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. Nischenproduktionen – Kommerzielle Alternativen im Internet? Part 2

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Queer – und Netporn – Politics


„Es geht nicht mehr nur um kulturelle Stilisierung oder Modellierung des Körpers, sondern um seine systematische Konstruktion auf der Grundlage eines molekularen Steuerprogramms (der DNS-Struktur) sowie um die technische Kontrolle, Selektion und Optimierung(…) Grundsätzlicher aber bedeutet das eine tiefgreifende Veränderung des menschlichen Selbstverhältnisses und der kulturellen Beziehungen, die die Menschen historisch zu Krankheit, zur Sexualität, Zeugung und Geburt, zu Missbildungen, zu Sterblichkeit und Tod eingenommen haben. In diesen Beziehungen und Selbstverständnissen des Körpers haben sich in allen Kulturen und Religionen differenzierte Grundrisse der Anthropologie ausgebildet. Sie gehören zum Weltkulturerbe. Sie müssen nicht, aber sie können jetzt an ein Ende gekommen sein. Denn die biotechnische Neudefinition von Körper, Krankheit, Geburt und Tod ist an kulturelle Traditionen nicht mehr gebunden, sondern, wie alle technische Fragen, an Probleme der Machbarkeit.“


Zitat aus: Hartmut Böhme, S.29 – 42, „Konjunkturen des Körpers“ in „No Body is perfect – “Körperbilder im Kino“, Arnoldsheimer Filmgespräche 19

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In den letzten 10 Jahren sind eine Vielzahl von „Alt“, „Queer“, „BDSM“ und frauenfreundlichen Pornokulturen im Internet entstanden, die oft sichtbarer Ausdruck von realen Communities waren und das Internet zur ortsübergreifenden Selbstdarstellung und Kommunikation nutzten. Ausgehend vom angelsächsischen Sprachraum wurden eine Vielzahl von Konferenzen und Tagungen organisiert, die sich mit der Sexindustrie und im speziellen mit der Online-Pornographie auseinandersetzten. Zunehmend benutzen Künstler und Theoretiker der Netzsphäre verschiedene Facetten der Internetpornographie um Diskurse über bevorstehende gesellschaftliche Veränderungen zu führen. Diese sind bedingt durch die immer umfassendere globale Kommunikationssphäre und durch die anstehenden revolutionären Entwicklungen im Bereich der Nanotechnik, Biowissenschaften und Gehirnforschung.

Queer – (engl.) wurde ursprünglich als Schimpfwort gebraucht mit dem Homosexuelle und Transsexuelle bedacht wurden. Im Laufe der 1980er und 1990er Jahre, vor dem Hintergrund der Re-Ideologisierung von Heterosexualität im Zusammenhang mit der Aids-Krise, gelang es den Betroffenen diesen Begriff im öffentlichen Diskurs einer Neubewertung zu unterziehen und politisch positiv zu besetzen. Anfang der 90er Jahre entstanden in den USA die ersten Ansätze der Queer-Theorie. Ursprünglich befasste sie sich mit der gesellschaftlichen Normierung von Sexualität in ihrer Aufspaltung in Heterosexualität und Homosexualität und generalisierte diesen Definitionsrahmen dann auf unmarkierter Normalität und markierter Abweichung als einen Schlüsselfaktor in der Produktion von sozialen Welten. Die Theorie entwickelte sich zu einem dekonstruktivistischen Werkzeug mit welchem geschlechtliche und sexuelle Identitäten und die damit zusammenhängenden kulturellen und sozialen Normen und Machtstrukturen analysiert werden können. Die Queertheorie und die daraus resultierenden politischen Ansätze haben den sexuellen Subkulturen erheblich bei einer identitätsstiftenden Selbstdefinition und einem “Coming out“ geholfen. „Queer“, als ein Bewegungsansatz, stellt eine Art Sammelbecken dar unter dem sich neben Homosexuellen, Lesben, Transgendern, und BDSMlern auch bi- und heterosexuelle Menschen zusammenschließen. Verbindende Elemente sind neben individuellen Emanzipationsansätzen und der Stiftung eines kulturellen Identifikationsprozesses, die Überzeugung, dass überkommene Sexualnormen aufgelöst gehören und jeder Mensch das Recht hat sein Leben und seine Sexualität je nach unterschiedlichen Bedürfnissen, Vorstellungen und Veranlagungen auszukosten.

Im deutschsprachigen Raum stieß die Queer-Theorie nicht in dem Maße auf Resonanz wie dies in den USA der Fall war. Viele der grundlegenden englischsprachigen Texte blieben bisher unübersetzt. An der Hamburger Universität wurden seit 2003 die „Gender und Queer Studies“  angeboten. Aus diesem interdisziplinärer Studienprogramm ist 2006 das Institut für Queer Theorie mit Sitz in Hamburg und Berlin hervorgegangen. Mit einigen Jahren Verspätung scheint sich in Europa eine ähnliche Entwicklung wie in den USA zu vollziehen. 2005 wurde in Holland die “Art and Politics of Netporn”-Konferenz veranstaltet und ein Jahr später fand auf dem Berliner Porn-Filmfestival zeitgleich das „Post Porn Politics-Symposium“ statt, wo sich Künstler, Interessierte und Aktivisten trafen und austauschten. Beim dem Symposium ging es um verschiedene Arten des Zusammenspiels von Pornographie und Kunst, um das Potential authentischer Pornografie und um eine Neubestimmung von Produktion und Rezeption desselben. Queer-Aktivisten und Theoretiker loteten die Möglichkeiten aus Pornografie in Theorie und Praxis wieder emanzipatorisch zu besetzen.

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In Deutschland machen sich inzwischen mit Veranstaltungen wie dem 1. Pornfilmfestival, im Oktober 2006 und dem zeitgleich stattfindenden Cum2Cut- Indie-Porn-Short-Movies Festival Tendenzen bemerkbar, wo Vertreter der Queer-Bewegung – die sich aufgrund der vollständigen Auslöschung der Sexualwissenschaft während des Nationalsozialismus überwiegend auf den wissenschaftlichen Diskurs und die kulturelle Entwicklung in den USA bezieht – erstmals versuchen im größeren Stil aus den akademischen Ghetto auszubrechen und Fragen, wie nach der sexuellen Identität und der Möglichkeit einer alternativen Pornoproduktion in subversiven Kontexten einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen und praktische Erfahrungen zu sammeln. Sponsoren des Berliner Festivals wie Beate Uhse, Erotic Media, Private und Hustler zeigen allerdings auch, dass die Majors der Sexindustrie ein klares Interesse haben alternative und subkulturelle Kontexte zu vermarkten und als Produktlieferanten zu instrumentalisieren. Auf dem Festival 2007 stammten ca. dreißig Prozent der gezeigten Produktionen von Frauen. Auf Panel-Diskussionen wie „Good Porn For Good Girls“ berichteten Porno-Regisseurinnen aus verschiedenen Ländern von den Arbeits- und Produktionsbedingungen, wie sie im derzeitigen Pornobusiness für Filmemacherinnen vorherrschen, sowie ihren Strategien einer autonomen Bildproduktion. Inzwischen wurde die „Association of Pornfilmfestivals in Europe“(APE) gegründet. Neben dem jährlichen Pornfilmfestival in Berlin wird es 2008 vergleichbare Veranstaltungen in Athen, Paris und Madrid geben.

