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17
Okt
08

Die Sexindustrie als Innovator des Onlinemarktes

Die Sexindustrie als Innovator des Onlinemarktes

Preface

“Without consumer demand for big, bandwidth-hogging sex pictures and streaming video, Cisco would never have sold so many routers and Sun Microsystems so many servers. Without programming pioneers trying to perfect video streaming software that would deliver images of copulation and procreation to paying customers hooked up with a 28.8 kbps dial-up modem, it is unlikely that CNN would be effectively delivering news clips of global breaking news. Without sex-oriented chat and forums to sustain its early years, America Online might never have survived. The e-commerce payment systems that are so common today would be in a far more primitive stage of development, security and usability”.

EroticaBiz – How Sex shaped the Internet“ von Lewis Perdue

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Viele Innovationen des Internets wie Video-streams, Live-Chat und -Webcams, sowie Geschäftsmodelle wie Affiliate-Netzwerke, wurden in den Anfangsjahren des Netzes zuerst im pornographischen Segment auf ihre technische Umsetzbarkeit und ihre kommerzielle Anwendung bis hin zur Praktikabilität überprüft, modifiziert und fanden später dann Verbreitung in anderen kommerziellen Sektoren des Internets. Aus dem bekannten Striptease-Club „Casa Rosso“ im Amsterdamer Rotlichtbezirk wurde ab 1996 eine der ersten Live-Sexshows und Online-Abrechnungssysteme über das Internet anboten. Im gleichen Jahr bot „Cybererotica“ mit „XXX Counter“ einen Vorläufer der späteren Partnerprogramme an. Betreiber pornographischer Webseiten waren die ersten, die sich mit erhöhten Sicherheitsstandards im Bereich der Zugangsberechtigung und des e-commerces auseinandersetzen mussten.


Das Missbrauchspotential seitens der User ist sehr hoch und geht von der Angabe falscher Personen- und Kreditkarteninformationen, widerrechtlicher Stornierung der Zahlung, über Passwort-Hacking und versuchten Betrug bei den möglichen Auszahlungskonditionen der Partnerprogramme, bis hin zu aggressiven Hacker-Attacken durch Anti-Porno-Aktivisten. Diese sogenannte „Grauzone“ pornographischer Webangebote bot sich für Software-Entwickler an, um ihre Produkte in der Testphase unter erschwerten Bedingungen testen zu können. Auch wenn Unternehmen wie „Amazon.com“, „Ebay“ und die Bankinstitute im Bereich des e-commerce die Paradigmen bestimmen, wurde sehr viel der Pionierarbeit im Bereich der Online-Pornographie geleistet. Deren Material warf vor dem Auftauchen der großen Musiktauschbörsen und Filmbibliotheken als einzigstes genügend Profit ab, so dass wirkungsvolle Kopierschutzmaßnahmen sinnvoll erschienen.


Die Firma “BayTSP“, die ihre Wurzeln in der Online-Adult-Industrie hat, bietet einen Service an der es unter den Gesichtpunkten des Copyrights möglich macht jede Art von digitalen File, ob Photo, Text, Musik oder Film im Internet zu verfolgen. Hierzu hat “BayTSP“ einen Prozess entwickelt, der zu jedem digitalen File ein mathematisches Profil, eine sogenannte elektronische DNA entwickelt. Dieses Profil wird dann zusammen mit Copyright und Lizenzierungsinformationen gespeichert. Mit Hilfe vollautomatischer Programme, sogenannter „Spiders“, wird dann das Web nach Fällen von Copyrightverstößen durchsucht. In so einem Fall wird ein Snapshot der Seite erstellt und eine Benachrichtigung an den Webseitenbetreiber verschickt. BayTSP bietet seit Juni 2000 ihren Service an und bis März 2001 wurden bereits 93.000 Benachrichtigungen wegen Verletzungen des Copyrights verschickt.


Der e-commerce – Bezahlung per Kreditkarte


Die meisten pornographischen Webseiten haben keinen eigenen Kreditkarten-Account und lassen den e-commerce über Drittunternehmen, sogenannte IPSP (Internet Payment Service Provider) abwickeln. Die größten Finanzdienstleister, die mit Webmastern von pornographischen Seiten Geschäfte machen, sind „iBill“, „CCBill“, “Paycom/Epoch“ und die Alterbestätigungssysteme„Adult Check“ und „CyberAge“, die inzwischen auch als IPSP eingestuft werden. Der e-commerce wird direkt über die Bankkonten des beauftragten IPSP abgewickelt, die ihrerseits wöchentlich oder zweiwöchentlich an den Webmaster auszahlt. Das Unternehmen behält neben den für die Dienstleistung erhobenen Gebühren eine Summe von 10-20% von jeder eingehenden Zahlung als Sicherheitsreserve zurück, um Stornierungen, bzw. Rückzahlungen, Kreditkartenbetrug und eine mögliche Geschäftsaufgabe von Webmastern, die unerfüllte Mitgliederverträge hinterlassen, auffangen zu können. Dieses Geschäftsmodell einer zahlungspflichtigen Webseite, deren e-commerce über eine Kreditkartenfirma abgewickelt wird, wird hauptsächlich von Firmen betrieben, die über ein ausreichendes Content-Angebot verfügen, welches den User bis zu mehreren Stunden auf der Webseite halten kann und die dieses Angebot regelmäßig erneuern und weitergehend Möglichkeiten der Interaktion anbieten (Live-Chats und Cams mit Modellen, Info-Boards, etc.) Für eine Internetpräsentation mit Abo-Mitgliedschaft werden folgende Einzelfunktionen benötigt: eine Userverwaltung, einen offenen und einen gesicherten Bereich, SSL-Zertifikat, eine Alterskontrolle, einen Adressen- und Risikocheck und mehrere Bezahlverfahren, zumindestens Kreditkarte und elektronischer Lastschrift.

