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Unternehmen der us-amerikanischen Sexindustrie

Hustler, Playboy, Penthouse – Vom Männermagazin zum Holding

Pornographie, bzw. die sexuelle Reizwirkung derselben, ist immer aus das massenwirksamste und marktfähige Medium gewechselt, welches die technische Revolution hervorgebracht hat. Dominierte mit dem Buchdruck das literarische Genre, bis es durch die Photographie, bzw. durch technische Photodruckverfahren abgelöst wurde, kamen der Film und dann die kostengünstige Variante des Videos, bis in absehbarer Zeit die verschiedenen visuellen Medien im Internet komplett kombiniert und vermarktet werden können. Verlagshäuser wie Playboy und Hustler, die sich ihre ökonomische Basis in den Hochzeiten der Printmedien verschafften, sind inzwischen zu Konzernen herangewachsen, bei denen das Label zwar noch mit dem ursprünglichen Magazin assoziiert wird, die ihre Geschäftsfelder aber inzwischen auf alle Segmente der pornographischen Industrie ausgedehnt haben.

Playboy

„Playboy“ wurde 1953 von Hugh Hefner gegründet. Von 70.000 Heften der ersten Ausgabe, bei der Marilyn Monroe als Modell posierte, steigerte das Magazin seine Auflage kontinuierlich bis in die 60er Jahre hinein. 1972 erreichte die Auflage von Playboy in den USA mit ca. 7 Millionen ihren Höchststand und sank seitdem kontinuierlich auf inzwischen 3 Millionen. Der Playboy wird in 18 Ländern, z.T. über Lizenznehmer,  mit insgesamt 4,5 Millionen weiteren Exemplaren publiziert. Es erscheint monatlich mit einer Mischung aus Nacktphotos von bekannten Modellen und Frauen aus der Kultur- und Filmszene, kombiniert mit Artikeln aus den Bereichen Mode, Sport und Lifestyle und literarischen Essays. Das Label „Playboy“ mit der Graphik des Bunnyhäschen gehört mit zu den Weltbekanntesten. Inzwischen hat die Tochter Christie Hefner den Sitz des „Chairmen“ inne und leitet das Unternehmen, welches in „Playboy Enterprises, Inc.“ aufgegangen ist. Der Konzern wird an der „New York Stock Exchange“ geführt und war 2002 mit einem Marktwert von 262 Millionen Dollar notiert (Yahoo Finance). Aufgrund der steigenden Konkurrenz anderer Männermagazine und des Internets (in den 70ern „Penthouse“, „GQ“ und „Esquire“, später Magazine wie „Maxim“, „FHM“, „Men`s Health“, die alle über einen umfangreichen Content erotischer Photographie verfügen) gingen die Auflagenzahlen des Magazins zurück. „Playboy“ vermarktete, genau wie die anderen großen Magazine, sein Markenzeichen in anderen Geschäftsbereichen wie Men`s Clubs und Kasinos. Wegen Umsatzeinbrüchen und Fehlinvestitionen wurden allerdings alle der z.T. bereits in den 60er Jahren gegründeten Playboy-Clubs geschlossen.(In den 70ern florierten 22 Playboyclubs in den USA. Insgesamt gab es über 35 Clubs, davon jeweils 4 in Japan und England. Der letzte internationale Club wurde 1991 in Manila geschlossen.)

Im Gegensatz zu „Penthouse“ hat „Playboy“ rechtzeitig in die neuen Medien Internet und Kabel-TV investiert und unterhält umfangreiche Online-Publikationen und Verträge zu Kabelsendern in welchen das Material des Magazins weiterverwertet wird. Trotzdem verzeichnete der „Playboy Channel“ Ende der 80er Jahre  einen empfindlichen Verlust an Konsumenten um ca. 30%. Die Anzahl der Playboy Chanel-Nutzer sank von 743 000 im Jahr 1984 auf 400 000  in 1989. 1988 verzeichnete der Gesamtkonzern „Playboy Enterprises Inc.“ stagnierende Umsatzzahlen. Und 1999/2000 hatte Playboy die Kosten für seine Internetoperationen unterschätzt und machte ca. 50 Millionen Dollar Verlust mit seinen Webseiten. Damit das Internetsegment in sich weiter tragfähig blieb, erweiterte der Konzern sein Angebot in Asien und Europa um den Bereich Online-Kasinos.

