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Die internen Veranstaltungen des Online-Gewerbes

Der Bundesverband Erotik Handel e.V. mit Sitz Hamburg, deren tragende Vorstandsmitglieder u.a. von Orion und Beate Uhse kommen, richtet über ihren Arbeitskreis Videoproduktion jährlich die BEH-Fachmesse aus, auf der die AOP/ Adult-Online-Point integriert ist. Während sich  die AOP an Anbieter aus den Segmenten Mobile, Telekommunikation und Internet im europäischen Raum richtet, sind auf der „Erotika“-Fachmesse viele maßgebliche deutsche Hardcore-Produzenten als Aussteller vertreten. Partner der Erotika-Messe sind der 1983 gegründete Interessenverband des Video- und Medienfachhandels in Deutschland (IVD), der laut eigener Angaben 80% der 4.300 deutschen Videotheken vertritt und die Mediatainment Publishing GmbH

Die Eurowebtainment, auf der 2006  erstmals ein Webmasterforum angeboten wurde, ist eine der wichtigsten Messen für die deutsche Branche. Zu den Medienpartnern gehörten alle bedeutenden Adult-Webmasterportale wie YNOT, Klixxx, AVN-Online, Adult Insider und italienische und spanische  Boards. 2008 hat sich die Gewichtung der Partner und Sponsoren deutlich auf Unternehmen des E-Business verschoben, die auf ihren Webseiten keinen Zusammenhang mehr zur Online-Pornographie erkennen lassen. Ein Organisator der Eurowebtainment und inzwischen als Medienpartner aufgeführtes Unternehmen ist die „Mediatainment Publishing“, die seit 2005 auf der Venus-Messe den „Erotic-line Award“ vergibt, der die „Venus-Award“-Verleihung ersetzte. Der im Jahr 1996 gegründete Verlag Mediatainment Publishing ist ein Fachverlag im Bereich Home-Entertainment. Er gibt insgesamt 14 Publikationen heraus, die teilweise Online bezogen werden können. Neben kostenlosen Werbezeitschriften für die Konsumenten handelt es sich um Publikationen, die ausschließlich für das Fachpublikum – Gewerbetreibende in den verschiedenen Segmenten des Home-Entertainments- gedacht sind. Neben den Bereichen Musik, Games und Multimedia, produziert der Verlag die wesentlichen Informationsträger für den pornographischen Film- und Online-Markt. Die Magazine „Gay e-line“(2006 gegründet), „Shop e-line“, „Medien e-line“ und „web e-line“ liefern branchenintern Informationen über Produktneuheiten und Marketingstrategien und bieten eine Kommunikations- und Diskussionsplattform für die gesamte Branche. Zielgruppen sind der Videotheken-Fachhandel, Sexshops, Studios, Fachverlage, PR-Agenturen und sämtliche Anbieterfirmen. „Medien e-line“ und „Gay e-line“ sind überwiegend auf den Videomarkt ausgerichtet, „Shop e-line“ auf den Erotikshop-Fachhandel und web e-line deckt das Segment der Online-Pornographie ab. Web e-line bietet Informationen über die verschiedenen Content-Anbieter, Alterverifikationssysteme, e-commerce, Lizenzen und behandelt juristische und technische Fragen, weitergehend wird über die verschiedenen Branchentreffen und Messen berichtet. Seit 2006 ist web e-line erstmals als Onlineversion im Internet. Das Magazin ist in seinem Angebot und Themenboards zwar noch lange nicht so umfangreich wie die bekannten englischsprachigen Branchenmagazine, könnte sich aber in diese Richtung entwickeln.