In den USA sind Kreditkarten populär und weit verbreitet und haben sich aufgrund dessen auch im Internet zu dem am meisten genutzten Bezahlverfahren entwickelt. Die Bezahlung per Kreditkarte ist für den Endnutzer auf der ganzen Welt identisch, während es für Internetanbieter, die diese Bezahlform auf ihren Webseiten anbieten wollen, Unterschiede gibt, da die Kreditkartengesellschaften den globalen Markt nach geographischen Regionen unterteilen. Ein Internethändler unterliegt den Anforderungen jener Region, in der er seinen Firmensitz hat. Deutsche Unternehmen unterliegen somit den EU-Regularien und amerikanische Unternehmen den Regularien der USA. Die wichtigsten Kreditkartengesellschaften sind MasterCard International, Visa International, American Express und Diners Club International. Diese vergeben nationale Lizenzen an Banken und andere Finanzdienstleister was die Ausgabe sowie die Abwicklung des Zahlungsverkehrs via Kreditkarte betrifft, wobei die beiden Erstgenannten für die Online-Pornographie maßgebend sind. Was den e-commerce pornographischer Webseitenüber das Internet betrifft, sind vor allem die sogenannten IPSP (Internet Payment Service Provider) von Interesse. Diese wurden nach den Visa/Mastercard-Regularien zuerst in den USA legalisiert und beginnen sich seit 2003 auf dem europäischen Markt zu etablieren. Ein IPSP ist berechtigt, über seinen Kreditkartenakzeptanzvertrag für andere Unternehmen den Einzug von Kreditkartenzahlungen abzuwickeln. Diese Dienstleistung wird überwiegend von kleinen Händlern und als „risikobehaftet“ eingestuften Anbietern genutzt, die nicht die Möglichkeit haben, einen eigenen Kreditkartenakzeptanzvertrag zu erhalten. Der IPSP ist wegen der Visa/Mastercard-Regularien der Inhaber der Forderungen und zieht die Gelder ein. Auf der Kreditkartenabrechung der Enduser erscheint nicht der Name des entsprechenden Händlers oder Anbieters, sondern der Name des IPSP, der somit juristisch als offizieller Betreiber des Angebots gilt, während der Domaineigentümer nach dem Gesetz für die Inhalte verantwortlich ist. (in Deutschland nach dem§184 StGB) Die IPSP verlangen neben den Gebühren für durchgeführte Transaktionen sogenannte Disagiosätze, die zwischen 10-20% des Umsatzes des Internetanbieters ausmachen können. Im Gegenzug bieten sie ein komplettes Leistungspaket an, dessen Aufbau für kleinere Händler und Anbieter auch nicht rentabel wäre. Hierzu können gehören: Kreditkartenakzeptanz, Userverwaltung, der Einzug von wiederkehrenden Zahlungen bei Mitgliedschaften, sowie deren Zugangsschutz, Hosting, Webmasterprogramme, Statistikfunktionen und Trafficanalyse, Händler- und Endkunden-Support und Betrugs- und Chargeback-Prävention durch Sicherheitsüberprüfungen, sowie das Inkasso bei nicht erfolgten Zahlungen.


Bestandteil der Betrugsprävention ist z.b. die Adressüberprüfung potentieller Kunden, wobei in Deutschland auf die Daten der Deutschen Post und für andere Länder auf die Daten des Weltpostvereins zurückgegriffen wird. Weitergehend wird über Adressbestände von großen Versandhäusern wie Quelle, Neckermann und Otto-Versand überprüft, ob an diese Adresse bereits erfolgreich ausgeliefert worden ist. Außerdem werden die Daten gegen Negativlisten abgeglichen, welche von Inkassounternehmen geführt werden.


Die Company „DMR“ (Dacotah Marketing and Research), 1995 gegründet, war eines der führenden Unternehmen, über die der e-commerce des Adultbusiness abgewickelt wurde. 1996 folgten die inzwischen bekanntesten und größten IPSP in den USA, IBill, CCBill und Epoch/Paycom und eine Vielzahl weiterer Unternehmen, wie „Epic“, „Digiblaze”, “Globill”, “MSBill”, “Netbilling” und viele andere. In den Anfangszeiten des Internets bestimmte teilweise eine Goldgräber- und Wildwestatmosphäre das pornographische Onlinesegment. Copy Rights wurden kaum beachtet und eine Vielzahl der Webseiten bestand aus gestohlenem, bzw. gesaugtem Material. Kundentäuschung und Betrug am Enduser wie auch an beteiligten Unternehmen waren weit verbreitet und wurden als Möglichkeit gesehen schnell zu Geld zu kommen. In Konsequenz kam es zu einem überproportionalen Anstieg an Widerrufen bereits getätigter Kreditkartenzahlungen – sogenannten „Chargebacks“. Ein Chargeback entsteht, wenn ein Endkunde bei seiner Bank einer Kreditkartenbelastung widerspricht. Die Bank schreibt in der Regel den Betrag dem Kunden wieder gut und bei dem Internetanbieter wird der Betrag durch den IPSP zurückbelastet. Durch Userbetrug, aber vor allem durch aggressive Marketingkampagnen wie Spam-Mails und unseriöse Mitgliederwerbung und Abrechnungsmethoden können sich diese zurückgeforderten Einzelbeträge (in der Regel in der Höhe der veranschlagten Mitgliedsbeiträge für die Paysides) schnell zu mehrstelligen Millionenbeträgen summieren. 1999 erhob die Bank über die DMR den Zahlungstransfer abwickelte, hohe Strafgebühren gegen Webseiten, die eine überproportional hohe Chargebackquote aufwiesen.

Dezember 1999 musste „DMR“ Konkurs anmelden, ohne bestehenden Zahlungsverpflichtungen gegenüber Adult-Webmastern in einer geschätzten Höhe von 80- 100 Millionen Dollar nachzukommen. “American Express” sperrte im Jahr 2000 seine Kreditkarten für Transaktionen im Bereich der Online-Pornographie aufgrund der hohen Kosten und des Risikos des hohen Prozentsatz der Stornierungen und Rückforderungen in diesem Segment. Die anderen beteiligten großen Kreditkartenunternehmen „VISA“ und „MasterCard“ verschärften in Konsequenz ihre Geschäftspolitik gegenüber den Unternehmen der Online-Pornographie. Es wurden Sonder- und Strafgebühren eingeführt und Kontrollverfahren implementiert um Kreditkartenbetrug auszuschalten und um Kunden, die bereits durch mehrmalige Stornierungen auffielen, auszusieben und sie auf Schwarze Listen zu setzen. Seit 2003 ist nur noch eine Chargebackquote von maximal 1% (vormals 2,5%) erlaubt. Diese Quote errechnet sich aus Betrag aller Stornierungen aus einem Kalendermonat, dividiert durch den Gesamtumsatz des Monats. Neben den Bearbeitungsgebühren wurden die Strafgebühren empfindlich erhöht. Als weitere Maßnahme wurden die Anbieter von Alterbestätigungssystemen (AVS/Age Verification Systems) als IPSP eingestuft und mussten dementsprechende Gebühren zahlen und sich den neuen Regularien unterwerfen. Zunächst brachen die Umsätze, vor allem bei den Megasites ein, langfristig stabilisierte sich durch diese Maßnahmen aber der e-commerce der Online-Pornographie


Seitens der Online-Adult-Industrie gibt es ein klares Interesse die Abhängigkeiten zu Kreditkartenunternehmen, bedingt durch deren Monopolstellung zu minimieren, indem man an der Idee eines alternativen Zahlungssystems, welches unabhängig vom Kreditkartensystem ist, arbeitet. Die Hoffnung das sich „PayPal“ zu einem geschäftsfähigen Alternativmodell für die Online-Pornographie entwickeln könnte, hat sich allerdings mit der Übernahme des Unternehmens (2002) durch ebay zerschlagen. 2003 entschied sich der inzwischen weltweit größte Online-Zahlungsdienstleister keine weiteren finanziellen Transaktionen für pornographisches Material durchzuführen. Ausgenommen sind hiervon ausschließlich Artikel wie Videos, Magazine und Photos, die auf Online-Auktionen gehandelt werden und vor 1980 produziert wurden. Serviceleistungen für Adult-Webmaster und ihre Bezahlseiten werden im Gegensatz zu der vorherigen Geschäftspolitik von PayPal nicht mehr durchgeführt. Inzwischen werden zunehmend alternative Bezahlverfahren wie Handy-Payment und Abrechnungsverfahren über das Telefon angeboten.