Playboy, bekannt als Produzent von Hochglanzportefolios erotischen Softcores und als Lifestylemagazin, hatte Schwierigkeiten sich mit diesem Image auf dem wachsenden Markt der Sexindustrie sicher zu positionieren. So verlagerte die „Playboy Television Inc.“ Ende der 80er Jahre ihren Programmschwerpunkt auf sogenannte R-Rated-Filme, Erotikfilme mit einer Altersfreigabe ab 16. 1998 kaufte “Playboy Enterprises Inc” den Porno-Produzenten „Spice Entertainment Companies Inc.” für 127 Millionen Dollar auf, um seine Produktpalette in Richtung expliziteres Material zu erweitern und schloss strategische Geschäftspartnerschaften mit Web-Tech-Firmen wie „Akamai“ , betreffend der Streaming-Video-Technologie ab. Spice’s Hot Network, das als Sender von pornographischen Filmen bekannt war, war nach den damaligen Konzerndirektiven für das Image von Playboy zu explizit und wurde an Vivid Video zurückverkauft. Aber bereits 2001, nachdem das Programm von Hot Network über die Netzwerke von „AT&T Cable“ ausgestrahlt wurde, kaufte Playboy „Hot Network“, zusammen mit zwei weiteren Porno-Kanälen „Vivid TV“ und „Hot Zone“ von Vivid für 70 Millionen Dollar zurück. Neben „Vivid“ sind über den „Video on demand-Service“ auch Firmen wie „VCA“ und „Wicked Pictures“ am Geschäft beteiligt. Seit 2005 bietet Playboy mittels Kooperationverträgen mit der “Adelphia Communications Corp.” einem der führenden Kabelnetzbetreiber in den USA, begrenzt auf den südkalifornischen Raum, Hardcorefilme an. Im Sommer 06 übernahm Playboy Enterprise das Unternehmen Club Jenna Inc.. Die Übernahme beinhaltet die Filmproduktion, eine Bibliothek an Videofilmen, einen DVD-Versand und das Netzwerk von Webseiten des von Jenna Jameson gegründeten Unternehmens.

“Playboy TV International”( PTVI) ist im Besitz des PlayboyTV-Netzes, des “Adult Channels”, „Spice Extreme” und „Climax 3“ in England und Zentraleuropa. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Los Angeles und hat seinen Fokus auf asiatische und europäische Schlüsselmärkte. Über Kooperationsverträge sendet der Holding PayTV-Programme global in eine Vielzahl von Ländern. PTVI vermarktet seinen Content weitergehend an andere PayTV-Sender und über kommerzielle Webseiten, Mobile-Plattformen und DVD. In Deutschland war PlayboyTV auf der von „Kabel Deutschland“ zusammengestellten PayTV-Plattform „Kabel Digital Home“ zu empfangen. Im November 2005 haben die „Private Media Group“ und „Playboy TV International“ in einer zunächst auf 5 Jahre befristeten Kooperation ihre Kanäle „Private Gold“ und „Spice Platinum“  unter den neuen Label „Private Spice“ zusammengelegt um ihre Marktführerschaft im Segment PayTV in Europa zu konsolidieren. Playboy Inc. gab 2006 bekannt, dass ab November gleichen Jahres die 5 Programme von Spice, das Hot Network und Playboy TV Classic nicht mehr unter dem Label „Playboy“ weiterbetrieben werden.

Die Playboy Enterprises ist von der aktuellen Wirtschaftkrise ungleich stärker betroffen als andere Unternehmen der Branche. Seit Anfang 08 hat der Kurs der Aktie fast 80 Prozent an Wert verloren.  Konzernumstrukturierungen – u.a. die Aufgabe des herkömmlichen DVD-Business – und sinkende Werbeerlöse führten im Jahr 2008 zu einem Verlust von 146 Millionen Dollar nach einem fast ausgeglichenen Ergebnis ein Jahr zuvor. Im Pay-TV-Segment, sowie der Onlinevermarktung von Filmen verzeichnete der Konzern zwar deutliche Zuwächse, aber im klassischen Magazinbereich brach der Umsatz  um elf Prozent ein. Anfang 2009 trat Christie Hefner von dem Posten der Vorstandsvorsitzenden zurück. Neuer CEO ist seitdem Jerome Kern.

