbenannt. Die Bühnenpraxis der Gruppe besteht aus einer Mischung aus Konzert und Amateur-Stripteaseshow und verfügt über kein nennenswertes Sendungsbewusstsein. Ihre Texte, die Plattencover, wie ihre Webseite sind auf die Ästhetik der regulären Sexindustrie ausgerichtet. Sie haben inzwischen mehrere US- und Europatourneen absolviert und sind auf verschiedenen Erotikmessen und Conventions aufgetreten und erschienen  2006 in der PlayboyTV-Sendung „Sexcetera“.

Der Performancekünstler Steven Cohen aus Südafrika wurde mit seinen Queer-Performances im Zeitraum 1997-2004 bekannt. In Südafrika, fühlte er sich nach der Abschaffung der Apartheid als weißer, jüdischer Homosexueller zunehmend diskriminiert und thematisierte dies provokativ in seinen Performances. In der Aufführung ‚Limping into the African Renaissance‘ (2000) performte er mit einer überdimensionalen Beinprothese und schwarzen Dildos auf dem Kopf und im After zu den Klängen der südafrikanischen Nationalhymne. Auf anderen Aktionen fuhr er im Tutu und mit einem brennenden „Knallfrosch“ im Hintern auf Rollerblades durch Johannesburg, agierte im SM-Dress als Fliege verkleidet oder thematisierte auf begleitenden Videos Fetisch-Kunst und „White-Room“-Praktiken wie Klistiere und Spülungen. In seiner Heimat berührte er damit viele Tabus und war dementsprechend umstritten, während er auf seinen Auftritten in Europa und Australien in der Regel mit wohlmeinender Kritik bedacht wurde.

Die 1947 in Saint-Etienne (F) geborene Performancekünstlerin Orlan lebt und arbeitet seit 1983 in Paris. Ihre künstlerischen Arbeiten beschäftigen sich mit Fragen des Status des Körpers und der Rolle der Frau in der Gesellschaft. In den 1960ern wurde sie mit einer Ausstellung bekannt, in welcher sie die Weitergabe von Bettlaken von ihrer Mutter an sie als Bestandteil der Tradition der Aussteuer thematisierte. Diesem Brauch nach soll die Tochter die für die Ehe vorgesehene Aussteuer mit ihren Initialen besticken. Orlan hingegen benutzte die Bettwäsche beim Sex mit ihren Freunden und umstickte dann die Spermaspuren. Bei der photographischen Dokumentation dieser Stickarbeiten inszenierte sie sich als häusliche Ehefrau. Die als Performance inszenierten chirurgischen Gesichtsoperationen sind die bekanntesten und umstrittensten Werke der Multimediakünstlerin Orlan. Die Konzeption ihrer „Art Charnel“ begann die Künstlerin 1980 mit einem eigenen Manifest, in dem sie ihren Körper zu einem „modifiziertes Ready-Made“ erklärte. In den bis jetzt durchgeführten Operationen trugen die beteiligten Ärzte und Orlan speziell entworfene Kleidung und der OP-Saal wurde nach künstlerischen Kriterien umgestaltet. Die Künstlerin, nur lokal betäubt, rezitierte während des Eingriffs ausgewählte Texte von Autoren, wie Antonin Artaud und der Psychoanalytikerin Eugenie Lemoine-Luccioni. Die chirurgischen Eingriffe wurden auf Video detailgenau aufgezeichnet und zum Teil live in verschiedene Kunstgalerien und Museen übertragen. Die Methoden und Materialien der Schönheitschirurgie werden hier nicht wie üblich verwendet um den Körper an das aktuelle Schönheitsideal anzupassen, sondern thematisieren den  kulturspezifischen Schönheitsstandard. In ihrer letzten Operation ließ sich die Künstlerin beispielsweise auf jeder Schläfe ein beulenartiges Implantat einsetzen und kombinierte mit Hilfe digitaler Verarbeitung Photographien ihres veränderten Gesichtes mit Photos präkolumbianischer Objektkunst und afrikanischer Masken zu visuellen Eindrücken, die sie in ihrer Werkreihe „Self-hybridations“ ausstellte.