Einzelne Internet Payment Service Provider


Das Unternehmen « iBill » ging aus der 1986 gegründeten “Logicom, Inc.”(Fort Lauderdale, Florida) hervor, das im Audiotextbereich (u.a. Telefonsex) Abrechnungssysteme anbot. „iBill“ wurde 1997 gegründet und entwickelte sich in den folgenden Jahren schnell zu einem populären Finanzdienstleister, vor allem für Unternehmen der Online-Pornographie. Im Jahr 2002 sollen ca. $400 Millionen an Kreditkartentransaktionen über „iBill“ abgewickelt worden sein – wobei der Kreditkartenprozessor einen Betrag von 15% der Gesamtsumme als eigenen Umsatz verbuchen konnte. 85% dieses Geldes sollen über die Sexindustrie umgesetzt worden sein. 2002 wurde „iBill“ von dem aus Atlanta stammenden Unternehmen „InterCept“ für $112 Millionen aufgekauft. Die neuen Bestimmungen des Kreditkartenunternehmens Visa, vor allem in Bezug auf die sogenannten „Chargebacks“ erhöhten die Kosten für Adultwebmaster erheblich, zogen Kontenauflösungen und Vertragswechsel zu anderen Dienstleistern nach sich und führten zu Umsatzeinbrüchen bei „iBill“. 2003 sollen nur noch $330 Millionen an Transaktionen über „iBill“ abgewickelt worden sein. 2004 wechselte das Unternehmen mehrfach den Besitzer und befand sich im Zentrum undurchsichtiger Finanzspekulationen. Im März 2004 wurde „iBill“ von „InterCept“ an ein Finanzkonsortium, zu welchem seit der Insolvenz von „General Media“(2003) auch „Penthouse International“ gehört, verkauft. Im August 2004 übernahm die „Care Concepts I, Inc.“ zu 100% die „Internet Billing Company(„iBill“) von „Penthouse International“ für $55 Millionen und einen Aktienanteil von 19,9% an „Care Concepts“. September 2004 verlor das Unternehmen seinen Geschäftskontrakt mit dem übergeordneten Kreditkartenprozessor „First Data“, da dort Unstimmigkeiten in Bezug auf Zusammenarbeit und Serviceleistungen zu den Kunden der Sexindustrie bestanden. Adultwebmaster mussten teilweise monatelang auf ihre Auszahlungen warten, während „First Data“ das Geld zurückhielt. Im Januar 2005 wurde „iBill“ dann für $23,5 Millionen an das Unternehmen „Interactive Brand Development“ verkauft. Der „neue“ Besitzer war kein anderer als die nach einer Umstrukturierung umbenannte „Care Concepts“. Anfang 2006 wurde bekannt, das persönliche Informationen von Millionen Kunden von „iBill“ in die Hände von Hackern geraten waren und auf den Internet-Schwarzmärkten kursieren. Diese Daten beinhalten zwar nicht die Kreditkartennummern, aber umfassen eine ganze Reihe sensibler Daten wie persönliche Namen; Berufsbezeichnungen, Wohnanschriften, Telefonnummern, E-Mail- und IP-Adressen, Kennwörter, Benutzernamen, Kreditkartentypen und Kaufsummen. Diese Sicherheitslücke soll insgesamt 18 Millionen Kunden von iBill betreffen, die im Zeitraum 1998 bis 2003 dessen Service in Anspruch genommen hatten.


Epoch Transaction Services”, zu dem auch „Paycom Billing Services” und “Card.com” gehören, ist ein 1996 gegründeter Internet Payment Service Provider (IPSP). Auf der Webmaster-Convention 1997 wurde, nach Änderung des Firmennamens in Epoch, der e-commerce- Service auf den Kundenkreis der Adult-Webmaster ausgerichtet. Epoch begann mit 7 Mitarbeitern und beschäftigt inzwischen (2006) 160 Angestellte. Nach einer Krise bedingt durch hohe Chargeback-Quoten, verschärfte Regularien durch Visa/Mastercard und damit einhergehende Schwierigkeiten den Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, hat sich das Unternehmen inzwischen wieder konsolidiert. Zu Epochs Kunden zählen Unternehmen wie Net Management, Flashcash, Topbucks, Python und SilverCash. 2005 expandierte Epoch mit der Gründung von „PaycomEU.net” auf den europäischen Markt und bietet europäischen Webmastern einen fast identischen Service wie in den USA an. Die verschiedenen Online-Abrechnungssysteme umfassen Visa, Mastercard, Discover/Novus, ePassporte, JCB und U.S.-Checks. Zusätzlich wurden die Kartensysteme „Switch“ und „Solo“, die für den e-commerce vor allem in Großbritannien weit verbreitet sind (Anfang 2005 befanden sich mehr als 29 Millionen Karten im Umlauf) in das Angebot von Epoch integriert.

CCBill, ein 1998 gegründetes Unternehmen aus Arizona mit 200 Mitarbeitern, ist eine von fünf Firmen der „CWIE Holding Company Inc.“ und ist in der Adultbranche für eine konservative, aber auch solide Geschäftpolitik bekannt. CCBill bietet über die Partnerschaft mit „DRM-Networks“ (Digital Rights Management) seinen Kunden eine schlüsselfertige Lösung an, was den Schutz der Lizenzierung und des Copyright bei der Vermarktung digitaler Inhalte betrifft. Der IPSP ging aus der 1996 gegründeten „Cavecreek Web Hosting“ hervor, nachdem der Gründer und jetziger Präsident Ron Cadwell sich entschloss seinen 24 Stunden/7 Tage- Hosting-Service auf den e-commerce auszudehnen und so in Konkurrenz zu iBill und DMR zu treten, die ihren Service zu dieser Zeit nur 5 Tage die Woche anboten.