Penthouse

Das Männermagazin „Penthouse“ wurde 1965 in England von dem US-Amerikaner Bob Guccione gegründet und wurde ab 1969 in den USA publiziert. Mit einer Mischung aus Artikeln, literarischen Essays, Interviews und dem photographischen Content der Nacktmodelle lag Penthouse viele Jahre auf einem ähnlichen Niveau wie „Playboy“. Ein Jahr nach dem Erfolg des Filmes „Deep Throat“ war Penthouse das erste Männermagazin, welches Photos von weibliche Genitalien und Paarszenen veröffentlichte. („Playboy“ folgte wenig später diesem Trend, machte diese Entscheidung allerdings 1977 wieder rückgängig) Infolge dessen stieg die Auflage von Penthouse auf 4,7 Millionen im Jahr 1979. In den 70- und 80ern publizierte Gucciones Verlagshaus „General Media“ ein ganzes Spektrum von Magazinen: u.a. „Omni“, ein Science Fiction-Magazin mit einer Mischung aus literarischen und naturwissenschaftlichen Artikeln, das Musikmagazin „Spin“, welches in Konkurrenz zu dem Magazin „Rolling Stone“ trat, „Forum“, ein Magazin für erotische Literatur, mit Illustrationen anstelle von Pin ups, welches mehr auf die weibliche Leserschaft ausgerichtet war. Ein weiteres Magazin dieser Zeit war „Variations“, das sich thematisch mit den sexuellen Subkulturen beschäftigte. Weitergehend produzierte die „General Media“ auch pornographische Videos. 1998 soll der Umsatz laut Forbes 140$ Millionen betragen haben.

Im gleichen Jahr entschied man sich, aufgrund der Konkurrenz des Internets und vieler neu entstandener Männermagazine, für die Veröffentlichung sexuell expliziten Materials, welches den Geschlechtsverkehr, also vaginale und orale Penetration beinhaltete. Außerdem begann man Photos von urinierenden Modells zu veröffentlichen,  zu diesem Zeitpunkt ein Tabu für Mainstream-Magazine, während es inzwischen die Grenze dessen darstellt, was die Gesetzesgeber in den USA tolerieren. Die Folgen dieser Formatänderung des Magazins waren massive Umsatzeinbrüche im Kioskgeschäft. Parallel zu dem weiteren Erfolg der Online-Pornographie und Erotica ging die Auflage von Penthouse weiter zurück, bis dann 2003 das Verlagshaus von Penthouse „General Media“ Insolvenz anmelden musste und Guccione als Geschäftsführer von „Penthouse International Inc.“ zurücktrat. Die “Penthouse Media Group” wurde von „Mark Dell Capital Partners” übernommen. Das Magazin erscheint weiterhin und bietet auch einen Online-Auftritt an. Die Auflage liegt bei ca. 500 000, etwas mehr als 10% der Auflage die es zu ihren Hochzeiten erzielte. Inzwischen hält die “Interactive Brand Development(IBD)” 39% der Anteile an der Penthouse Media Group. Die Interactive Brand betreibt über ihre Tochterfirma „iBid America“ Online-auktions- und Marketing Webseiten. Nachdem IBD mit dem Einstieg bei Penthouse Media in den Adult-Bereich expandiert ist, verfolgte sie diesen Kurs weiter und übernahm 2005 den Online-Finanzdienstleister „iBill“ Die insolvente Jill Kelly Productions wurde im April 06 für $1.7 Millionen von Penthouse aufgekauft. Die Vermögenswerte der J.K.Production beinhalteten über 400 qualitative Filmtitel und ca. 60 noch nicht realisierten Features, die das Programm-Angebot der Penthouse Media aufwerten sollen. Dezember 2007 übernahm die Penthouse Media Group für 500 Millionen Dollar Various Inc. Various betreibt über 25 Social-Networking-Seiten mit ca. 260 Millionen Konsumenten und 1,2 Millionen zahlenden Mitgliedern. Zu den bekanntesten Webseiten zählt das FriendFinder-Netzwerk zu der auch AdultFriendFinder gehört. Der gemeinsame Umsatz der jetzt fusionierten Unternehmen wurde für 2007 auf $340 Millionen geschätzt. 2008 wollte Penthouse Media an die Börse, musste aber feststellen. das keine der großen amerikanischen oder europäischen Banken den geplanten Börsengang, mit ca. 460 Millionen US-Dollar, der Muttergesellschaft von Penthouse übernehmen wollte. Nur die russische Investmentbank Renaissance Capital (Sitz auf Zypern) wollte den Börsengang begleiten, fand aber keine weiteren Partner.

