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Der Bauer-Holding, fundorado und andere deutsche Majors

Gerwin Klotz, der Chef von BeateUhseMedia, zählt neben denselbigen Beate Uhse-Holding – mit einer Internet-Videothek und mehr als 1.000 Domains im Internet  (die bekanntesten sind http://www.beate-uhse.com und http://www.sex.de.)  – die Fundorado GmbH und den Bauer-Verlag zu den Großen im deutschen Online-Sex-Gewerbe, sowie ehemals, die „Internolix AG“ von Klaus Helbert. Die in Hamburg ansässige Heinrich Bauer-Verlagsgruppe ist nicht nur bekannt als Herausgeber von „Bravo“ oder Sexillustrierten wie „Praline, Coupe, Wochenend, Sexy, Sexwoche“ und „Schlüsselloch“, sondern in Deutschland auch einer der größten Anbieter harter Pornographie im Internet. Webseiten  wie „schluck-alles.de“, „gangbangs.de“, „amateure-live.de“ und „sex-von-hinten.de“ decken das gesamte Spektrum von normalen Hardcore bis Sadomaso ab. Auf der Webseite „cam24.de“ lassen sich einzelne Darsteller, Paare oder Gruppen bei allen möglichen sexuellen Aktivitäten beobachten. Die Akteure sind zum Teil Amateure, die bei sich eigene Webcam´s installiert haben. „cam24.de“, die die Bilder live ins Netz überträgt, tritt nur als Mittler auf. Ein ähnliches Geschäftsgebahren zeigt sich auch bei der Sparte Telefonsex. Der Verlag offeriert den Anbietern dieser Dienste, die zu den besten Anzeigenkunden von Bauers Sexillustrierten zählen, für die technische Abwicklung die AudioTex-Plattform seiner Tochterfirma „Convidis Kg“. Eigene Call-Center betreibt Bauer nicht.

Johann Andreas Ludolph Bauer gründete den Verlag im Jahr 1875 als Visitenkartendruckerei. Ab 1896 druckte Bauer dann das Anzeigenblatt „Rothenburgsorter Zeitung“. Die erste Programmzeitschrift folgte 1926 mit der „Rundfunkkritik“, in „Funk-Wacht“ umbenannt erreichte sie eine Verkaufsauflage von mehr als 500.000 Heften. Seit 1963 ist Heinz Bauer in der vierten Generation der Verlegerdynastie das Firmenoberhaupt. Der Aufstieg des Hamburger Verlagshauses begann in den 60er Jahren mit einer großen Aufkaufswelle. Zeitschriften wie die „Neue Post“, „Neue Illustrierte“, „Quick“, „Revue“, „Das Neue Blatt“ und „Bravo“ wurden alle in den Verlag einverleibt. In den 80er-Jahren folgten ausländische Titel wie  „Woman´s World“ aus den USA und Titel in Frankreich, Großbritannien und Spanien.

Die Bauer Verlagsgruppe erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2004 einen Umsatz von 1,7 Milliarden Euro und publiziert 152 Zeitschriften in 13 Ländern, davon 36 mit einer Gesamtauflage von rund 17,1 Millionen Exemplaren in Deutschland. Zusätzlich hat der zum Konzern dazugehörige Pabel-Moewig-Verlag noch mal  über 40 Titel im Programm. Die Bauer Verlagsgruppe beschäftigt 4.118 Mitarbeiter im Inland und 2.253 Mitarbeiter im Ausland. Mehr als hundert Einzelunternehmen gehören zum Konzern. Die Bauer Verlagsgruppe ist Marktführer im Segment der Programmzeitschriften (Marktanteil von 50 Prozent, 8,7 Millionen Exemplaren) und der wöchentlichen Frauenzeitschriften ( Marktanteil von 38,7 Prozent,  4,3 Millionen Exemplaren) und gibt mit „Bravo“ Europas größte Jugendzeitschrift heraus. Statistisch soll jeder zweite Deutsche eine Zeitschrift aus der Bauer Verlagsgruppe lesen. Zu dem Heinrich Bauer Verlag KG  gehört neben mehreren osteuropäischen Verlagsgesellschaften die 1983 gegründete österreichische „Bazar“ Zeitungs- und Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG in Wien. Dieser Verlag publiziert eine Vielzahl von Sexillustrierten und vertreibt die Pornomagazine von „Private“ über sein Verteilernetz. Außerdem die inländischen Verlagsgesellschaften „Verlagsunion Erich Pabel Arthur Moewig KG“ und die „VU Verlagsunion KG, Wiesbaden“ zu jeweils 100%. Der Bauer-Holding ist mit  31,185 % an der RTL II Fernsehen GmbH & Co. KG  und mit 25 %  an der Radio Hamburg GmbH & Co. KG  beteiligt. Der Bauer-Verlag wollte seinen Einfluss auf den deutschen TV-Markt mit der Übernahme der  ProSiebenSat.1 Media AG ausdehnen, wurde aber von  Haim Sabans US-Konzern überboten.

