17
Okt
08

Partnerprogramme (Affiliates)

Partnerprogramme (Affiliates)

Affiliate- oder Partnerprogramme sind Provisionssysteme für das Bewerben von bestimmten Produkten oder Dienstleistungen. Ein Webmaster einer gut frequentierten Internetseite vermittelt von seiner Seite Kunden weiter und erhält dafür eine Provision. Eine weitere weit verbreitete Möglichkeit ist der Design von sogenannten „free“-sites um dann den Traffic zu einem der verschiedenen Pay-Sides weiterzuleiten. Als eines der größten und populärsten Affiliate-Programme für Adult-Webmaster galten die von „Innovative Ideas International, Ltd“ betriebenen “Adult Revenue Services”. Nach “Forrester Research” wurden 1999 13% des e-commerce über Affiliate-Programme generiert, 2003 bereits 21%. Diese Partnerprogramme sind eine wichtige Einkommensquellen für die kostenpflichtigen Mitgliederseiten und eine sehr effektive Methode Traffic auf die dementsprechenden Seiten zu lenken und zu erhöhen. Dieses Geschäftsmodell ist allgemeingültig, ob es sich um die einzelne Homepage eines Webmasters handelt oder um ein Unternehmen mit tausenden von Domains. In der Regel leiten die kleineren Portalseiten potentielle Kunden zu den kostenpflichtigen Mitgliederseiten der großen Unternehmen weiter, diese wiederum zahlen prozentuale Gewinnbeteiligungen an den Einnahmen, die aus diesen weitergeleiteten Traffic resultieren. Dieses Verfahren wurde erstmals von führenden Betreibern pornographischer Seiten eingeführt.


Um unter Beweis zu stellen das ihre Webseite gut besucht wird, gingen viele Webmaster dazu über Besucherzähler auf ihrer Startseite zu platzieren. Da diese aber leicht zu manipulieren waren und man dem Kunden objektive Zahlen präsentieren wollte, verlagerte sich dieser Bereich zu Drittfirmen, deren Zähler dann die Daten zur deren Webseite sendeten, dort auswerteten und die Ergebnisse dann wieder im Zähler der Ausgangseite präsentierten. Das erste daraus resultierende Geschäftsmodell bot „Cybererotica“ im Jahr 1996 mit dem „XXX Counter“ (inzwischen im Besitz der Firma „SexTracker“) an, wo Webmaster die Anzahl der Besuche und Mitgliedereinschreibungen darstellen konnten und gleichzeitig eine Analyse ihres Traffic bekamen. Um diesen Service in Anspruch nehmen zu können, zahlten die Adult-Webmaster ihrerseits mit Traffic, indem sie den Icon „The World’s Top Sex Sites“, eine Linkhitliste von Cybererotica, auf ihrer Startseite platzierten. Dieses Geschäftsmodell war einer der Vorläufer der späteren Partnerprogramme. Als nächstes entwickelte Cybererotica „Fast Cash Count“, welches neben den Zählerstatistiken den beteiligten Webmastern einen Prozentsatz an Mitgliedsbeiträgen zahlte, wenn der User über die betreffende Webseite den CashCount-Ikon anklickte und sich danach einschrieb. Auch wenn es zu keinem neuen Vertragsabschluss kam, zahlte Cybererotica für jeden Click auf den Ikon einen Betrag zwischen 0,05 bis 0,10$ und bot damit eines der ersten Pay-per-Clickthrough-Programme im Internet an. Dieses Modell erwies sich allerdings als anfällig für Manipulationen: bereits mit dem ersten Pay-per-Click-System tauchten sogenannte „clickbots“ auf, einfache Programme die den Task des Bannerclicks automatisierten und vervielfältigten. Die Partnerprogramme gingen daraufhin dazu über nur für Clicks zu zahlen, die jeweils von einer einmaligen IP (Internet Protokoll)-Adresse kamen. Click-throughs die über Clickbots maximiert wurden, wiesen demgegenüber nämlich immer die gleiche IP-Adresse auf. Als nächstes tauchten dann Systeme auf, die in der Lage waren zu dem Server des Partnerprogramms gefakte IP-Adressen zu senden. Da der Kontrollaufwand bei diesem Geschäftsmodell sehr aufwendig ist, verzichten inzwischen viele kommerzielle Pornoseiten, die Partnerprogramme anbieten, auf diese Bezahlmethode.