Seit 2007 bietet Penthouse in Kooperation mit „New Frontier Media“ einen eigenen Pay-TV-Kanal, sowie einen Video On Demand-Service für den us-amerikanischen Markt an. Seit Oktober 2009 bietet die Penthouse Digital Media Productions drei Pay-TV-Kanäle für den europäischen Markt an. Kooperationspartner sind der Vertriebsspezialist „NOA Productions“ und  russische Receiver-Hersteller General Satellite. Zwei Kanäle mit Hardcore-Inhalten werden in Frankreich, Spanien, den Niederländen und anderen liberalen Märkten angeboten, während der dritte Kanal mit einem Softcore-Angebot auf Länder mit strengerer Jugendschutz-Gesetzgebung wie Deutschland und Großbritannien abzielt. Für den Empfang müssen die Konsumenten allerdings in vielen Fällen ihre Anlagen nachrüsten.

Hustler

Um 1970 betrieb Larry Flynt(geb. 1942) zusammen mit seinem Bruder in Ohio eine Kette von ca. 8 Stripclubs und gab die „Hustler Newsletter“, ein kostenloses Werbeblatt für seine Clubs heraus. Aus  dieser Broschüre entwickelte sich das Hustler Magazine, welches ab 1974 erschien. Hustler lichtete  im Gegensatz zu Playboy und Penthouse seine Modelle in deutlich expliziteren Posen ab. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten, vor allem im Pressevertrieb, erreichte das Magazine Spitzenauflagen von bis zu 3 Millionen Exemplaren und galt bereits 1976 als eines der führenden Erotik-Magazine auf dem US-Markt. Die heutige Auflage liegt bei ca. 500.000 Stück. Wegen dem Obszönitätsvorwurf waren eine Vielzahl von Prozessen gegen Larry Flint anhängig. 1978 wurde er angeschossen und ist seitdem auf einen Rollstuhl angewiesen. Aufgrund seines jahrelangen Kampfes um die Pressefreiheit und wichtigen juristischen Teilerfolgen (z.b. gegen Reverend Jerry Falwell vor dem U.S. Supreme Court) gilt Larry Flint in der Sexindustrie als eine geachtete Persönlichkeit. Sein Leben wurde 1996 unter dem Titel „Larry Flynt – Die nackte Wahrheit“ verfilmt und auf der „Venus 2002“ in Berlin, Deutschlands größter Sexmesse, wurde er für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Das Unternehmen wurde im Rahmen der „Larry Flynt Publishing Inc.(LFP)“ umstrukturiert  und produzierte an die 30 „Gentlemen`s“ – und „Mainstream“- Magazine, u.a. das „Chic-Magazine“, „Hustler Erotic Video Guide“ und „Skin&Ink“. Bis 1986 expandierte die LFP nicht weiter auf dem pornographischen Markt und investierte stattdessen auf dem Mainstreammarkt mit verschiedenen Publikationen. 1996 zeichneten sich mit dem Verkauf mehrerer Magazine und dem gesamten Distributionssegment eine Veränderung der Geschäftsdirektiven ab. Zwischen 1995 und 1997 verkaufte die Larry Flint Publikation eine Reihe von Mags, u.a. „Super Cycle“, „Maternity Fashion“ und „Rage“ – sowie eines der Hauptwerte des Unternehmens, die „Flynt Distribution Company“ die den Versand und die Verteilung von Flynt`s Magazinen, aber auch für andere Verlagshäuser an den us-amerikanischen Kiosken und Zeitungsständen abwickelte. 1998 begann die LFP mit der Produktion von pornographischen Filmen. In diesem Jahr hatte das in Beverly Hills ansässige Unternehmen 300 Festangestellte und einen Jahresumsatz von 135 Millionen Dollar.