Weitere Co-Veranstalter der Eurowebtainment 2006 waren die Gründer der „Netvision AG“.  Die „Netvision AG“, mit Sitz in Liechtenstein, wurde 1997 gegründet. Zu dem Unternehmen gehören die „Netmedia“ und die „Visionnet“. Visionnet unterhält eigene Online-Kreditkarten-Abrechnungssysteme in der Schweiz und ist auf die Umsetzung von Streaming-Technologien spezialisiert. Netmedia produziert zurzeit mit über 120 Darstellern in 12 Live-Studios interaktive pornographische Inhalte. Zu den Sponsoren der Eurowebtainment gehörten neben der österreichischen Maxolution -Internet Services GmbH mit ihrem Programm „Partnercash.de“, die fundorado GmbH, Orion und weitere Firmen von „freenet“,  u.a. die CamPoint AG mit ihrer Visit-X-Plattform, Der mit Beate Uhse NewMedia kooperierende Content-Anbieter „777Live N.V.“ mit Sitz in Curacao (niederländische Antillen), “Friendscash.eu” der österreichischen “S.A.G. Technology GmbH“ mit ihren Webseiten und Partnerprogrammen „OpenErotik“ und „OpenToys“,  der schweizerische Contentanbieter Momo-Net GmbH  und die 2005 gegründete Firma “TranslationsXXX”(Italien/USA) die Übersetzungen für Adult-Webseiten vom Englischen in über 20 verschiedene Sprachen anbietet.

Im Bereich der Finanzdienstleistungen werden weiterhin eine Reihe von Firmen aufgeführt: u.a. der IPSP „energy factor“, „Click&Buy“, die schweizerische „aconti.netService“ und “PasswordByPhone”. Der englische IPSP “PasswordByPhone” bietet, wie inzwischen eine ganze Reihe anderer Firmen,  eine auf dem Telefon basierende Abrechnungsmöglichkeit für pornographische Webseiten an. Das Unternehmen nutzt für ihr in 35 verschiedenen Sprachen bestehendes Angebot ein europäisches Satellitennetzwerk und ist inzwischen über Hongkong auf dem chinesischen Markt vertreten. Bei dieser Methode muss der User eine auf der Webseite angezeigte Telefonnummer anrufen und sich eine 5,5 minutenlange Ansage inklusive Passwortvergabe anhören. Mit dem Passwort ist der User dann zu einem halbstündigen Zugang zu dem Angebot der betreffenden Webseite berechtigt.

Weitere Unternehmen, die 2009 erstmals als Partner, bzw. Sponsor der Eurowebtainment aufgeführt wurden, sind die DatingFactory und die französische DreamNex. Die DatingFactory der Firma Caerus Ag bietet Systemlösungen im Dating-Segment an, d.h. Komplettangebote, die Internetauftritt, Design und e-commerce umfassen (in den Sprachen Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch und Italienisch). 2009 initiierte das Unternehmen die „London iDate Conference“. DreamNex SA (Rousset, France) wurde 1999 von Patrice Macar gegründet. Im folgenden Jahr hatte die Webseite SexyAvenue.com ihren Start up. Sie beinhaltet einen Internetversand für Sex-Toys und pikante Unterwäsche, Photo- und Videoangebote, sowie den Datingservice Edenflirt.com. Das Unternehmen entwickelte sich schnell zum Branchenführer in Frankreich. 2006 soll die Webseite zeitweise 27 Millionen Besuche monatlich aufgewiesen haben. Seit März 2007 ist DreamNex  über Eurolist Paris an der Börse notiert. Im gleichem Jahr erfolgte die Akquirierung der französischen Firmen Open Axe SAS, einen Provider für Webdesign und Hostingservice und Think Multimedia, einen Traffic-Aggregator. Anfang 2008 übernahm DreamNex  das belgische Unternehmen Enjoy, welches überXcams.com, ein Webcamportal mit dementsprechenden E-commerce betrieb, bei dem über 10.000 Modelle registriert waren.
Die expandierende Firma baute damit ihre Marktposition deutlich aus und wird inzwischen (2009) auf einen Marktwert von €97 Millionen veranschlagt. Über die Webseite „The Adult Company“ bietet die Dreamnex-Gruppe ihre Affiliate-Programme an.