In Kooperation mit dem Berliner Porno-Filmfestival fand zeitgleich das “Cum2Cut” statt. Ein Porno-Kurzfilm-Event, bei dem die Teilnehmenden aufgefordert wurden innerhalb von 3 Tagen einen pornographischen „Shorty“ fertig zu stellen. „Cum2Cut“ sollte als Plattform dienen, wo Künstler, Filmschaffende, Performancekünstler und jeder Interessierte die Möglichkeit haben, sich auf die Suche nach subversiven Ausdrucksformen von Pornographie zu begeben, frei und produktiv mit dem Thema umzugehen und sich mit Anderen auszutauschen. In der Filmjury sitzt u.a. Katrien Jacobs, die 2005 die Konferenz „Art and Politics of Netporn“ in Amsterdam mitgeleitet hatte. “Cum2Cut” versteht sich als Teil  einer unabhängigen Queer-Bewegung, mit der Zielsetzung einer offensiven und praxisorientierten Neubewertung des oft akademisch geprägten Queer-Begriffes, um so die Grenzziehungen festgelegter Geschlechterrollen und konstruierter sexueller Identitäten aufzuweichen. Der Grundgedanke des Events ist der freie Meinungsaustausch und Schaffensprozess unter dem Topic „Pornographie“ und die Möglichkeit der sexuell expressiven Darstellung ohne marginalisiert zu werden. “Cum2Cut” wurde u.a. von der Italienerin Tatiana Bazzichelli  organisiert, die auch maßgeblich an dem „AHA“-Projekt beteiligt war. AHA meint „Activism-Hacking-Artivism” und  wurde 2001 in Italien nach den Erfahrungen der Demonstrationen um den G-8-Gipfel in Genua gegründet. Es ist ein Netzwerkprojekt für Künstler und Kollektive, die politisch aktiv sind, subversiv mit neuen Technologien umgehen und ihren Kunstbegriff auf die Strasse tragen. 2003 war AHA bereits auf dem Berliner Kongress des Chaos Computer Clubs vertreten und 2005 fand die „hack.it.art“, eine Ausstellung und Konferenz zum Thema Hacktivismus und Cyberfeminismus in Italien und Berlin statt, die ebenfalls von Tatiana Bazzichelli mitorganisiert wurde.

Im Bereich der Netporn Conference und des Cut2Cum-Festivals sind neben den Queer-Aktivisten viele Künstler und Medientheoretiker aktiv, die in einem größeren Rahmen Fragen nach neuen Strategien und Räumen für politische wie künstlerische Initiativen stellen. Es geht beispielsweise darum das Bewusstsein zu schärfen, das virulogische Konzepte aus den Biowissenschaften inzwischen in die Informations- und Sozialsphäre der Gesellschaft übertragen und angewendet werden und das unter dem Eindruck des wissenschaftlichen Fortschritts in den Naturwissenschaften und mit den neuen Informationstechnologien sich die Konzepte von Gegeninformation, Öffentlichkeitsarbeit und politischen Aktivismus verändern müssen. Im künstlerischen Sinne geht es neben einer Neudefinition des Kunstbegriffes vor allem um die Schaffung von Freiräumen und der Interprätation der neuronalen und zellularen Ebenen des gesellschaftlichen Körpers. Diese neuen Diskurse haben Sprachformeln wie Neurospace, Biopolitik und Guerilla Marketing hervorgebracht. Personen  wie Matteo Pasquinelli, Tatiana Bazzichelli und Geert Lovink gehören dabei mit zu den namenhaften Vertretern eines Versuchs verschiedene theoretische, künstlerische wie politische Ansätze miteinander zu verbinden.


Die “„Art and Politics of Netporn” 2005 in Holland wurde von Geert Lovink initiiert und u.a. von Katrien Jacobs und Matteo Pasquinelli mitgetragen. Geert Lovink ist Medientheoretiker und Professor an der Amsterdamer Universität und hat die Internetprojekte http://www.nettime.org und http://www.fibreculture.org mitbegründet. Matteo Pasquinelli  kommt ursprünglich aus Bologna/Italien und lebt inzwischen als freischaffender Organisator von Media-Projekten und Kritiker in London. Er ist der Herausgeber des italienischen Webzines http://www.rekombinant.org. Katrien Jacobs lebt als Künstlerin und Akademikerin in Hongkong. Die drei Tage dauernde Veranstaltung war wurde von einigen künstlerischen Events begleitet, wie auch die Tagung selbst Photographien, Webpräsenzen und Filme verschiedener Künstler thematisierte, die zum Teil auf der Webseite „http://www.cut-up.com/“ vorgestellt werden. Die zweite internationale Konferenz über Internetpornographie -„C`lick me“ – fand im Juli 2007 in Amsterdam statt, zu deren Anlass der gleichnamige Netporn Studies Reader herausgegeben wurde. Ein über 100-seitiges informatives Dokument zum Thema, welches unter der Creative Common Lizenz als PDF-Dokument aus dem Netz geladen werden kann.

http://www.networkcultures.org/netporn/

http://www.networkcultures.org/clickme/

Katrien Jacobs, die u. a. an der Universität von Hongkong im Fach Digital Media unterrichtet, hat ihre Forschungsansätze im Bereich Cyberporn und Cyberfeminismus. Auf ihrer Webseite http://www.libidot.org/“ veröffentlicht sie eine umfangreiche Sammlung ihrer Texte zu dieser Thematik, außerdem stellt sie eine Reihe von Künstlern vor, die sich in den Bereichen Film, Performance, Photographie und Netart mit den Themen Körper, Queer, Gender und Pornographie auseinandersetzen. In ihrer Aufzählung dominieren Künstler aus dem asiatischen Raum und asia-amerikanische Aktivisten, daneben eine Reihe von osteuropäischen Netzkünstlern, u.a. Jurij Krpan, der mit seiner Performancegruppe „Kapelica“ bereits in den 90ern über das Ludmilyia-Netzwerk aktiv war, deren Arbeiten neben anderen Künstlern, wie die von Tanja Vujinovic und Zvonka Simcic auf der Webseite „www.i-i-i-i.org/“ vorgestellt werden. Katrien Jacobs ist Autorin der Bücher „Journeys in the Performance of Sex Art” (Maska, 2005), in dem 26 internationale Künstler mit Interviews und Aspekten ihres Schaffens vorgestellt werden und „Netporn: DIY Web Culture and Sexual Politics” (Rowman&Littlfield, 2007). Von 2005 bis 2007 untersuchte Katrin Jacobs die AdultFriendFinder-Community in Hongkong. Unter dem Pseudonym Lizzy Kinsey interagierte sie mit anderen Mitgliedern der lokalen AFF-Community und traf sich mit einigen ihnen. Sie machte ihr wissenschaftliches und dokumentarisches Interesse an dieser Online-Sexszene von Anfang an öffentlich und bat andere Mitglieder um Erfahrungsberichte und Interviews. Einen Teil ihrer Erfahrungen hat sie in dem „Lizzy Kinsey-Report“ dokumentiert, welcher als PDF-Dokument im Netz verfügbar ist. Das Fazit von Katrin Jacobs Untersuchung ist ernüchternd:


„Internet fantasies, netporn consumption and online dating do not support progressive behaviours. Enabling fantasies only on a digital level keeps the public libido controlled and may reinforce conservative and conventional habits.”


