16
Okt
08

Social-Networking- und Dating-Seiten

Auf der Ebene des „Visual Marketing“ wurde und wird immer noch das Internet von Vielen als eine Möglichkeit begriffen Online Geld zu verdienen indem man es ausschließlich als einen neuen Kanal zur Contentvermarkung sieht – ausgehend von der traditionellen Rollenverteilung von Produzent und Konsument, wobei die eine Seite professionell „eyecatcher“ zum Kundenfang einsetzt. Jenseits dieser One-Way-Kommunikation Produzent-Konsument liegt der Erfolg des Internets aber gerade im Potential der Interaktion und der Herstellung eines Beziehungskontextes. Der Erfolg der sogenannten social-networking-Seiten, zu denen das Dating-Segment zuzurechnen ist, zeigen dies deutlich. Auch die Online-Pornographie hat dies nach dem kommerziellen Erfolg verschiedener AlternaPorn-Seiten erkannt und bietet zunehmend Interaktionsmöglichkeiten wie LiveChat oder Cams mit den Pornomodellen und Boards für den Meinungsaustausch an.

Die Dating, bzw. Kontaktanzeigenszene wurde erstmals im Zuge der sexuellen Revolution Ende der 60er und 70er Jahre zu einem kommerziellen Markt der sich seitdem kontinuierlich weiterentwickelt hat. Mit der schnell wachsenden Popularität des WorldWideWeb entstanden dementsprechende Angebote im Internet. In der Anfangszeit waren viele dieser Angebote sexuell explizit, bzw. auf subkulturelle Interessen ausgerichtet, wie die 1988 gegründete alt.com-Domain oder AdultFriendFinder, die Kontaktanzeigen, bzw. Kommunikationsmöglichkeiten für die BDSM und Swinger-Szene boten. Ab Mitte der 90er Jahre veränderte sich mit einer Vielzahl von kommerziellen Dating-Angeboten das Image dieses Kontakt-Marktes – weg vom sexuell Expliziten, hin zu einem im Mainstream anerkannten Angebot für Singles und anderen Kontaktsuchenden.  Die ersten social-networking-Seiten tauchten 1997 im Internet auf und wurden mit dem Erfolg von Friendster und MySpace ab 2002 populär. 2005 konnte MySpace zeitweise mehr Traffic verzeichnen als die Suchmaschine Google. Inzwischen gibt es mehr als 200 dieser Webseiten und sie wurden zu einer vitalen Komponente von Internetstrategien für die Majors. März 2005 startete Yahoo seine eigene Seite Yahoo360 und im Juli 2005 wurde MySpace von der News Corporation von Rupert Murdoch für 580 Millionen US-Dollar aufgekauft.

Inwieweit die Interaktionen der User auf diesen Webseiten der Realität entsprechen, konstruiert sind, sich an Modellen der Werbung und der Mainstreamkultur orientieren oder im rein Virtuellen verbleiben, ist für das kommerzielle Konzept nicht unbedingt von Bedeutung. – Ob jemand auf einer Dating-Seite, oder auf MySpace ernsthaft sein persönliches Profil erarbeitet, ein Lifestyle-Konzept konstruiert oder Privates von sich preisgibt – oder ob z.b. ein männlicher User sich bei der virtuellen Partnersuche als 30-jährige bisexuelle Frau vorstellt – sofern alle zahlende Mitglieder sind, sind es die verbuchten Einnahmen die zählen. Bei Multi-Player-Online-Spielen, wie in der virtuellen Welt von „Second Life“ wird dies noch deutlicher. Die User steigen in eine virtuelle Welt ein und kommunizieren miteinander. Dieses Interaktionskonzept ist umso erfolgreicher, wenn es die einzelnen Menschen in ihrer eigenen Phantasie erreicht und die Möglichkeit bietet Situationen zu imaginieren, die im wirklichen Leben nicht ausgelebt werden würden. Allen gemeinsam ist die Teilnahme an einem kommunikativen und oft auch sozialen Prozess – Interaktion über das „work of watching“ – einer sogenannten realen oder eben virtuellen Welt. Abgesehen von den MPPG ist der User in der Regel aktiv an der Contentproduktion beteiligt. Genau hier liegt der Kern dieses Geschäftsmodells – In der Schaffung einer nach Außen hin abgesicherten Kommunikationssphäre, die den Usern so viele Interaktionsmöglichkeiten eröffnet, dass sie entweder bereit sind für diesen Zugang zu bezahlen, oder aber individualisierte Werbung und eventuelle Zensurmaßnahmen seitens der Betreiber akzeptieren.