Zu einem nachgefragten Service und wichtigen Marketing-Instrument hat sich die Analyse des Traffics und des Surfverhaltens entwickelt. Mittels speziell entwickelter Software ist eine Analyse der Server Log Files möglich geworden. Server Log Files können einem Webmaster Informationen über das Surfverhalten des Users liefern: von welcher Webseite er gekommen ist, welchen Browser er benutzt, seine IP-Adresse, welche Seiten besucht worden sind und wie viel Zeit er auf den einzelnen Seiten verbracht hat. Log-file-Analyse-Software vereinfacht und automatisiert den Prozess der Informationsauswertung und macht es Webseitenbetreibern und potentiellen Werbekunden möglich nachzuvollziehen von welchen Webseiten Traffic generiert wird und wie der Surfer auf Werbeaktionen und den Aufbau der Webseite reagiert.

Die Vertragsbedingungen zwischen Partnerprogramm und einzelnen Webmastern, die in den sogenannten „Terms&Conditions“ festgelegt werden, sind in der Regel darauf angelegt den Anbieter juristisch abzusichern und Geschäftsbedingungen zu schaffen die einen hohen Traffic und Kundenzufriedenheit gewährleisten. Im Allgemeinen wird es den Partnerseiten verboten insbesonderen Kinderpornographie und anderes Material, welches illegal ist oder gegen die Copyrightbestimmungen verstößt, zu veröffentlichen. Desweiteren führt die Praxis von Spam-e-mails, und die Veröffentlichung von illegalen Passwörtern, MP3s und gecrackter Software in der Regel zum sofortigen Vertragsabbruch. Eine steigende Anzahl von Anbietern lässt inzwischen keine Partnerseiten aus Ländern des osteuropäischen Raumes wie Rumänien, Bulgarien und Russland mehr zu, da die Missbrauchsrate dort zu hoch ist, desgleichen betrifft Webseiten deren Betreiber aus Ländern stammen in denen Pornographie mit hohen Strafen belegt und bis hin zur Todesstrafe verfolgt wird, wie z.b. in Pakistan und Singapur. Diese „Terms&Conditions“ wurden spätestens ab Januar 2001 ernstgenommen, als AOL erfolgreich gegen die Firma Cyber Entertainment Network prozessierte, da über einige der Partnerseiten von CEN AOL-Mitglieder vom massiven Spamming betroffen waren. Das Gericht stimmte der Position von AOL zu, das ein Unterbinden, bzw. Verhindern solcher Vorgehensweisen in der Verantwortlichkeit von Cyber Entertainment Network gelegen hätte.


Einzelne Anbieter von Partnerprogrammen


Alle Majors der Onlinepornographie bieten Affiliate-Programme an, wie Cyber Entertainment Network (CEN) mit „ TrafficCash“ und ca. 35.000 beteiligten Adult-Webmastern(2001) und RJB Telecom mit “MaxCash“. „Kara’s Adult Playground”, mit dem Affiliate-Programm “MaxCash” ist eine Megaseite, die Zugang zu einer Vielzahl von Hardcore-Seiten mit mehreren hunderttausend Photos und Online-Videos offeriert. Nach Firmenangaben sollen seit 1996 ca. 250.000 Webmaster an dem Partnerprogramm beteiligt gewesen sein. Es gibt aber auch eine Reihe von Unternehmen die sich ausschließlich auf dieses Segment konzentriert haben. Viele dieser Partnerprogramme bieten inzwischen das gesamte Spektrum möglicher Serviceleistungen für den einzelnen Webmaster an. Neben den bereits aufgezählten Leistungen gehören dazu das Angebot pornographischer Inhalte wie Bildergalerien, Videos, interaktiver Content sowie das komplette Weblayout, bis hin zu den Bezahlvorgängen, die entweder über ein eigenes e-commerce-System oder über unter Vertrag stehende IPSP`s abgewickelt werden.