Die Auseinandersetzung mit der ausschließlich kommerziell ausgerichteten AFF-Webseite, bzw. der direkte Kontakt mit Mitgliedern dieser nach pornographischen Klischees ausgerichteten Gruppe führte bei Katrien Jacobs zu einem „Unbehagen“, bzw. zu einer Entfremdung zu dieser „Kultur“


“The Lizzy Kinsey report is a description of the thermodynamics of pleasure, of its double binds and contradicting effects. Pornography as libidinal windmill pumping our libido and converting it into money.”


Der Akademiker Matteo Pasquinelli unterstützte sie mit einem Diskurs zum “libidinalen Parasitismus”, angelehnt an eine philosophische Aufschlüsselung des Begriffes Parasitismus bei Michael Serres. In diesem Text bindet Pasquinelli am Beispiel der Rezeption von Onlinepornographie die Netzsphäre in eine allgemeine Medientheorie ein und versucht weitergehend Ansätze einer „libidinalen Ökonomie“ aufzuzeigen. Er fordert die Leser auf, sich der Notwendigkeit eine materialistische Ethik dieser Energien bewusst zu werden, die er als wichtiger und grundlegender einschätzt als Fragen der subkulturellen Ästhetik. In seinen Ausführungen der Philosophie und Kybernetik von „Gefühls- und Aufmerksamkeitsströmungen“ bezieht er sich auf eine ganze Bandbreite von Theoretikern wie Bataille, Deleuze, Guattari und Franco Beradi. Pasquinelli betont die dystopische Seite der Online-Pornographie. Seine akademischen Ausführungen lassen, im Gegensatz zu seinem früheren Text „Artporn – Warporn“, einen gewissen Pessimismus durchklingen. Andererseits wagt er sich mit seinen interessanten Fest- und Fragestellungen in die Grauzonen von Machtbereichen, die – von der christlichen Andachtshaltung bis zu den Zuschauerquoten der TV-Serien – eine andere Systemlogik offenbaren, deren Bewusstwerdung wiederum das eigene Handlungspotential erweitern könnte.


“We don’t want to go back to a postmodern fatalism about media but we need a new attitude in the cheerful queer porn circles:. Is there any room for a dystopian pornography? A new art capable of dealing with dark sides and ghosts, violence and surplus?”


Traditionally media have been described as information channels, body prostheses and mimetic devices. I try to frame them as libidinal organisms, more specifically symbionts or better libidinal parasites under the concept of the extraction and accumulation of libidinal surplus-value. Surplus-value is another way to name the excess of energy and its exploitation or enjoyment. Libidinal surplus-value is a way to name the tension that drives the media economy and evolution. As an example we can frame internet pornography videos as symbiotic organisms being a structural part of digital networks. The simulacra of pop stars are affective parasites as well. ?Spectacular? machines indeed work as parasites because they channel our libido and accumulate it  in a very physical way. Media parasites absorb our libidinal energies as a surplus and condense it in the form of attention and fetishism towards brands, technology, material and immaterial commodities.”

„Libidinal parasites and the machinic excess: on the dystopian biosphere of networks”

Matteo Pasquinelli (Version 26.06.2007)

Die “Arse Elektronika”, eine Konferenz zum Thema Pornographie und technologische Innovation wurde 2007 erstmals in San Francisco veranstaltet. Initiator der Veranstaltung, die in den Räumen von „kinks.com“ stattfand, ist das internationale Künstlerkollektiv „monochrome“. In ihrem Einführungstext schlagen sie eine Brücke von der Gutenbergerischen Buchdruckpresse, der Entstehung des photographischen und filmischen Mediums, bis zur VHS, der DVD und dem Internet. Sie führen anhand kurzer Beispiele vor, dass die pornographische Produktion es immer als einer der ersten verstand sich diese neue Technologien zu nutze zu machen. Laut den Veranstaltern ist die Anwendung neuer Technologien wie Virtual Reality im Bereich der Sexindustrie und ihre Annahme durch den Endkonsumenten, ein nicht zu unterschätzender Indikator für zukünftige gesamtgesellschaftliche Entwicklungen und das Marktpotential dieser Produkte.


“(…)  it isn’t science fiction anymore. Is it going too far to assume that research in nanotechnology and genetic engineering will be influenced by our sexual needs. The surgical modification of sexual organs is no longer something very unusual. The question is not whether these technologies alter humanity, but how they do so.”


Der Fokus der Konferenz lag auf Vorträgen und Diskussionsrunden, bei denen bekannte Persönlichkeiten wie Mark Dery, Carol Queen, Anvalee Newitz und Jonathan Coopersmith über historische und aktuelle Aspekte technologischer Einflüsse auf die Sexualität und die Sexindustrie referierten. Im weiteren Rahmenprogramm wurde das Buch von Timothy Archibald „Sex Machines: Photographs and Interviews“ vorgestellt, in dem er Menschen aus verschiedenen Bereichen der USA  vorstellte und interviewte, die im privaten Rahmen eigene Sexmaschinen entworfen und gebaut haben. Violet Blue interviewte den Regisseur Eon Mckai, einen ehemaligen AltPorn-Produzenten, der inzwischen bei Vivid unter Vertrag steht.  Desweiteren wurde dem Publikum bei mehreren Performances der Maschinenpark von „kink.com“ vorgeführt. 2008 wird die Arse Electronika am gleichen Ort stattfinden. Arse Electronika 2008  –  Do Androids Sleep with Electric Sheep? – Critical Perspectives on Sexuality and Pornography in Science and Social Fiction.



Monochrom hat sich als Kunstkollektiv und Label ursprünglich über die Produktion der gleichnamigen Zeitschrift entwickelt, die ab 1993  als Magazin für elektronische Gegenkultur herausgegeben wurde. Initiatoren waren Johannes Grenzfurthner und Franz Ablinger. Grenzfurthner ist Professor für Kunsttheorie und Praxis, schreibt u.a. für  Boing Boing, Testcard und Telepolis, administriert ‚Dorkbot Vienna‘ und unterstützt den Wiener Hackerspace Metalab. Beheimatet ist das Kollektiv in Wien, Graz und Bamberg und setzt sich aus Künstlern, Musikern, Germanisten und Informatikern zusammen, die über ihre Arbeit mit verschiedenen Medien und ihre Perfomances international bekannt geworden sind. Die ersten öffentlichen Auftritte und Aktionen fanden ab 1995 statt. Neben vielen weiteren Aktionen und Produktionen ist monochrom zusammen mit der Wiener Gruppe Shifz Organisator der jährlich (seit 1999) stattfindenden „Roböxotica“, deren Fokus auf der künstlerischen Thematisierung des Verhältnisses von Mensch und Maschine liegt. Das mit der Veranstaltung verbundene Festival für Cocktailrobotik hat sich die Entwicklung Cocktail mixender Roboter zum Ziel gesetzt.

Kunst? Wie in „Kunstharzlack“? Naja. monochrom ist eine uneigenartige Mischung aus proto-ästhetischer Randarbeit, Popattitüde, Subcultural Science und politischem Aktivismus“.

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Mark Dery unterrichtet im Fachbereich Journalistik an der Universität New York. Er war Mitherausgeber von „In Flame Wars: The Discourse of Cyberculture” (1993) und hat das Essay “Culture Jamming: Hacking, Slashing, and Sniping in the Empire of Signs” verfasst, welches im Internet im Kontext von „guerrilla media activism“ oft diskutiert und verbreitet wurde. Momentan arbeitet er an „Paradise Lust“, einem Buch über SexPro- und DIY-Porno-Aktivisten im Internet und die Gegenbestrebungen konservativer Politik und fundamentaler Christen.