Diese  Webseiten funktionieren alle nach demselben Prinzip: eine Gruppe von Gründungs- und Basismitgliedern initiieren einen Prozess indem sie an Bekannte ihrer eigenen persönlichen Netzwerke Mails verschicken mit der Aufforderung die Seite als Plattform zu nutzen. Neue Mitglieder wiederholen diesen Prozess bis die Anzahl der Mitglieder und Links soweit angewachsen ist, das in verschiedene Interessengruppen und Subkategorien differenziert wird. Bei vielen Seiten ist die Einladung durch ein bestehendes Mitglied Voraussetzung für eine Einschreibung, bei Anderen langt das Ausfüllen eines e-mail-Formulars. Sie bieten ein interaktives Netzwerk von User-Profilen, Photos, Groups, Blogs und einem internen E-Mail-System und stellen inzwischen eine wichtige Komponente im Bereich der Internet- und Jugendkultur dar. Diese Socialnetworking-Seiten wie auch weitere wie „iFriends.com“, „Tribe.net“ und „Flickr.com“ bieten freie Mitgliedschaft an und weisen einen dementsprechenden Traffic auf. Nutzer haben die Möglichkeit persönliche Profile zu erstellen und nach gemeinsamen Interessen ausgerichtete Gruppen zu gründen. Einige dieser Seiten führen das Thema Sexualität als Kategorie mit dementsprechenden Untergruppen, handhaben es allerdings unterschiedlich. Während „Friendster“ 2003 rigoros sogenannten Adult-Content einschränkte und persönliche Profile von Mitgliedern nach diesen Maßgaben zensierte, existierten auf „Tribe.net“ eine Vielzahl von Adult-Groups, wo User Pornographie und spezielle sexuelle Vorlieben diskutieren, nach Gleichgesinnten suchen und persönliche Webcam-Dienste anboten. Die Webseite „iFriends“ ist eine der wenigen, die die Kategorie „Adults only“ führen, unter der alle Gruppen und Subkategorien zum Thema Sex aufgelistet sind, unter anderem bietet „iFriend“ über 20 000 Live-Cam Zugänge, die überwiegend nur über eine kostenpflichtige ClubElite /VIP-Mitgliedschaft erreicht werden können.

Die Web-Community von „Tribe“ war und ist geographisch stark auf den Raum San Francisco zentriert und hatte im Juni 2005 über 300.000 eingeschriebene Mitglieder. Aufgrund der großen Alternativ und Sex-Pro-Szenen in dieser Stadt, waren dementsprechende Interessengruppen auf der Webseite von „Tribe“ stark vertreten, bis die Projektbetreiber Dezember 2005, in Hinblick auf den Code 2257, beschlossen sexuell explizites Material zu verbieten, was den Protest sehr vieler User hervorrief.

Friendster ist eines der ersten dieser sozialen Netzwerke. Frienster wurde 2002 gegründet und hat in kürzester Zeit Millionen Mitglieder verzeichnet. Der Gründer von Frienster ist Jonathan Abrams, der bereits am Netscape-Browser mitgearbeitet hat. Die hohe Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit bescherten Friendster schließlich Investoren-Kapital, u.a.  haben die Firmen „Kleiner Perkins Caufield & Byers“ und „Benchmark Capital“ 13 Millionen US-Dollar in das Unternehmen investiert. Nach Berichten von CNN soll Friendster 2003 für eine geschätzte Summe von 50 Millionen Dollar zum Verkauf gestanden haben. Ein Angebot von Google über 30 Millionen Dollar wurde von den Betreibern von Friendster abgelehnt. Google ließ daraufhin Orkut entwickeln, das im Januar 2004 startete.

Orkut wurde im Januar 2004 in Betrieb genommen. Das Projekt  hat sich vor allem in Brasilien schnell verbreitet. Januar 2006 betrug die Nutzerzahl von Orkut 11,9 Millionen, der Anteil der brasilianischen Nutzer beträgt ca.73 Prozent. Auf dem zweiten Platz folgt die US-amerikanische Nutzergruppe mit lediglich 10 Prozent.

Friendster wurde 2006 ein US-Patent „für die Auswertung sozialer Netze zur Vermittlung von Kontakten“ anerkannt. Das bereits 2003 eingereichte Patent beschreibt, so Wikipedia, „einen Mechanismus, persönliche Bekanntschaften zwischen angemeldeten Benutzern eines Computersystems zu speichern. In diesem Graphen kann man dann nach Profilen suchen, die nicht weiter als eine vorgegebene Anzahl von Schritten voneinander entfernt sind und das System vermittelt einen direkten Kontakt zwischen diesen Usern.“

Friendster hatte im November 2009 global über 115 Millionen registrierte Mitglieder und gehört, laut Alexa, zu der Spitze der 100 Webseiten mit dem höchsten Webtraffic. Über 90% von Friendster’s Traffic  kommt aus dem asiatischen Raum. Zu den 10 Ländern in denen der Gebrauch dieser Social-Networking-Seite am meisten verbreitet ist, gehören die Philippinen, Indonesien, Malaysia, Süd-Korea, USA, Singapur, China, Japan, Saudi Arabien und Indien.(05/09). Vor dem Herbst 2007 war Friendster ausschließlich in Englisch gehalten. Bis Anfang 2009 wurden 10 neue Sprachen – überwiegend Asiatische, aber auch Spanisch – in den Service integriert. Friendster ist damit das erste Online-Social-Network, welches europäische und asiatische Sprachen über eine einzige Domain unterstützt. August 2008 wurde Richard Kimber zum CEO des Unternehmens ernannt. Vorher war Kimber als ein führender Manager für den Raum Südasien bei Google eingestellt. Friendster bietet, wie alle anderen Social-Networking-Seiten, einen eigenen Mobile-Service an. Dieser wird überwiegend von asiatischen Jugendlichen genutzt, die über das Portal günstig SMS-Nachrichten austauschen können. Bei Friendster und anderen Networking-Sites haben sich neue Online-Werbeformate entwickelt, die mittels fiktiver Personen funktionieren. Bei diesen Profilen handelt es sich meistens um Hauptfiguren von Filmen oder TV-Serien, mit einem dementsprechenden Verweis auf die Webseite. Viele User fügen die Charaktere ihren Buddylisten hinzu, um so Lifestyle-Aussagen über sich selbst zu machen.