Seit 2001 sind die Verkaufzahlen fast aller deutschen Zeitschriften der Hamburger Verlagsgruppe rückläufig. Von Bauers sieben Fernsehzeitschriften wurden im vierten Quartal 2004 rund 11 Prozent weniger verkauft als im selben Quartal 2002. Bei den Frauenzeitschriften ergibt sich ein ähnliches Bild: „Bella“ minus 25 Prozent, „Tina“ minus 15 Prozent. Die Auflage von „Wochenend“ ist in den letzten 10 Jahren von über 570 000 auf knapp 74 000 verkauften Exemplaren zurückgegangen. Das Blatt wurde 2005, wie auch die Illustrierte „Piep!“ eingestellt. Im September 2006 verkaufte der Bauerverlag seine Illustrierte Praline an Robert Gabor. Dieser leitet die Verlage GLM(Ungarn) sowie den Sex-Verlag New Level Establishment in Liechtenstein. Magazine wie Frech & Frivol oder Das neue Oho! gehören zum Portefolio. Der Vertrieb der Praline sowie die Marktrechte an der Online-Seite von Praline liegen weiter beim Bauer-Verlag. Die Auflage der Praline lag im Jahre 1996 noch bei 431.000 Exemplaren. 2006 bei annähernd 66.000.  Im Jahr 2008 stellte der Bauerverlag dann seine Illustrierte „Revue“ ein. In der Branche hat sich die Gewichtung verschoben. während die Verkaufszahlen der Sexillustrierten stetig zurückgehen boomt das Onlinegeschäft. Ende 2007 übernahm der Bauer-Holding von dem britischen Medienhauses Emap für ca. € 1,6 Milliarden deren Publikumszeitschriften und Radiostationen. Zu den übernommenen Zeitschriften gehört u.a.das Männermagazin „FHM“. Mit dieser Übernahme wird der Bauer Verlag zum zweitgrößten kommerzieller Radiobetreiber in Großbritannien. Insgesamt erzielte das Pressesegment sowie die 38 Radiosender von Emap 2007 einen Umsatz von 700 Millionen Euro. Der Auslandsanteil des Umsatzes des Bauerverlags, der 2009 voraussichtlich bei 2,06 Milliarden Euro liegen soll, verschiebt sich aufgrund der Zukäufe in England von 48% auf 57%. Weltweit beschäftigt die Bauer-Gruppe rund 9000 Mitarbeiter. In Deutschland ging die Anzahl der Mitarbeiter von 3300 im Vorjahr auf 2600 zurück.

Die pornographischen Angebote des Bauerkonzerns werden von der Verlagsgruppe Pabel Moewig in Rastatt, einer hundertprozentigen Tochter des Bauerverlages, verwaltet. Die meisten Hardcore-Angebote werden allerdings von einem Firmenkonglemerat, zu der die Intercontent AG, die Intermedia und die Interpublish GmbH gehören, betreut. Die Inter Content KG  mit Sitz in der Harburger Schlossstrasse in Hamburg(wie auch die Intermedia Content KG  und die Rubin KG). Sie ist eine mittelbare Tochter des Hamburger Heinrich Bauer Verlags und betreut die Online-Auftritte von  „Wochenend“, „Praline“, „Geldidee“ und „Wohnidee“ etc. Der Schwerpunkt dieser Firma liegt aber, zusammen mit dem Pabel-Moewig-Verlag, bei der redaktionelle Betreuung einer Vielzahl von Pornowebseiten. Auf dem AWM-Kongress 2004 in Hamburg war die Firma mit knapp 25 Mitarbeitern vertreten. Desweiteren gehört „Partner2Go“, einem  der offiziellen Organisatoren des Adult Webmaster Events (AWM), zum weitverzweigten Internetunternehmen des Bauerverlages. Partner2Go  ist ein offizielles Webmasterprogramm der Inter Publish GmbH (Coupe.de, Amateurcam, Cam24, etc) für den Adult-Bereich, vorzugsweise mit den Zahlungsoptionen „pay per minute“ und „pay per view“. Partner2Go wirbt mit Transparenz der finanziellen Transaktionen und lockt mit Prämienprogrammen einzelne Webmaster damit sie ihren Traffic an das Netz von Partner2Go schalten. Die Inter-Content KG und die schweizerische Partnerpages AG (99cams.com) haben Anfang 2009 für das Segment Livecam eine Geschäftskooperation vereinbart. .Die Livecamangebote von Praline, Coupe und Cam24 werden seitdem von Partnerpages AG gestaltet und vermarktet.