Weitere Künstler, Einzelpersonen, Initiativen und Kollektive mit einer Webpräsenz, die man in diesem Zusammenhang nennen kann:


Girlswholikeporno”, mit der gleichnamigen Webseite, ist ein Frauenkollektiv aus Barcelona/Spanien, die sich über feministische – und Ansätze der Queer-Theorie, mit dem Thema Pornographie aus einer „do-it-yourself”-Perspektive beschäftigen. Die Webseite ist ausschließlich in spanischer Sprache und wie ein Blog gestaltet. Sie bietet Zugang zu einer Reihe selbstproduzierter „Pornokurzfilmen“ des Kollektivs und weiterführende Links zu Festivals, Organisationen und Webprojekten mit einer ähnlichen thematischen Ausrichtung. Girlswholikeporno wurde als Projekt inzwischen beendet. Die beiden Initiatoren waren Águeda Bañón und María Llopis. Letztere bietet über ihre Webseite http://mariallopis.com/ weiterhin umfangreiche Informationen zum Thema an.

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“Sex sells, but the hypersexualization that surrounds us obscures much sexual precarity. As “liberal” as we are, as much as we fuck, it’s not the solution. We need another way of understanding sex – a way that surpasses myth, taboo, tedium, heteronormality, “genitalization”, and the pink euro – not only in our sexual relations but in our sexual identities as well. We are the heirs of feminism and traditional gay and lesbian struggles, but before they went soft. We align ourselves with the radical, queer critique”.

girlswholikeporno/manifesto/


Betty/Sexyshock” aus Bologna/Italien bieten auf ihrer Webseite “ http://isole.ecn.org/sexyshock“ Informationen zu BDSM, Sextoys, Pornographie und Sexarbeit. Sie haben eine Kampagne „macho free zone“ initiiert und sind aktiv im italienischen „Pink Block“ u.a. innerhalb der jährlichen Mayday-Demonstrationen. Desweiteren partizipieren sie mit dem „Activism-Hacking-Artivism“-Projekt(AHA) der italienischen Aktivistin Tatiana Bazzichelli.Der dazugehörige Blog „atelierbetty“ liefert eine umfangreiche Linkliste themenspezifischer italienischer Webseiten und aktuelle Informationen.

Sharingissexy.org“ versteht sich als eine alternative Pornowebseite, als ein „Open-Source-Porn-Laboratory“ wo Filme, Photos und Texte unter der Creativ Common-Lizenz unkommerziell und frei verfügbar sind. Betrieben wird das Projekt von einem Kollektiv aus San Diego/ Kalifornien, die ihre Initiative in einem radikal-politischen Kontext der Queer-Bewegung stellen und sich dabei auf Theoretiker wie Matteo Pasquinelli beziehen. Treibende Kraft scheint Micha Cárdenas alias dj lotus5 zu sein. Sie ist neben „Sharing is Sexy“ in vielen akademischen Projekten zur Gender- und Queer-Debatte aktiv, u.a. führte sie 2009 mit ihrem Partner „technésexual“ auf. Eine Cybersexperformance, bei der die Darsteller simultan – real auf der Bühne, wie virtuell über Avatare, Zärtlichkeiten austauschten.

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„How can porn and the production of porn be an instrument of nomad war against empire? How can the performance of erotic labor for a copyleft model, outside of financial exchange, inform our bodies, change them, activate them to a new level of resistance? What if the most desired kind of images in the economy were available freely and under Creative Commons licenses?”



„fuckforforest.com“, eine norwegische Webseite mit dem politischen Anspruch jeglichen finanziellen Gewinn aus dem Website-Projekt zur Rettung des Regenwaldes einzusetzen. 2004 machte „Fuck for forest“ Schlagzeilen mit der Idee, Pornofilme zum Erhalt des Regenwaldes zu drehen Die Webseite des norwegischen-schwedischen Pärchens war durchaus erfolgreich – bei etwa 1000 Abonnenten und 15 Euro monatlicher Mitgliedsgebühr, doch der WWF, dem die Einnahmen aus dem Projekt zugedacht waren, lehnte ab, da man den Markennamen und Logo nicht mit Porno-Branche in Verbindung bringen wollte. Die norwegische Regenwaldstiftung war hingegen bereit, die Gelder der beiden Ökosexaktivisten anzunehmen. Nach einer gleichbedeutenden Performance des Pärchens beim Konzert der Gruppe „The Cumshots“, wurden sie von einem norwegischen Gericht zu 1000 Euro Strafe, alternativ 20 Tagen Gefängnis verurteilt. Nach diesem Vorfall ging auch die norwegische Regenwaldstiftung auf Distanz. Inzwischen unterstützen die Initiatoren ein Projekt für den Erhalt des Regenwalds in Costa Rica.


Die Webseite „ssspread.com“, die im Zeitraum 2001-2005 im Netz stand, war eine pornographische Webseite von und für die Queer-Community. Barbara DeGenevieve ist eine interdisziplinäre Künstlerin und Akademikerin, die u.a. in San Francisco und Chicago an den Kunsthochschulen unterrichtet hat. und beschäftigt sich seit über 10 Jahren mit einem feministischen Blickwinkel auf die Pornographie und weiteren, auf das Thema Sexualität bezogenen Themen. Im Zeitraum 2001-2003 hat sie für diese Webseite 151 pornographische Filme produziert. In ihren Produktionen versucht sie, gemäß ihres Standpunktes in der Queer/Transgender-Thematik, den Status quo sexueller Identitäten aufzulösen.  Die Akteure waren ausschließlich Menschen aus der Queer-Szene, darunter viele, die ihre sexuelle Identität durch Hormonbehandlungen und operativen Eingriff gewechselt hatten. Sie hat nur mit Amateuren gedreht und der Aufbau und die Handlung der Szenen wurden von den Akteuren bestimmt. Obwohl die Darsteller pro Dreh nur die geringe Summe von $75 erhielten, waren viele Menschen bereit an dem Webprojekt mitzuwirken, da sie  von dem politischen und künstlerischen Anspruch der Seite überzeugt waren.  Webseite: http://www.degenevieve.com

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“Looking back after 3 years of making porn for ssspread, what I found more fascinating than anything else was also the biggest difference between straight and queer porn, and that was the bodies. The bodies of queer porn are insubordinate, disobedient, unruly, insurgentand anarchistic. Why? Because they don’t play by the visual rules of mainstream porn. Queer bodies create a world of difference in the way they enact everything from vanilla sex, to masculinity, to blood sports, to violence.”

Barbara Genieve

Pink and White Productions ist eine pornographische Filmproduktion in San Francisco. Die Filme werden über Stream und als DVD vermarktet. Das Studio hat seinen Fokus ausschließlich auf alle Formen des Queer-Sex, wobei die lesbischen Spielarten überwiegen. Shine Louise Houston, Besitzerin und Regisseurin von „Pink and White Productions“, arbeitete bei Good Vibrations in San Francisco, bis sie sich mit 30 Jahren entschied selbst Filme zu produzieren. Der erste Film „The Crash Pad“, koproduziert von dem Internetversand Blowfish (Sextoys, pornographische DVD´s und Comics) gewann 2005 den feministischen Porn Award für die „Hottest Dyke Sex Scene“. „Superfreak“(2006), der zweite Film, wie auch folgende wurden ebenfalls mit dieser Auszeichnung bedacht.

http://www.pinkwhite.biz/

“straight-up, hard-core, authentic San Francisco lesbian sex with all manner of toys and techniques. It has the look, feel and style of gay male porn. And from one real orgasm to the next, it’s incredible.”