Im Sommer 2003 gründete Tom Anderson die heute bekannt gewordene Version von MySpace. Die Community war von Anfang auf den Schwerpunkt Musik ausgerichtet, was dieser Webseite eine enorme Popularität einbrachte. MySpace einfache Handhabung ermöglicht es innerhalb kürzester Zeit eine eigene Seite ins Netzwerk zu stellen, um so für Fans und Bekannte erreichbar zu sein. Musikgruppen informieren auf ihren Accounts über ihre neuen Alben und Tourneedaten und bieten einzelne Musikstücke über einen integrierbaren Player zum Hören und Download an. Die verschiedenen Bands können untereinander, sowie mit Fans, über die „Freunde adden“- und „Nachrichten“-Funktion  einfach miteinander in Kontakt treten. Inzwischen ist sogar eine CD erschienen, auf der ausschließlich Künstler zu hören sind, die über MySpace bekannt geworden sind und bei „MySpace Records“ unter Vertrag stehen. 2006 wurde eine Geschäftskooperation mit Google vereinbart, mit einem Kapitalvolumen von $900 Millionen im Zeitraum bis 2010,  auf deren Grundlage die Google-Suche und Google AdSense in MySpace integriert wurden. Ende des gleichen Jahres startete MySpace eine deutschsprachige Version, die bereits im Januar 2007 2,5 Millionen Mitglieder hatte.

MySpace hatte sich, gemessen am Umfang dieser Community, im kleinen Rahmen zu einer Plattform für Pornodarstellerinnen entwickelt. Die „Monstar’s Porn Star Group“ hatte über 3400 Mitglieder und bot Verlinkungen zu mehr als 300 Pornostars mit eigenen MySpace-Seiten an. Eine ganze Reihe von Studios und Modellagenturen der Branche wie Shane’s World, Red Light District, Madness Pictures, Bad Ass Models und Exotic Stars Models sollen ebenfalls auf der Seite vertreten gewesen sein. MySpace hostete 2005 110 Online-Gruppen, die sich um das Thema Pornostar gruppierten. Die größte, mit über 5000 Mitgliedern war die „Adult Film Stars and Models“, gefolgt von „Porn Star Karaoke Club“ mit mehr als 1300 Mitgliedern, weitere Gruppen wie „Future Porn Stars of America“ hatten zwar weniger Mitglieder, bezogen dafür in ihrer internen Kommunikation über das Pornobusiness ihre eigene Person mit ein. Einige dieser Gruppen waren privat und  setzen eine Form der Altersbestätigung voraus, der Großteil war für jedermann zugänglich. Im April 2008 waren noch die Gruppen „Wanna be a Porn Star“ mit 1300 Mitgliedern und „Exotic Dancers & Porn Star” (670 Mitglieder), sowie das Studio „RedLightDistrict“ mit einem Profil, vertreten.

Inzwischen hat „My Space“, ähnlich wie „Facebook“ eine sehr bestimmende, ablehnende Haltung, was die Veröffentlichung sexuell expliziten Materials betrifft, entwickelt. Durch einen bekannt gewordenen Fall von sexuellem Missbrauch einer Minderjährigen nach vorangegangenem Kontakt über das Portal, geriet MySpace im Zusammenhang einer Diskussion über Kindermissbrauch und Internet in das Schlaglicht der Medienöffentlichkeit. Ende März 2006 wurden rund 200.000 Benutzerseiten überwiegend aufgrund von freizügigen sexuellen Darstellungen von den Administratoren von MySpace gelöscht. Bei dieser Vorgehensweise wurde den Usern lediglich eine Standard-Mail geschickt, ohne das konkreten Gründe genannt wurden.

Juni 2006 wies die Seite 87 Millionen User auf, von denen, nach Angaben des Unternehmens, ein Viertel als Minderjährige registriert sind. Das 100-millionste Mitglied hat sich am 9. August 2006 angemeldet. Diese Gruppe garantiert einen substantiellen Bestandteil des Traffics von MySpace und stellt ein enormes Kaufpotential für die auf der Webseite wirksamen Marketingstrategien dar, andererseits versucht MySpace angesichts der zunehmenden Diskussion über das Potential virtuellen wie realen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen, die durch Kontaktaufnahmen über die Social-Networking-Seite stattfinden könnte, wirksame Schutzmechanismen zu implementieren. Die Seite verbietet es 13-Jährigen und jüngeren Teenagern einen eigenen Account einzurichten und zeigt bei den 14- und 15-Jährigen nur ein Teilprofil an, außer der User, der die Anfrage vorgenommen hat, befindet sich auf der „Friendslist“ des Jugendlichen. Erwachsene können seit Sommer 2006 bei dieser Gruppe nur auf der Freundesliste registriert werden, wenn sie die e-mail-Adresse oder den vollständigen Namen des Teenagers kennen, was in der Regel einen persönlichen Kontakt außerhalb des Internets voraussetzt. Das Teilprofil beinhaltet Angaben über Geschlecht, Alter und Wohnort, bzw. Stadt. Das Gesamtprofil beschreibt Hobbies, die Schule und etliche andere persönliche Details und Vorlieben, die der jugendliche User bereit ist einzugeben. Minderjährige Nutzer haben weiterhin einen unkomplizierten Zugang zum Gesamtprofil und MySpace besitzt bis jetzt keine wirksamen Mechanismen um die Altersangabe jugendlicher User zu überprüfen. Dies kann im Zweifelsfall bedeuten, dass Erwachsene sich als Teenager registrieren lassen und so weiterhin Zugang zu den Informationen des Gesamtprofils der Kids bekommen.