“SPACash” ist aus dem “LiveInteractive.net” des aus Uruguay stammenden Pel Martin Caetano hervorgegangen, der zum Zeitpunkt der Unternehmungsgründung noch nicht – oder gerade volljährig war. “LiveInteractive“ bestand aus zwei Partnerprogrammen die ausschließlich im europäischen Raum populär waren. Im August 2003 wurde „SPONSORadulto.com“ gegründet, welches bereits im Oktober gleichen Jahres die Hälfte des spanischen Marktes vereinnahmt hatte und über eine Crew von 20 Mitarbeitern verfügte. Im Anschluss und mit einer Geschäftspartnerschaft mit dem Franzosen Antoine Moreau folgte „SPONSORIX.com“, welches sich bereits 2004 zu einem der populärsten Partnerprogramme im französischen Online-Pornobusiness entwickelt hatte. „LiveInteractive“ hatte mit diesen beiden Programmen ca. 20.000 angeschlossene Webmaster. Das nachfolgende „SPACash“, mit einem Fokus auf den us-amerikanischen Markt, ist von vornerein auf ein globales Marketing ausgerichtet und bietet den Content in 10 verschiedenen Sprachen zur Auswahl an. Das Unternehmen verfügte in der Startphase über ein Netzwerk von 30 Webseiten und beschäftigte 125 Angestellte, die in zwei Schichten arbeiteten. Der Webanalyst “Alexa” gab 2007 das britische Unternehmen “Global Business P. Partnership“ als Betreiber an.


MeatCash”, mit der Muttergesellschaft “MNP Enterprises” steht als Partnerprogramm und Content-Produzent für eine Produktlinie, die unter dem Begriff “Rough Sex“ zusammengefasst wird. Dies geht von der Darstellung von „harten“, bisweilen schmerzvollen Sex , zu dementsprechenden Hardcore-BDSM, bis zu speziellen Angeboten wie Bukkake. Die Darstellerinnen werden in zwei ausführlichen Interviews abgefragt und vorbereitet und wissen worauf sie sich einlassen. Jede der Frauen setzt ein Limit, wieweit sie in den Szenen zu gehen bereit ist und bringt in der Regel ein gewisses Maß an schauspielerischen Potential mit ein, was dann im Endresultat als eine dramatische Narration vom User abgerufen werden kann. Der Begriff „Rough Sex“ wurde Ende der 90er vom Filmstudio „Anabolic” geprägt. Eine der Regisseurinnen dieses Studios gestaltete Webseiten wie “MidnightProwl.” und “Meatholes.com” mit, die 2003 mit der Gründung von „MeatCash“ ihren Start up hatten. Mit dem wachsenden Erfolg dieser Seiten folgten weitere Seiten wie: „CockBrutality“ und “Ass2MouthSluts”, bis die Zahl der Webseiten dieses speziellen Spektrums Ende 2005 bei über 30 lag – mit steigender Tendenz. Die Programme „StoneyCash”, “VouyerCash” und “RectalRevenue” schlossen sich “MeatCash” an, welches aufgrund einer Initiative der Muttergesellschaft MNP inzwischen die Onlinepräsenz für bekannte Regisseure stellt, die bei Studios wie „Red Light District“, „Platinum X Pictures“ und „Anarchy“ produzieren