Netbilling Inc.“ (www.netbilling.com) ist ein kleinerer e-commerce-Dienstleister im weitesten Sinne. Sie hilft Online-Unternehmen den Verkauf von Produkten und Services über das Internet zu vereinfachen und zu erleichtern. Neben den regulären Kreditkartentransaktionen bietet „Netbilling“ außerdem eine alternative e-payment-Methode an. Zu den weiteren Dienstleistungen gehört die Übernahme des Kundenkontaktes der einzelnen Internetunternehmen via Telefon und E-Mail. Die Mitarbeiter im Kundencenter regeln unvollständige Vertragsabschlüsse und versuchen Annulierungen bei den Kreditkarteninstituten entgegenzuwirken. Ein Service der vor allem auf kostenpflichtige pornographische Webseiten auf Mitgliedschaftsbasis abgestimmt ist. „Netbilling“ wurde 1998 gegründet und beschäftigt mittlerweile über 30 Mitarbeiter. Über 70% ihrer Kunden kommen aus dem Adult-Bereich, neben Mainstream und Fetish-Seiten auch Alterbestätigungs- und Webmasterprogramme. Daneben hat das Unternehmen aber auch ein vielseitiges Portefolio von Kunden aus regulären Geschäftsbereichen zu verzeichnen, z.b. Photoausrüstungen, Pferdezucht, Ställe, Gartenbau, etc. und eine Reihe von Videoshops, Internet Service Providern, Content-Anbietern und Hosting-Firmen aus dem regulären wie aus dem pornographischen Geschäftsbereich. Ein Großteil der Kundschaft kommt aus den USA, „Netbilling“ betreut aber auch Kunden in England, Australien, Italien und Japan.


“Sultans of Smut – Cyperporn targets the Mainstream”, MSNBC.com, 09.08.2000, von Mike Brunker

http://www.msnbc.com/news/438846.asp?cp1=1

AVN-Online, “Netbilling Inc.: Smoothing the Way for E-Commerce” 12-1-2000

“Wired News Warns Consumers About iBill” 09.03. 2006


Alterbestätigungssysteme – Age Verification Systems


Die Struktur des Segments der Alterbestätigungsprogramme (Age Verification Services/AVS) reflektiert die der gesamten Branche. Es gibt um die 10 maßgebliche Unternehmen, wie AdultCheck, in diesem Sektor, die zwischen 60% bis 80% der über AVS betriebenen Webseiten abdecken. Die Gebühren für den Enduser variieren zwischen $20 vierteljährig bis $25 pro Monat. In der Regel wird ein einfacher und ein Premium-Zugang angeboten. Diese Einnahmen werden zwischen den AVS-Operateuren, den beteiligten Webseiten-Betreibern und dem jeweiligen Inkasso-Unternehmen geteilt. Das Geschäftsmodell der Alterbestätigungssysteme betrifft vor allem Webmaster, die eine Mehrzahl von kleinen, selten aufgefrischten Webseiten ins Netz stellen, um Traffic zu generieren. Bei diesem Modell werden die Kreditkarteninformationen von einer Drittfirma, die das Alterbestätigungssystem betreibt, abgefragt. Dieses System beruht auf der Annahme, das Kinder keinen Zugang zu Kreditkarten haben. Die Webmaster stellen ihr unzensiertes pornographisches Material in einen passwortgeschützten Bereich ein und verweisen in ihren Startseiten auf dieses Angebot. Die interessierten User werden aufgefordert nachzuweisen, das sie volljährig sind und erhalten dann ein Passwort und einen User-Namen von der Firma die das Alterbestätigungssystem betreibt. Der Webmaster seinerseits erhält für jeden User, der sich über seine Webseiten in das Kontaktformular einträgt, einen bestimmten Betrag.


Eines der größten Unternehmen der us-amerikanischen Online-Pornographie ist „Cybernet Ventures” mit Sitz in Kalifornien, die das Alterbestätigungssystem „Adult Check“ betreibt. Mehr als 4 Millionen Kunden zahlen dreimonatlich eine Summe von 20$ und bekommen im Gegenzug ein Passwort und einen Usernamen, der ihnen den Zugang zu mehr als 400.000 pornographischer Webseiten verschafft. Der jährliche Umsatz von „Cybernet Ventures” soll 2002 bei 320 Millionen Dollar gelegen haben. Im Bereich der Alterbestätigungssysteme ist diese Firma Marktführer. „Adult Check“ ist eines von vier führenden Zugangssystemen für pornographische Webseiten, die seit dem „Communications Decency Act“ von 1996, welches die Angabe von Kreditkarteninformationen für User pornographischer Webseiten zum Schutze von Minderjährigen vorschrieb, enorm an Bedeutung gewonnen haben. Weitere Firmen in diesem Segment sind “CyberAge“ und „NetVerifier”. Die kalifornische Firma “CyberAge“ wurde von drei ehemaligen Mitarbeitern von „Adult Check“ gegründet und gewährt inzwischen Zugang zu ca. 250.000 Webseiten. „NetVerifier” (Elite Erotic Portal) ist ein unabhängiges Wiederverkaufsprogramm, welches bereits seit 1995 online ist. Der primäre Service besteht in einem Alterbestätigungsprogramm, inklusive Passwortvergabe, für den das Unternehmen ihren Partnern eine Kommission in Rechnung stellt. Das Unternehmen, dessen Büros in Tampa liegt, beschäftigte 2003 24 Mitarbeiter und listete über 240.000 Seiten. Für eine Gebühr von $29,95 haben User für den Zeitraum von 2 Jahren Zugang zu dem kompletten Netzwerk. Desweiteren betreibt das Unternehmen separat „GayVerifier“ und „LadyVerifier“. 2002 sollen über 60.000 Unternehmen den Service von „NetVerifier” in Anspruch genommen haben.


Quelle: AVN-Online, „A Webmaster Roundtable, Part One“ 7-1-2001


Dialer


Eine weitere Methode, Mitgliedsbeiträge einzufordern, sind Dialer. Dies sind Einwahlprogramme, die sich auf dem Computer der Internet-Nutzer installieren und Internetverbindungen automatisch über eine andere als die eingestellte Standardverbindung herstellen. Der Kunde lädt die Dialer-Anwendung von einer Webseite herunter und füllt die Kontaktdaten aus. Das Programm schaltet den Verbraucher vom Internet ab und baut eine separate, kostenpflichtige Verbindung über eine Telefongesellschaft zu der Webseite auf. Die Kostenabrechnung erfolgt über die Telefonrechnung des Kunden. Ursprünglich waren sie als einfache und anonyme Zahlungsmethode im Internet gedacht, die vor allem vom Sexbusiness genutzt wurde. Diese Programme waren vor allem in Europa verbreitet, wo die Weitergabe von Kreditkarteninformationen nicht so akzeptiert wurde wie in den USA. In den Vereinigten Staaten haben sich diese Programme nie in dem Maße durchsetzen können und sind inzwischen auch dort wegen ihres Missbrauchspotentials zunehmend in Verruf geraten. Die zuständigen US-Behörden erschwerten ihrerseits den Einsatz von Dialern als Bezahlalternative zur Kreditkarte mit der Begründung vermeintlichen oder realen Missbrauches, so dass Unternehmen der Online-pornographie erst seit den letzten Jahren verstärkt auf alternative Abrechnungsverfahren zurückgreifen konnten um der Monopolstellung von Visa und MasterCard auszuweichen.