Inzwischen arbeitet MySpace mit der Sentinel Tech Holding Corp zusammen, einem Unternehmen welches Online-Identitäten und deren informelle Hintergründe überprüft, um eine nationale US-Datenbank über bekannte und potentielle Sexualstraftäter zu erstellen, um somit eine ständige Überprüfung der MySpace-Profile durchführen zu können. Ob dies eine richtige Maßnahme zum Schutz von Minderjährigen ist, ist eine Frage (das Missbrauchspotential durch falsche Datenangaben bei der Registrierung ist dadurch nicht grundlegend minimiert), eine andere Frage ist, inwieweit die konservative FoxNews Rupert Murdoch`s, in dessen Besitz sich MySpace befindet, solch eine nationale Datenbank nutzt. Werden diese Informationen  und das System der Überprüfung anderen Unternehmen zum Kauf angeboten? Wird sich ein Konzern dieser Größenordnung und dieser Meinungsausrichtung bei der Erstellung einer Datenbank an den staatlichen Kriterien der Definition eines Sexualstraftäters halten oder werden, wie in Polemiken ultrachristlicher Organisationen durchaus üblich, reguläre Gewerbetreibende der Sexindustrie, Sexarbeiter/innen und SexPro-Aktivisten, wie auch die vielen tausende von Usern, die im Internet über alternative Formen von Sexualität schreiben, in das informelle Raster einer solchen Datenerhebung fallen?

Facebook wurde im Februar 2004 von Mark Zuckerberg an der Harvard University als Community-Webseite für Studenten derselben Universität entwickelt. Mit der zunehmenden Beliebtheit der Seite wurde diese zuerst für Studenten in den gesamten USA und dann für Schüler von High Schools und für Firmenmitarbeiter freigegeben. Seit September 2006 ist auch die Anmeldung für Studenten von ausländischen Hochschulen möglich und Anfang 2008 erfolgte eine Übersetzung in die Sprachen Deutsch, Spanisch und Französisch. Laut einer Pressemeldung des Unternehmens hatte die Website September 2009 mehr als 300 Millionen aktive Nutzer und ist laut comScore die populärste Social-Networking-Seite. Der Großteil der User stammt aus dem anglophonen Sprachraum und ist jünger als 25 Jahre. In Deutschland verzeichnet Facebook im gleichem Zeitraum um die 6,2 Millionen Mitglieder. Die erste Finanzierung in Höhe von $500.000 erhielt Facebook 2004 von dem Hedge-Fond-Manager und Mitbegründer von PayPal Peter Thiel. Ein Jahr später erfolgte die zweite Einlage ($12,7 Mill.) von der Risikokapitalfirma Accel Partners, eine weitere, in Höhe von $27,5 Millionen kam von dem Unternehmen Greylock Partners. Im September 2009 gab Facebook bekannt, das sie erstmalig einen positiven Cash Flow zu verzeichnen hatten. Im Vorstand von Accel Partners sitzt auch Gilman Louie, der zugleich CEO des Unternehmens In-Q-Tel ist. In-Q-Tel wurde 1999 von der CIA  mit der ausdrücklichen Zielsetzung des Data-Mining gegründet.

Dr. Anita Jones, die auch im Verwaltungsrat von In-Q-Tel sass, stand gar der Abteilung für ‚Defence Research and Engineering‘ des US-Verteidigungsministeriums vor. Sie beaufsichtigte zudem die ‚Defence Advanced Research Projects Agency‘ (DARPA), deren ‚Information Awareness Office‘ (IAO) laut Selbsterklärung die Aufgabe hatte, Informationstechnologien zu entwickeln, um Terrorgefahren durch ‚total information awareness‘ (totale Überwachung) begegnen zu können.

http://website-schweiz.ch/kmu-tipp.php?tippId=53

http://www.facebook.com/group.php?gid=2231386678

Da Facebook nicht börsennotiert ist, wurde der Marktwert aus den bekannt gewordenen Investitionen in die Firma abgeleitet. 2007 erwarb Microsoft für 240 Millionen US-Dollar einen Anteil von 1,6 Prozent, was einem Marktwert von $15 Milliarden entsprechen würde..Im Mai 2009 kaufte die russische Firma Digital Sky Technologies für 200 Millionen Dollar 1,96 Prozent des Unternehmens. Die daraus resultierende Bewertung liegt deutlich niedriger bei $10 Milliarden. Diese Differenz mag zum Teil der aktuellen Wirtschaftslage geschuldet sein, liegt aber laut der New York Times, auch daran, das Microsoft Sonderrechte erworben haben soll und so den Konkurrenten Google von einer Beteiligung bei Facebook abgehalten habe. Juli 2008 reichte Facebook bei einem US-Gericht  Klage gegen die Betreiber von StudiVZ ein. Diese betraf den Diebstahl geistigen Eigentums, da die Webseite von StudiVZ ein bis in die Details von Funktion, Aufbau und Aussehen gehender Nachbau von Facebook sei. die Klage scheiterte und im September 2009 teilten beide Unternehmen mit, das man sich aussergerichtlich geeinigt habe.