1999 wurden drei weitere Magazine des Unternehmens vom Markt genommen ( „Jail Babes“, „Honey Buns“ und „Black Sugar“). Stattdessen wurde die Cooperate Identity, der Markenname „Hustler“ weitgehender vermarktet und Hustler Clubs, -Stores und Kasinos wurden gegründet und dementsprechende Lizenzen vergeben. Im Jahr 2000 nahm in Los Angeles das Hustler Casino seinen Betrieb auf.

Das Unternehmen erweiterte sich um das Segment „erotische Kleidung und Assecoires“. Die beiden ersten Hustlerboutiquen standen in Cicinnatti und Los Angeles. In den folgenden Jahren leitete die LFP eine Expansion auf den europäischen Markt ein. In Paris öffnete Ende 2002 der erste „Hustler Gentlemen Club“ seine Pforten und in Berlin und München erfüllten „Hustler Erotic Stores“ die Wünsche der Konsumenten. (In Hamburg wird das Hustler-Bekleidungssegment über Lizenzvergabe von der Firma „Koch Devil&Heaven“, die auf St. Pauli und St. Georg sieben Sexshops unter verschiedenen Namen besitzt, vertrieben.) Ende 2004 eröffnete die LFP die erste Filiale ihrer „Hustler Hollywood“-Kette, die von Flynt`s Tochter Theresa geleitet wird, in Birmingham. Es ist das erste Erotikkaufhaus mit einer Verkaufsfläche von 6000 qm, deren bis 2012 eine Reihe weiterer folgen sollen. Da in England immer noch strenge Lizenzierungsbestimmungen für Sexshops bestehen, wird „Hustler Hollywood“ auf die Aufstellung extremer Hardcorefilme, Magazine und Materialien zunächst verzichten. Die LFP ist das zweite große Unternehmen der us-amerikanischen Sexindustrie, das in Britannien Filialen betreibt. Vorangegangen war bereits die Eröffnung von „Spearmint Rhino“-Clubs, einer amerikanischen Strip-Club-Kette, die allerdings von negative Berichterstattung, öffentlichen Protest und juristischen Auseinandersetzungen begleitet war.

2003 wurde die „Video Corporation of America“(VCA), einer der bekanntesten und zeitweise größten us-amerikanischen Produzenten von pornographischen Videos von der LFP aufgekauft. Im gleichem Jahr wurde für den nordamerikanischen Raum in Kanada „Hustler TV“, einer von inzwischen mehreren kostenpflichtigen TV-Kanälen, die per Satellit oder Kabelnetz zu empfangen sind, gestartet.

“TEN Broadcasting Inc”. (X Broadcasting) ist Kanada’s größtes Pay TV- Unternehmen über dessen Logistik die Sex-Kanäle „Hustler TV“, „Red Light District TV“ und „Vixxxen TV“ gesendet werden. X Broadcasting bietet Content über Kabel-, Wireless- und „direct-to-home”-Systeme an. (Video-on-Demand, Pay-per-View und beitragspflichtige Zugänge) Die Gründer und Besitzer von „X Broadcasting“ ist die „New Frontier Media“. 2003 wurde ein Kooperationsvertrag mit der LFP geschlossen und Hustler TV gegründet, das zuerst in Kanada und ab 2004 in den USA zu empfangen war. In den folgenden Jahren schloss LFP zahlreiche Verträge mit Studios und Contentanbietern,  (wie “Defiance Films”, “Torrid”, “Red Light District”, “Sex Z”, “Evil Angel”, “Teravision”, “Jules Jordan Video” und  “Falcon”) ab, bezüglich der Ausstrahlung von pornographischen Filmen über ihre TV-Kanäle und die weitere Vermarktung über ihre Distributions-Netzwerke im Internet.  2005 wurde einen Vertrag mit der „Total Media“, bezüglich der Vermarktung der Hustler-Kanäle  in England abgeschlossen. Großbritannien ist wegen der nicht vorhandenen Sprachbarriere ein Schlüsselmarkt für die Expansion us-amerikanischer Unternehmen nach Europa. 2005 war Hustler TV bereits in 34 Ländern, sowie im französischen und deutschsprachigen Raum zu empfangen. Hustler TV Deutschland ist ab Juni 09 über die Deutsche Telekom verfügbar und kann weitergehend über die IPTV-Angebote von Arcor und Alice und im Digitalkabel über den Kabelkiosk abgerufen werden.