Im Oktober 2000 beendete die Federal Trade Commission (FTC) alle us-amerikanische Unternehmungen der “Verity International, Ltd”, einer kleinen Dialer-Firma. Die beiden britischen Besitzer Robert Green und Marilyn Shein wurden beschuldigt mehr als 110.000 US-Amerikanern betrogen zu haben, indem sie ihnen über einen Dialer $3,99 pro Minute für den Besuch pornographischer Webseiten abrechneten, die Kunden aber von weitaus niedrigeren Preisen ausgingen. Die Dialer-Firma stand in direkter Verbindung mit „RJB Telcom“, eines der größten Unternehmen der Online-Pornographie. Die Gebrüder Robert J. und Richard D. Botto, Besitzer von „RJB Telcom“ wurden in diesem Zusammenhang angeklagt. Auf den RJB-Webseiten wurden die potentiellen Kunden zuerst auf eine Formularseite weitergeleitet, die die traditionellen Bezahlmethoden via Kreditkarte anbot. Bei Usern, die sich nicht auf eine Mitgliedschaft einließen, klappte eine Konsole mit der Dialer-Anwendung auf. Zuerst betrieben RJBT ihr eigenes Dialerprogramm über AT&T, die diesen Service aber beendete. Daraufhin wendete sich RJBT an die Firma „Verity International“, die den Dialer-Service betrieb bis seitens des FTC Anklage erhoben wurde. Beide Firmen wurden angeklagt, das sie es unterlassen hatten Minderjährigen den Zugang zu ihren Webseiten zu versperren und das es Usern schwer bis unmöglich gemacht wurde den Dialer-Service zu beenden. In dem Zeitraum dieses Jahres war die Chargeback-Rate so hoch, dass sich Visa Ende Juli 2000 entschloss RBJ Telcom aus dem us-amerikanischen Kreditkartengeschäft auszusperren. MasterCard seinerseits sperrte die Geschäftskonten im August gleichen Jahres wegen einer Rückzahlungsquote die bei über 14% lag. Im Oktober wurden dann per Gerichtsbeschluss die Vermögenswerte von RBJ Telcom eingefroren. Die Botto-Brüder wiesen die Vorwürfe der Anklage von sich und behaupteten, das Sicherheitslücken in ihrem System es einzelnen Webmastern aus den Partnerprogrammen möglich gemacht hätten, derartige kriminelle Verfahrensweisen unbemerkt zu implementieren. RBJT einigte sich im August 2001 mit dem FTC ohne dabei irgendeine Schuld einzugestehen. Die Auflagen denen sich RBJT unterwerfen musste, beinhalteten u.a. das Zugeständnis keine Dialer mehr zu benutzen, keine Gelder von Konsumenten ohne die notwendige Authorisation einzuziehen und neue Sicherheitstechniken zur Vorbeugung gegen eventuellen Missbrauch zu installieren. Außerdem stimmte sie einer dreijährigen Überwachung ihrer Geschäftsbetriebe durch die FTC zu und hinterlegten eine Kaution von 250.000 Dollar, die im Falle einer Verletzung der Auflagen einbehalten werden sollte.

17
Okt
08

Partnerprogramme (Affiliates)

Partnerprogramme (Affiliates)

Affiliate- oder Partnerprogramme sind Provisionssysteme für das Bewerben von bestimmten Produkten oder Dienstleistungen. Ein Webmaster einer gut frequentierten Internetseite vermittelt von seiner Seite Kunden weiter und erhält dafür eine Provision. Eine weitere weit verbreitete Möglichkeit ist der Design von sogenannten „free“-sites um dann den Traffic zu einem der verschiedenen Pay-Sides weiterzuleiten. Als eines der größten und populärsten Affiliate-Programme für Adult-Webmaster galten die von „Innovative Ideas International, Ltd“ betriebenen “Adult Revenue Services”. Nach “Forrester Research” wurden 1999 13% des e-commerce über Affiliate-Programme generiert, 2003 bereits 21%. Diese Partnerprogramme sind eine wichtige Einkommensquellen für die kostenpflichtigen Mitgliederseiten und eine sehr effektive Methode Traffic auf die dementsprechenden Seiten zu lenken und zu erhöhen. Dieses Geschäftsmodell ist allgemeingültig, ob es sich um die einzelne Homepage eines Webmasters handelt oder um ein Unternehmen mit tausenden von Domains. In der Regel leiten die kleineren Portalseiten potentielle Kunden zu den kostenpflichtigen Mitgliederseiten der großen Unternehmen weiter, diese wiederum zahlen prozentuale Gewinnbeteiligungen an den Einnahmen, die aus diesen weitergeleiteten Traffic resultieren. Dieses Verfahren wurde erstmals von führenden Betreibern pornographischer Seiten eingeführt.


Um unter Beweis zu stellen das ihre Webseite gut besucht wird, gingen viele Webmaster dazu über Besucherzähler auf ihrer Startseite zu platzieren. Da diese aber leicht zu manipulieren waren und man dem Kunden objektive Zahlen präsentieren wollte, verlagerte sich dieser Bereich zu Drittfirmen, deren Zähler dann die Daten zur deren Webseite sendeten, dort auswerteten und die Ergebnisse dann wieder im Zähler der Ausgangseite präsentierten. Das erste daraus resultierende Geschäftsmodell bot „Cybererotica“ im Jahr 1996 mit dem „XXX Counter“ (inzwischen im Besitz der Firma „SexTracker“) an, wo Webmaster die Anzahl der Besuche und Mitgliedereinschreibungen darstellen konnten und gleichzeitig eine Analyse ihres Traffic bekamen. Um diesen Service in Anspruch nehmen zu können, zahlten die Adult-Webmaster ihrerseits mit Traffic, indem sie den Icon „The World’s Top Sex Sites“, eine Linkhitliste von Cybererotica, auf ihrer Startseite platzierten. Dieses Geschäftsmodell war einer der Vorläufer der späteren Partnerprogramme. Als nächstes entwickelte Cybererotica „Fast Cash Count“, welches neben den Zählerstatistiken den beteiligten Webmastern einen Prozentsatz an Mitgliedsbeiträgen zahlte, wenn der User über die betreffende Webseite den CashCount-Ikon anklickte und sich danach einschrieb. Auch wenn es zu keinem neuen Vertragsabschluss kam, zahlte Cybererotica für jeden Click auf den Ikon einen Betrag zwischen 0,05 bis 0,10$ und bot damit eines der ersten Pay-per-Clickthrough-Programme im Internet an. Dieses Modell erwies sich allerdings als anfällig für Manipulationen: bereits mit dem ersten Pay-per-Click-System tauchten sogenannte „clickbots“ auf, einfache Programme die den Task des Bannerclicks automatisierten und vervielfältigten. Die Partnerprogramme gingen daraufhin dazu über nur für Clicks zu zahlen, die jeweils von einer einmaligen IP (Internet Protokoll)-Adresse kamen. Click-throughs die über Clickbots maximiert wurden, wiesen demgegenüber nämlich immer die gleiche IP-Adresse auf. Als nächstes tauchten dann Systeme auf, die in der Lage waren zu dem Server des Partnerprogramms gefakte IP-Adressen zu senden. Da der Kontrollaufwand bei diesem Geschäftsmodell sehr aufwendig ist, verzichten inzwischen viele kommerzielle Pornoseiten, die Partnerprogramme anbieten, auf diese Bezahlmethode.