Oktober 2007 kündigte Facebook an, in allen vorhandenen Nutzerprofilen personalisierte Werbung zuzulassen. Damit wurden den interessierten Konzernen und Unternehmen sensible persönliche Daten der Nutzerinnen und Nutzer zur Verfügung gestellt. Neben den Standardangaben im persönlichen Profil umfasst dies auch Informationen betreffend der politischer Überzeugung, des Bildungsstandes, des persönliche Beziehungsnetzwerkes und favorisierte Literatur, Filme und Musik. Facebook änderte im Februar 2009 die Nutzungsbedingungen dahingehend, so das dem Unternehmen die zeitlich unbegrenzte Verwendung von Mitgliederdaten – auch nach Löschung bzw. Deaktivierung eines Nutzerkontos – genehmigt ist. Nach massiven Protesten wurden diese Änderungen zunächst  zurückgesetzt. Im April 09 reagierte Facebook weitergehend mit der Veröffentlichung modifizierter Nutzungsbedingungen, in denen den Usern der Besitz ihrer Informationen zugesichert wurde und inszenierte einen Abstimmungsprozess in dessen Folge diese „Terms of Use“ angenommen wurden. Obwohl die Inhalte  scheinbar im Besitz der Nutzer bleiben, erhält facebook das Recht, alle Inhalte kommerziell zu nutzen und die Nutzungsrechte an Dritte weiterzugeben. Juli 2009 wurde bekannt, das es seitens der Canadian Privacy Commission Bestrebungen gibt gegen Facebook, wegen der Verletzung landeseigener Gesetze zum Schutze der Privatsphäre, vorzugehen. Im April 2009 wurdeFacebook wegen der Duldung rechtsradikaler Usergruppen in ihrem Netzwerk kritisiert. Durch den öffentlichen Brief einer anonymen Bloggerin, die bei ihrer Recherche auf über 200 rechtsradikale Unterseiten gestossen war, geriet das Unternehmen erneut in den Fokus der Medienöffentlichkeit. Wenige Tage später kündigte die Deutsche Telekom einen Werbevertrag mit Facebook, da ihre Werbung ausgerechnet neben rechtsradikalen Einträgen geschaltet war. Seit Mitte 2007 betreibt Facebook eine iPhone-Webseite, die ein Jahr später bereits über 1,5 Millionen User zu verzeichnen hatte. Auch andere Smartphone-Anbieter, wie Nokia und BlackBerry, offerieren über Applikationen oder ihren Webbrowser den Zugang zum Netzwerk.

Flickr“, seit Februar 2004  im Netz,  ist eine Photo-Sharing-Webseite wo User ihre Photos ins Netz stellen können, entweder zugänglich für alle oder an vordefinierte Benutzergruppen. Außerdem ist Flickr inzwischen weitgehend mit der Szene der Weblogs vernetzt, die entweder auf ihren Blogs auf Flickr verweisen oder das Projekt als Ressource nutzen. Vor allem die innovativen Community-Tools, die ein themenbezogenes „Tagging“ und Suchen der Bilder möglich machen, haben zur Popularität dieser Seite beigetragen. „Flickr“ ging ursprünglich als ein Nebenprodukt aus der Entwicklung des MultiplayerOnlinespiels „Neverendings“ der 2002 gegründeten, kanadischen Firma „Ludicorp“/ (Vancouver) hervor. Die erste Version von „Flickr“ war auf einen MultiUserChatroom mit der Möglichkeit Photos in Echtzeit zu versenden fokussiert. Damit verband sich das erfolgreiche Modell des socialnetworkings mit der Möglichkeit Medien in Echtzeit zu versenden. Mit Hilfe der einfachen drag-and-drop-Funktion, konnten Mitglieder Photos in die Live-Chat-Kommunikation einbinden. Weitergehend bot „Flickr“ die Möglichkeit detailliertere Profile und Photos in einer Art „private box“ auf die Seite einzustellen, mit der Option Kategorien festzulegen, welche User Zugang zu diesen Material bekommen. Ähnlich wie bei den anderen social-networking-Seiten haben sich schnell spezielle Interessengruppen wie „anal sex“ oder „rubber fetish“ gebildet. Jede dieser Gruppen hatte eine eigene Homepage und ein oder mehrere „Chanels“ -eine Chat-Box, wo die Kommunikation in Echtzeit stattfand. Diese erste Version wurde aber später, zugunsten des Potentials die Seite zum Uploading und Archivieren von Photos zu verwenden, aufgegeben. Das Geschäftsmodell von Flickr bietet seinen Mitgliedern einerseits eine werbefinanzierte und kostenlose Webanwendung für das Einstellen von Photos und dementsprechenden Speicherplatz an und eine kostenpflichtige „Pro“-Variante mit mehr Konfigurationsmöglichkeiten und dem Potential eine nahezu unbegrenzte Zahl von Fotos ins Netz zu stellen. Aufgrunddessen hat sich bei Flickr eine aktive Community von Photographen und Fotografie-Begeisterten gebildet, die sich in einer Vielzahl von Gruppen über die verschiedenen Aspekte dieses Mediums austauschen.