Violet Blue , SFgate.com


Netzkunst


Die damalige Webseite „http://l.entre.free.fr/p3.htm“ der französischen Photo- und Webart-Gruppe FiLH bot in der alternativen Aufarbeitung des Themas Porno die Möglichkeit der Reflexion über dasselbe und vor allem auch über die eigene Erwartungs- und Konsumentenhaltung. Die mediale Aufarbeitung durchbrach das normative Verhältnis zwischen Photographen und Modell und thematisierte durch die Möglichkeiten des Weblayouts die Partikularisierung des Körpers als Ware. Das Labyrinth der internen Verlinkung führte auf verschiedene „Click-Routen“, wobei das Reiz-Reaktions-Verhältnis – die Augenlust – keineswegs immer befriedigt wurde. Umso mehr wurde dem Konsumenten seine eigene Erwartungshaltung – die trotz eines vornehmlich kritischen und alternativen Anspruchs, nicht unbedingt so verschieden ist wie die des Mainstream-Users – vor Augen geführt. Der Webmaster hielt sich zwar an das Regelspiel von Exhibitionismus und Voyeurismus, aber es gelang ihm eine entscheidende Frage aufzuwerfen: Wobei geht es bei dem Anspruch einer „alternativen Pornographie“? Um „bessere Bilder“ oder um eine konzeptionell andere Bilderwelt? Die aktuelle (05.08) Webseite des Photographen „www.filh.org/“ ist weitgehend konsumentenfreundlich konzipiert und die Klickroutinen existieren nicht mehr. Der ursprüngliche Projektzusammenhang ist auf der Webseite „www.le-terrier.net/goudal/“ einzusehen..

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« Entre l’art et la pornographie il existe une autre barrière, celle de la provocation. La pornographie ne provoque rien, à part des érections. La pornographie se nourrit des fantasmes les plus standards, aucune originalité ne la peuple . Puisqu’elle colle au plus près, elle ne décolle pas. Il ne faut pas confondre ici la pornographie avec la sexualité. Si la sexualité peut-être subversive, la pornographie n’en n’offre qu’une vision conforme. »

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Das “Fictive Net Porn”-Projekt wurde Ende 2001 in Zusammenarbeit mit der New Yorker The Point Art Gallery begründet und setzt sich ebenfalls mit der Online-Pornographie auseinander und benutzt dabei Bestandteile der visuellen Konzeption von Hardcorseiten. fictive.net/porn wurde von dem Künstler Paul Clay initiert, der international 87 Beiträge von verschiedenen Personen –  Künstler, Programmierer, Akademiker, Musiker, Anthropologen, etc.- sammelte, in denen jeder Einzelne seine Meinungen, Reflektionen und Assoziationen zum Thema Onlinepornographie darstellte. Das Ergebnis resultierte in einer fiktionalen Porno-Megaseite, die mit einer Vielzahl von Bannerwerbungen – wie „Truck Fuck“, „o-{sushi}-porn-o-rama“ und „Blow Me“ und Textlinks – die sich der Ästhetik von regulären Hardcoreseiten bedienen und dann z.T. auf  interessante einzelne Beiträge verweisen. Die Webseite ist noch im Netz, einige Bereiche sind inzwischen inaktiv.

Ein älteres Projekt mit einem ähnlichen Ansatz ist die Webseite „easylife.org/“. Sie nutzt als Label das Layout einer herkömmlichen Pornowebseite, die einzelnen Links führen dann aber zu Seiten von Netzkunstprojekten und einzelnen Künstlern aus dem Wirkungskreis von  Natalie Bookchin, die sich z.T. inhaltlich mit dem Thema Pornographie auseinandersetzen.  Die Webseite „www.computerfinearts.com/collection/easylife.org/“ ist inzwischen größtenteils inaktiv

Shu Lea Cheang , geboren 1954 in Korea, hat in New York Filmwissenschaften studiert und gilt als eine Medienkünstlerin und Filmemacherin, die sich insbesondere mit Genderthemen und der Sexualität befasst. Sie engagierte sich ab 1981 im Kollektiv „Paper Tiger TV“ und wurde zunächst mit Videos bekannt, die sich mit einer humorvoll-radikalen Punk-Attitüde mit dem Thema der lesbischen Sexualität beschäftigen. Zu ihren bekannteren Online-Arbeiten gehört das Projekt „Bowling Alley“(1995) und das mit vielen anderen Künstlern realisierte „Brandon Project“(1996) für das Guggenheim Museum. Sie führte Regie bei dem Film „IKU“(2000) Das nachfolgende Filmprojekt „FLUID“, ebenfalls dem Genre des Cybersexfilms zuzurechnen, konnte noch nicht realisiert werden da das Sublabel „Puzzy Power“ der Filmproduktion „Zentropa“ Lars von Triers eingestellt wurde. Teile des Films wurden auf dem Pornofilmfestival in Berlin (2006) im Rahmen einer Performance vorgestellt.  Das interaktive Online-Projekt „Expand“ von Cheang  wurde 2001 ins Netz gestellt und thematisiert die Sehgewohnheiten um den pornographische Film. „Expand“ besteht aus 6 Sequenzen, die nacheinander gesetzt ein Paneel ergeben. Jede Sequenz besteht aus einer Anzahl von fortlaufenden photographischen Einzelbildern und ist mit einem kurzen Ton, der  u.a. Keuchen und Stöhnen enthält, unterlegt. 30 Einzelbilder, bzw. Frames per digitaler Sekunde lassen so, wenn sie „abgespielt“ werden, de Eindruck eines kleinen Kurzfilm entstehen. Ist eine Sequenz beendet, schließt die nächste an. Der User hat die Möglichkeit mit der Maus einen roten Querbalken zu positionieren, an dessen Stelle dann das „Abspielen“ der jeweiligen Sequenz beginnt und hat durch Hin-und Herbewegen des Balkens innerhalb des Paneels begrenzte Gestaltungsmöglichkeiten, die an das Scratchen von Vinyl-Langspielplatten erinnern.