Süddeutsche Zeitung, Nr.135, 14.06.2002

http://www1.ndr.de/ndr_pages_std/0,2570,OID252602_REF_SPC273400,00.html
Heinrich Bauer Verlag – Yellow-Press und seichte Seiten“

http://www.hbv.de/165.0.html

Die „Internolix“ des Verlegers Klaus Helbert, einem langjährigen Partner des Bauer Verlages, galt 2002/3 als einer der Majors auf dem deutschen Online-Pornographiemarkt. 2001 verkaufte Helbert die zweite Hälfte der Klaus-Helbert-Verlagsgesellschaft (KHV) an seinen Hamburger Partner Heinrich Bauer. Mit schätzungsweise 25 Millionen Euro soll er für den Verkauf seiner Blätter „Coupé“-, „Blitz-Illu“- und „Piep“, inclusive der Online-Versionen, vom Heinrich Bauer Verlag ausgezahlt worden sein. Mit diesem Kapital hat der Unternehmer Helbert in New-Economy-Firmen investiert. Als Großaktionär übernahm er im Mai desselben Jahres die Kontrolle über das börsendotierte Limburger Unternehmen Internolix AG – einen krisengeschüttelten Hersteller von e-Commerce-Software. Er entließ 200 der ehemals 222 dort angestellten Mitarbeiter und baute sich ein zweites Standbein im Bereich Internet-Sex auf. Er vereinte die Internolix AG mit seinen Web-Firmen CamPoint AG und Media netCom AG unter dem Dach der Helbert News Network AG (HNN) mit Sitz in Wiesbaden. Die CamPoint AG ist  auf Video-Übertragungen im Internet spezialisiert und bietet Live-Video-Chats an. Zu den Internetgeschäften von Internolix und media­netCom gehörte u.a. die  Online-Tauschbörse http://www.boooster.de, der Erotik-Anzeigenmarkt http://www.adult- boooster.com, die größte deutschen Amateur-Video-Chatplattform visit- X, und die digitalen Videotheken http://www.cinedrome.tv und http://www.erodrome.tv . Die „Internolix AG“ kam 2002 über ihr Tochterunternehmen „camPointAG“ zu Kooperationsvereinbarungen mit „Cybererotica“, eine der am stärksten frequentierten Erotik-Portalseiten in den USA. Das Angebot von Internolix war somit über die Video-Live-Chat-Plattform „visit-X“ auch auf dem amerikanischen Markt vertreten. Eine weitere Geschäftskooperation wurde im gleichen Jahr mit dem „Sex-Tracker“ abgeschlossen, einem US-Unternehmen mit über 75.000 global-angeschlossenen Webmastern. Bereits wenige Monaten nach der Umstrukturierung verdreifachte sich der Kurs der Internolix-Aktie. Ein allerdings nur sehr kurzfristiger Erfolg. Anfang 2004 mussten die Vorstände der Internolix AG und der media[netCom] AG einen Insolvenzantrag aufgrund von bilanzieller Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit beim Amtsgericht Hannover stellen. Im August 2004 wurde die Internolix AG, die sich zu 95% im Besitz der „media[netCom] AG“ befand, an eine Wiesbadener Beteiligungsgesellschaft verkauft. Die operativen Einzelgesellschaften der Gruppe, Audiofon Chat & Play GmbH und die camPoint AG konnten ihre Geschäftsaktivitäten unverändert weiterführen. „Visit-X“, die Portalseite der CamPoint AG, wird inzwischen von einer niederländischen Firma betrieben.