Zu einem nachgefragten Service und wichtigen Marketing-Instrument hat sich die Analyse des Traffics und des Surfverhaltens entwickelt. Mittels speziell entwickelter Software ist eine Analyse der Server Log Files möglich geworden. Server Log Files können einem Webmaster Informationen über das Surfverhalten des Users liefern: von welcher Webseite er gekommen ist, welchen Browser er benutzt, seine IP-Adresse, welche Seiten besucht worden sind und wie viel Zeit er auf den einzelnen Seiten verbracht hat. Log-file-Analyse-Software vereinfacht und automatisiert den Prozess der Informationsauswertung und macht es Webseitenbetreibern und potentiellen Werbekunden möglich nachzuvollziehen von welchen Webseiten Traffic generiert wird und wie der Surfer auf Werbeaktionen und den Aufbau der Webseite reagiert.

Die Vertragsbedingungen zwischen Partnerprogramm und einzelnen Webmastern, die in den sogenannten „Terms&Conditions“ festgelegt werden, sind in der Regel darauf angelegt den Anbieter juristisch abzusichern und Geschäftsbedingungen zu schaffen die einen hohen Traffic und Kundenzufriedenheit gewährleisten. Im Allgemeinen wird es den Partnerseiten verboten insbesonderen Kinderpornographie und anderes Material, welches illegal ist oder gegen die Copyrightbestimmungen verstößt, zu veröffentlichen. Desweiteren führt die Praxis von Spam-e-mails, und die Veröffentlichung von illegalen Passwörtern, MP3s und gecrackter Software in der Regel zum sofortigen Vertragsabbruch. Eine steigende Anzahl von Anbietern lässt inzwischen keine Partnerseiten aus Ländern des osteuropäischen Raumes wie Rumänien, Bulgarien und Russland mehr zu, da die Missbrauchsrate dort zu hoch ist, desgleichen betrifft Webseiten deren Betreiber aus Ländern stammen in denen Pornographie mit hohen Strafen belegt und bis hin zur Todesstrafe verfolgt wird, wie z.b. in Pakistan und Singapur. Diese „Terms&Conditions“ wurden spätestens ab Januar 2001 ernstgenommen, als AOL erfolgreich gegen die Firma Cyber Entertainment Network prozessierte, da über einige der Partnerseiten von CEN AOL-Mitglieder vom massiven Spamming betroffen waren. Das Gericht stimmte der Position von AOL zu, das ein Unterbinden, bzw. Verhindern solcher Vorgehensweisen in der Verantwortlichkeit von Cyber Entertainment Network gelegen hätte.


Einzelne Anbieter von Partnerprogrammen


Alle Majors der Onlinepornographie bieten Affiliate-Programme an, wie Cyber Entertainment Network (CEN) mit „ TrafficCash“ und ca. 35.000 beteiligten Adult-Webmastern(2001) und RJB Telecom mit “MaxCash“. „Kara’s Adult Playground”, mit dem Affiliate-Programm “MaxCash” ist eine Megaseite, die Zugang zu einer Vielzahl von Hardcore-Seiten mit mehreren hunderttausend Photos und Online-Videos offeriert. Nach Firmenangaben sollen seit 1996 ca. 250.000 Webmaster an dem Partnerprogramm beteiligt gewesen sein. Es gibt aber auch eine Reihe von Unternehmen die sich ausschließlich auf dieses Segment konzentriert haben. Viele dieser Partnerprogramme bieten inzwischen das gesamte Spektrum möglicher Serviceleistungen für den einzelnen Webmaster an. Neben den bereits aufgezählten Leistungen gehören dazu das Angebot pornographischer Inhalte wie Bildergalerien, Videos, interaktiver Content sowie das komplette Weblayout, bis hin zu den Bezahlvorgängen, die entweder über ein eigenes e-commerce-System oder über unter Vertrag stehende IPSP`s abgewickelt werden.

“SPACash” ist aus dem “LiveInteractive.net” des aus Uruguay stammenden Pel Martin Caetano hervorgegangen, der zum Zeitpunkt der Unternehmungsgründung noch nicht – oder gerade volljährig war. “LiveInteractive“ bestand aus zwei Partnerprogrammen die ausschließlich im europäischen Raum populär waren. Im August 2003 wurde „SPONSORadulto.com“ gegründet, welches bereits im Oktober gleichen Jahres die Hälfte des spanischen Marktes vereinnahmt hatte und über eine Crew von 20 Mitarbeitern verfügte. Im Anschluss und mit einer Geschäftspartnerschaft mit dem Franzosen Antoine Moreau folgte „SPONSORIX.com“, welches sich bereits 2004 zu einem der populärsten Partnerprogramme im französischen Online-Pornobusiness entwickelt hatte. „LiveInteractive“ hatte mit diesen beiden Programmen ca. 20.000 angeschlossene Webmaster. Das nachfolgende „SPACash“, mit einem Fokus auf den us-amerikanischen Markt, ist von vornerein auf ein globales Marketing ausgerichtet und bietet den Content in 10 verschiedenen Sprachen zur Auswahl an. Das Unternehmen verfügte in der Startphase über ein Netzwerk von 30 Webseiten und beschäftigte 125 Angestellte, die in zwei Schichten arbeiteten. Der Webanalyst “Alexa” gab 2007 das britische Unternehmen “Global Business P. Partnership“ als Betreiber an.