Die New Yorker Theaterautorin Eve Ensler hat ca. 200 Interviews mit unterschiedlichsten Frauen – von alten Damen und Mädchen, Ehefrauen und Prostituierten, Arbeiterinnen und Professorinnen –  geführt, in denen sie zu ihrem Geschlecht befragt wurden. Aus diesen hat die Autorin das Buch und spätere Theaterstück „Die Vagina-Monologe“ zusammengestellt. Sie reflektieren die unterschiedlichen Erfahrungen und Ausdrucksweisen der Frauen und jedes ausgewählte Interview repräsentiert einen spezifischen Aspekt des Themas – von Masturbation, Sex und Orgasmus zu Schamhaarfrisuren, Sekreten, Monatsblutungen und Geburt, bis zu Klitorisbeschneidungen und Vergewaltigungen. Bestimmte Fragestellungen bringen die Frauen dazu ihr Geschlecht zu personifizieren und sich Gedanken zu machen was ihre Vagina denn zu sagen hätte und was sie anziehen würde. Die Intention der Autorin Ensler war es, die Tabus um die weibliche Geschlechtlichkeit aufzuweichen, Frauen Mut zu machen einen eigenen Weg zu ihrer Lust zu finden und gleichzeitig ein entschiedenes Plädoyer gegen sexuelle Gewalt zu halten. Das Buch wie das Theaterstück waren außerordentlich erfolgreich, die Vagina Monologe wurden in über 45 Sprachen übersetzt und wurden an vielen us-amerikanischen und europäischen Bühnen aufgeführt. Ende 1996 wurde das Stück erstmals in einen Off-Broadway-Theater gezeigt, wo es 2 Jahre gespielt wurde, später folgte die Aufführung am Londoner West End. 1997 gewannen die Vagina-Monologe den Obie Award und 2002 wurde das Stück für den Olivier Award nominiert. Viele prominente Frauen, wie Whoopi Goldberg und Alanis Morissette, haben bei den Lesungen der Monologe direkt mitgewirkt. Der nachhaltige Erfolg und der finanzielle Gewinn ihres Theaterstücks inspirierten Eve Ensler „V-Day“ zu kreiieren. „V-Day“ versteht sich als eine Bewegung mit dem Ziel sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu stoppen. Diese Entwicklung wurde von SexPro-Aktivistinnen wie Camille Paglia und Betty Dodson kritisiert, die diese zunehmende Fokussierung auf die Viktimisierung von Frauen als einen Schritt in die falsche Richtung begriffen, der wegführt von den kreativen und regenerativen Energien eines lustvollen sexuellen Umgangs mit sich selbst und Anderen und stattdessen, ähnlich wie bei der feministischen PorNo-Diskussion in den 80er und 90ern, männer- und sexualfeindlichen Tendenzen den Weg bereitet.

Puppetry of the Penis ist eine Genital-Akrobatikshow, die von den beiden Australiern Simon Morley und David  Friend in einer Bühnenshow  dargeboten wird wo die beiden ihren Penis und Hoden zu 40 verschiedenen Figuren ziehen, quetschen und formen. Die Vorführung wurde vom Publikum nicht als pornographisch, bzw. obszön wahrgenommen und die Presse reflektierte Puppetry of the Penis als Comedy. 1996 gab Simon Morley einen Kunstkalenders heraus, in dem zwölf Genital-Origami-Figuren („dick tricks“) präsentiert wurden. 1998 traten Morley und Friend erstmals auf dem Melbourne International Comedy Festival auf und waren mit ihrer Show ungemein erfolgreich. Es folgte eine Tournee in Australien, 2000 dann ein Auftritt auf dem Edinburgh Festival, bis die Show dann für ein halbes Jahr für ein ausverkauftes Haus im Londoner Westend sorgte. Aufgrund der großen Nachfrage wurden weitere Bühnenteams rekrutiert, mit denen dann in den Jahren 2003-4 der mittel- und südeuropäische Raum abgedeckt wurde. Insgesamt sollen sich mehr als 500.000 Menschen Puppetry of the Penis angeschaut haben.