März 2005 wurden Ludicorp und Flickr von Yahoo Inc. übernommen, aufgrunddessen wurden sämtliche Daten der Server von Kanada in die USA überbracht und unterliegen seitdem der us-amerikanischen Gesetzgebung. Flickr sperrte ab Juni 2007 für alle bei Yahoo Deutschland registrierten Nutzern die als „moderiert“ oder „eingeschränkt“ eingestuften Fotos. Als Grund für diese Zwangsfilterung wurde das deutschen Jugendschutzgesetz benannt, mit dem das betreffende photographische Material nicht vereinbar sei. Dies führte zu heftigen Diskussionen und Austritten innerhalb der Community. Ein daraufhin gegründetes „Against Censorship“-Board wuchs innerhalb kürzester Zeit auf über 10 000 Teilnehmer. Neben Deutschland sind Korea, Singapur und Hongkong von ähnlichen Filtermaßnahmen betroffen. Die Diskussionen um die Zensur und einem möglichen Austritt aus der Community als Gegenreaktion, warfen ein interessantes Licht auf die Abhängigkeiten in denen viele User von Social-Networking-Seiten sich befinden: ein Austritt, bzw. Wechsel zu einem anderen Dienst heißt eben auch, ein möglicher Verlust an sozialen Kapital, da die über Jahre gewachsene Kontaktnetzwerke sich nicht mitnehmen lassen und neu aufgebaut werden müssen. Inzwischen vermarktet Flickr in Zusammenarbeit mit Getty Images qualitative Photos von Usern und ist Geschäftskooperationen mit Firmen eingegangen, die spezialisierte Dienstleistungen für die Photo-Community anbieten, wie Großdruck, personaliserte Kreditkarten, Visitenkarten, Briefpapier und Photobücher.

Adult Friend Finder(AFF)” ist eine kommerzielle Webseite und stellt die Plattform für eine der größten Sex- und Swingercommunities im Internet. Der Besuch der Seite ist kostenlos, wenn man aber zum Zweck der Kommunikation und Partnersuche mit anderen Mitgliedern Kontakt aufnehmen will, muss man sich als zahlendes Mitglied registrieren lassen. AFF bietet den Usern die Möglichkeit per email, im Chat und via Webcam und Telefon miteinander zu kommunizieren. Dezember 2005 listete „Alexa.com“  die Webseite “Adult Friend Finder“ für die vorangegangenen 3 Monate auf die 43ste Stelle der global am meisten besuchten Webseiten. Im Februar 2008 hatte AdultFriendFinder bereits mehr als 20 Millionen eingetragene User. Andere Webseiten die ebenfalls den Fokus auf einer Sexpartnersuche und eine Swingercommunity haben, wie „jocpoc“ von Private, sind in ähnlicher Weise aufgebaut. AFF wurde wiederholt kritisiert aufgrund des Umstands das viele der persönlichen Profile Fakes sind und entweder zu Pornowebseiten verlinken oder Prostituierten zum Kundenfang dienen. Abgesehen davon wurde den Betreibern von AFF bereits mehrmals unlauterer Wettbewerb vorgeworfen, insbesondere die Verwendung von Spams und Spyware.

1996 wurde “FriendFinder.com“ als Vorläufer von „AdultFriendfinder“ gegründet. Nachdem sich ein deutlicher Trend abzeichnete, dass eine Vielzahl der User sexuell explizites Material posteten, schlug man mit der Gründung von „Adultfriendfinder“ eine andere Richtung ein als viele der anderen Social-Networking-Seiten, die dieses Material zensierten, indem man sich genau auf dieses Themenspektrum – von Angeboten an pornographischen Content, bis zu der Möglichkeit unzensiertes Material in dementsprechenden Interessengruppen zu veröffentlichen – spezialisierte. Der Gründer und Generaldirektor ist Andrew Conru , der bereits 1993 mit „WebPersonals.com“ seine erste Kontaktanzeigen-Seite betrieb. Inzwischen ist er Besitzer und in leitender Position mehrere Firmen die alle in Palo Alto, Kalifornien ihren Sitz haben. Hierzu gehören “Various Inc.”(1996 gegr.), “Conru Interactive” und “FriendFinder Inc.”(1996 gegr.). Diese Firmen hosten, betreiben und organisieren ein stetig wachsendes Netzwerk von Online-Kontaktanzeigenbörsen und Social-Networking-Seiten – fast 30 an der Zahl. Die größten sind “AdultFriendFinder”, “AsiaFriendFinder”, “Amigos”, “FriendFinder” und “Alt.com.“. „AdultFriendFinder” spricht die Swinger- und Single-Communities mit deutlicher Betonung auf das Sexuelle an und verspricht eine große Anzahl von Kontaktmöglichkeiten – Online und real. Die Registrierung auf dieser Seite ist für den User zunächst kostenlos und erlaubt es ihm dann eine Anzahl von Profilen einzusehen. Der freie Zugang zu allen Profilen und die Möglichkeit mit anderen Mitgliedern in Kontakt zu treten ist dann kostenpflichtig; entweder mit einer silbernen Mitgliedschaft für $/€ 19,95 oder verbunden mit weitergehendem Service, die goldene Mitgliedschaft für $/€ 29,95. Neben wirklichen Kontaktsuchenden ist das Angebot auch klar auf zahlungskräftige Internet-Voyeure ausgerichtet.  “Alt.com.“, im Aufbau sehr ähnlich, richtet sich ausschließlich an BDSM-Interessierte und wirbt damit, die weltweit größte Kontaktanzeigenbörse für BDSM-Anhänger zu sein.