MeatCash”, mit der Muttergesellschaft “MNP Enterprises” steht als Partnerprogramm und Content-Produzent für eine Produktlinie, die unter dem Begriff “Rough Sex“ zusammengefasst wird. Dies geht von der Darstellung von „harten“, bisweilen schmerzvollen Sex , zu dementsprechenden Hardcore-BDSM, bis zu speziellen Angeboten wie Bukkake. Die Darstellerinnen werden in zwei ausführlichen Interviews abgefragt und vorbereitet und wissen worauf sie sich einlassen. Jede der Frauen setzt ein Limit, wieweit sie in den Szenen zu gehen bereit ist und bringt in der Regel ein gewisses Maß an schauspielerischen Potential mit ein, was dann im Endresultat als eine dramatische Narration vom User abgerufen werden kann. Der Begriff „Rough Sex“ wurde Ende der 90er vom Filmstudio „Anabolic” geprägt. Eine der Regisseurinnen dieses Studios gestaltete Webseiten wie “MidnightProwl.” und “Meatholes.com” mit, die 2003 mit der Gründung von „MeatCash“ ihren Start up hatten. Mit dem wachsenden Erfolg dieser Seiten folgten weitere Seiten wie: „CockBrutality“ und “Ass2MouthSluts”, bis die Zahl der Webseiten dieses speziellen Spektrums Ende 2005 bei über 30 lag – mit steigender Tendenz. Die Programme „StoneyCash”, “VouyerCash” und “RectalRevenue” schlossen sich “MeatCash” an, welches aufgrund einer Initiative der Muttergesellschaft MNP inzwischen die Onlinepräsenz für bekannte Regisseure stellt, die bei Studios wie „Red Light District“, „Platinum X Pictures“ und „Anarchy“ produzieren


SmashBucks” ein Partnerprogramm und Hosting-Service für Adult-Seiten wird von Mike Hawk, einem ehemaligen Nachtclubbesitzer und seinem Partner T. Spikes betrieben. Beide begannen ihre Karriere als Internet-Unternehmer eher zufällig mit dem Start up von „CandyFilms.com“ mit dem sie den Musikclip “Porno Star” der Musikgruppe von Spikes vermarkten wollten. Der Online-Video generierte wohl hauptsächlich wegen dem Titel soviel Traffic, das die beiden entschlossen ernsthaft in das Geschäft mit der Online-Pornographie einzusteigen. Sie sicherten sich die Rechte an den Filmen von Mike Paulson, der u.a. mit Ginger Lynn und John Holmes gedreht hatte, gründeten „PornStarClassics.com“ und vermarkteten als eine der ersten alte Pornofilme aus den 70er und 80ern im Internet. Einige Jahre später wurde „SmashBucks“ zusammen mit einem Netzwerk verschiedener Webseiten gegründet. Mit einer Reihe werbewirksamer Marketingmaßnahmen, wie teilweise kostenfreier Content und Hosting, sowie günstigen Gewinnbeteiligungen entwickelte sich „SmashBucks“ zu einem erfolgreichen Unternehmen in dem Segment dieser Branche.


2002 gegründet als ein Partnerprogramm für Paysites, bietet „Epic Cash“ (www.epiccash.com) des Gründers Trey Hickey inzwischen die gesamte Bandbreite an Möglichkeiten des Geldverdienens für Adult-Webmaster an. EpicCash verfügt über ein Netzwerk von 44 kostenpflichtigen Seiten und zahlte seinen Affiliates $30 Dollar pro Neueinschreibung. Dazu gehören seperate Programme wie „Epic DVDs“ und „URentDVDs.com“ zum Verkauf, bzw. Verleih von DVD`s, die Vermarktung von Aphrodisica und anderen Zusatzstoffen mit dem „Herbal Gains“-Programm, die „Epic Mail Free Sites“, Click-Through- und Build-your-own-Tour-Programme und die Dialer und Zähler-Programme „Epic Dialer“ und „Epic Tracker“. Mit „Blue Frog Mobile“ hat EpicCash verschiedene Bezahl-Modelle entwickelt um auf den Mobile-Markt zu expandieren.


SilverCash, das Programm der kalifornischen Price Communications Inc. ,wurde 1999 von Mike Price gegründet, der bereits seit 1994 ein erfolgreicher Unternehmer im pornographischen Business ist. SilverCash weist einen hohen Traffic auf und betreibt ein Netz von ca. 90 Hardcore-Seiten mit über 30.000 Affiliates zu dem Webseiten wie galleryhost.com, sologirls.com, manhunter.com und videoseekers.co gehören.


Der Mobile Markt


Die neue Handytechnologie mit visuellem Display und Videofunktion hat die Möglichkeit für Erotik- und Pornoangebote auf dem Handy geschaffen und das Mobile-Sex-Segment für die Adultbranche eröffnet, die dabei ist ihren Online-Markt auf den Mobilsektor auszudehnen und miteinander zu verknüpfen. 2007 betrug das globale Marktvolumen für Mobil-Porn, laut Juniper Research, $1,7 Milliarden, wovon 45% auf den westeuropäischen Markt entfallen. Der branchenspezifische Industrieanalyst Juniper erwartet global einen Wachstum auf 3,5 Milliarden bis 2010. 775 Millionen Dollar betrug der Umsatz 2007 in Deutschland, bis 2012 wird eine Steigerung auf 1,5 Milliarden Dollar prognostiziert. Der Umsatz des nordamerikanischen Marktes betrug 2007 hingegen nur etwa 26 Millionen Dollar. Trotz der zum Teil strengeren Jugendschutzbestimmungen in Westeuropa, scheint die Mobile Phone-Industrie hier weniger reguliert zu werden.

Im Jahr 2005 hatten Debitel, E-Plus, Mobilcom, o2, Talkline, T-Mobile und Vodafone einen Verhaltenskodex zum Jugendschutz im Mobilfunk unterzeichnet. Zu diesem Zweck wurden Altersverifikationssysteme eingeführt: der User muss sich, etwa beim Abschluss eines Mobilfunkvertrages, identifizieren. Um an die entsprechenden Inhalte zu gelangen, muss dann eine „Authentifizierung“ über eine PIN-Nummer oder eine spezielle SIM-Karte stattfinden.

Viele Anbieter in Übersee fürchten, mit pornographischen Inhalten politische und religiöse Gruppen als Kunden zu verlieren und scheuten daher vor derlei Dienstleistungen zurück. So nahm die kanadische Telus Corp. 2008 nach einer Kampagne, die in hunderten von Kundenbeschwerden und öffentlicher Kritik seitens der katholischen Kirche gipfelte, ihre Mobile Porn-Angebote vom Netz. Dies scheint sich nun allerdings zu ändern. So planen die Mobilfunkbetreiber, die Kontrollfunktionen zu lockern und breiter gestreute Dienstleistungen, etwa im Erotikbereich, zuzulassen. Dies liegt u.a. in der Technologie der sogenannten Smart Phones begründet. Vor allem Apple´s iPhone mit seiner miniaturisierten Version der Safari-Software bietet optimale Möglichkeiten für das schnelle Websurfen, Downloads und die qualitative Wiedergabe von Streams. Bereits vor dem Verkaufsstart des iPhone 2.0 gab es in den USA mehrere hundert Webseiten, die ausschließlich auf diese Applikation ausgerichtet waren.