Webseite: http://ctheory.library.cornell.edu/art/4.09/index.html

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Annie Sprinkle, geborene Ellen Steinberg, wuchs in Los Angeles auf und begann später als Prostituierte zu arbeiten, bis sie anfangs der 70er Jahre zur Pornofilmproduktion wechselte, wo sie in insgesamt über 200 Filmen mitwirkte, die sich überwiegend auf das Fetisch-Genre beziehen.  Anfangs der 80er Jahre begann ihre Entwicklung von einem Pornostar zu einer Künstlerin, Queer-Aktivistin und Sex-Trainerin. 1982 realisierte sie ihren ersten Film „Deep Inside Annie Sprinkle“, bei dem sie Drehbuch und Regie führte.

http://www.anniesprinkle.org/

Die Webseite „www.fu-fme.com/“ lieferte einen ironischen Netzkunstkommentar aus dem Jahr 2000 auf das Massenangebot an Pornographie im Internet und im speziellen an der Entwicklung von Teledildonics-Anwendungen, wie sie zu dieser Zeit bereits angekündigt waren, bzw. sich in der Entwicklung befanden. Die Seite bot eine Produktbeschreibung für die Hard- und Software des „genitalDrive“-Systems „FuckU-FuckMe“ für Männer und Frauen und enthieltUnterseiten zu den technischen Systemanforderungen, Support, FAQ`s und zu guterletzt ein Formular für die Online-Bestellung. (nicht mehr im Netz)

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Das interaktive Webprojekt „enaplus“ bietet dem User  erotische bis pornographische Bilder und fordert ihn auf in ein Formular einen Betrag einzugeben den er bereit wäre für das Bild zu bezahlen. Gleichzeitig wird der User mit einem kurzen durchlaufenden Text konfrontiert, der die Interaktion poetisch und kritisch hinterfragt und einen Kommentar bietet. Nach mehreren Durchgängen mit weiteren Bildern und Angabe von Preisvorstellungen seitens des Users, erscheinen alle Bilder im Kleinformat im Rahmen eines Bestellformats, während auf der linken Seite drei  Formularfelder mit den Fragen „What is the price of my body?, What is the price of my mind?“ und „What is the price of my soul?“ zur Texteingabe auffordern.. Wenn das Formular dann abgeschickt wurde wird man weitergeleitet auf die Webseite des 7. internationalen Festivals der Computerkunst in Maribor in Jugoslavien. (2004)

Webseite: http://enaplus.com/1plus/trgonet/kitch/

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Ein gutes Beispiel für Artporn lieferten im Juli 2002 die niederländischen Performancekünstler Zoot&Genant mit ihrer 8 Tage dauernden Life-Performance „Fucking Retreat„, die in Echtzeit von einer Webcam, ohne das auf die Akteure gezoomt wurde, als Live-Stream übertragen wurde. Die Performance ist auf der Webseite der Künstler http://www.zootengenant.com/ dokumentiert. Das Ehepaar Zoot und Genant arbeitete früher mit dem Artporn-Kollektiv zusammen, bis sie dann als Duo eigene Wege beschritten. Die achttägige Performance war klar durchstrukturiert und sah pro Tag 8x Geschlechtsverkehr vor, der in Anlehnung an ein taoistisches Ritual ohne Klimax/Ejakulation praktiziert wurde um Sexualenergie transformieren zu können. Die Web-Performance erreichte eine außergewöhnliche Popularität und verschaffte den beiden Künstlern die Möglichkeit Massen von sexuell konditionierten Web-Zuschauern mit ihren dekonstruktivistischen Blickwinkel auf Pornographie, Voyeurismus und Genderrollen zu konfrontieren.


„ZOOT&GENANT laugh at those who are excessively sexualized by internet, they hover above the hypererotic nausea of gazing eyes and digital drifters, performing cyber-squatting amidst digital slavery of cybersexual commodification.“

http://www.zootengenant.com/

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Die australische Künstlerin Francesca da Rimini, die bereits in den 80ern mehrere experimentelle Filme drehte, wurde in den 90ern vor allem durch ihre Online-Arbeiten und Aktivitäten im Internet bekannt. Sie war seit 1991 eine der Mitbegründerinnen der Künstlergruppe VNS Matrix („we are the virus of the new world disorder“), die u.a. ein „Cyberfeminist Manifesto for the 21st Century“ proklamierten. Aus diesem Kontext heraus entwickelten sich die meisten Projekte Riminis in einem kollaborativen Zusammenhang, zuerst mit VNS-Matrix, später dann mit anderen Gruppen und Einzelpersonen. Sie setzte sich mit dem kreativen Ausdruckspotential des Internets auseinander, nicht auf der Ebene eines Programmierers, sondern als Multimediakünstlerin. Ihre Webprojekte wie „Dollspace“(1997) führen den User über variable Linkzirkel durch eine Vielzahl von digitalen Bildern, die über Html-Codierung oft den ganzen Bildschirm ausfüllen und dementsprechend unscharf sind, Videostreams und Textpoetik und entwickeln dabei einen subversiven Hypertext, der von der thematischen Bandbreite einer japanischen Geisterwelt, Krieg, Mythologie, sexuellem Begehren und Kindesmissbrauch, das Innenleben einer fiktiven weiblichen Online-Persönlichkeit reflektiert, in der sich einerseits die Künstlerin offenbart, weitergehend aber auch an dem zivilisatorischen Lack unserer Kultur gekratzt wird. Das Projekt ist unter Teilnahme verschiedener Künstler unter ständiger Bearbeitung und in verschiedenen Versionen auf der Webseite der Künstlerin einsehbar.

http://gashgirl.sysx.org/

Die Künstler Barbara Groves und Zaretsky haben mit ihrer 10-tägigen Performance, die über das kanadischen WebCam-Studio Etay  (welches  Künstlern offen steht, um ihre experimentelle Alltagsgestaltung und Performances aufzeichnen und sie als Stream zu veröffentlichen) dokumentiert wurde, ein ähnliches Konzept und Dokumentationsform zugrundegelegt, wie das Amsterdamer Künstlerpaar Zoot en Genant mit ihrer Performance im Jahr 2002. Das Ergebnis, das auf ihrer Webseite ovarium.org einzusehen ist, bleibt aber in der Wirkung und Klarheit der Aussage hinter den Projekt der Amsterdamer zurück. Die Performance von Barbara Groves alias Svetlana  und Zaretsky alias Andi Wallwhore war nicht fixiert auf den öffentlichen Sexualverkehr, sondern bestand aus Phantasieszenen mit burleskehaften Einschlag, in denen die Künstler aus verschiedenen Blickwinkel  Themen wie Paarbeziehung, Familie, Narzissmus und Infantilität durchspielten und in denen ihr sexuelles Miteinander vom Cunnigulus bis zum Geschlechtsverkehr auch eine Rolle spielte und unzensiert mitdokumentiert wurde. User, die nicht über den analytisch-psychologischen Background der Beiden verfügten, haben sich wahrscheinlich eher auf das trashige  Interieur von Vagina-Kissen,  grellfarbenen Plastikobjekten und einem gefakten amputierten Bein, konzentriert. Die Aufzeichnung der Performance wurde neben anderen Beiträgen auf der Netporn Conference in Amsterdam 2005 gezeigt. Zaretsky arbeitet als Künstler weitergehend auf dem Feld von Biopolitik und Gen-Enginering, überträgt Begriffe wie „Sex“ aus der menschlichen Sphäre auf die Ebene zellularer und viruloger Formen und macht sich für seine Projekte wissenschaftliche  Arbeitstechniken und Enviroments zu eigen. Seine Projekte sind auf der Webseite http://emutagen.com“ dokumentiert.


“It is the materialized record of living sensuality that is life, the Biota, pornographized, taxonomized and voyeuristically orgasmatized. The process of objective analysis assumes, a priori, that nature will reveal her secrets when interrogated. And the methods of interrogation are extreme. Often, in the pursuit of knowledge, you must destroy the unknown thing to comprehend it. Destroying an organ of the mysteries, on the way to knowledge, is akin to devirginization. (…) By the amount of detail and specificity, by the ornate and baroque nature of these prurient exposures, I conclude that Science is a subset of Art, which is a subset of Pornography.”