Die „World Telemedia„, die 2003 das erste Mal organisiert wurde und im April 2006 in Berlin stattfand, wird überwiegend von britische Unternehmen organisiert. Der Hauptsponsor „Opera Telecom“ (2000 gegründet) ist ein globaler Provider von Mobile-Content und Services. Einer der Besitzer des Unternehmens war bis 2005 der britische Porn-Mogul David Sullivan. Weitere Sponsoren waren 2006 CCBill Europe, Colt, Mobile 365, Redstone Telecom und Netcollex. „Colt Telecom“ ist ein europäischer Telekommunikationsanbieter und ist mit zahlreichen Stadtnetzen in Deutschland und weiteren Ländern Europas vertreten. „Netcollex“ ist der Internetarm der Sullivan Group und gilt seit 1997 als der führende britische Provider von pornographischen Content und Service. Zu ihren Internetunternehmungen gehörten die Onlineausgaben von „sundaysport“ und „dailysport“ und  die Megaseite „free4internet.com“ . Seit 1999 bietet „Netcollex“ einen eigenen e-commerce-Dienstleister an. Seit 2003, nach einem Geschäftskontrakt mit „Bango.net“, wird das pornographische Angebot über die Mobile-Technologie vermarktet. Netcollex hat sich bereits seit 2003 auf den wachsenden Mobile-Markt fokussiert und bot Mitte 2006 auf ihrer Webseite nur noch pornographischen Content für diesen Markt an. „Netcollex“ trat neben der „World Telemedia“ auch als Co-Sponsor der europäische Messe „AOE“ in Erscheinung. Opera Telecom wurde nach einem Skandal (2007) im Zusammenhang mit manipulierten Telefonquizspielen in Großbritannien in Oxygen8 umbenannt. Oxygen8 ist weiterhin einer der maßgeblichen Sponsoren der World Telemedia. 2008 wurde erstmals die MobX in Budapest veranstaltet, die ausschließlich auf das Mobile-Segment der Branche ausgerichtet ist. Neben der AVN Europe und der Eurowebtainment waren viele us-amerikanische Organisationen beteiligt.

Der „Adult Web Master-Event (AWM), ein jährlich in Hamburg stattfindendes Treffen des Internet-Sexbusiness, wurde getragen von den Firmen „SEXMoney.com“, „PX24“ und „Partner2Go“ und der „Cytainment AG“ Der AWM-Kongress fand erstmals 2001, noch als relativ kleiner Event in den Räumen eines Kinos statt, 2002 und 2003 wurde der Kongress, bereits mit über 500 Teilnehmern, im Erotic Art Museum durchgeführt. 2004 vergrößerte er sich auf 6000qm Ausstellungsfläche und mit 800 Teilnehmern in die Lagerhallen des ehemaligen Freihafens. Der Eindruck, das es sich bei dem AWM um einen Zusammenschluss vieler verschiedenen Firmen zu einem Interessenverband handelt, täuscht allerdings. Bei weitergehender Recherche stellte sich heraus, das es sich um einige wenige, kapitalkräftige Majors der Branche handelt, die diesen Event organisieren: der Bauer-Verlag mit seinen Internetfirmen und die Unternehmensgruppen Fuerst Internet Solution(F.I.S.)/ RST-Datentechnik und  Cyberservices B.V./SexMoney.Com. Das Adultwebmastertreffen (AWM) findet seit 2006, im deutlich kleineren Rahmen,  in Suderbruch bei Hannover statt. Vom ersten Treffen mit 65 Teilnehmern steigerte sich die Anzahl 2009 auf 280 Teilnehmer. SEXMoney.com veranstaltete 2009 erstmals die WebmasterDays in Hamburg.

Zwischen 2004-06 organisierte  der AWM-Hamburg  , zusammen mit „AdultOnlineEurope“ Internet-Expos und Konferenzen für das Gewerbe. (2004 in Amsterdam und Lisabon, 2005 in Prag, zuletzt 2006 in Berlin) Der Hauptsponsor war „SexMoney.Com“, Cosponsoren waren „Private Cash“, das Affillliate-Programm der Private Media, „Netpond“, „Interclimax.com“, „XXXProviderNet“, „SexCom“ und „CC Bill Euro“. Offizieller Medienpartner war die AVN und als weiterer Co-Partner wird die WorldTeleMedia  aufgeführt. Mit den führenden US-Trader-Magazin AVN, der populären Suchmaschine Sex.com und dem europäischen Ableger des InternetPaymentServiceProvider (IPSP) CCBill zeigt sich eine zunehmende Einflussnahme und Vernetzung mit dem us-amerikanischen Markt.

Mit dem BarcelonaSummit (Veranstalter Andreas Bischoff) findet seit 2009 eine  Veranstaltung statt, die es sich zum Ziel gesetzt hat Vertreter der Branche im internationalen Rahmen zusammenzubringen. Auf der Veranstaltungswebseite findet sich eine illustre Liste europäischer und us-amerikanischer Branchengrößen.