Das Hamburger Unternehmen freenet.de AG  ist ein Internet-Telekommunikationsanbieter und einer der größten Online-Dienste Deutschlands. Freenet ist seit Dezember 1999 an der Börse notiert. Das Internetzugangs-Geschäft ist Hauptumsatzträger mit einem Volumen von 231,1 Millionen €  (2003), gefolgt von der Sprachtelefonie mit insgesamt 99,5 Millionen €  (2003). Das Portalgeschäft mit seinen  Werbe- und E-Commerce-Umsätze belief sich 2003 auf 29,8 Millionen €. Im August 2001, dem gleichen Monat in welchem T-Online, Europas größter Internet Service Provider, die Entwicklung eines Adult-Portales mit Material der Private Media Group ankündigte,  hat Freenet.de, zusammen mit der Orion Holding International GmbH und der Audiofon GmbH, ein Internet-Portal im Erotik-Sektor – die Fundorado GmbH – gegründet. Das Erotik-Portal fundorado.de bietet Videos, Chat, Foren, Webcams und zahlreiche weitere interaktive Dienste. Dabei liefert freenet.de liefert die technischen Komponenten und die Internet-Expertisen, Orion bringt den pornographischen Content, begleitende Produkte und seine Logistik mit ein. Audiofon, ein Dienstleister bei Telefon-Mehrwertdiensten, deckt den Bereich Webcam- und Lifeshowtechnik ab. Dem  Joint-Venture-Unternehmen  FunDorado.de ist bereits nach einem Jahr der Durchbruch gelungen und sorgt für 35 Prozent des Orion-Umsatzes. Mit einem eigenen e-commerce- und Altersverifikationssystem kann FunDorado auf dem Markt relativ unabhängig von anderen Dienstleistern agieren. Außerdem ist das Unternehmen eines der Gründungsmitglieder von JusProg e.V., einem Jugendschutzprogramm. Zu den weiteren Mitgliedern gehört Beate Uhse, Internetunternehmen des Bauerverlags und die deutschen IPSP inet-cash und Afendis. Im August 2007 wurde das Community-Portal nowyoo.com von der FunDorado GmbH gestartet und hatte bereits nach weniger als 12 Monaten ihr 100.000stes Mitglied zu verzeichnen. Das Portal bietet eine Kombination aus „user generated content“, Dating- und Kontaktfunktionen, sowie die Möglichkeit, mit Bildern, Videos und Live-Cams selbst Geld zu verdienen. Die Fusion, bzw. Wiedereingliederung von Freenet.de in den Mutterkonzern Mobilcom wurde seit dem Sommer 2006 verstärkt vorangetrieben und im folgenden Jahr vollzogen.

http://www.golem.de/0106/14334.html

Dialer – Zwischen Missbrauch und regulärer Abrechnungsmethode

Dialer stellten in der ersten Dekade der deutschen Onlin-Pornographie eine wichtige Möglichkeit dar kostenpflichtigen  Content abzurechen, da der Gebrauch von Kreditkarten nicht so üblich wie in den USA war – über 22% der Europäer haben keine Kreditkarte und die Akzeptanz diese als Zahlungsmittel für Internetpornographie zu verwenden, ist deutlich geringer als in den USA. Durch den Missbrauch von Dialersoftware sind diese zunehmend in Verruf geraten und werden inzwischen zunehmend durch andere Abrechnungsmethoden ersetzt.

Nach eigenen Angaben ist die Firma goodthinxx.com.  einer der führenden Provider für dialerbasierte Abrechnungslösungen im Internet auf dem internationalen Markt. goodthinxx  ist ein Tochterunternehmen der Firma Studio Opera, welches 1990 in Österreich von Walter Toifl und Tanja Rahman gegründet wurde.  Goodthinxx  mit 31 Mitarbeiter (2004) hat seinen Firmensitz in Wien und Niederlassungen in Los Angeles, Hamburg, Paris und Las Vegas. Auf dem europäischen Markt bestehen Partnerschaften mit Lycos und Alta Vista bezüglich ihrer Erotikseiten. In den USA arbeitet goodthinxx.com u.a. mit Cybererotica, I Gallery und Light Speedcash zusammen. AEBN.com ging eine Partnerschaft mit goodthinxx.com ein, um mit deren dialerbasierten Abrechnungsmethode auf dem europäischen Markt Fuß zu fassen. Für den einfachen Webmaster bietet Goodthinxx.com technischer   Support, Partnerprogramme mit über 60 Nischenseiten, Adult, Non-Adult und Casino Content.