Das Mobile-Technologie-Segment von LFP wird von der „Hustler Mobile Service“ vertreten. LFP hat sich diesbezüglich von dem Content Provider „Giant Mobile“ – begleitet von juristischen Auseinandersetzungen – gelöst und mit dem Mobile-Content-Provider „Mobival“ Lizenzierungsvereinbarungen für den europäischen wie zentral- und südamerikanischen Markt abgeschlossen.

http://en.wikipedia.org/wiki/Larry_Flynt

Crescent Publishing

Die Verlagsgesellschaft „Crescent Publishing“ publizierte das Männermagazin „High Society“ und „Playgirl“(eines der wenigen Sexmagazine für Frauen, das zu ca. 50%  von Homosexuellen gelesen wurde), außerdem „Celebrity Skin“ und „Cheri“. Die Gesellschaft betrieb neben „Cum-TV.com“ etwa  150 weitere Web-Seiten. Das pornographische Business war aber nur ein , wenn auch bedeutender, Teil des Gesamtprogramms dieses Verlagshauses, welches u.a. auch „Travel Agent“(Einzelhandel) und „Unique Homes“(Immobilien) herausgab. Die „Crescent Publishing Group“ vormals „Drake Publishing, Inc.“ hat ihren Sitz in Manhattan/New York und produzierte über ein Dutzend verschiedener Magazine mit einem angenommenen Umsatz von ca. 40 Millionen Dollar. Das Material dieser Magazine wurde über 64 Zweigunternehmungen für eine Vielzahl von Webseiten genutzt, die nach einem Joint Venture mit der Firma „Lexitrans, Inc.“ gestartet wurden. Lexitrans wurden enge Verbindungen zu der New Yorker Mafiafamilie der Gambinos nachgesagt. Bereits seit 1999 wurde seitens des FTC gegen die Crescent Publishing Group ermittelt. Über dieses Verlagshaus wurde über eine Vielzahl von Webseiten den Usern „Free Tour Web Sites“ offeriert, unter der Voraussetzung der Angabe der Kreditkartennummer, vorgeblich um zu prüfen, ob die Konsumenten die gesetzlich vorgeschriebene Volljährlichkeit zum Besuch dieser Seiten hatten. Tatsächlich wurden dann monatliche Mitgliedsbeiträge zwischen 20 bis 90$ über die Kontodaten abgehoben, zusätzlich wurde in vielen Fällen per Programmierung der „Back“-Button des Browsers außer Funktion gesetzt. Diese „Free Tour Web Sites“ verschafften den Betreibern dieser Operation, laut Erkenntnissen der ermittelnden Staatsanwalt, zwischen 1997 bis 1999 ein Einkommen von 188 Millionen Dollar, insgesamt wird von einer Summe in Höhe von 230 Millionen Dollar ausgegangen. Um den standardisierten Sicherheitsüberprüfungen der Kreditkartenunternehmen  zu entgehen, wurden regelmäßig die Namen der geschäftsführenden Firmen und beteiligten Banken geändert bzw. gewechselt. Nachdem die Vorgehensweise publik geworden war sperrte Visa/USA die Beteiligten aus ihrem Kreditkartensystem aus. Daraufhin wurde der Geschäftssitz der Kreditkartentransaktionen nach Guatamala verlegt, neue Scheinfirmen gegründet und der Betrug noch einige Zeit weiter betrieben. Ruderman, der ehemalige Besitzer der „Crescent Publishing Group, Inc“ hatte offiziell sein Unternehmen 1998 für 75 Millionen Dollar verkauft und stritt jede Beteiligung ab. Er wurde allerdings von der US-Staatsanwaltschaft 2001 als „stiller“ Teilhaber identifiziert. Der nachfolgende Besitzer Bruce Chew und David Bernstein, wie die Firma Crescent Publishing insgesamt, wurden mit Strafgeldern in Höhe von 30 Millionen Dollar belegt. Bruce Chew, der offiziell seit 2003 in dieser Angelegenheit angeklagt wird, entschied sich zu einer weitgehenden Kooperation mit den ermittelnden Behörden. Die Magazine Cheri, High Society und Playgirl erschienen weiter, wahrscheinlich unter separater Unternehmensleitung, wie dies bei Playgirl der Fall ist, wo die New Yorker Company „Playgirl Inc.“ das Magazin seit 2003 herausgibt.


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