Eine weitere interessante Tendenz zeigte sich auf dem im Oktober 2006 parallel zur Venus-Messe stattfindenden „1. PornfilmFestival“ in Berlin, die an die Entwicklungen auf dem us-amerikanischen Markt anknüpfen. Das Festival wird von einem umfangreichen Begleitprogramm getragen. Die Galerie Tristesse deluxe präsentierte  einen Monat die Ausstellung „Achtung FSK 18“, SexPro-Aktivisten aus den USA und Europa boten Vorträge und Worksshops an und auf dem zeitgleich stattfindenden Symphosium „Postpornpolitics“ wurden queere und feministische Pespektiven der Pornoproduktion diskutiert. Zu den Sponsoren, bzw. Partnern des Festivals gehörten neben Studios und Unternehmen der Berliner Gay- und BDSM-Szene, dem  konkursbuch-Verlag und einigen Kulturinitiativen, bekannte Namen wie Blue Movie (erotic media ag), Beate Uhse TV, Praline-Video(Bauer-Verlag) und Private. Ein deutlicher Indikator, dass die Majors der Branche inzwischen auch in Deutschland den Wert dynamischer sexueller Subkulturen und Communities für die Contentproduktion im Film und Internet erkannt haben. Bei dem vierten Berliner Pornfilmfestival wurde erstmals der „Feministischen Pornofilmpreises Europa“ verliehen. Bei den über 100 gezeigten Lang- und Kurzfilmen stellten lesbische Pornos und Filme weiblicher Regisseure einen deutlichen Schwerpunkt dar.

Einzelne Unternehmen der Branche

Das Unternehmen FIS Inc. -Die Fuerst Internet Solutions wurde 1996 in Atlanta / USA gegründet. 1998 folgte die Gründung der gleichnamigen deutschen Tochtergesellschaft Lautertal/ Hessen. 2004 wurde das Unternehmen in eine GmbH umgewandelt. Der Hauptgeschäftsträger ist die Vermarktung von E-Commerce Portalen, wie „affiliatecash.de”, “SMSdate.com” und “webmastercash”. Partner des Unternehmens sind u.a. RST Datentechnik und Digipay.Sie wird im Impressum vieler Pornoseiten als Betreiber aufgeführt und bietet  über RST Datentechnik, Webmaster, Sponsoren-, Traffic- und Zahlungssysteme an.

Die im süddeutschen Raum beheimatete RST Datentechnik ist eine Serviceplattform für den Adult-Bereich, die das gesamte Spektrum abdeckt: Partnerprogramme, e-commerce, Programmierung und Weblayout. Mit der Webseite „Eromoney“ boten sie ein Zahlungssystem für Kreditkarten-, Lastschrift- und Paysafecardbuchungen an. Diese Dienstleistungen werden inzwischen von dem Schweizer e-commerce-Dienstleister DigiPay AG  abgedeckt. Über die Seite „cyberpics“ können Webmaster Bilder, Filme und komplette Weblayouts einkaufen und mit „sexcrawler.de“ bietet sie eine Suchmaschine für den Porno- und Erotikbereich an und avskey.de liefert ein Jugendschutzprogramm für Webmaster wie für Konsumenten. Desweiteren ergänzt ein AdultWebmaster-Magazin das Portefolio. Auftraggeber für die Online-Ausgabe von adultwebmasternews.net  ist die RST Datentechnik , verantwortlich im Sinne des Impressums zeichnet die DigiPay AG. Die Webseite wird allerdings seit Oktober 2007 nicht mehr aufgefrischt.