SmashBucks” ein Partnerprogramm und Hosting-Service für Adult-Seiten wird von Mike Hawk, einem ehemaligen Nachtclubbesitzer und seinem Partner T. Spikes betrieben. Beide begannen ihre Karriere als Internet-Unternehmer eher zufällig mit dem Start up von „CandyFilms.com“ mit dem sie den Musikclip “Porno Star” der Musikgruppe von Spikes vermarkten wollten. Der Online-Video generierte wohl hauptsächlich wegen dem Titel soviel Traffic, das die beiden entschlossen ernsthaft in das Geschäft mit der Online-Pornographie einzusteigen. Sie sicherten sich die Rechte an den Filmen von Mike Paulson, der u.a. mit Ginger Lynn und John Holmes gedreht hatte, gründeten „PornStarClassics.com“ und vermarkteten als eine der ersten alte Pornofilme aus den 70er und 80ern im Internet. Einige Jahre später wurde „SmashBucks“ zusammen mit einem Netzwerk verschiedener Webseiten gegründet. Mit einer Reihe werbewirksamer Marketingmaßnahmen, wie teilweise kostenfreier Content und Hosting, sowie günstigen Gewinnbeteiligungen entwickelte sich „SmashBucks“ zu einem erfolgreichen Unternehmen in dem Segment dieser Branche.


2002 gegründet als ein Partnerprogramm für Paysites, bietet „Epic Cash“ (www.epiccash.com) des Gründers Trey Hickey inzwischen die gesamte Bandbreite an Möglichkeiten des Geldverdienens für Adult-Webmaster an. EpicCash verfügt über ein Netzwerk von 44 kostenpflichtigen Seiten und zahlte seinen Affiliates $30 Dollar pro Neueinschreibung. Dazu gehören seperate Programme wie „Epic DVDs“ und „URentDVDs.com“ zum Verkauf, bzw. Verleih von DVD`s, die Vermarktung von Aphrodisica und anderen Zusatzstoffen mit dem „Herbal Gains“-Programm, die „Epic Mail Free Sites“, Click-Through- und Build-your-own-Tour-Programme und die Dialer und Zähler-Programme „Epic Dialer“ und „Epic Tracker“. Mit „Blue Frog Mobile“ hat EpicCash verschiedene Bezahl-Modelle entwickelt um auf den Mobile-Markt zu expandieren.


SilverCash, das Programm der kalifornischen Price Communications Inc. ,wurde 1999 von Mike Price gegründet, der bereits seit 1994 ein erfolgreicher Unternehmer im pornographischen Business ist. SilverCash weist einen hohen Traffic auf und betreibt ein Netz von ca. 90 Hardcore-Seiten mit über 30.000 Affiliates zu dem Webseiten wie galleryhost.com, sologirls.com, manhunter.com und videoseekers.co gehören.


Der Mobile Markt


Die neue Handytechnologie mit visuellem Display und Videofunktion hat die Möglichkeit für Erotik- und Pornoangebote auf dem Handy geschaffen und das Mobile-Sex-Segment für die Adultbranche eröffnet, die dabei ist ihren Online-Markt auf den Mobilsektor auszudehnen und miteinander zu verknüpfen. 2007 betrug das globale Marktvolumen für Mobil-Porn, laut Juniper Research, $1,7 Milliarden, wovon 45% auf den westeuropäischen Markt entfallen. Der branchenspezifische Industrieanalyst Juniper erwartet global einen Wachstum auf 3,5 Milliarden bis 2010. 775 Millionen Dollar betrug der Umsatz 2007 in Deutschland, bis 2012 wird eine Steigerung auf 1,5 Milliarden Dollar prognostiziert. Der Umsatz des nordamerikanischen Marktes betrug 2007 hingegen nur etwa 26 Millionen Dollar. Trotz der zum Teil strengeren Jugendschutzbestimmungen in Westeuropa, scheint die Mobile Phone-Industrie hier weniger reguliert zu werden.

Im Jahr 2005 hatten Debitel, E-Plus, Mobilcom, o2, Talkline, T-Mobile und Vodafone einen Verhaltenskodex zum Jugendschutz im Mobilfunk unterzeichnet. Zu diesem Zweck wurden Altersverifikationssysteme eingeführt: der User muss sich, etwa beim Abschluss eines Mobilfunkvertrages, identifizieren. Um an die entsprechenden Inhalte zu gelangen, muss dann eine „Authentifizierung“ über eine PIN-Nummer oder eine spezielle SIM-Karte stattfinden.