“AdultFriendFinder.com” bietet wie die Konkurrenten “SexSearch.com” und “IWantU.com” die Möglichkeit einer Kontaktbörse, die nicht so sehr wie die traditionellen Kontaktbörsen (z.b. Match.com), auf langfristige Partnersuche mit Abfrage des beruflichen, religiösen und familiären Hintergrunds ausgerichtet ist, sondern stattdessen sexuelle Interessen in den Vordergrund stellt, One-Night-Stands und Swinger-Parties vermittelt und die Mitglieder zu einer expressiven Zurschaustellung ihrer sexuellen Wünsche und ihres Körpers auffordert. Nach Andrew Conru dem Gründer und Generaldirektor von AFF sollen ca. die Hälfte der aktiven Mitglieder ernsthaft an einer Partnersuche interessiert sein, während andere hauptsächlich die Möglichkeit der Chatrooms und der Blogs nutzen

Ein Großteil der weiteren Webseiten wie „AsiaFriendFinder”, “Amigos”, “FriendFinder und „GermanFriendFinder“ legen dem ersten Anschein nach ihren Schwerpunkt auf  einen regulären, seriösen Kontaktanzeigenmarkt und dementsprechende Online-Communities. Alle diese Seiten sind multilingual und bieten neben den europäischen Hauptverkehrssprachen auch Italienisch und Deutsch, bzw. mehrere asiatische Sprachen an und verfügen aufgrund der enormen Mitgliederzahl über umfangreiche Listen von Kontaktsuchenden, die nach Ländern und dann nach Städten sortiert sind. Inzwischen soll das FriendFinder-Netzwerk weltweit um die 25 Millionen aktive Mitglieder haben und hat seit 1996 90 Millionen Sign-ups zu verzeichnen. Das Unternehmen beschäftigt 250 Mitarbeiter, davon ca. 180 in den Stammunternehmungen in Palo Alto/Kalifornien. Laut Aussagen des Generaldirektors Conru soll das Netzwerk inzwischen jährlich um die $100 Millionen Umsatz erwirtschaften. 2004 kam es zu Geschäftskooperationen mit LFP, bzw. FlyntDigital und mit AEBN.

Die Partnerschaft zwischen AdultFriendFinder und AEBN bezieht sich auf eine Kooperation die den Mitgliedern von AEBN den Zugang zu den Kontakt- und Onlineangeboten von AFF ermöglicht, während AEBN seine Video-on-Demand-Services bei AFF anbietet. FlyntDigital bietet seit Ende 2004 seine eigene Kontaktanzeigenbörse „Hustler Personals“ an und nutzt dabei die Kapazitäten des AdultFriendFinder-Netzwerkes. 2005 expandierte das Unternehmen weiter und übernahm das „Spring Street Networks“ und die Firma „Streamray“, mit der Hauptseite „Cams.com“. „Streamray“, 1996 gegründet, unterhält 4 eigene Webcamseiten und betreibt, nach eigenen Angaben, ein Affiliateprogramm mit Zugang zu 15.000 Modellen, die auf über 8000 Webseiten vertreten sind. „Spring Street” wurde 2002 gegründet und gilt mit einer Datenbank von mehr als 2 Millionen Profilen als einer der führenden Provider des qualitativ hochstehenden Segments der Lifestyle Kontaktanzeigen und übernimmt für ca. 200 Medienunternehmen, bzw. deren Onlineausgaben (z.b. The Onion, Nerve.com, Village Voice Media, Salon Media, The Houston Press und New Times Miami) den Kontaktanzeigenmarkt. Im Dezember 2007 wurde die Various Inc., inclusive AdultFriendFinder von der Penthouse Media Group Inc. für eine Summe von 500 Millionen Dollar übernommen.