Zaretsky`s Erläuterung zu seiner Begriffschöpfung  „bioporn“


Webseiten von Photographen

Auf der Webseite http://www.lincoln3d.com/erotica/ präsentiert der Photograph Lincoln seinen speziellen Stil der erotische Photographie. Sein konzeptueller und humorvoller Stil kommt u.a. durch seinen Hintergrund vom Film und seiner Arbeit als Charakter-Animator. Der Photograph lebt und arbeitet im Großraum Los Angeles.


Auf der Webseite „2001photo.com“, die mit eine der besten Ressourcen für intelligente, künstlerische Erotica ist, sind die beiden russischen Photographen A.Arni und Victor Ivanovski und der Tscheche Jan Saudek vertreten. Diese Photographen bieten mit ihren einzelnen Bildern und Photo-Geschichten eine intelligente und unkonventionelle Sichtweise auf das Thema Sexualität und Erotik, oft von Humor, bisweilen von Melancholie geprägt und parodieren die konventionelle Erotika. Ivanovski, der Betreiber des Projekts „2001photo“ ist, lehrt Photographie an der Universität von Syktyvkar und gilt als einer der bedeutendsten künstlerischen Aktphotographen Russlands.

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Michael Rosen, ein Photograph aus San Francisco, hat seinen Arbeitsschwerpunkt seit 1977 in der „sexuellen Photographie”. Er arbeitet prinzipiell nicht mit Modells, sondern mit Privatpersonen. Sein Werk umfasst eine weite Brandbreite von Aktlandschaften, SM-Sexszenen und Studioarbeiten die sich mit der Gender-Thematik befassen. Seine Arbeiten sind in vielen Magazinen und Ausstellungen veröffentlicht worden. 1997 war er Anwärter für einen  „Venus Award“ der AVN.

Webseite: http://www.shaynew.com/site1/xyfirstframe.html

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“Completely Naked” ist ein Londoner Kunstprojekt, 1999 von Claire Ward-Thornton und Pau Ros ins Leben gerufen. 2004 starteten sie „Intimacy“ und luden über 100 ausgewählte internationale Photographen ein um Arbeiten zu diesem Thema einzureichen. Ein Ziel dieses Projektes ist es, in diesen Zeiten in denen persönliche und intime Bilder via Digitalphotographie und dem Internet inzwischen zur Alltagskultur gehören, die Beziehungen zwischen Fotografen und Künstler, Modell und Muse neu zu definieren, um sich so eines neuen Selbstverständnisses und  dementsprechender photographischen Praxis anzunähern. Die Fotos sind in einer immer noch wachsenden Online-Galerie zusammengefasst, die inzwischen schon über 1000 Bilder enthält.

Webseite:  http://www.completelynaked.co.uk/map01.htm

http://www.ernestotimor.com/ – ist die Webseite des gleichnamigen Pariser Photographen:


« Même si certains ont voulu me croire spécialisé en photo érotisante, je fuis cette catégorie comme toutes les autres. Et j’ai une aversion particulière pour l’industrie du cliché machiste, qu’il soit en habit de charme ou dans son simple appareil pornographique. Simplement, la plupart de mes sujets me ramènent à la représentation sensuelle, visible ou imaginaire ; qu’on y livre des corps ou non… En poursuivant cette vieille lune qui veut que la beauté soit subversion, cette utopie qui aimerait que le hasard soit révolution… Au fil de ces dernières années, j’ai accumulé, avec le plaisir du faux dilettante, récits en images, portraits de fausses ingénues et photos d’errances irrégulières… »

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Melvin Moten hat sich auf erotische und Fetisch-Photographie spezialisiert. Der in Pittsburgh beheimatete Photograph benutzt für seine Fetish/BDSM-Photographie einfache Vintage-Kameras und kombiniert das Ergebnis mit digitaler Nachbearbeitung. Für die Alt.Porn-Seiten eroticbpm.com und thatstrangegirl.com, bzw. für bestimmte Modelle, hat er mehrere Settings geschossen. Teile seiner Arbeiten sind auf seiner Webseite erocrush.com einzusehen. Er hat drei Bildbände zum Thema Fetischphotographie im Eigenverlag herausgegeben: „CoVet 1-3: House of -Secrets, -Mystery -Games“


My work deals with the body, skin, sensation and emotion. To me, „fetish“ is a term rooted in sexuality, sensation and the way we reconcile the gap between the skin and the intellect. (…)If you want something totally different, deliberartely sexual, rather kinky and one-of-a-kind, something that will reveal both you and me on the deepest of levels, then I’m definitely the photographer you want.

aus Melvin Moten`s Vorstellung auf der Model-Seite modelmayhem.com

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Der Photograph R.C. Hörsch begann seine Karriere als Photograph in der Mode- und Kosmetikbranche, bis er seinen Schwerpunkt auf die erotische Photographie verlagerte, welche er auf seiner Webseite „eroto.com“, in zwei Büchern und Austellungen in Las Vegas und Los Angeles veröffentlichte. Die Webseite zeigt einen Querschnitt seines Werkes von normaler Aktphotographie, pornographischen Bildern, zu Sadomasochismus, bis zu einer Photoserie von heroinabhängigen Frauen. Bei vielen Photographien ist die Bildidee sehr konkret und körperlich umgesetzt, was auf einen sehr nahen Umgang mit seinen Modellen schließen lässt und auf seine Biographie verweist. Erfahrungen in der Sexindustrie sammelte Hörsch ab Ende der 60er Jahre, als er begann Pornofilme auf 35 mm zu realisieren und gleichzeitig als Double für männliche Pornodarsteller in über hundert Filmen und 8 mm-Loops mitwirkte. Seit 1993 arbeitete er für  Candida Royalle’s Femme-Produktion und realisierte zunächst eine Serie von erotischen Dokumentarfilmen wie „Lovers: An Intimate Portrait“ und arbeitete dann an einer Dokumentation über den Pornostar Nina Hartley und über den us-amerikanischen Pro-Sex-Feminismus.

Bloggersphäre


Charakteristisch für Blogs, bzw, Weblogs ist es, das durch einfache Content-Managment-Systeme das Publizieren im Internet auch Usern ermöglicht wird, die keine oder nur geringe Kenntnisse über  Programmierung und Webdesign besitzen. Die Einträge, Postings genannt, sind der Hauptbestandteil jedes Blogs, die umgekehrt chronologisch sortiert werden. Die aktuellen Beiträge sind oben bei der Titelzeile des Blogs, ältere Beiträge werden darunter bzw. in Archiv-Seiten aufgelistet.Die ersten Blogs tauchten um die Mitte der 1990er Jahre auf und stellten eine Mischung aus Informationen und Bildern aus dem Internet, auf die Blogger aufmerksam machen wollten, Kommentaren, längeren Artikeln und Tagebucheinträgen dar. Es folgten bald Internet-Services wie Xanga, Weblogs.com und Blo.gs, die dem User über ein Webformular mit einfachen Bedienungselementen die komplikationslose Publikation eines Blogs ermöglichten. Ende der 90er Jahre setzte dann der immer noch anhaltende Boom ein. Die US-Blog-Suchmaschine „Technorati“ verzeichnete 2005 in ihrer Datenbank 13,6 Millionen Blogs und Mitte Januar 2006 bereits 25 Millionen und 2 Milliarden indexiert Links. Täglich sollen nach Angaben der Firma  ca.70.000 neue Blogs hinzukommen. Eine frühe „Erfolgsgeschichte“ bot das „Stile Projekt“. Die Webseite „Stile Project“ existiert seit 1999 und ist aus dem Blog eines jungen Kanadiers hervorgegangen, der unter dem Pseudonym „Jay Stile“ täglich schrieb und Merkwürdigkeiten aus dem Internet sammelte und vorstellte. Durch den vorgetäuschten Selbstmord des Webmasters vor einer Live-Cam gewann die Seite enorm an Popularität und bekam 2000 den „Webby Award“ für die beste „Weird Site“. Stile Project entwickelte sich zu einem Netzwerk von Gegenkultur, aktuellen Informationen, Foren und Amateurpornographie mit einem großen Angebot an sogenannten „funny, sex and shock content“. Im Laufe der Jahre entwickelte sich „Stile Project“  allerdings immer mehr in Richtung eines kommerziellen Web-Portals für Pornographie während die anderen Inhalte rückläufig waren.