Zu der Firmengruppe gehören weiterhin die Unternehmen „PX24“, ein LiveCam-Portal und „MediaPlain“. MediaPlain stellen sich auf ihrer Seite als Webdesigner vor und betreiben weitergehend ein Internetportal für Adultwebmaster. Sie bieteen zusammen mit „PX24“ die Einrichtung und weitergehenden Service für Livecamplattformen an. Zum weiteren Angebot gehört der Suchmaschineneintrag und dessen Optimierung, sowie Mehrwertrufnummer. Partnerseiten sind „Camparadies, Erosuchen, Suchtower, live-sexcamchat. und  Erowebcams“. Als ein weiter Verantwortlicher vieler dementsprechender Webseiten wird die MediaPlain unter der Adresse Pfingstweide 2, 61169 Friedberg angegeben. Diese Webseiten werden von der Fuerst Internet Solutions( F.I.S) betrieben. (Recherchezeitraum 2006)

Die Hamburger Firmen „Cytainment“ und die „Treuhandfinanz“ sind Betreiber einer Vielzahl von Adult-Webseiten, u.a. auch „XXXMoney.de“, ein Adult-Netzwerk , die 2003 in verschiedenen deutschen Städten Webmaster Seminare für die Pornobranche angeboten haben. Cytainment (XXXMoney) bot Einsteigern über 50 verschiedene Webseiten zur Promotion, 40 Fertiglayouts und 20 verschiedene Memberbereiche. XXX-Money ist 2003 in die Portalseite Sexmoney der Cyberservices B.V. aufgegangen.

Laut einem Internet-Forum* bestanden zwischen den Firmen „Cytainment AG“ und der „Cyberservices B.V.“ Querverbindungen und Ähnlichkeiten in der Geschäftsabwicklung. Gibt man die Firmennamen als Suchmaschineneintrag ein, kommt man jenseits der wirklichen Webseite von Cyberservices, auf zwei fast identische, sehr einfach gestaltete Webseiten mit den jeweiligen Firmennamen im Impressum. Auf verschiedenen Internetforen tauchen die Namen dieser beiden Unternehmen mit einer Reihe von Betrugsmanövern, wie ungerechtfertigten Zahlungsforderungen, Trojanern und Dialern auf. So soll die Firma Cytainment als erste mit einem Webdialer operiert haben, der sich über die Vorwahl 0192 einwählt, so dass Blockersoftware und der Telekom- Schutz versagten, da nur die 0190er-Nummern erkannt wurden. Die Vorwahl 0192 war bei der Regulierungsbehörde als frei tarifierbare Service-Nummer eingetragen und wurde vorher vor allem von Call-by-Call-Anbietern beispielsweise für Ortsgespräche genutzt. Der Anbieter konnte die Einwahlgebühr selbst bestimmen, im Fall der Firma Cytainment waren 29,90 Euro pro Einwahl und 2,99 Euro pro Minute zu zahlen. Da Sexmoney ein bedeutender Contentprovider und Partnerprogramm-Anbieter – auf dem europäischen wie auf dem us-amerikanischen Markt ist, scheint es schwer vorstellbar, das das Unternehmen auf  wilde Methoden der Anfangszeit der Internetpornographie zurückgreift um seinen Gewinn zu steigern. Wahrscheinlicher ist es, das da jemand im Schatten des Unternehmens versucht seine Geschäfte abzuwickeln und über die Namensgleichheit, bzw. die Gleichsetzung mit der  Cyberservices B.V. Verwirrung stiften will. (Die Quellen, u.a. Martin Fiutak von ZDNet.de und  harald-diehm.de waren 08/2008 im Internet nicht mehr abrufbar)

Die Aktivitäten der Amsterdamer „Cyberservices B.V.“, die seit 1996 in der Telefonerotik und im Online Adult Business  tätig ist, wurden 2003  unter dem Dach von „SEXMoney.com“ gebündelt, die sich auf Webmasterprogramme und Webseitenerstellung spezialisiert hat. SexMoney.com bietet eine große Auswahl an Web-Fertiglayouts mit denen der sofortige Start.up einer pornographischen Webseite möglich ist. Free Content und automatisierte Audio-Layouts (Audiotex) für die Telefonerotik stehen dem einzelnen Adult-Webmaster zur Verfügung, wenn er sich auf das Geschäftsmodell von SexMoney einlässt. Das Unternehmen bietet u.a. Content unter den Namenssparten von  Holio, IGallery, CandyCam, WebmasterCentral und Cybererotica an. Dies sind alles Namen von us-amerikanischen Unternehmen, die in den 90er Jahren als Anbieter von Online-Pornographie bekannt waren.