Ein Mischkonzept zwischen MPOG, Social-Networking und Internetshop hat die Firma Utherverse mit ihren Webseiten RedLightCenter.com und  Utherverse.com entwickelt. Das momentane Potential von “Virtual Reality” ist bei  RedLightCenter.com in ein erfolgreiches Internetshop-Konzept eingebunden. Dies ist eine größtenteils kostenfreie Webseite, nur für den VIP-Zugang  muss der User monatlich $20 bezahlen. Dort kann er mit einem personalisierten Avatar eine virtuelle Umgebung erkunden, die dem Amsterdamer Rotlichtviertel nachempfunden ist. Die Szenerien sind wie in einem Multi Player Online-Spiel gestaltet. Von den Prostituierten, die auf der Straße oder in den Schaufenstern stehen, zu den Clubs, wo man die Avatare tanzen oder strippen lassen kann, bis zu Kinos und Hotels, bieten sich verschiedene Interaktionsmöglichkeiten. Neben dem freien Basisangebot, zu dem man mit dem monatlichen Beitrag Zugang hat, kann man virtuelle Sexshops besuchen und die dort angebotenen Sextoys und Kleidungsstücke mit dem Avatar aus-, bzw. anprobieren, sich DVD`s bestellen oder sie direkt per Pay-per-View anschauen. Die Avatare können miteinander in dieser Umgebung überall miteinander in Kontakt kommen, User mit einer VIP-Mitgliedschaft erhalten auch die nötigen Skripte um den Cybersex von Avataren visualisieren zu können. Sommer 2006 gab Ray Schwartz, der Präsident der 2002 gegründeten Firma Utherverse( beheimatet in Nevada, 35 Mitarbeiter) die Gründung der gleichnamigen Social-Networking-Seite bekannt.  Die Seite richtet sich ausschließlich an Erwachsene, vor allem an den potentiellen Kundenkreis der  21-49  Jahre alten Frauen und erfordert für den Zugang eine Altersbestätigung. Mitglieder können dort ihr eigenes Profil eingeben, Bilder, Filme und Stories posten und andere Mitglieder über ihre Profile kennenlernen und kontaktieren. Das Potential der beiden Seiten Red Light Center und Utherverse wird miteinander kombiniert, so erhält man bei einem rechten Mouse-Click auf einen Avatar die persönlichen Informationen aus dem Profil des Users von Utherverse und kann so über Chat und Mail, wie auf jeder Social-Networking- und Dating-Seite, oder über die Avatare im virtuellen „Walletje“ Amsterdams miteinander kommunizieren. Utherverse.com hatte im Sommer 2006, obwohl noch in der Beta-Phase, über 100.000 Mitglieder und Ende des Jahres bereits doppelt so viele..

Auf dem Internet-Dating-Markt existieren inzwischen eine ganze Reihe profitabler Mainstream-Seiten wie Match.com, Yahoo`s Club Connect, Matchmakers.com und Kiss.com.. Match.com von der Firma „Ticketmaster“ ist eines der größeren Unternehmen dieser Branche mit 9 Millionen (davon 7 Mill. In den USA) registrierten Mitgliedern und über 700.000 zahlenden Kunden. 2001 betrug der Umsatz von Match.com $49,2 Millionen. Der Kontaktanzeigenmarkt im Internet wird sich laut Wirtschaftsanalysten zu einem populären und profitablen Segment entwickeln; mit einem prognostizierten Gesamtumsatz von über einer Billion Dollar. 2002 sollen 15 Millionen US-Amerikaner das Internet zur Partnersuche genutzt haben. Für das Jahr 2007 wird bereits von einer Zahl von 27 Millionen ausgegangen. Während bei den sexuell expliziten Angeboten (Spanking.com, AdultFriendFinder, Alt.com) ein hoher Prozentsatz des Traffics durch voyeuristische Intentionen erzielt wird und viele der persönlichen Profile gefaket sind, zeigt sich bei anderen Unternehmungen, die es verstanden haben ein „seriöses“ Umfeld zu kreieren, dass die ernsthafte Partnersuche andere Interessenlagen klar dominiert. Eine Untersuchung von MSN aus dem Jahr 2001 bezüglich des Internet-Dating-Markts in Kanada hat ergeben, das fast die Hälfte derjenigen die einen Online-Dating-Service in Anspruch nahmen, zwischen ein bis fünf Personen im wirklichen Leben trafen. Von diesen hatten über 60% Sex mit einer Person, die sie zuerst online kontaktiert hatten und über 20% fanden einen Partner. Eine Untersuchung von SwissOnline kommt zu einer ähnlich hohen Quote bei der erfolgreichen Partnersuche. Nach den unternehmenseigenen Statistiken von Match.com finden ca. 10% der zahlenden Mitglieder innerhalb eines Jahres einen Partner.

Fast alle diese Seiten funktionieren nach den gleichen Prinzip: Die Registration ist kostenlos, das heißt jeder kann nach der Angabe seiner Kontaktdaten sein persönliches Profil mit Photo auf der Webseite veröffentlichen. Eine wirkliche Kommunikation und Kontaktaufnahme ist in der Regel nur zahlenden Mitgliedern möglich. Dies betrifft auch weitergehenden Service wie die Filterung des Angebots durch Schlüsselwörter und persönliche Suchprofile inklusive regelmäßiger Benachrichtigung via E-Mail. Viele dieser Seiten bieten neben Photos weitergehende Optionen wie Video- und Audioclips an, die dem Profil zugefügt werden können. Neben den üblichen Fragen zur Physiognomie, zum Lebensstandard und sozialen Background gibt es eine Reihe von psychologischen Fragen in denen der User aufgefordert wird sich Selbst und seine Wunschbeziehung in einem Text zu beschreiben. Die Reihenfolge der Fragen und die Inhalte variieren, sind im Kern aber ähnlich und stellen neben dem Kontaktanzeigenmarkt ein hervorragendes Marketing-Tool für die Werbewirtschaft dar, da in keinem anderen Zusammenhang die User bereit sind so viele persönliche Informationen preiszugeben.

“Flickr: The Newest Entry In a Wave of Evolving Wankware”, by: Violet Blue, 6.1.2004, AVN

„Quality Singles: Internet Dating as Immaterial Labour“ von Dr Adam Arvidsson University of Copenhagen


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