Die Möglichkeit den Besuch von Pornowebseiten über eine „Premium-Text-Nachricht“ via SMS per Handy abzurechnen, gibt dem Kunden das Gefühl anonym zu bleiben und könnte Dialer in naher Zukunft ersetzen. Eines der größten Unterschiede zwischen dem Internet und der Mobile-Technologie ist , das Mobile-Konsumenten keinen Zugang zu freiem Content haben, wie dies im Internet der Fall ist. Inhalte die heruntergeladen werden, bewegen sich zumindestens im Preissegment der Kosten für eine SMS oder eines Telefongespräches. Ein weiterer Unterschied liegt darin, das für Content-Anbieter eine weitaus größere Zahlungssicherheit besteht, da Mobiltelefonnutzer bereits als zahlende Kunden registriert sind und der Aufwand eigener Abrechnungssysteme entfällt, da entstehende Kosten über die monatliche Telefonrechnung abgerechnet werden.

Beim Mobile Payment wird per Handy die Zahlung durch den Handybesitzer autorisiert und der Betrag eingezogen. Die Abrechnung erfolgt entweder direkt durch den Mobilfunkbetreiber über die monatliche Handy-Telefonrechnung oder durch einen Inkassodienstleister. Hier gibt es welche, bei denen sich der Endkunde registriert und sein bevorzugtes Abrechnungsverfahren (Kreditkarte, Lastschrift) hinterlegt. Fällige Beträge werden dann über das hinterlegte Abrechnungsverfahren eingezogen. Bei einer Premium-SMS wird per Handy oder Festnetz eine SMS Nachricht an eine fünfstellige, so genannte Short Nummer verschickt. Dabei spielt es keine Rolle, bei welchem Mobilfunkanbieter der Endkunde sein Vertrag abgeschlossen hat. Durch die Integration einer Mitteilung innerhalb der SMS-Nachricht können verschiedenen Anbieter und Angebote über die gleiche Short Nummer verarbeitet werden bzw. individuelle Angebote abgerechnet werden. Es ist keine separate Registrierung des Endkunden notwendig, noch müssen Kreditkarten oder Bankverbindungen in irgendeiner Form hinterlegt werden. Die Abrechnung erfolgt über die Mobilfunkbetreiber. Bis jetzt wurden die Premium-SMS überwiegend für die Bezahlung von Klingeltönen und für SMS-Chats verwendet. Die Bezahlung von pornographischen Content, wie auch die Möglichkeit einer Alternative zu den klassischen Bezahlverfahren bietet sich an. Der Endkunde könnte per SMS-Nachricht ein Passwort für einen kostenpflichtigen Bereich anfordern. In einer Antwort-SMS wird das Passwort übermittelt und der Endkunde kann den Mitgliederbereich betreten und per SMS Content bestellen, der entweder an das Handy oder an die zu diesem Zweck mitüberlieferte e-mail-Adresse übermittelt wird. In der Regel können bei den einzelnen Mobilfunkanbietern Beträge zwischen € 0,19 und € 3,- abgerechnet werden. Größere Beträge sind nicht möglich und könnten nur durch das Versenden von mehreren SMS-Nachrichten realisiert werden.

Bis jetzt sind die Bezahlverfahren via Handy überwiegend auf das Segment des Micropayments ausgerichtet und erfordern damit innovative Lösungen und eine leistungsfähige Software, die die Funktionsweisen von Handytechnologie und Computer, bzw. Internet in Bezug auf das Mobile Payment deckungsgleich und komplikationslos miteinander verbindet. Denkbar wäre auch – unter der Voraussetzung der Implementierung neuer Sicherheitsstandards, die Missbrauch und Betrug weitgehend ausschließen – eine Öffnung des Mobile Payments hin zu Transaktionsvolumen wie sie im regulären e-commerce üblich sind. Dies würde allerdings eine weitgehende Geschäftskooperation, bzw. Zusammenschluss zwischen großen Telekommunikations- und Finanzdienstleistern voraussetzen.

Eine weitere interessante Methode der Bezahlung mittels Mobiltelefons wird in Japan praktiziert. Dort können Mobile-User bei Transitstellen und anderen Gebühren, die sich im Segment des Mikro-Payments bewegen, ihr Telefon konkret als Zahlungsmittel verwenden indem sie es ein paar Zentimeter vor einem Zahlungsterminal halten. Das Terminal schickt eine Anfrage an einen dafür ausgerichteten Chip im Handy, der dann eine Seriennummer und ein individuelles Kryptogramm zurücksendet. Diese Daten werden vom Terminal an die beauftragte Bank gesendet, die wiederum bei der Bank des Users eine Identifikationsbestätigung und eine Genehmigung der Abbuchung einholt. Dieses Methode kann auf ein Kreditkartenkonto oder ein anderes Bezahlformat des Users eingestellt werden. In den USA gibt es ein ähnliches kontaktloses Zahlungssystem, welches allerdings auf einem Radio Frequency ID -Chip(RFID) beruht, den Exxon Mobil SpeedPass, der ein komplikationslose und schnelle Bezahlung an den Tankstellen ermöglicht.

Laut einer Studie von Maryam Kamvar und Shumeet Baluja, zwei Informatik-Professoren, die über eine Million Suchanfragen für Internetseiten von Mobiltelefonen und PDA`s im Jahr 2005 analysierten, sind pornographische Seiten bei Mobiltelefonnutzern populär und machen ca. 20% aller Suchanfragen aus. Die Besuche von Adult-Seiten über den Personalcomputer sind im Gegensatz zu 1997 im statistischen Wert gesunken. Obwohl diese Angebote über Mobiltelefone alle kostenpflichtig sind und die Qualität des visuellen Angebots auf den kleinen Bildschirmen fragwürdig ist – während über den regulären PC Zugang zu kostenloser und visuell optimierter Internetpornographie besteht – rechnet sich die Sexindustrie hohe Gewinnmargen aus, was das Potential des Mobile Payment betrifft, aber auch der direkten Vermarktung pornographischer Inhalte. Gerade bei Jugendlichen, die eine der großen Nutzergruppen des Mobiltelefons darstellen, steht der Konsum von Erotik-Content einer weitaus geringeren sozialen Kontrolle als beim heimischen PC gegenüber. Aber vor allem stellt der SMS-Markt, der problemlos über das Mikropayment abgerechnet werden kann, einen lukrativen Markt dar. Die weltweite “GSM Association”, die mehr als 450 Wireless-Netzwerk-Operateure vertritt, schätzte die Anzahl der bereits im August 2000 versendeten SMS-Nachrichten auf ca. 9 Milliarden und ging von einem Wachstumspotential aus, das sich in einer halbjährigen Verdopplung dieser Summe zeigen würde. SMS hat sich durch die Werbung als wichtiges Lifestyleelement bei Jugendlichen durchgesetzt und wird oft für private Kommunikation in öffentlichen Räumen genutzt und hat bei vielen Dating-Services bereits den telefonischen Kontakt ersetzt.

“Mobile phone users love their pornography”, 4/17/2006 , Nat Anderson

http://arstechnica.com/news.ars/post/20060417-6610.html