Viele Anbieter in Übersee fürchten, mit pornographischen Inhalten politische und religiöse Gruppen als Kunden zu verlieren und scheuten daher vor derlei Dienstleistungen zurück. So nahm die kanadische Telus Corp. 2008 nach einer Kampagne, die in hunderten von Kundenbeschwerden und öffentlicher Kritik seitens der katholischen Kirche gipfelte, ihre Mobile Porn-Angebote vom Netz. Dies scheint sich nun allerdings zu ändern. So planen die Mobilfunkbetreiber, die Kontrollfunktionen zu lockern und breiter gestreute Dienstleistungen, etwa im Erotikbereich, zuzulassen. Dies liegt u.a. in der Technologie der sogenannten Smart Phones begründet. Vor allem Apple´s iPhone mit seiner miniaturisierten Version der Safari-Software bietet optimale Möglichkeiten für das schnelle Websurfen, Downloads und die qualitative Wiedergabe von Streams. Bereits vor dem Verkaufsstart des iPhone 2.0 gab es in den USA mehrere hundert Webseiten, die ausschließlich auf diese Applikation ausgerichtet waren.

Die Möglichkeit den Besuch von Pornowebseiten über eine „Premium-Text-Nachricht“ via SMS per Handy abzurechnen, gibt dem Kunden das Gefühl anonym zu bleiben und könnte Dialer in naher Zukunft ersetzen. Eines der größten Unterschiede zwischen dem Internet und der Mobile-Technologie ist , das Mobile-Konsumenten keinen Zugang zu freiem Content haben, wie dies im Internet der Fall ist. Inhalte die heruntergeladen werden, bewegen sich zumindestens im Preissegment der Kosten für eine SMS oder eines Telefongespräches. Ein weiterer Unterschied liegt darin, das für Content-Anbieter eine weitaus größere Zahlungssicherheit besteht, da Mobiltelefonnutzer bereits als zahlende Kunden registriert sind und der Aufwand eigener Abrechnungssysteme entfällt, da entstehende Kosten über die monatliche Telefonrechnung abgerechnet werden.

Beim Mobile Payment wird per Handy die Zahlung durch den Handybesitzer autorisiert und der Betrag eingezogen. Die Abrechnung erfolgt entweder direkt durch den Mobilfunkbetreiber über die monatliche Handy-Telefonrechnung oder durch einen Inkassodienstleister. Hier gibt es welche, bei denen sich der Endkunde registriert und sein bevorzugtes Abrechnungsverfahren (Kreditkarte, Lastschrift) hinterlegt. Fällige Beträge werden dann über das hinterlegte Abrechnungsverfahren eingezogen. Bei einer Premium-SMS wird per Handy oder Festnetz eine SMS Nachricht an eine fünfstellige, so genannte Short Nummer verschickt. Dabei spielt es keine Rolle, bei welchem Mobilfunkanbieter der Endkunde sein Vertrag abgeschlossen hat. Durch die Integration einer Mitteilung innerhalb der SMS-Nachricht können verschiedenen Anbieter und Angebote über die gleiche Short Nummer verarbeitet werden bzw. individuelle Angebote abgerechnet werden. Es ist keine separate Registrierung des Endkunden notwendig, noch müssen Kreditkarten oder Bankverbindungen in irgendeiner Form hinterlegt werden. Die Abrechnung erfolgt über die Mobilfunkbetreiber. Bis jetzt wurden die Premium-SMS überwiegend für die Bezahlung von Klingeltönen und für SMS-Chats verwendet. Die Bezahlung von pornographischen Content, wie auch die Möglichkeit einer Alternative zu den klassischen Bezahlverfahren bietet sich an. Der Endkunde könnte per SMS-Nachricht ein Passwort für einen kostenpflichtigen Bereich anfordern. In einer Antwort-SMS wird das Passwort übermittelt und der Endkunde kann den Mitgliederbereich betreten und per SMS Content bestellen, der entweder an das Handy oder an die zu diesem Zweck mitüberlieferte e-mail-Adresse übermittelt wird. In der Regel können bei den einzelnen Mobilfunkanbietern Beträge zwischen € 0,19 und € 3,- abgerechnet werden. Größere Beträge sind nicht möglich und könnten nur durch das Versenden von mehreren SMS-Nachrichten realisiert werden.

