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Stripbars, Toys und Telefonsex – Weitere Segmente der Sexindustrie

Telefonsex

Trotz der zunehmenden Konkurrenz von Life-Chats und interaktiven Live-Cam-Angeboten, sowie der zunehmenden Automatisierung nehmen momentan immer noch Millionen von US-Amerikanern täglich, bzw. des Nachts die Dienst kommerzieller Telefonsex-Dienste in Anspruch. Im Durchschnitt dauert ein Gespräch zwischen 6 bis 8 Minuten, bei Kosten zwischen 89 Cents und 4$ die Minute. Telefonsex ist Teil des Telekom-Segments „Premium Audiotext“ welches von dem Konzern AT&T mit dem 1-900-Service-Nummern in den 1980ern eingeführt wurde. 1991 schränkte der FCC per Gesetz kommerzielle sexuelle Dienstleistungen, die über 900- Nummern liefen ein, mit der Konsequenz, dass betroffene Unternehmen diesen Geschäftsbereich auslagerten. Die Dienste werden seitdem über Telefonnummern aus dem Tschad, Moldawien, Madagaskar oder Guyana etc. angeboten und die Firmen treten einen Teil ihrer Einnahmen an die dortigen staatlichen Postministerien ab. Laut der Firma „Strategic Telemedia” hat sich der US-Markt  für sexuelle Dienstleistungen mit 900-Nummern, die 1994 noch ein Drittel des Marktes ausmachten, auf 15% im Jahr 2000 reduziert. Dies entspricht einem Umsatz von 210 Millionen Dollar zu dem 1,4 Milliarden schweren gesamten Premium Audiotext-Marktes. Nach Dokumenten der SEC (Securities and Exchange Commission) erzielt der gesamte us-amerikanische Telefonsex-Markt ca. 1 Milliarde Dollar jährlich, was bedeuten würde das fast 800 Millionen außerhalb des Einflussbereiches der amerikanischen Finanzbehörden umgesetzt werden.

Als eines der führenden Unternehmen im Telefonsex-Segment gilt die “National A-1 Advertising“, die mit  „HotMovies“ und etlichen anderen Online-Unternehmungen in das Film- und Internetsegment expandiert ist. Firmen aus diesem Bereich expandierten mit der Kommerzialisierung des WorlWideWebs häufig in die Online-Pornographie, da sie bereits über die notwendigen logistischen Voraussetzungen verfügten. So waren Voice Media (Cybererotica) und RJB Telcom, zwei führende Unternehmen der Online-Pornographie um die Jahrtausendwende, vorher beide im Audiotext-Segment(Telefonsex) aktiv bevor sie ihre Internetunternehmungen starteten

Bei dieser Form der Dienstleistung gibt es keinen körperlichen Kontakt zwischen der Frau und ihrem Kunden , so dass diese Form der Arbeit sich als Nebentätigkeit anbietet bei der die Privatsphäre der Frau ausreichend geschützt ist. Das Angebot beschränkt sich ausschließlich auf ein sexuelles Gespräch am Telefon bei dem der Kunde in seinem oder ihren Phantasien schwelgen und sich dabei selbst befriedigen kann. Werbung ist in diesem Bereich unverzichtbar und die Anzeigen der Frauen oder Agenturen sind in Stadt- oder Boulevardzeitungen und Sexmagazinen zu finden. Seitdem das Handy populär geworden ist, erfolgt die Bezahlung über gesonderte Telefontarife, früher hingegen war die Bezahlung  weitaus komplizierter. So wurde in den Anfangszeiten dieser Branche beim ersten Anruf zunächst ein Termin für das Gespräch vereinbart und der Kunde musste in der Zwischenzeit das vereinbarte Honorar überweisen oder ein Mitarbeiter holte die vereinbarte Summe persönlich ab. Der Arbeitsbereich der Telefonsexagenturen ist generell anonym, die Operateure benutzen Arbeitsnamen. Es gibt keinen körperlichen Kontakt und keine visuelle Bezugnahme auf die dort arbeitenden Frauen. Inzwischen soll ein Teil dieser Telefondienste vollständig automatisiert sein, so dass der Kunde mit computergenerierten Bandaufnahmen bedient wird.

Personen die im Telefon-Sex-Bereich arbeiten haben in der Regel keine Ambitionen in diesem Bereich Karriere zu machen oder sehr lange in diesem zu arbeiten. Motivationsgründe sind in erster Linie der Bedarf an Geld und die flexible Arbeitszeiteinteilung. Die meisten Telefonsexarbeiterinnen erhalten nur sehr wenig vorbereitendes Training. In der Regel werden sie einmalig vom Arbeitgeber befragt, in Augenschein genommen und dann, je nach Einschätzung, eingestellt. Wie man sich bei den Kunden gibt, welche Wörter, Formulierungen man benutzt, wie man sich in bestimmten Situationen verhält, erfähren sie während der Arbeitszeit. „Learning by Doing“. Der Verdienst lag bei 10- 15 Dollar die Stunde, ein zusätzlicher Nebenverdienst besteht in dem Verkauf von bereits getragener Unterwäsche an die Anrufer. Außerdem können die Telefonistinnen Geschenke von ihren Kunden erhalten, oft Süßigkeiten und Blumen, aber auch Geldgeschenke und Kleidungsstücke. Das die Mitarbeiterinnen im Privatleben ihren wirklichen Arbeitsbereich angeben ist eher unüblich und manche Agenturleiter bestätigen, im Bedarfsfall auch schriftlich, sogenannte „Cover-Stories“, die besagen, dass man im Telemarketing oder im Verkaufsbereich arbeiten würde.

Anrufe mit Interesse an Vergewaltigungsphantasien und anderen gewalttätigen Sex und Inszestphantasien sollen häufig sein. Die Frauen sind zwar angewiesen einen Anrufer während des Telefonates nicht zu kritisieren, bzw. aus der Rahmenhandlung auszusteigen, können aber Anrufe einer bestimmten Qualität, die sich beispielsweise mit Vergewaltigung, Kindesmissbrauch oder Sodomie beschäftigen ablehnen, wobei es den Frauen überlassen bleibt, wo sie in bezug auf ihre persönliche Gefühlslage und ihrem möglichen Verdienst, die Grenze ziehen.


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