Ein Grossteil der hochfrequentierten Sexblogs erzielen ihre Popularität durch ihre visuelle Struktur. Die Blogger verbringen ihrerseits viel Zeit im Internet und sind mit der Netzkultur vertraut. Wenn sie auf interessantes Material stoßen – dies kann ein einzelnes Bild, eine Information, ein kultureller Event oder eine Webseite sein – wird in der Regel mit einem Bild und einem kurzen Text im eigenen Blog darauf hingewiesen und ein weiterführender Link angeboten. Entweder dominieren die angebotenen Bilder und die inzwischen immer häufiger eingebundenen Videostreams oder das Verhältnis zwischen Text und Bild ist ausgeglichen, ein Aufbau, der der visuellen Konsumption entgegenkommt. Blogger mit qualitativen Ansprüchen suchen nach Photos und Graphiken, die sich aus der Bilderflut des Internets hervorheben, zb. Erotika oder Artporn von Künstlern, historisches oder schräges Material, welches einen komischen Moment in sich trägt (z.b.somethingawful.com/horrorsofporn/ ). Weitergehend bietet jeder dieser Blogs eine umfangreiche Linkliste an um auf diese Weise ein „Netzknoten“ zu werden – ein Ausgangspunkt, an dem die User ihre Click-Reisen beginnen und zu dem sie wieder zurückkehren. Zu den bekanntesten Blogs dieser Kategorie zählen u.a. fleshbot.com, sexblo.gs/, altporn.net und erosblog.com. Es gibt zu jeder Nische und vielen speziellen Themen (Spanking, BDSM, Vintage, Pornostars etc.) separate Blogs die mittlerweile über Verzeichnisse wie adultblogdirectory.com gelistet werden.

Die ursprüngliche Form des textbasierten Weblogs ist natürlich weiterhin präsent und erfreut sich je nach der Qualität der Information des persönlichen Schreibstils und Standpunktes auch großer Beliebtheit. So z.b. puckerup.com/blog, der persönliche Blog von Tristan Taormino einer Kolumnistin, Sextherapeutin und Autorin von Büchern wie “The Ultimate Guide to Anal Sex for Women” oder der Blog susiebright.com der gleichnamigen kalifornischen Sex-Pro-Aktivistin und Kolumnistin, die wöchentlich die Audio-Show „In Bed With Susie Bright“ produziert. Ein weiterer informativer Blog ist dazereader.com, der umfangreiche Linklisten und Informationen zur Sexindustrie anbietet.

Bound, Not Gagged und sex-work.org sind Blogs, bzw. Projekte von Frauen die als Sexarbeiterinnen tätig sind und somit einen anderen „point of view“ vertreten als viele der auf männliche User ausgerichteten Sexblogs. Beide bieten ebenfalls Linklisten, bzw. Querverweise zu thematisch ähnlich ausgerichteten Blogs und Webseiten. Zwei weitere populäre und mit Awardnominierung bedachte Sexblogs von Frauen sind http://belledejour-uk.blogspot.com und girlwithaonetrackmind.blogspot. Der Erfolg dieser beiden Blogs führte dann 2005/6 zu einer jeweiligen Buchveröffentlichung: Belle de Jour’s The Intimate Adventures of a London Call Girl (2005) und einer Folgepublikation ein Jahr später, sowie Girl with a One Track Mind: Confessions of the Seductress Next Door (2006) von Zoe Margolis  unter dem Pseudonym Abby Lee.

Blogs können nicht nur eine Alternative zur Mainstreampresse darstellen, sondern sind auch ein wichtiger Träger der Netzkultur im WWW. Viele der Blogs sind durch die Linkage, Trackbacks und gegenseitiges Posten miteinander vernetzt. Außergewöhnliche Ereignisse innerhalb oder außerhalb des Internets können sich als Informationsstring innerhalb der Bloggersphäre so subsummieren, das das Resultat sich beispielsweise in einer politisch wirksamen Internetkampagne, einem überproportional steigenden Traffic oder als Nachhall in den regulären Medien manifestiert. Außerdem führt die übliche Open-Source-Blog-Software Verzeichnissen wie von Weblogs.com oder Blo.gs die aktualisierten Tags von Artikeleinträgen und neuen Blogs zu. Diese Aufstellungen dienen dann Blog-Suchmaschinen wie Technorati und Feedster als Trigger für eine inhaltliche Indizierung, die damit Informationen weitaus schneller ins Internet bringen als die herkömmlichen Suchmaschinen. Genau aus diesem Grund wird das negative wie positive Werbepotential von Blogs im Netz und aus den Social-Networking-Seiten seitens der Industrie inzwischen sehr hoch eingeschätzt. In den USA verdienen eine zunehmende Anzahl von Blogger ihren Lebensunterhalt allein durch die Online-Werbung auf ihren Journalen und viele Unternehmen sind dazu übergegangen eigene kommerzielle Blogs zu publizieren, beispielsweise in der Game-Industrie, wo neben Screen-shots, aktuelle Informationen über Neuentwicklungen und User-Skripte geboten werden. In vielen Sexblogs wird inzwischen kommerzielle Werbung zwischen den Einträgen im Lauftext geschaltet. Bei „Fleshbot” schalten auf den Archivseiten Sex Search.com und Playboy ihre Anzeigen und die Webseite http://www.eroticlick.net wirbt mit einer Cameinstellung am Ende der Blockzeile Im Sommer 2006 bot Fleshboat zum wiederholten Male, diesmal zusammen mit Vivid.alt,  einen „So You Want To Be A Porn Star“-Contest an. Das Cam-Portal livejasmin.com schaltet ebenfalls Werbung, bzw. kooperiert mit verschiedenen Blogs wie Sexblo.gs.com.


In den dort laufenden kurzen Streams der Webcams sind ausschließlich junge Amateurmodelle zu sehen. livejasmin.com ist im Besitz der „ClearCash B.V.“ aus Holland, die u.a. auch Adultwebmasterempire.com betreiben und  wurde von Alexa (Nov.06) an 505en Stelle der bestbesuchtesten Webseiten gelistet.


Medien wie Weblogs, Podcasts und Wikis liegen an der Schnittstelle zwischen persönlicher Kommunikation und öffentlicher Publikation und sind die sichtbaren Vorboten einer Umwälzung, die die herkömmliche Medienwelt inzwischen zu verändern beginnt. Das es aufgrund der zunehmenden Kommerzialisierung der Blogsphäre zu einer Erosion dieser kreativen Informationslandschaft kommt, ist aber eher unwahrscheinlich. Dem steht die Struktur der Oper-Source-Software und die zunehmende Anzahl von aktiven Nutzern entgegen.


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