Bis jetzt sind die Bezahlverfahren via Handy überwiegend auf das Segment des Micropayments ausgerichtet und erfordern damit innovative Lösungen und eine leistungsfähige Software, die die Funktionsweisen von Handytechnologie und Computer, bzw. Internet in Bezug auf das Mobile Payment deckungsgleich und komplikationslos miteinander verbindet. Denkbar wäre auch – unter der Voraussetzung der Implementierung neuer Sicherheitsstandards, die Missbrauch und Betrug weitgehend ausschließen – eine Öffnung des Mobile Payments hin zu Transaktionsvolumen wie sie im regulären e-commerce üblich sind. Dies würde allerdings eine weitgehende Geschäftskooperation, bzw. Zusammenschluss zwischen großen Telekommunikations- und Finanzdienstleistern voraussetzen.

Eine weitere interessante Methode der Bezahlung mittels Mobiltelefons wird in Japan praktiziert. Dort können Mobile-User bei Transitstellen und anderen Gebühren, die sich im Segment des Mikro-Payments bewegen, ihr Telefon konkret als Zahlungsmittel verwenden indem sie es ein paar Zentimeter vor einem Zahlungsterminal halten. Das Terminal schickt eine Anfrage an einen dafür ausgerichteten Chip im Handy, der dann eine Seriennummer und ein individuelles Kryptogramm zurücksendet. Diese Daten werden vom Terminal an die beauftragte Bank gesendet, die wiederum bei der Bank des Users eine Identifikationsbestätigung und eine Genehmigung der Abbuchung einholt. Dieses Methode kann auf ein Kreditkartenkonto oder ein anderes Bezahlformat des Users eingestellt werden. In den USA gibt es ein ähnliches kontaktloses Zahlungssystem, welches allerdings auf einem Radio Frequency ID -Chip(RFID) beruht, den Exxon Mobil SpeedPass, der ein komplikationslose und schnelle Bezahlung an den Tankstellen ermöglicht.

Laut einer Studie von Maryam Kamvar und Shumeet Baluja, zwei Informatik-Professoren, die über eine Million Suchanfragen für Internetseiten von Mobiltelefonen und PDA`s im Jahr 2005 analysierten, sind pornographische Seiten bei Mobiltelefonnutzern populär und machen ca. 20% aller Suchanfragen aus. Die Besuche von Adult-Seiten über den Personalcomputer sind im Gegensatz zu 1997 im statistischen Wert gesunken. Obwohl diese Angebote über Mobiltelefone alle kostenpflichtig sind und die Qualität des visuellen Angebots auf den kleinen Bildschirmen fragwürdig ist – während über den regulären PC Zugang zu kostenloser und visuell optimierter Internetpornographie besteht – rechnet sich die Sexindustrie hohe Gewinnmargen aus, was das Potential des Mobile Payment betrifft, aber auch der direkten Vermarktung pornographischer Inhalte. Gerade bei Jugendlichen, die eine der großen Nutzergruppen des Mobiltelefons darstellen, steht der Konsum von Erotik-Content einer weitaus geringeren sozialen Kontrolle als beim heimischen PC gegenüber. Aber vor allem stellt der SMS-Markt, der problemlos über das Mikropayment abgerechnet werden kann, einen lukrativen Markt dar. Die weltweite “GSM Association”, die mehr als 450 Wireless-Netzwerk-Operateure vertritt, schätzte die Anzahl der bereits im August 2000 versendeten SMS-Nachrichten auf ca. 9 Milliarden und ging von einem Wachstumspotential aus, das sich in einer halbjährigen Verdopplung dieser Summe zeigen würde. SMS hat sich durch die Werbung als wichtiges Lifestyleelement bei Jugendlichen durchgesetzt und wird oft für private Kommunikation in öffentlichen Räumen genutzt und hat bei vielen Dating-Services bereits den telefonischen Kontakt ersetzt.

“Mobile phone users love their pornography”, 4/17/2006 , Nat Anderson

http://arstechnica.com/news.ars/post/20060417-6610.html


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