Auf Initiative von My Channel, Anbieter der in Deutschland am weitesten verbreiten Anti-Dialer-Software „Connectionwatch“, haben sich 2002 in Berlin die damals fünf größten deutschen Dialer-Hersteller  – die Mainpean GmbH, EOPS AG, Aconti.de, telecoin.de (erodata GmbH), und die 2000 gegründete iCom Media AG –  auf eine gemeinsame Linie mit dem Ziel einen Dialer-Gütesiegel zu entwickeln, verständigt. Wegen des durch den zunehmenden Missbrauch in Verruf geratenen Dialer wurde ein Anforderungskatalog entwickelt. Dessen wichtigsten Kriterien waren: eine absolut transparente Einwahl, transparente Kosten, keine Trojaner-Funktionen, Hinweise auf Hersteller und Anbieter sowie keine Einrichtung zur Standardverbindung auf dem Computer.

In Deutschland trat aufgrund des zunehmenden Missbrauchs im August 2003 das neue Telekommunikationsgesetz zur Bekämpfung des Missbrauchs von 0190er-/0900er Mehrwertdienstnummern in Kraft. Eines der Kernpunkte des neuen Gesetzes ist die Registrierungspflicht für Dialer. Wer über Dialer Dienstleistungen abrechnen will, muss seitdem seine Einwählprogramme registrieren lassen. Diese Registrierung erfolgt aber nur dann, wenn der Dialer bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Dazu gehört, dass der Dialer für den Nutzer klar bei Installation und Einwahl als Wählprogramm erkennbar ist, und sich nur nach ausdrücklicher Bestätigung des User einwählt. So genügt auch das einfache “Ja”-Klickfeld nicht mehr den gesetzlichen Bestimmungen. Mit der Registrierung wird bei der Regulierungsbehörde ein elektronischer Fingerabdruck (ein alphanumerischer Code namens Hash-Wert) erfasst. Beim Angebot eines Dialers muss dieser Code dem Nutzer kostenfrei übermittelt werden, ebenso die Information, wie man diesen Wert überprüfen kann. Außerdem wurde eine Preisobergrenze festgesetzt. Dialer dürfen seitdem höchstens Kosten von 2,- € pro Minute oder 30,- € pro Einwahl verursachen. In den ersten Monaten nach Verabschiedung dieses Gesetzes wurden unregistrierte Dialer weiterhin auf tausenden von Webseiten eingesetzt, während die Registrierung nur sehr langsam anlief. Im April 2004 lagen  der Regulierungsbehörde Registrierungsanträge für etwa 3,5 Millionen Einwahlprogramme vor. Davon wurden knapp 968.000 Dialer registriert, die Registrierungen von rund 430.000 Dialern mussten wieder entzogen werden, weil sich die Einwahlprogramme im nachhinein als nicht rechtskonform erwiesen. Viele Dialer-Anbieter halten sich nicht an das Gesetz, bzw. umgehen es. Das Gesetz betraf nur die 0190- oder 0900-Nummern, wer also die überhöhten Gebühren über andere Dienstleistungsnummern eintrieb, musste sich an diese Gesetzregelung nicht halten, außerdem können Dialer so programmiert werden, dass sie mehrmals die Internetverbindung aufbauen und wieder unterbrechen, um auf diese Weise die Preisobergrenze zu umgehen. Dies führte mit dem sogenannten Mehrwertdienstegesetz zu einer ergänzenden Rechtssprechung. Seitdem sind 0190-Dialer grundsätzlich nicht mehr zulässig, alle Dialer müssen mit 0900-9 anfangen. Weiterhin müssen alle Dialer bei der Bundesnetzagentur gemeldet sein, wo auch die Anbieter registriert sind. Seit der Inkrafttretung dieses Reglements hat diese Behörde bereits über 100.000 Dialern die Registrierung entzogen. Inzwischen sind viele Anbieter von Online-Pornographie dazu übergegangen, ihre Dienste über Pay-per-View und On-Demand abzurechnen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Dialer


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