SEXMoney.com
bietet eine Dating Plattform, bei der die komplette Kommunikation über SMS läuft. Besonders vorteilhaft bei diesem neuen Trend im Mobile-Commerce, ist die Tatsache, dass es sich nicht direkt um Erotik handelt und somit auch breitgefächert im Non-Adult Bereich geworben werden kann. Als Ergänzung zur Konvertierung des deutschsprachigen Traffics bietet SEXMoney.com die Logistik für globalen Traffic. Nahezu alle SEXMoney-Seiten ( über 350/2006) liegen in bis zu 25 Sprachen vor und bieten automatisch, mittels Browser und IP-Detection, die richtige Sprache und Zahlungsmöglichkeiten an. Zu den Abrechnungsmethoden gehört inzwischen auch das „Handy-Payment“. Über „www.adult-webmaster-akademie.de“ und „www.sexmoney-university.com“ werden Workshops und Seminare zur Weiterbildung zum Adult-Webmaster angeboten. Im deutschsprachigen Raum soll dieses Angebot relativ flächendeckend gelten, darüberhinaus besteht in Amsterdam, London, Barcelona und Fort Lauderdale (Florida, USA) die Logistik für solche Lehrangebote.
2007 expandierte die Cyberservices B.V. im Rahmen einer Geschäftskooperation mit der net mobile AG in den Mobile-Adult-Entertainment-Sektor und startete das WAPerotica Portal.

„InterClimax“ (www.interclimax.com)ist eine holländische Firma mit Hauptsitz in Amsterdam. Sie wurde 1997 von Claudia und Werner Van Lubek gegründet und ist spezialisiert auf Video- und interaktiven Live-Content. Claudia Van Lubek hat einen Hintergrund als Darstellerin in der Pornobranche, während ihr Mann vormals als Systemanalytiker und Programmierer gearbeitet hat. „InterClimax“ unterhält Geschäftskontrakte zu über 50 Studios weltweit und zählt wichtige Branchenvertreter wie „VividCash.com“, „Penthouse.com“, „Cybererotica.com“ und „Private.com“ zu ihren Kunden. 2002 hatte ihre Webseite Amsterdam Voyeur House – wo über 20 Frauen, überwiegend aus Osteuropa, via Live-Cam und Chat für den User über Internet erreichbar waren – zwischen 50.000 bis 80.000 Besucher täglich und 2003 wurde ihre populäre Dokusoap „Webcamgirls“ über den holländischen TV-Sender „Veronica“ gesendet. Seit 2004 bietet die Firma einen eigenen Hosting-Service für Adult-Webmaster an. 2005 hatte die Firma 55 Mitarbeiter und über 250 Modelle die täglich Online zu sehen waren.

Ein weiteres, ursprünglich niederländisches Unternehmen ist „Phyton Video“ von David Vander Poel. Vander Poel startete 1994 die pornographische Webseite “ The Red Light District (fun.nl), die als eine der ersten ein auf Telephon basierendes e-commerce-System entwickelten. 1996 bestand die “fun.nl”-Domain aus den Webseiten; “Studio17”, eine Internetversion des gleichnamigen holländischen Erotikmagazins, drei weiteren Seiten und der Hauptseite „Red Light District“, wo als eines der ersten Live-Sex-Angebote im Internet, Shows aus einem Studio von „Casa Rosso“, einem bekannten Amsterdamer Sex-Kabarett angeboten wurden. Vander Poel verkaufte sein Internetunternehmen 1996 und gründete mit dem Kapital “Python Video“. Die neuen Besitzer der Domain waren u.a. Thomas Bervoets von „Funtertainment BV“ und Michel van de Sanden von der “International Media Company(Imco)”. Python expandierte in die USA und soll  sich zu einem der größten pornographischen Online-Unternehmen entwickelt haben, wofür es allerdings kaum Belege gibt. Ein aktuelles Beispiel für die Geschäftsaktivitäten von Phyton ist die seit Sommer 2006 online gegangene Webseite YouPorn. Das Cam-Portal dieser populären Webseite ist  die „Visit-X B.V.“ von der „Van der Poll Internetservice B.V.“ , registriert in den Niederlanden. Die Video-Live-Chat-Plattform „Visit-X“, die sich früher im Besitz der Internolix AG des Verlegers Klaus Helbert befand, ging nach dessen Insolvenz 2004 in den Besitz von Van der Poll über.

http://yoz.com/wired/2.10/features/fun_nl.html


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